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Thema: Den "Zwang" immer zu beten und mir an die Stirn zu fassen (wegen komischem Gefühl)

  1. #1
    Neuling
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    Standard Mehr nach Gefühl handeln und weniger nach Regeln

    Hallo liebe Forengemeinde,

    vorab, ich hoffe, dass ich in der richtige Rubrik poste.

    Also ich möchte mich so kurz wie möglich fassen:
    Ich halte mich sehr an Regeln, weswegen ich z.B. in einer Witzsituation in der Gesellschaft oft mit ernsten Antworten antworte, anstatt mit einem lustigen Spruch. Ich bin irgendwie ein Perfektionist, möchte alles richtig machen.
    Und genau das wird mir zum Verhängnis in meinem Hobby als DJ.
    Noch ein Beispiel: Ich bete jeden Abend zu Gott, immer das gleiche, meist immer in der gleichen Form. Und das einfach, weil ich das machen muss.

    Weswegen? Als DJ habe ich gelernt, dass man mit einem Intro eines Tracks gut Übergänge machen kann, wenn man das einspielt. Das habe ich nun beibehalten und mache es meistens mit dem Intro, anstatt einen anderen Einstiegspunkt im Track zu suchen und dort kreativ was basteln. Weil DJ meine Passion ist und ich später wirklich mal was erreichen will, will ich auch alles richtig machen. Deswegen halte ich mich sehr an Regeln, obwohl das genau das falsche ist beim DJing. Dort muss man kreativ sein, improvisieren können und sich vom Gefühl leiten lassen.
    Ich bin eigentlich ziemlich genau das Gegenteil davon beim Auflegen, obwohl ich ansonsten ziemlich kreativ bin. Improvisieren naja, geht auch. Und mich vom Gefühl leiten lassen, habe ich nie gelernt und weiss auch nicht wie ich das machen soll.
    (Bitte kommt jetzt nicht mit Sätzen; lass das DJing usw. weil darin wirklich viel Arbeit steckt und meine Moral in den Keller sinken würde)
    Ich bin überhaupt nicht selbstbewusst. Erst jetzt langsam suche ich nach einer Autrittsmöglichkeit, aber ich bin mir jetzt noch nicht sicher. Ich will halt eben, dass alles perfekt ist.

    Ich hoffe ihr könnt mich irgendwie verstehen.

    Also, kann ich da irgendwas tun, um mich mehr vom Gefühl leiten zu lassen?
    Dass ich weniger nach Regeln* handle?
    Jetzt ganz allgemein, denn wenn ich im Leben nicht mehr immer nach Regeln handle, werde ich das dann auch beim DJing weniger tun.

    *Ich möchte Regeln etwas umschreiben. Es sind nicht Regeln, die irgendwo geschrieben sind, sondern mehr Regeln, die ich mir selber mach. Tut mir leid, es ist sehr schwierig das zu erklären. Ich hoffe ihr wisst ungefähr was ich meine. Ansonsten probier ich das nochmal neu zu formulieren.

    Schon mal vielen Dank für die Hilfe und freundliche Grüsse
    Skulli

  2. #2
    Neuling
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    Standard Den "Zwang" immer zu beten und mir an die Stirn zu fassen (wegen komischem Gefühl)

    Hallo zusammen,

    sorry etwas langer Titel

    Also bei mir gehts um zwei komplett verschiedene Zwänge.

    Ich fang mal mit dem "Betzwang" an. Mit etwa 8 Jahren habe ich mit meiner Mutter angefangen zu beten vor dem Einschlafen. (Bin Römisch-Katholisch) Jede Woche ungefähr drei oder viermal. Das wurde dann immer weniger bis ich dann nie mehr betete. Doch vor drei Jahren habe ich wieder angefangen, weil ich eine Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium bestehen wollte. (Natürlich habe ich auch gedankt für die Gesundheit usw.) Das wurde dann immer heftiger. Also nun vor ca. ein oder zwei Jahren kannte ich mein Gebet auswendig, dankte ganz kurz für alles, und betete dann immer das gleiche, oft mit den gleichen Worten, für Gesundheit, Liebe, Job und meine Passion als DJ. Das ist auch heute noch so. Immer bevor ich Einschlafe bete ich immer das Gleiche. Und ich finde, das kann man nicht mehr beten nennen, weil ich einfach für immer das gleiche Bete und dann auch noch für meine Passion als DJ. Es ist mehr ein herunterrattern eines eingeübten Textes. Es ist überhaupt nicht so, dass ich aufhören zu beten will. Das gehört einfach zu meinem Schlafrhytmus. Ich weiss eigentlich auch nicht, was ich mit diesem "Zwang" euch fragen will. Aber vielleicht hat jemand ähnliche Probleme schon gehabt und diese irgendwie lösen können.

