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Thema: Depression in der Beziehung (des Anderen)

  1. #1
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    Standard Depression in der Beziehung (des Anderen)

    Hallo,

    ich habe gestern einem Gespräch beigesessen, wo es u.a. um die Depression des Partners ging. Dieses Gespräch hat mich nachdenklich gestimmt. Zum Einen fragte ich mich, was es denn genau ausmacht, diese Depression und ob es nicht etwas Anderes ist. Des Weiteren ging es kurz darum, in wie weit man seine eigenen Lebensziele und das, was man in einer Partnerschaft braucht, mit jemanden haben kann, der an einer Depression leidet.
    Da das Thema vielleicht einige hier kennen (aus der Sicht des Angehörigen), dachte ich, ich frage einmal nach, woran sich bei Euch die Depression des Partners, des Angehörigen bemerkbar gemacht hat und in wie weit das Einfluss auf Eure Beziehung, das Familienleben, etc. genommen hat.
    Ich weiß grade nicht, ob ich das nur auf "Beziehung=Partnerschaft" beschränken möchte, denn auch eine Freundschaft oder wenn z.B. der Bruder, etc. eine Depression hat, verändert sich etwas. Gestern ging es auf jeden Fall um Partnerschaft. Vielleicht mag ja jemand etwas dazu erzählen, wie sich bei ihm oder ihr die Depression des Partners in der Beziehung gezeigt hat und was es für die Beziehung bedeutet (hat).

    Viele Grüße,

    Terese.

  2. #2
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    Fast hundert Klicks... . Vielleicht gibt es hier gar keine Menschen, deren Partner eine Depression hat. Das wäre natürlich schön. ...oder es erschöpft sie so sehr, dass sie hier gar nicht antworten mögen. Naja, ein Versuch war es wert. Wenn die Moderation mag und es für sinnvoll erachtet, kann der Thread nun gerne gelöscht werden. Sonst lasst ihn einfach stehen. Kann ja auch sein, dass Leute in ein paar Monaten oder Jahren zu dem Thema einen guten Austausch finden. Nicht schlimm.

  3. #3
    Neuling Avatar von Magier
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    Hallo Terese

    Für Angehörige, oder auch einfach Nicht-Betroffene ist Depression unverständlich.
    Man sieht ja klar, dass der Depressive hochintelligent ist, ein liebevoller Mensch, kompetent und gewandt und ja, vielleicht hat er ein paar Probleme, aber eigentlich hat er auch alles bestens im Griff. Man versteht es einfach nicht und es kann passieren, dass man ihn dafür rügt.
    Es kommt häufig vor, dass Angehörige und Freunde zu einem Depressiven Abstand nehmen, was seine Traurigkeit nur noch verstärkt.
    Oft hört man so etwas wie: "Mein Gott hast du krasses Selbstmitleid! Sei doch nicht so undankbar!"

    Viele wissen nicht, dass es eine Krankheit ist wie Grippe, Krebs oder Bandscheibenvorfall. Man wird wohl kaum sagen: "Jetzt hör endlich auf Krebs zu haben!"

    Wenn du dich weiter über das Thema unterhalten möchtest, nur zu! Ich spreche gern darüber.

    Viele Grüße
    Magier
    Zügle deinen Groll! ~ Horaz

  4. #4
    Bestseller Autor Avatar von Mirjam
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    Hallo Terese,

    ich kenne es sowohl als Angehöriger (Mutter, Freundin) als auch, so wie es sich jetzt nach und nach abzeichnet, als selbst Betroffener.

    Hmh, wo soll ich anfangen zu erzählen...? Ich picke mal einen Punkt raus (Erwartungshaltung an die Angehörigen). Ansonsten frag' einfach, was du konkret wissen willst.

    Als Angehöriger habe ich es als belastend empfunden, den Zustand des Anderen und die eigene damit verbundene Hilflosigkeit mitzuerleben. Ich kann's nicht genau sagen, es hat mich ein Stück weit selbst runtergezogen und ich hatte das Gefühl, dass damit auch eine Erwartungshaltung an mich damit verbunden ist. So in Richtung Mitleid, Rücksichtnahme, alles dreht sich nur noch um den Kranken.

