Hallo Liebes Tagebuch.... Liebes Forum... Liebe Leser....
Eigentlich halte ich nicht immer so viel von Tagebüchern....
Aber heute ist mir sehr danach zu schreiben und alles von heute loszuwerden....
Der Tag fing doof an,
ich km nicht aus dem Bett raus, hatte dabei doch wie immer Montags um 10 meinen Termin für die Holzwerkstatt in der Tagesklinik...
bin aber einfach liegen geblieben, mir war zum Heulen zumute....
Meine Unsicherheit bezüglich meines Psychologen, verwirrte Gefühle, Trauer und Wertloses Gefühl von mir, alles zog mich noch weiter runter und ich konnte nur weinen...
Hatte keine Lust auf die Klinik, seltsamerweise auch nicht mal Lust auf meine Therapeutn, auf die ich mich sonst immer so freue... Selbst der Psychologe, von dem ich sonst hellauf begeistert bin, ging mir heute gegen den Strich.
Habe mich dann irgendwann doch berappelt und bin kurz Einkaufen gefahren, ein Stück Brot und Katzenfutter....
Das Frühstück habe ich weg gelassen... Mittag auch.... Mein Körper hatte Hunger, aber mein Kopf nicht... Mein Magen hat geknurrt, aber mir war schlecht und schwindelig und ich wollte einfach nichts essen...
Im seltsamen Gedanken, den ich schon lange habe: "Wenn ich einfach gar nichts mehr esse, vielleicht werde ich dann irgendwann so dünn, dass ich einfach verschinde"
Natürlich ist der Satz Blödsinn, das weiß ich selber... Wenn Verhungern doch nur so einfach wär...
Hatte vor einigen Tagen eine Babymaus gefunden, meine Hunde hatten ein Nest ausgebuddelt...
Heute Morgen lebte sie noch, war aber schon schwach und kühl. Ich konnte sie nicht wärmen, weil meine Hände so kalt waren, ich hab gefroren...
Ich hab ihr eine Wärmflasche gegeben, schön warm, wie ich es die letzten Tage immer hatte.
Sie quiekte noch einige Male, dann zuckte sie noch ein wenig, und wurde still...
Warum kann bei mir Sterben nicht so einfach sein?
Ich fing wieder an zu weinen, fuhr mit dem Fahrrad zur Klinik...
Bin vor einigen Wochen umgezogen, weil die Klinik meinte, meine Familie ist ein schlechtes Umfeld für mich. Verstehe ich auch.
Aber ich komme mir nur vor, wie ein vermittelter Hund, der aus einer schlechten Haltung befreit wurde und ins nächstbeste Haus gesteckt wurde, mit Aufsicht.
In der Klinik saß ich 5 Stunden untätig rum....
4 Stunden hätte ich an meiner Holzarbeiten oder am Töpfern teilnehmen können, wie ich es sonst auch jeden Montag mache...
Keine Lust... Heute nicht...
Ich saß nur in der Klinik, habe gehofft, dass mein Psychologe mich sieht und mich anspricht...
Aber wie soll er? Wenn ich doch immer weglaufe, mich vor ihm verstecke, wie ein wilder Hund, vor einem fremden Menschen....
Hab mich im leere Gruppentherapieraum - neben seinem Büro - verkrochen... Man hat mich nicht gesehen, wenn man über den Gang ging...
Es führte noch eine 2. nie benutzte Tür von diesem Gruppenraum in sein Büro. Wie gesagt, sie wird wohl nie benutzt.
Wie ein Hund, legte ich mich neben diese Tür, drückte mich ran, un legte mich auf den Boden, lag da, ganz wie ein Hund... 2 Stunden lang, lauschte ich seinem Getippsel vom Computer, und einigen kurzen Telefonaten und Terminabsprachen. Hörte wie er in den Raum rein und raus ging, Sachen holte, auspackte, wegpackte....
Warum tat ich das?????
Ich weiß nicht... Nicht ganz...
Mir war danach.... Mir war einfach sehr danach.....
Er hat mich gar nicht bemerkt...
Erst am Ende des Tages, als ich aus dem Raum raus kam, und er gleichzeitig in seinen Raum rein wollte, hat er mich rauskommen sehen und mich angesprochen...
Dann hatte ich ein 5 Minütiges kurzes Gespräch mit ihm...
Ich konnte ihm nicht sagen, was mich bedrückt....
Zumal es auch mit Misstrauen zu tun hat und ihm gegenüber auch zu tun hat....
Ich mag das nicht...
Ich mag auch gar nicht so denken, wie ich denke....
Im Gespräch wollte er nur meine Telefonnummer, fragt nebenbei, wies mir geht... "Ihnen ist heute wohl eine Laus über die Leber gelaufen?"
Mehr wars nicht....
Aus dem Gespräch raus, saß ich wieder auf meinem kleinem Ledersessel im Multifunktionsraum...
Und schlug immer mal wieder, mal leichter, mal döller, mit dem Kopf gegen die Wand....
Aber ich weinte nicht....
Eigentlich bin ich kein Borderliner, bin kein Fan von Schmerz...
Aber ich biss mir immer und immer wieder in den linken Arm... Wollte das Blut sehen, aber ich konnte nicht so doll beißen... Es tat irgendwie weh...
Da sitzt man in einer Klinik, eigentlich umgeben von 14 Therapeuten, Psychologen, Psychiatern, Ärzten, Pädagogen und Pflegern....
Und doch fühlt man sich hoffnungslos wertlos, fertig, kaputt, und macht sich selbst noch mehr kaputt....
Und keiner merkts....
Was mich dazu trieb, noch weiter, noch doller, noch öfter mit dem Kopf gegen die Wand zu hauen...
Eine Ergotherapeutin kam rein und meinte, sie wolle jetzt die Tür abschließen, ich müsse leider gehen, es ist Feierabend...
So ging mein Tag in der Klinik schleppend zu ende....
Mit Kopfschmerzen, und Schwindelgefühlen... Übelkeit, weil ich immer noch nichts im Magen hatte....


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