Halli Hallo,
ich habe ein Problem und das Bedürfnis es mal zu äussern und mir Rat einzuholen.
Ich bin 25, Männlich und mache gerade eine Ausbildung zum Sozial Pädagogischen Assistenten. Bin erst seit Sommer in der Ausbildung und überlege diese wieder abzubrechen und diesen Sommer wieder einzusteigen.
Ich habe das Problem, dass im letzten Sommer kurz vor Ausbildungsbeginn meine Mutter nach langer Krankheit verstorben ist. Sie war bis auf meinen Bruder meine einzig wirkliche Familiäre Bezugsperson.
Ich habe ihren Tot bis heute nicht wirklich verarbeitet, ich habe es realisiert aber verdrängt (habe auch sehr viel gekifft) da ich so schnell wie möglich in die Spur kommen wollte um meine Ausbildung zu starten.
Die ersten Wochen zu Ausbildungsbeginn bin ich nicht in die Schule gegangen weil ich mich verkrochen habe. Als ich dann da war habe ich so viel unentschuldigt gefehlt, dass ich mir schnell eine Attestpflicht eingehandelt habe. Ich habe mich in der Zeit total leer gefühlt und konnte die Ausbildung nicht genießen wie ich es mir eigentlich vorgenommen habe.
Ich habe nicht die Kraft gehabt aufzustehen und mich meinem Alltag zu stellen, die möglichen Konsequenzen waren mir immer klar, aber ich habe sie verdrängt. Nun habe ich nach den Herbstferien mehrmals unentschuldigt gefehlt und habe im Dezember einen Schulverweis bekommen.
Da ist dann eine Welt für mich zusammen gebrochen, habe Widerspruch eingelegt und der Schule meine Probleme geschildert. In folge dessen wurde mir gesagt, dass eine Konferenz mit meinen Lehrern und der Schulleiterin einberufen wird in der ich die Chance bekomme mich zu erklären.
Das alles war für mich ein Hallo-Wach moment, wo ich gemerkt habe, dass sich nun was ändern muss. Ich habe viel über mich nachgedacht und das neue Jahr mit Vorzeichen versehen. Ich habe aufgehört mit dem Kiffen und sogar mit dem Rauchen. Ich besuche mein Fitness Studio wieder häufiger und dachte mir, es lag sicher alles am Kiffen.
Ein Bekannter hat mich, nachdem ich mich ihm geöffnet habe gefragt ob es nicht sein könnte, dass ich Depressionen habe.
Er hat wohl Recht. Ich habe oft negative Gedanken die ich nicht los werde, ich bin zudem extrem introvertiert und versuche in der Schule bloß nicht aufzufallen. Bei Vorträgen zittere ich extrem, Kritisiert mich jemand bin ich sofort am Boden. Ich bin oft sehr Einsam und habe nahezu nur Party Freundschaften. Ich bin in allem total unsicher. Habe null selbstvertrauen. Ich halte mich für eine Null. Das war früher nicht so! Ich habe vor der Ausbildung zudem eine verdammt harte Zeit gehabt, mich um meine Kranke Mutter gekümmert, um meinen Bruder der im Gefängnis gelandet ist und nie an mich selbst gedacht.
Zuhause habe ich dann immer versucht so gut wie möglich damit klar zu kommen und bei anderen den Eindruck zu erwecken, dass alles OK ist. Wenn ich feiern war, war ich immer der "Vollste" und habe mich zum Teil daneben benommen.
Ich habe das Gefühl immer eine Rolle spielen zu müssen, nicht ich selbst zu sein, nicht locker sein zu können, ständig bin ich angespannt. Ich habe einen Psychologen aufgesucht, der mir gesagt hat, dass ich wohl an Depressionen leide und Soziale Ängste aufgebaut habe und mir angeraten einen Therapeuten aufzusuchen und mir opipramol verschrieben. Dazu hat er mir 6 Wochen stationäre Behandlung in Bad Bramstedt angeboten. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch gesagt, das geht auf keinen Fall, da ich in der Ausbildung bin und ohnehin schon so viel gefehlt habe. Die Konferenz um den Verweis ging übrigends Positiv aus und ich habe eine letzte Chance bekommen.
Nun ist es so, dass ich wieder in die Schule gehe, mich aber schon wieder öfters Krank schreiben hab lassen obwohl es mir Körperlich nicht schlecht ging. Ich bin im moment einfach überfordert und habe akzeptiert, dass mit mir etwas nicht stimmt. Wenn ich jetzt einfach weiter zu Schule gehe, habe ich Angst, dass ich weiter sehr viel fehlen werde oder irgendwann so einen schlechten Tag habe und keinen Attest besorgt kriege. Man kommt sich ja schon ziemlich komisch vor wenn man 3 mal die Woche zum Hausarzt geht und teilweise mit Ausreden einen Attest bekommt. Ich habe irgendwie das Bedürfnis auf eine Auszeit um mit mir selbst wieder ins Reine zu kommen und meine Psychischen Probleme anzugehen. Dazu muss ich sagen, dass mir in der Schulkonferenz angeboten wurde aufzuhören und im Sommer wieder anzufangen, was ich da aber nicht wollte, da ich dachte ich bekäme alles so in den Griff.
Sollte ich diese Auszeit jetzt nehmen habe ich widerum Angst davor, nichts zu tun. Andererseits würde ich gerne daran arbeiten wieder Struktur in meinen Alltag zu bekommen. Wieder mehr machen, als aus der Schule zu kommen, den Fernseher anzuschalten, mich zu verkriechen und zu hoffen, dass es noch lange dauert bis der Wecker am nächsten morgen wieder klingelt. Daran zu arbeiten mit Freunden mehr zu machen als nur am Wochende zu Trinken und zu "Feiern". Interesse von deren Seite besteht durchaus, aber werde ich gefragt, lasse ich mir oft Ausreden einfallen.
Dazu erhoffe ich mir eniges von dem Therapeuten, den ich schon gefunden habe und irgendwo reizt es mich auch nach Bad Bramstedt in die Klinik zu gehen. Ich stelle mir vor, dass ich dann im Sommer mit mehr Kraft in die Ausbildung gehen kann.
Alles sagt mir, nimm dir Zeit dir selbst zu helfen, sonst wirst du zwangsläufig irgendwann von der Schule fliegen. Dazu kommt, dass wir in einem Monat ein Praktikum haben, dass in einem Kindergarten stattfinden soll. Ich will da nicht so ausgelaugt und "fertig" auftreten und unregelmäßig dort hin gehen.
Ich muss auch sagen, dass ich weiss, das einfachste ist, hingehen und Arschbacken zusammen kneiffen aber da fehlt mir oft einfach die Kraft.
Ich könnte jetzt ewig weiterschreiben, mache aber mal einen Punkt.
Was denkt ihr?


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