Hallo.
Ich bin neu in diesem Forum und hoffe, dass ich das richtige Unterforum getroffen habe. In meinem Umfeld kann ich darüber nicht reden bzw. will ich es nicht. Ich habe zwar drei sehr gute Freundinnen, die immer für mich da sind und das beruht auf Gegenseitigkeit, aber meine Probleme kann ich im Moment des Gesprächs einfach nicht ausdrücken. Egal, wie sehr ich es doch versuche. Und wenn ich andere mit meinen Problemen beschäftige, z.B. durchs Internet, habe ich immer das Gefühl, sie damit zu belästigen. Ich hoffe, das ist hier nicht der Fall.
Nun zu meinem „Problem“:
Ich bin noch 15 Jahre alt, weiblich und schulisch läuft eigentlich auch Alles so, wie es sein sollte. Meine Eltern sind seit 5 Jahren geschieden und meine Mutter hat bereits einen neuen Freund, seit ca. 4 Jahren. Als meine Eltern noch zusammen waren, war ich zumeist der Sündenbock, welcher für Alles verantwortlich gemacht wurde. Meist seitens von meinem Vater. Meine ältere Schwester war dann so gut wie schuld, weil die Schuld ja immer auf mich abgewälzt wurde. Auf Dauer hat es mich schon ziemlich tief verletzt, weil ich das Gefühl bekommen habe, dass mich niemand liebt.
Um die 10 Jahre herum wollte ich schließlich das erste Mal abhauen, weil der Druck einfach so stark geworden ist. Jedenfalls kam es mir so vor, dass ich es zu Hause nicht mehr aushalten würde. Ich denke, dass man die Beziehung zwischen meinem Vater und mir damals als feindselig bezeichnen konnte. Von meiner Kindheit weiß ich überhaupt Nichts mehr, auch wenn es noch nicht lange her war. Das entsetzt mich dann doch.
Während der Scheidung hat mein Vater versucht, mich auf seine Seite zu ziehen, was ja eigentlich normal bei einer solchen ist. Ich bin schlussendlich zu Mama gezogen und meine Schwester ebenfalls. Die ersten paar Monate habe ich mich gefreut, dass ich nun machen durfte, was mir Spaß macht, aber dann wollte ich einfach wieder, dass Alles so ist, wie es früher war.
Heute hat Mama ihren Freund und geht gerne mal auch am Wochenende länger mit ihm weg. Das stört mich jedoch nicht, denn ich mag es gerne, einmal allein zu sein und sie hat es meiner Meinung nach auch verdient. Aber dann überkommt mich öfters das Gefühl, dass mein Leben Nichts wert wäre und meine Schwester ein besseres Leben hätte, wenn ich nicht geboren worden wäre. Das Gefühl tritt mehrmals wöchentlich auf. Es gibt Zeiten, wo ich jeden Tag abends im Bett weine, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und der Meinung bin, dass ich nur noch lebe, weil mein Körper existiert.
Selbst, wenn es ein eigentlich erfreuliches Ereignis gibt, so fühle ich dennoch nie richtige Freude, weil ich immer ein Gefühl habe, welches mit im Fühlen von Freude hindert. Vielmehr bin ich chronisch traurig, auch wenn es eigentlich keinen Grund dafür gibt. Es ist sehr schwer zu beschreiben, aber eigentlich habe ich durchgehend das bedrückende Gefühl, welches mich immer wieder runter zieht. Eigentlich stehe ich jeden Tag nur auf, damit der Tag wird endet und ich mich wieder schlafen legen kann. An jede Aufgabe gehe ich nur noch mit wenig bwz. eher gar keinem Elan heran. Ich sehe einfach keinen Sinn mehr darin, in dem, was ich tue. Egal, was es auch ist.
Vor ein paar Jahren habe ich mit dem Ritzen begonnen und seitdem führe ich es auch weiter. Leider ist es aber nicht mehr nur beim Ritzen geblieben, sondern wandelte sich allmählich zum Schneiden. Danach bereue ich es zutiefst, aber während dessen kann ich einfach nicht mehr anders, als mich dadurch zu erleichtern. Doch auch ich merke, dass die Schnitte langsam zu tief werden. Es mach mir Angst, dass ich mich selbst nicht mehr unter Kontrolle habe.
Ich bin froh, dass ich mir mal von der Seele schreiben konnte. Was meint ihr dazu? Ist das bereits eine Depression oder etwas Anderes?
Liebe Grüße


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