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Thema: Depressionen und unzufrieden mit Therapie

  1. #1
    Neuling
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    Standard Depressionen und unzufrieden mit Therapie

    Hallo,

    nachdem ich mich grade schon Vorgestellt habe, fange ich dann mal an...

    Es begann mit 11 Jahren, der Tag an dem mein Vater mich ohne Grund gewürgt hat, er ist einfach ausgerastet und hat mich dann am Hals hochgenommen.. seit dem habe ich ein verdammt schlechtes Verhältnis zu meinen Eltern. Meine Mutter saß während dessen in der Küche, aber hat nichts gemacht. All die Jahre musste ich die Launen meines Vaters ertragen, der immer sehr sehr laut ist und schnell auf 180, nein auf 360, ist. Bei kleinsten Dingen ist er förmlich ausgeflippt, hat mich Stundenlang in mein Kinderzimmer gesperrt, bis meine Mutter von der Arbeit heim kam und dann wie immer so getan als wäre nichts gewesen, alles gut, alles super.. die heile Welt.
    Vielleicht ein Grund warum ich in der pubertät nicht grade einfach war.. im Gegenteil, ich bin ausgerastet wie mein Vater, habe fast grundlos Menschen verprügelt, Schulverweise und Abmahnungen folgten. Wenn ich heute, gut 10 Jahre später, darüber nachdenke würde ich sagen, das ich meine Aggressionen gegen meine Eltern an meinen Mitschülern ausgelassen habe.
    Obwohl ich überdurchschnittlich intelligent bin, hatte ich nie bock auf Schule, wenn ich da war, habe ich fast nur Mist gemacht. Mich mit Lehrern angelegt, diese in Grund und Boden diskutiert, bis es wieder Konferenzen gab wegen mir. Meine Eltern waren dementsprechend auf mich zu sprechen.
    Mit 14 Jahren folgte mein erster Selbstmordversuch. Der Grund, ich hatte stress mit der besten Freundin (wie es bei jungen Mädchen mal vor kommt), jedenfalls war ihre Mutter nach meiner Taten in der Schule schon lange nicht mehr gut auf mich zu sprechen und saß dann eines abends bei uns, ich wurde beschimpft, beleidigt, es wurden irgendwelche Briefe/Zettelchen auf den Tisch gelegt, in denen meine Freundin und ich uns beleidigt haben, weil wir da grade mal Streit hatten... diese Briefe waren 3 - 5 Jahre alt gewesen - Grundschule. Als sie dann wieder nach Hause ging, ist mein Vater komplett ausgerastet (obwohl er nur die Hälfte von allem mitbekommen hat, da er den ganzen Abend nur am PC saß und nicht mit in der Küche), wollte mir Hausarrest geben, PC Verbot, TV Verbot, das volle Programm.. daraufhin hab ich mir das Messer an die Kehle gesetzt und zugeschnitten.
    Am Nächsten Tag ging es in die Kinderpsychiatrie, ich war 14.
    Nach gut 10 Monaten war die ambulante Therapie zu Ende, habe kaum noch Erinnerungen daran.
    Mein Leben ging irgendwie weiter, Schule war wie gesagt doof, Freundinnen teilweise auch ganz doof, alle so ziemlich hinterhältig, es wurde im Freundeskreis mehr gelästert als sonst was. In unserem Dorf gabs zudem eine Gruppe von Jugendlichen die alle aufgemischt haben, wurde einige Monate stark gemobbt, so heftig das ich sogar mit meinem liebsten Hobby dem Reiten aufhören musste, da ich mich nicht mehr zum Verein getraut habe.
    Irgendwann wurde ich 18 und fing mit Bewerbungen an, wie schon in meiner Vorstellung geschrieben, habe ich bis vor 2 Jahren über 500 Bewerbungen für Ausbildung geschrieben, mit einem Vorstellungsgespräch. Ich besitz einen guten Realschulabschluss.
    Mit 21 wurde bei mir ein Lipödem diagnostiziert, seit dem bin ich fix und fertig. Habe als Pferdewirtin gejobbt, später noch in einem Kinderhort und mir dann einen Bandscheibenvorfall zugezogen. Seit dem ist eine Bandscheibe so kaputt, das ich wahrscheinlich sogar in einigen Monaten vielleicht erst Jahren, eine Künstliche haben muss.
    Mein vorletzter Job als Pferdewirtin war mein Traumberuf oder ist es auch immer noch, nur durch meine Kollegin ging damals viel kaputt. Lästerein beim Chef, Müll erzählen, richtig Terror.. ich könnte ein Buch drüber schreiben, ich spar es mir hier allerdings.
    Seit dem bin ich das totale Wrack, ich heule sofort los wenn irgendwas ist, was früher einfach nicht so war. Kann keine Arbeit mehr ausüben, sobald da irgendwie was passiert, ich stark kritisiert werde, könnte ich heulen.. habe immer angst was falsch zu machen und daraufhin gekündigt zu werden. So war es auf dem Hof, ein kleiner Fehler, der muss wirklich klitzeklein gewesen sein und absolut nicht nennenswert wie z.B. ein Hufauskratzer kaputt gegangen und es wurde sofort dramatisierend verpetzt. Aus einem kleinen Hufauskratzter wurde dann die gesamte Ausrüstung, usw. Oder ein Häufchen aus der Box nicht rausgeholt, aus dem kleinen Häufchen wurde der ganze Stall... ja und lauter solcher Dinger. Es war der reinste Terror!