    In Bezug auf mich selbst, habe ich gemerkt, dass ich diese Erwartungshaltung in der Form gar nicht habe. Ich möchte auch nicht, dass die anderen mich nicht "normal" behandeln. Klar will ich nicht als "verrückt" angesehen werden. Was ich mir ein ganz kleines wünschen würde, ist, dass dem Umfeld oder der Gesellschaft im Allgemeinen bewußt wird, dass grundsätzlich jeder depressiv werden kann! Am schlimmsten finde ich das latente Gefühl, als "Versager" oder "Schwächling" dazustehen. Außerdem, bei mir ist das noch relativ "frisch", scheint es Menschen zu geben, die unsicher sind, wie sie sich einem gegenüber verhalten sollen, ziehen sich dann lieber zurück. Das finde ich schade. Mir wäre es lieber, man kommt ins Gespräch und kann diese Befürchtungen ausräumen.

    Im Alltag zeichnet sich ab, dass ich zum Teil doch eingeschränkt bin. Abends im Dunkeln Autofahren sollte ich wahrscheinlich einfach besser jemand anderem überlassen. Zu meinem eigenen Wohl und zu dem der anderen. Ich habe keine Angst davor, aber meine Wahrnehmung ist unter Medikamenteneinfluss anders, als im Normalzustand.

    Hast du noch Fragen?

  5. #5
    Roman Verfasser
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    Meine fast volljährige Tochter ist an einer Depression erkrankt.
    Als Mutter fühle ich mich häufig an meine Grenzen sowohl in der körperlichen, als auch in der mentalen Belastbarkeit gebracht.

    Mein Kind braucht deutlich mehr Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Kind seinen Zustand zu seinem Vorteil nutzt, um sich ungeliebten Anforderungen zu entziehen.

    Problematisch finde ich, dass ich den Eindruck habe (haben muss), dass nicht an der eigenen Genesung "gearbeitet" wird und ich fühle mich
    dann in der elterlichen Fürsorge ausgenutzt.
    Andereseits ist es für mich ein Balanceakt, nicht zuviel zu erwarten, da unter Umständen die Depression schlimmer werden könnte und die suzidalen Phasen oder auch das Ritzen wiederkehren könnten.

  6. #6
    Schreibkraft
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    Hallo und danke Euch.

    Zitat Zitat von Magier Beitrag anzeigen
    Es kommt häufig vor, dass Angehörige und Freunde zu einem Depressiven Abstand nehmen, was seine Traurigkeit nur noch verstärkt.
    Oft hört man so etwas wie: "Mein Gott hast du krasses Selbstmitleid! Sei doch nicht so undankbar!"
    Viele wissen nicht, dass es eine Krankheit ist wie Grippe, Krebs oder Bandscheibenvorfall. Man wird wohl kaum sagen: "Jetzt hör endlich auf Krebs zu haben!"
    Das kann ich gut verstehen, auch mit dem Vergleich zum körperlichen Leiden. Depression ist nach wie vor schwer zu verstehen und "bin heute mal wieder voll depri" ist meist dann eben doch etwas Anderes, als Depression.
    Was mich an der Unterhaltung diese Woche so zum Nachdenken gebracht hat, war, dass diese beiden Leute überlegten, ob eine Partnerschaft mit einer depressiven Person das ist, was sie für ihr Leben wollen und wenn sie Kinder haben, ob das der passende Partner für sie ist. Ich kann auf der einen Seite diese Überlegungen verstehen. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch, ob es da um den Menschen oder um die Rolle/Funktion geht?
    Ich kann die beiden Personen verstehen. Trotzdem tut mir dann irgendwie der Depressive auch leid, wenn dann so ausgewählt wird, ob man zu ihm eine Partnerschaft und Kinder haben kann. Ich meine, klar hat man für sich und Kinder lieber eine gute Partnerschaft mit gleich starken, sich stützen könnenden Partnern, aber irgendwie......hat das wohl mehr mit Kopf, Vernunft,...als mit Liebe zu tun. Vermute ich.

