Hallo!
Seit 2 Jahren befinde ich mich in einer Ausbildung und mit dieser Entscheidung habe ich meine persönliche Hölle gefunden. Aber jetzt muss ich diese durchziehen (mein Lebenslauf zwingt mich dazu "abgebrochenes Studium zuvor"). Es sind nur noch 12 Monate. Aber ich drehe bald durch.
Lob gibt es nicht. Nur Kritik oder schweigen und Befehle. Der Chef gibt selber zu "Die Azubis müssen mehr ausgebeutet werden, das was wir tun ist nicht genug". Viele Überstunden, kein Ausgleich dafür. Ständige Rufbereitschaft. Schichtdienst. Teilweise schwere körperlich Arbeit. Ich lerne nichts mehr dort. In der Berufsschule müssen wir den 6. Tag auch reinkommen - unbezahlt. Wir haben auch eine extrem hohe Fluktation im Betrieb. Was keinen mehr verwundert.
Wenn ich zur Arbeit gehe, verspüre ich nur noch grenzenlosen Hass und Wut. Dazu Verzweiflung, weil ich nicht mehr weiß wie ich das überstehe. Ich schauspielere dort jeden Tag. Wenn ich mich umziehe, setze ich mein "Arbeitslächeln" auf. Nach Feierabend erstirbt es wieder. Ich zähle jede Viertelstunde. Jeden Tag. Seit 2 Jahren. Die Tage an denen ich dort Spaß hatte, kann ich an einer Hand abzählen.
Ich dachte, ich schaffe das alles. Dachte ich bin stark. Das war ich immer, jedes Problem konnte ich bisher alleine lösen. Ich hatte Freunde und Hobbys. Hobbys sind aber aufgrund des Schichtdienstes unmöglich geworden. In mir sind nur noch negative Gefühle aufgestaut: Wut, Hass, Angst, Verzweiflung. Ich hasse die Gegenwart und habe Angst vor der Zukunft. Früher habe ich fast nie geweint, seit den letzten 2 Jahren sehr oft. Manchmal geht es mir für einige Monate besser, aber dann sitze ich jeden Tag nach Feierabend rum und kann mich zu nichts mehr aufraffen, muss nur noch weinen. Ich habe keine Freude mehr an den Dingen, dir mir mal Spaß gemacht haben.
Sämtliche Freundschaften habe ich in den Sand verlaufen lassen. Teilweise sogar bewusst. Ich habe nach Feierabend einfach nicht mehr die Kraft dazu. Was will man auch mit mir? Jeder weiß wie schlecht es mir geht. Niemand kann mir helfen. Niemand will mit jemanden befreundet sein, der nur am jammern ist (würde ich auch nicht wollen) - also lass ich es gleich sein. Dazu kommt auch der Neid auf andere. Es ist schwer sich das einzugestehen: Aber ich sehe wie alle um mich herum glücklich sind. Studieren etc. Nur ich? Ich fühle mich das erste Mal in meinem Leben als Versager. Auch Beziehungen gehe ich aus dem Weg. Es wäre sinnlos. Zu allem unglück habe ich mich jetzt auch noch verliebt. Aber ich vergesse ihn lieber. Ich bekommen ja mein eigenes Leben nicht in den Griff.
Dazu kommt die Zukunftsangst: Ich weiß nicht, was ich studieren soll. Das belastet mich so unglaublich! Ich habe so große Angst, zum 3. Mal eine Fehlentscheidung zu treffen. Mittlerweile bin ich einfach wie gelähmt. Ich weiß bald selber nicht mehr, was mir überhaupt Spaß bringen würde. Ich habe die Kraft dazu nicht mehr. Welches Unternehmen will mich überhaupt noch mit einem 3. Berufswechsel im Lebenslauf? Wer kann mir überhaupt helfen? Sämtliche Verwandte schauen mich nur noch mitleidig an "Du musst das selber entscheiden". Und wenn ich nicht kann? Ich will so gerne studieren. Aber nicht für die Arbeitslosigkeit und nicht für so einen Job wie diesen jetzt. Ich habe alles durch: Sämtliche Beratungsbücher, Berufstests (kostenlos wie kostenpflichtig) nichts hilft.
Ich kann nicht mehr!


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