Hallo Leute
Ich weiss nicht warum, aber ich hab plötzlich das Bedürfnis, hier in einem gewissen beschränkten Rahmen von mir zu erzählen. Mich interessiert momentan in erster Linie meine Hier und Jetzt.
Ich mache seit einem halben Jahr eine Therapie. Dabei hab ich mir bewusst einen Mann als Therapeuten ausgewählt, weil der Prozess sehr ehrlich ablaufen sollte. Das hat sich bis jetzt super bestätigt und war genau die richtige Entscheidung.
Nachdem ich immer tiefer in mein Inneres vorgestossen bin, kam ich an ziemlich alte Verletzungen die schon während der Schwangerschaft passierten.
Ich wurde schon sehr früh abgelehnt. Diesen Schmerz konnte ich in einer Sitzung erleben und seit diesem Ereignis vor ein paar Wochen bin ich z.T. immer noch wie gelähmt.
Neu ist, dass mein Kopf mir nicht mehr weiterhelfen kann. Das war einfach zu hart und sowas lässt sich nicht mehr wegschieben und kompensieren.
Zum ersten Mal im meinem Leben hab ich das Gefühl, dass mein Denken mir zu 100% nicht weiterhelfen kann. Das kann ich glatt vergessen. Ich habe mein ganzes Leben mit dem Kopf meine Mängel kompensieren können. Zum Überleben hat es gereicht aber nicht für mehr. Ich bin meinem Kopf trotzdem dankbar, dass ich soweit gekommen bin: Ich hab einen guten Beruf, leben noch in einer stabilen familiären Situation, verdiene gut und kann mein Leben soweit selber bestimmen.
Seit dieser traumatischen Erfahrung beginnt sich meine Leben zu verändern und ich hab keine Kontrolle darüber.
Es verändert sich in ein eine gute Richtung. Es macht mich aber auch sehr traurig, weil mein Überlebensmodell nicht mehr gilt.
Alles was ich mir bis dato aufgebaut habe, stelle ich nun in Frage. Ich brauche dringend eine berufliche Veränderung. In meiner 20-jährigen Beziehung treten deutlich Ermüdungserscheinungen auf. Hobbies, die mir früher sehr viel gegeben haben, bedeuten mir kaum noch was. Früher hab ich vieles mit Humor genommen und heute bin ich sehr ernst und traurig geworden.
Seite meiner traumatischen Erfahrung hab ich ständig feuchte Augen, als ob gleich die Tränen fliessen würden. Es passiert jedoch nicht, weil ich absolut genug habe von diesem unsäglichen Schmerz.
Ich schliesse meine Schmerz in einem Raum ein und lerne daraus für die Zukunft. Ich muss dafür nicht meinen Kopf brauchen, dass passiert auf der Gefühlsebene
Ich kann nicht mehr so weiter leben wie früher. Ich weiss nicht, wohin die Reise führt. Ich hab vage Vorstellungen von meiner Zukunft und finde das ok. Ich lass mich nicht mehr auf Machtkämpfe ein, weil das keine Bedeutung für mich hat. Ich bin permament traurig, wenn ich alleine bin und weil ich alleine bin. Es war eine sehr harte Lektion, die gesessen hat.
Ich fühle mich so, als ob mich niemand selbstlos liebt. Ich habe während der Woche immer wieder ein paar sehr schöne Erlebnisse mit Menschen, was das Gefühl der Ungeliebtheit nicht kompensieren kann.
Ich bin alleine und war es im Prinzip schon immer. Ich wollte es nicht wahrhaben und hab gekämpft, um nicht alleine zu sein. Genützt hat es nichts.
Langsam beginnen ich micht damit abzufinden, dass ich bis zum Rest meines Lebens und darüber hinaus alleine sein werde. Das hat nix mit Beziehungen mit Menschen zu tun und ist ein Gefühl, was sehr tief in mir drin ist.
Die tiefe Erfahrung dieses All-Ein-Seins machen mich stärker und nicht schwächer. Ich laufe nicht mehr davon, wenn es schwierig wird. Ich lasse Veränderung zu, auch wenn es weh tut. Ich bin eine Mensch geworden mit Höhen und noch mehr Tiefen.


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