    Zitat Zitat von Mirjam Beitrag anzeigen
    Als Angehöriger habe ich es als belastend empfunden, den Zustand des Anderen und die eigene damit verbundene Hilflosigkeit mitzuerleben. Ich kann's nicht genau sagen, es hat mich ein Stück weit selbst runtergezogen und ich hatte das Gefühl, dass damit auch eine Erwartungshaltung an mich damit verbunden ist. So in Richtung Mitleid, Rücksichtnahme, alles dreht sich nur noch um den Kranken.
    Hm. Das mit der Hilfslosigkeit kann ich verstehen. Magst Du noch sagen, wie sich die Depression bei dem Anderen bemerkbar gemacht hat?
    Das mit der Erwartungshaltung,...da frag ich mich grade, ob das wirklich von der Anderen Seite so war oder ob man (in dem Fall Du) das so gedacht hast.

    Zitat Zitat von Mirjam Beitrag anzeigen
    In Bezug auf mich selbst, habe ich gemerkt, dass ich diese Erwartungshaltung in der Form gar nicht habe. Ich möchte auch nicht, dass die anderen mich nicht "normal" behandeln. Klar will ich nicht als "verrückt" angesehen werden. Was ich mir ein ganz kleines wünschen würde, ist, dass dem Umfeld oder der Gesellschaft im Allgemeinen bewußt wird, dass grundsätzlich jeder depressiv werden kann! Am schlimmsten finde ich das latente Gefühl, als "Versager" oder "Schwächling" dazustehen. Außerdem, bei mir ist das noch relativ "frisch", scheint es Menschen zu geben, die unsicher sind, wie sie sich einem gegenüber verhalten sollen, ziehen sich dann lieber zurück. Das finde ich schade. Mir wäre es lieber, man kommt ins Gespräch und kann diese Befürchtungen ausräumen.
    Das sehe ich auch so. Also dass man trotzdem etwas zusammen macht oder grade auch deshalb, wobei ich nicht finde, dass dieses "grade auch deshalb" etwas mit Mitleid oder "Alles dreht sich nur um den Kranken" zu tun haben muss. Nur weil jemand krank ist, heißt das ja nicht, dass man ihm nicht auch helfen und auf ihn zugehen kann.
    ...und wegen der Unsicherheit: Da hilft wohl eher das Gespräch und ein "sich entgegen kommen". Also von Seiten der Angehörigen zu fragen, sich zu informieren, anzubieten...und von dem Betroffenen ein sich zeigen, sich zu bemühen, auch auf die Anderen zuzugehen, ohne sich verausgaben zu müssen. Irgendwo so, dass man sich in der Mitte trifft (in etwa).
    Hast Du denn die Diagnose Depression bekommen bzw. es so den Anderen auch gesagt? Ich glaube, für Manche ist Depression auch immer noch schwammig. Viele denken, Depression wäre traurig, lustlos, müde, sich nicht aufraffen können. ...Das kann man allerdings auch haben, ohne eine Depression zu haben. Zudem gibt es ja auch noch so etwas wie depressive Verstimmungen, rezedivierende, depressive Störungen, Dhysthemie, etc. .

    Zitat Zitat von Mirjam Beitrag anzeigen
    Im Alltag zeichnet sich ab, dass ich zum Teil doch eingeschränkt bin. Abends im Dunkeln Autofahren sollte ich wahrscheinlich einfach besser jemand anderem überlassen. Zu meinem eigenen Wohl und zu dem der anderen. Ich habe keine Angst davor, aber meine Wahrnehmung ist unter Medikamenteneinfluss anders, als im Normalzustand.
    Das sind aber jetzt eher die Veränderungen und die Beeinträchtigungen durch Medikamente, als durch die Depression selber, oder?

    Zitat Zitat von Pullus Beitrag anzeigen
    Mein Kind braucht deutlich mehr Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen.
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Kind seinen Zustand zu seinem Vorteil nutzt, um sich ungeliebten Anforderungen zu entziehen.

