Hallo zusammen,
zur Zeit bin ich in einer schwierigen Lage. Wenn ich über mich hier berichten würde, könnte ich ganze Themen füllen. Daher versuche ich das Ganze möglich kurz & knapp zu halten - in Form von Stichpunkten.
- ich bin 24 Jahre alt
- seit Anfang des Jahres 2010 habe ich mit Depressionen zu kämpfen
- meine Eltern waren beide mit Depressionen behaftet und auch in stationärer Behandlung
- mein Vater ist vor 10 Jahren an einem Krebsleiden verstorben
- meine Mutter war danach lange Zeit depressiv, jedoch nicht (mehr) in stationärer Behandlung
- ich habe meinen Hauptschulabschluss gemacht und danach auf einer weiterführenden Schule meine mittlere Reife nachgeholt
- 2005 habe ich eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen und 2008 erfolgreich abgeschlossen
- danach startete ich ins Berufsleben
- Ende des Jahres 2009 ging es meiner Mutter wieder besser
Mein persönliches Ziel war es mir was aufzubauen und im Leben etwas zu erreichen. Deshalb habe ich im August 2009 ein berufsbegleitendes Studium zum Betriebswirt begonnen. Ich hatte neben dem Job also noch 2-3x unter der Woche 3h und ab und an mal Samstags Unterricht. Zu der Zeit war ich - wie sich jeder vorstellen kann - voll ausgelastet. Ende 2009 / Anfang 2010 bekam ich während dem Job, in der Abendschule oder beim Autofahren ab und an "Panikattacken". Natürlich habe ich die nicht so erkannt... vielmehr habe ich das auf die Belastungen und Übermüdung geschoben. Bei diesen Attacken war mir schwindelig, ich bekam Schweißausbrüche und das Gefühl, dass ich jeden Moment in Ohnmacht falle.
Im April 2010, an einem Montag, habe ich während der Arbeit gemerkt, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte und mir wieder schwindelig war. Deshalb bin ich zum Hausarzt. Beim Hausarzt bin ich dann in Tränen ausgebrochen. Es folgte die Überweisung zu einem Neurologen/Psychiater und eine Krankschreibung von 12 Wochen. Das Studium habe ich (nach insgesamt 9 Monaten) abgebrochen. Seit dieser Zeit nehme ich Medikamente und bin in ambulanter psychologischer Therapie. Als es mir wieder besser ging begann ich wieder zu Arbeiten - alles lief ohne Probleme. Nur merkte ich mit der Zeit, dass es mir mal schlechter, mal besser ging... man könnte sagen es war ein Gefühl von "Hochs" und "Tiefs".
In diesem Jahr gabs jedoch schon 2 starke "Tiefs". Ich war einmal 5 Wochen krank geschrieben und bin seit einer Woche erneut krank geschrieben. Da dieser Zustand weder für mich noch für meinen Arbeitgeber aktzeptabel ist und ich auch dementsprechend besorgt um meinen Job bin, wurde nach Absprache mit meinen Arzt eine stationäre Behandlung in einer Psychosomatischen Klinik eingeleitet - die Behandlung wird dort voraussichtlich in 3-4 Wochen beginnen.
Ich habe eigentlich keine Erwartungen wenn ich dort hingehe, da ich auch damals bei meinen Eltern keine Besserung verspürt habe. Deshalb mache ich mir momentan sehr viele Gedanken über meinen weiteren Lebensweg... Mir fehlt leider die Zuversicht und auch die Hoffnung.
Was mich interessiert ist, ob jemand evtl. in einer ähnlichen Situation war und im Laufe der Zeit gelernt hat sich damit zu arrangieren oder die Depressionen zu besiegen.
Gruß,
Skorpion311


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