Hi,
ich bin neu hier im Forum und dachte ich könnte mit mögliche Ratschläge von euch anhören was meine Depression angeht. Ich war schon in anderen Foren, aber die waren mir zu dumm und nicht ernst genug.
Ich bin seit gestern 19 Jahre alt und leide vielleicht schon seit etwa 3 Jahren schwankend unter vielen bzw. einer chronischen Depression. Wie ich die festgestellt hab? Vor 4 Jahren ungefähr sind wir nach Deutschland gezogen. Wir haben als Familie acht Jahre in einem lateinamerikanischen Land gelebt. Anfangs hatte ich stark Heimweh und habe mein altes Land nur noch paradisisch betrachtet. Ein halbes Jahr lang bin ich in eine Klasse gelandet, die mich total ignoriert hat. Ich bin in eine andere Klasse, die ich aus dem Sportunterricht kannte und versteh mich sehr gut mit ihnen. Allerdings ist das eine Lateinklasse und die Leute sind etwas besonders (nicht böse gemeint). Sie haben einfach ganz andere Interesse wie ich. Mittlerweile habe ich aber nicht mehr so stark Heimweh nach dem Land sondern Heimweh nach meiner Vergangenheit. Ich war ein attraktiver Junge und war meistens ein sehr glücklicher Mensch. Als ich nach Deutschland bin habe ich aus Frust viel gegessen und habe allerhöchstens 83 Kilo gewogen. Innerhalb der paar Jahre habe ich viel Sport getrieben und weniger gegessen und etwa 13 Kilo abgenommen. Meine Figur ist zwar top, aber es ist schwer sie zu pflegen, vorallem weil man unter ständigem Stress ist. Ich leide also seit diesen 3 Jahren etwa unter starken Depressionen, Antriebslosigkeit, (sehr) starker Müdigkeit (die mich übrigens wie einen Drogenabhängigen aussehen lässt), und anderen Symptomen. Ich bin im Moment ziemlich am Muskeln abnehmen, da ich einfach nicht mehr die Energie habe, gut genug zu trainieren. Joggen ist momentan meine beste Therapie, weil ich einfach gerne den Erfolg hinterher spüre und natürlich auch Glückshormone ausgeschüttet werden.
Es gibt einfach so viel was ich erzählen könnte. Ich denke in meinem Leben so viel nach, dass ich die Dinge um mich rum einfach nicht mehr richtig wahrnehmen kann. Ich höre mittlerweile auch nicht mehr auf meine Gefühle, weil ich es einfach nicht kann. Ich bin sehr pessimistisch, was ich für den Sport aber ehrlich gesagt ausnutze. Wenn ich sehe, dass ich nicht erfolgreich bin (ich sehe also das negative von mir), mache ich es besser. Dieser Pessimismus hat aber Folgen im sozialen Leben. Ich bin einfach Antriebslos und traurig. Ich hänge die meiste Zeit in Facebook ab, wo ich meinen alten Freunden zuseh, wie sie in meinem alten Land älter werden und ihr Leben leben, Spaß haben. Es gibt ganz selten Tage, wo ich mir einfach nicht so viele Gedanken mache. Es ist echt komisch, weil es auch oft gar nicht an meiner Einstellung liegt, sondern es kommt einfach. Dann bin ich ganz plötzlich motiviert und gehe auf die Leute zu, wie früher. Ich war damals sehr frech und bin auf die Leute in meiner Klasse immer als erster zugegangen. Heute bin ich zwar noch ein netter Mensch aber ich kann mich einfach nicht mehr durchsetzen und auf die Leute richtig zugehen, ausgenommen ich konsumiere Alkohol bei Partys, aber das kennt ja (sicher) jeder. Meine Depression nimmt in letzter Zeit sehr stark zu, weil ich mich in ein Mädchen aus meiner Schule verliebt habe, mit der ich oft chatte. Wir waren jetzt am Sonntag im Kino und es war echt lustig, aber ich hab mich einfach nicht wie ich selber gefühlt. Ich kann einfach kein Spaß in letzter Zeit haben. Ich bin viel zu analytisch was einfache Dinge angeht, wie zum Beispiel 'Spaß'. Ich will natürlich Leben und mir keine Gedanken machen müssen. Es gibt zu viel worüber ich einfach denken muss. Ich könnte nicht ganz plötzlich einfach entspannen. Ich bin ständig unter Druck, was ich vielleicht auch der Schule zu 'bedanken' hab. Der Stress hat sich auf mein Privatleben übertragen. Es bleibt zwar nur noch ein Jahr bis ich das Abi hab, aber das ist nicht wenig.
Was das Mädchen angeht: ich will die Chance ausnutzen, und nicht wie viele Male in meinem Leben entgehen lassen. Ich habe einfach nicht mehr die Energie für weitere Enttäuschungen in meinem Leben. Ich will die Sache locker rangehen, und sie macht mich echt glücklich wenn ich nur an sie denke, aber mit diesem Pessimismus komme ich nicht weit. Ich habe schon mehrmals nach Ursachen für meine Depression gesucht. Vielleicht ist die Depression auch nur eine Folge von anderen Krankheiten. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, vielleicht ist es das? Vielleicht bin ich unterernährt oder trainiere im Übertraining-bereich? Jeden Tag treibe ich jedenfalls Sport. Ich habe oft versucht eine Woche als Optimist auszuhalten, aber es geht einfach nicht. Nach ein paar Tagen oder sogar Stunden denke ich gleich wieder negativ, alleine wegen einer Kleinigkeit, die meinen Tag ruiniert. Ich will einfach natürlich leben, gute Freunde haben, meine Talente im Leben ausnutzen, ein netter Mensch sein, eine Freundin haben, optimistisch denken, auf meine Gefühle hören können und so weiter. Ich bin einfach total verwirrt was mein Umfeld und mich selber angeht. Mein ganzes Weltbild ist auf den Kopf gestellt. Diese verwirrung erkennt ihr auch sicher an meinem Eintrag, weil ich keine gescheite Gliederung habe und einfach losschreibe. Wart bzw. seid ihr vlt. in ähnlichen Situationen? Wie geht / seid ihr damit umgegangen? Könnte mir einer bitte ein paar Ratschläge geben? Ich bin ratlos und verzweifelt. Bitte helft mir!
Danke!!
S.
(Tut mir echt Leid, wenn dieser Beitrag in der falschen Kategorie gelandet ist)


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