    Problematisch finde ich, dass ich den Eindruck habe (haben muss), dass nicht an der eigenen Genesung "gearbeitet" wird und ich fühle mich
    dann in der elterlichen Fürsorge ausgenutzt.
    Andereseits ist es für mich ein Balanceakt, nicht zuviel zu erwarten, da unter Umständen die Depression schlimmer werden könnte und die suzidalen Phasen oder auch das Ritzen wiederkehren könnten.
    Das sehe ich auch so. Eben das man auf der einen Seite unterstützen, zuhören, da sein, manchmal auch sanft fordern muss, aber eben auch nicht soviel, dass es dann kippt.
    Schwierig vielleicht in dem Fall auch noch, dass sie sich noch im Bereich der Pubertät befinden, wo ja noch andere Dinge Thema sind, wie Kontakte nach Außen, Ablösung von zu Hause, den Weg von dem "In die Familie eingebunden-sein" in die Selbständigkeit bzw. auch Gründung eines eigenen Freundeskreis, Familie, etc. .
    Das Thema mit dem Ausnutzen: Ich denke, da muss man aufpassen, dass man dem Gegenüber kein Unrecht tut. Vielleicht kommt so ein Empfinden auch aus der Unsicherheit heraus, wie schlimm es dem Anderen wirklich geht. Vielleicht kennt man das aber von der Person auch aus den gesünderen Phasen. Ich kann mir vorstellen, dass da das Gespräch mit den Therapeuten ganz gut sein könnte. Vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe für Eltern oder Familientherapie.
    Ich finde auch gut, dass Du das Thema Ritzen in Bezug auf Depressionen bringst. Meist wird Ritzen ja sofort mit Borderline in Verbindung gebracht. Das muss aber nicht sein. Andererseits kennen genügend borderlinebetroffene Menschen auch Depressionen.

    Magst Du vielleicht noch sagen, worin sich das bemerkbar macht, dass sie mehr Unterstützung im Alltag braucht?

    Viele Grüße und gute Nacht.

  7. #7
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    Standard

    [QUOTE] Was mich an der Unterhaltung diese Woche so zum Nachdenken gebracht hat, war, dass diese beiden Leute überlegten, ob eine Partnerschaft mit einer depressiven Person das ist, was sie für ihr Leben wollen und wenn sie Kinder haben, ob das der passende Partner für sie ist. Ich kann auf der einen Seite diese Überlegungen verstehen. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch, ob es da um den Menschen oder um die Rolle/Funktion geht?
    Ich kann die beiden Personen verstehen. Trotzdem tut mir dann irgendwie der Depressive auch leid, wenn dann so ausgewählt wird, ob man zu ihm eine Partnerschaft und Kinder haben kann. Ich meine, klar hat man für sich und Kinder lieber eine gute Partnerschaft mit gleich starken, sich stützen könnenden Partnern, aber irgendwie......hat das wohl mehr mit Kopf, Vernunft,...als mit Liebe zu tun. Vermute ich.[QUOTE]

    Ich habe es bei meiner Freundin miterlebt. Sie hat schwere Depressionen – im Prinzip seit über zwanzig Jahren. Wenige Jahre, am Anfang, als sie ihren Mann kennengelernt hat, war es besser. In der Zeit war sie auch medikamentenfrei. Sie haben Zwillinge im Grundschulalter. Sie sind nicht wie andere Kinder in dem Alter. U. a. Sind sie inzwischen selbst in psychatrischer Behandlung. Ist ja auch kein Wunder. Mußten immer wieder damit klarkommen, dass die Mutter für Monate in Kliniken war und ansonsten ist sie kaum zu irgendwas in der Lage. Die Belastung für ihren Mann ist alles andere als „ohne“. Eine „echte“ Partnerin hat er schlicht und einfach nicht. Keine, die ihm zuhört...mit der er sich die Aufgaben teilen kann....und sehr wahrscheinlich auch nicht im Bett.
    Der Alltag läuft nur deshalb so halbwegs, weil sie eine Haushaltshilfe haben und er zwei Home-Office-Tage hat – zum vernünftig arbeiten kommt man da sicherlich auch nicht.