    Dann der zweite Punkt:
    Meistens, wenn etwas nahe meinem Kopf ist dann kommt so ein komisches Gefühl bei der Stirn auf. Es ist ungefähr so, das ich mein Hirn vor dem anschlagen an einem Gegenstand schützen will. Aber auch wenn ich WEISS, dass ich nirgends anschlagen kann (weil der Gegenstand z.B. fest ist) dann ist das Gefühl trotzdem und ich muss mir an das Gehirn fassen damits weg geht.
    (Aber auch manchmal (zwar eher selten) wenn nichts vor dem Kopf ist kommt das Gefühl)

    Ich war schon beim Arzt und der konnte sich das nicht erklären. Er sagte, das sei nur eine "Mode" die ich mir eingebrockt habe. Aber das nervt mich, da das wirklich stört und es vom Gehirn bzw. vom Kopf kommt.
    Hat jemand schon sowas ähnliches erlebt? Irgendwelche Tips?

    Freundliche Grüsse und danke schonmal
    Skulli

  3. #3
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    Hallo Skulli,

    das, was Du hier "Regeln" nennst: könnte man das vielleicht besser mit "Rituale" beschreiben?

    (Regeln sind ja eher flexibel, werden immer mal wieder darauf hin hinterfragt, in welchen Situationen sie angewendet werden können und ob sie denn auch noch passen.
    Sie entwickeln sich, befinden sich in einem ständigen Anpassungsprozess, während Rituale, einmal eigeführt, dauerhaft starr beibehalten werden - selbst dann noch, wenn aus dem ursprünglichemn "Nutzen" irgendwann einmal ein Schaden wird.)


    lg


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  4. #4
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    Schau mal in Deinen anderen Thread
    Stichwort: Rituale.

    Du beschreibst gerade jede einzelne Auswirkung/Manifestation in einem eigenen Thread - thematisch gehören aber wohl beide zusammen.


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  5. #5
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    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Hallo Skulli,

    das, was Du hier "Regeln" nennst: könnte man das vielleicht besser mit "Rituale" beschreiben?

    (Regeln sind ja eher flexibel, werden immer mal wieder darauf hin hinterfragt, in welchen Situationen sie angewendet werden können und ob sie denn auch noch passen.
    Sie entwickeln sich, befinden sich in einem ständigen Anpassungsprozess, während Rituale, einmal eigeführt, dauerhaft starr beibehalten werden - selbst dann noch, wenn aus dem ursprünglichemn "Nutzen" irgendwann einmal ein Schaden wird.)


    lg
    Es ist ein wenig beides. Zum einen ein Ritual, weil ich sehr sehr oft mit Intros mixe. Aber eben auch nach Regeln, weil ich es eben doch manchmal anpasse, wenns gar nicht geht mit Intro mixen. Und zum Beispiel beim Equalizer wenn ich die Bässe, Mitten und Höhen verstelle, dann passe ich das auch so an, wies stimmt. Im Grossen und Ganzen ist es ein Ritual, da hast du Recht.

    Ich möchte das ganze einfach irgendwie loswerden. Dass ich frei handeln kann und mich leiten lasse vom Gefühl. Sich nach Gefühl leiten lassen kann man wohl kaum üben. Aber irgendwie die "Sturheit" wegzukriegen sollte doch irgendwie möglich sein?

  6. #6
    Neuling
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    Oh hmm stimmt, jetzt wo du es sagst. Sind wirklich beides Rituale. Tut mir leid für den Doppelpost, aber danke für den Hinweis

  7. #7
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Es geht mir um den Vorgang als solchen
    Ob Du das jetzt am Teller machst oder in anderen Bereichen (siehe Dein zweiter Thread) ist doch erst einmal egal: es geht um den Prozess, das Muster, das hinter solchen Handlungen stecken kann.

    Wenn es ein Ritual (eine ritualisierte Handlung) ist, dann würde es sich lohnen, einmal auf das zu sehen, was es Dir gibt.
    Meistens ist es etwas, an dem man sich "festhält", weil es eine Sicherheit (Kontrolle über etwas) vermittelt, die man sonst nicht spüren würde.
    In gewisser Weise also eine Ersatzhandlung.


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  8. #8
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    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Es geht mir um den Vorgang als solchen
    Ob Du das jetzt am Teller machst oder in anderen Bereichen (siehe Dein zweiter Thread) ist doch erst einmal egal: es geht um den Prozess, das Muster, das hinter solchen Handlungen stecken kann.

    Wenn es ein Ritual (eine ritualisierte Handlung) ist, dann würde es sich lohnen, einmal auf das zu sehen, was es Dir gibt.
    Meistens ist es etwas, an dem man sich "festhält", weil es eine Sicherheit (Kontrolle über etwas) vermittelt, die man sonst nicht spüren würde.
    In gewisser Weise also eine Ersatzhandlung.
    Mein Gott, so gut beschreiben hätt ich das nie können. Das trifft wirklich alles exakt zu, wenn ich mir überlege, wieso ich das tue.
    Ist das einzige, was ich jetzt tun kann, mir einprägen dass es viele Wege zu einem Ziel gibt? Oder nach welchem Grundsatz soll ich mich "verbessern" deiner Meinung nach?
    Gibt es überhaupt einen Grundsatz oder ähnliches an was ich mich halten kann?

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