    Nun ja, vor einem Jahr gings für mich einmal in die Psychiatrie, was nicht so super war, aber viel erläutern möchte ich da nicht. Bin jetzt seit August in psychotherapeutischer Behandlung und bin absolut unzufrieden.
    Habe das Gefühl, das sich mein Therapeut nicht so recht für meine Probleme interessiert, ihm gehts immer nur darum das ich so schnell wie möglich eine Ausbildung kriege - was ja auch richtig ist, aber das große ABER.
    Ich wohne bei meinen Eltern... komme bedingt dadurch, das ich weder Lehre noch Job habe, nicht hier raus, was mich unheimlich kaputt macht. Ich habe mittlerweile einen richtigen Hass auf meinen Vater, er widert mich nur noch an.. ich muss ihm wie eine Mutter hinter her putzen, er ist unhygienisch, wäscht sich nach dem Toilettengang nicht die Hände, gegrabscht dann alles, einfach nur abartig. Es nervt mich tierisch!! Und all das, scheint meinen Psychologen nicht zu interessieren?! Er redet jede Sitzung nur von Ausbildung und Arbeit.
    Nun war ich letzte Woche bei einer Psychiaterin, wegen Tagesklinik. Ich habe mich total verstanden gefühlt von ihr, hatte das Gefühl das sie sich so richtig in mich hineinversetzen konnte. Sie ist der gleichen Meinung wie ich, das ich zuerst von zu Hause raus muss und sei es eben mit Hartz 4, um gesund zu werden und dann endlich wieder Fuß fassen zu können. Und mich dann wieder auf Arbeit/Ausbildungssuche machen kann. Aber vorher macht es keinen Sinn, weil ich von zu Hause aus einfach schon so im stress bin, aggressiv vorallem.. ich bin sehr aggressiv.. mein Psychologe sieht es eben anders.. und ich habe mittlerweile null bock mehr dahin zu gehen.
    Im übrigen bin ich nur dank meiner Mutter dort... da sie mich für psychisch gestört hält, weil ich ihre heile Welt mit meinen "Lügen" kaputt mache... sprich, sie glaubt mir kein Wort von dem was mein Vater all die Jahre gemacht hat.
    Werde nun Ende Januar, Anfang Februar zur Tagesklinik gehen und dann mal sehen wie es weiter geht.. allerdings weiß ich nicht wie das mit meinem Psychologen weiter gehen soll.. bin sowas von unzufrieden. Meine Sitzungen dauern teilweise nur 30 Minuten, davon ist er einige Minuten ständig am PC um was zu googlen oder wir reden über seine Fische, usw. Und jedes mal eigentlich das Gleiche, Ausbildung.. kein Wort davon zum stress zu Hause oder so. Sobald ich damit anfange, schweift er irgendwie ab.. Muss mir dann auch noch oft anhören, wie es angehn kann das ich um ne Katze trauer, weil sind doch NUR Katzen... meine Katzen sind mir hoch und heilig! Und lauter so ein Mist.. es bringt mir irgendwie gar nichts. Seit dem ich dort bin, hat sich alles eher verschlechtert. Seit September habe ich nächtlich Alpträume.. und das interessiert ihn auch nicht wirklich. Nur Ausbildung, kein anderes Thema..