    [QUOTE=Terese;448799]Magst Du noch sagen, wie sich die Depression bei dem Anderen bemerkbar gemacht hat?[QUOTE]

    Unterschiedlich. Bei meiner Freundin hat es sich sehr schnell verschlimmert. Sie stand wirklich neben sich, hat dann versucht, ihr Leben mit 150 Tabletten zu beenden. Bei meiner Mutter verlief es schleichender. Sie hat, solange ich denken kann, starke Schlafstörungen, eine hohe Erwartungshaltung an sich selbst. Nach außen „sichtbar“ wurde es, als sie arbeitsunfähig wurde. Sie ist aber durchaus in der Lage, ihren Alltag gut zu bewältigen. Jemand, der sie nicht gut kennt, würde ihr gar nichts anmerken. Sie wirkt sehr „klar“ und sozusagen „Herrin der Lage“.

    [QUOTE=Terese;448799]Das mit der Erwartungshaltung,...da frag ich mich grade, ob das wirklich von der Anderen Seite so war oder ob man (in dem Fall Du) das so gedacht hast.[QUOTE]

    Ja genau, dass wollte ich damit ausdrücken, dass habe ich „gedacht“.

    [QUOTE=Terese;448799] Das sehe ich auch so. Also dass man trotzdem etwas zusammen macht oder grade auch deshalb, wobei ich nicht finde, dass dieses "grade auch deshalb" etwas mit Mitleid oder "Alles dreht sich nur um den Kranken" zu tun haben muss. Nur weil jemand krank ist, heißt das ja nicht, dass man ihm nicht auch helfen und auf ihn zugehen kann.[QUOTE]

    Es ist schwer zu beschreiben.... das aufeinander zugehen, habe ich gar nicht so gemeint. Vielleicht veranschaulicht folgendes gedankliches Bild, was ich meine: Wenn ich unsere Familie nehme, dann stehen wir alle irgendwie in Beziehung, sind miteinander vernetzt. Wenn ich an einer „Strippe“ ziehe, dann hat das Auswirkungen auf den Rest. Für meinen Vater etwa, ist das eine große Belastung. Das Gefühl der Unbeschwertheit fehlt......

    [QUOTE=Terese;448799] ...und wegen der Unsicherheit: Da hilft wohl eher das Gespräch und ein "sich entgegen kommen". Also von Seiten der Angehörigen zu fragen, sich zu informieren, anzubieten...und von dem Betroffenen ein sich zeigen, sich zu bemühen, auch auf die Anderen zuzugehen, ohne sich verausgaben zu müssen. Irgendwo so, dass man sich in der Mitte trifft (in etwa).[QUOTE]

    Ich habe in dem Fall nicht die ganz engen Familienangehörigen gemeint. Es gibt Menschen, die grundsätzlich nicht mit Krankheiten (auch körperlichen, etwa Krebs) umzugehen. Ich würde es als übergriffig empfinden, ihnen ein Gespräch aufzuzwingen, das sie gar nicht führen wollen. Ich halte es für realistisch, dass man von den etwas „loseren“ Freunde den einen oder anderen verliert.

    [QUOTE=Terese;448799]Hast Du denn die Diagnose Depression bekommen bzw. es so den Anderen auch gesagt?[QUOTE]
    Nein, offiziell diagnostiziert wurde es noch nicht (ich habe noch Facharzttermine in nächster Zeit). Ich habe offen darüber geredet, wie es mir geht und dass ich davon ausgehen, dass es darauf hinausläuft.

    Das mit dem Autofahren: Ja, das liegt nur an den Medikamenten. Es wurde unmittelbar nach der Ersteinnahme deutlich schlechter.

    (Sorry, dass die Formatierung so "bescheiden" aussieht, keine Ahnung, woran das liegt...)
    Geändert von Mirjam (14.01.2017 um 11:11 Uhr)

  8. #8
    Neuling Avatar von Magier
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    Huhu Terese,

    Zitat Zitat von Terese Beitrag anzeigen
    Das kann ich gut verstehen, auch mit dem Vergleich zum körperlichen Leiden. Depression ist nach wie vor schwer zu verstehen und "bin heute mal wieder voll depri" ist meist dann eben doch etwas Anderes, als Depression.
    Wobei das bei häufigeren Aussagen in diese Richtung schon einen Leidensdruck anzeigen kann, dem man nachgehen könnte.
    Depressive weisen eine hohe Wortgewandtheit auf und die Aussage, bin mal heute wieder depri, ist ein Kommunikationsangebot.

    Traurigkeit, Bekümmertheit, Besorgtheit und diese Gefühle sind sozial unerwünscht. Das weiß ein Depressiver und versucht es deswegen zu verharmlosen. Trotzdem hat er (sie) ein starkes Kommunikationsbedürfnis, "darf" aber nicht so recht und schon gar nicht zu oft damit "ankommen". Er könnte sich von weniger empathischen Mitmenschen den Vorwurf einhandeln, ja immernoch so negativ und undankbar für das großartie Geschenk des Lebens zu sein. Vergleiche das einmal mit einer Querschnittslähmung, fällt einem schon auf, wie desaströs schlecht die Gesellschaft über psychische Leiden informiert und aufgeklärt ist. Keiner würde auf die Idee kommen jemanden im Rollstuhl mit den Worten: "Buah, ey, immernoch querschnittgelähmt? Du gehst mir damit riesig auf den Wecker, weißt du das?" zu begrüssen.
    "DEM geht das auf den Wecker? Und was ist mit MIR??" wird dann wohl der Gehbehinderte denken.

    Zitat Zitat von Terese Beitrag anzeigen
    Was mich an der Unterhaltung diese Woche so zum Nachdenken gebracht hat, war, dass diese beiden Leute überlegten, ob eine Partnerschaft mit einer depressiven Person das ist, was sie für ihr Leben wollen und wenn sie Kinder haben, ob das der passende Partner für sie ist. Ich kann auf der einen Seite diese Überlegungen verstehen. Auf der anderen Seite frage ich mich aber auch, ob es da um den Menschen oder um die Rolle/Funktion geht?
    Ich kann die beiden Personen verstehen. Trotzdem tut mir dann irgendwie der Depressive auch leid, wenn dann so ausgewählt wird, ob man zu ihm eine Partnerschaft und Kinder haben kann. Ich meine, klar hat man für sich und Kinder lieber eine gute Partnerschaft mit gleich starken, sich stützen könnenden Partnern, aber irgendwie......hat das wohl mehr mit Kopf, Vernunft,...als mit Liebe zu tun. Vermute ich.
    Dann geht die Frage aber auch in Richtung welche sind die "richtigen" oder "guten" Kriterien für eine Partnerwahl.
    Ist man bereits in einer Beziehung mit demjenigen ist es glaube ich schon auch etwas anderes. Depressionen sind ja auch nicht notwendigerweise unheilbar wie jetzt Multiple Sklerose. Wenn der Partner 6 bis 8 Wochen in die Klinik muss, sehe ich noch keinen Trennungsgrund.

    Blöd ist halt, wenn man als Angehöriger so überhaupt keine Affinität zu den Themen des Depressiven aufbauen kann. Die Therapie beinhaltet ja sehr viel Wahrnehmung der sozialen Situationen und deren Bewertung und das braucht Geduld und ein Stück weit auch Intelligenz, wobei hier vor allem der Wille zur Veränderung und Empathie gemeint ist.

    Womit wir bei den Kriterien für den richtigen Partner wären: Gegensätze ziehen sich zwar an, aber Gleich und Gleich gesellt sich gern. Es mag sein, dass man sich in einen Depressiven verliebt hat, weil seine (gesunde) Persönlichkeit so ganz anders ist als die eigene! Dann ist es eine verhängnisvolle Anziehung und die Persönlichkeiten sind einfach zu verschieden um langfristig eine harmonische Beziehung zu haben. In diesem Fall ist es aber nicht die Depression, die ausschlaggebend ist.

    Ich hoffe, das konnte dir ein wenig Einblick geben?

    Im Allgemeinen ist es wirklich so, dass Angehörige frustriert werden von der Krankheit und gerade weil Depressive sehr intelligente Menschen sind, denkt man häufig, der Betroffene mache das mit Absicht. Ich kann meine Hand dafür ins Feuer legen, er macht es nicht mit Absicht! Er braucht nur viel Training Sozialer Kompetenzen.

    Weißt du was das ist, ein TSK?

    Viele Grüße
    Magier
    Zügle deinen Groll! ~ Horaz

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