    Puuhh.. könnte noch sooo viel schreiben, aber ich glaube das reicht erstmal.
    Danke für's Lesen

    Liebe Grüße

  2. #2
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    Standard

    Hallo Terpen,

    deine Situation klingt wirklich ziemlich schwierig und vor allem belastend.

    Zu der Sache mit dem Psychologen.. Ich gehe selbst einmal die Woche zur Gesprächstherapie und meine Sitzungen dauern immer exakt 50min. Ich glaube auch, dass das Standard ist, bin aber nicht sicher.

    Und ein Computer gehört in so einen Raum eher auch nicht. Immerhin solltest du mit deinen Sorgen dort im Mittelpunkt stehen.

    Tiere sind wunderbar und ich hoffe sehr, dass sie dir einen gewissen Halt geben. Menschen, die das nicht schaffen, sollten nicht darüber urteilen.

    Liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft!

    - Windlicht

  3. #3
    Schreiberling
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    Hallo Terpen,

    vielleicht wäre es ein erster Schritt den Terapeuten zu wechseln. Es sollte schon eine vertauensvolle Beziehung bestehen, damit die Therapie erfolgreich sein kann.

    LG Dieter

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Farnon für den sinnvollen Beitrag:

    Erwin (07.12.2011)

  5. #4
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    Standard

    Hallo,

    ich habe schon oft über einen Wechsel nachgedacht, aber ich weiß leider nicht ob das so einfach geht, vorallem weil die meisten Wartezeiten von 6 - 12 Monaten haben.
    Anfangs kam ich eigentlich ganz gut ihm zurecht, aber nachdem er schon solche Sprüche losgelassen hat..
    Hätte nämlich eigentlich heute Mittag einen Termin gehabt, aber den musste ich letzte Woche verschieben, da meine Katze heute eine schwere OP hatte... Und ich eben für sie da sein wollte. Das fand ER wohl ziemlich blöd, deshalb einen Termin zu verschieben.. da der Termin fast genau in dem OP Termin lag, 12 Uhr OP, 12:30 Termin, 50km dazwischen.. meine Katzen sind mir einfach sehr wichtig, sie sind für mich wie vollwertige Familienmitglieder, vorallem gute Trostspender in schweren Tagen, sobald es mir dreckig geht, sitzen die Katzen bei mir. Na ja und wenn mir dann mein Psychologe zu verstehen geben will, das mir die Katze nicht wichtig sein sollen... habe ich einen richtigen Hals und absolut keine lust mehr dorthin zu gehen!!
    Hatte jetzt schon recht viele Termine, grob geschätzt war ich schon 12 mal da, keine Ahnung ob ich da noch was wechseln kann oder es auslaufen lassen muss?
    Habe nächste Woche nochmal einen Termin bei der Psychiaterin, sollte ich der das vielleicht mal erzählen?

    Liebe Grüße

  6. #5
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    "Habe nächste Woche nochmal einen Termin bei der Psychiaterin, sollte ich der das vielleicht mal erzählen? "

    Unbedingt!

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