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Thema: Depressionen wegen Schulstress

  1. #1
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    Standard Depressionen wegen Schulstress

    Ich bin 17 Jahre alt, gehe derzeit in die 12. Klasse und strebe mein Abitur im Sommer 2011 an. Seit Beginn der Oberstufe bin ich zeitweise sehr überfordert, habe aber leider erst relativ spät reagiert, als aus der Überforderung eine Depression wurde, die erst vor etwa 2 Monaten von meinem Hausarzt vermutet wurde, nachdem ich bereits einige Wochen absolut kraftslos war und jeden Tag nach der Schule sowie am Wochenende im Bett lag. Seitdem bin ich bei einer Psychologin in Behandlung, die mir ein Antidepressivum verschrieb und mir ausrücklich von einer Gesprächstherapie abriet, da sie der Meinung ist, es würde mich aus der Bahn werfen, ich solle stattdessen bis zum Abitur warten. Die Wirkung trat bei mir auch nach etwa 2 Wochen ein, erst sehr schwach, nach zweimaliger Dosiserhöhung (auf Rat der Fachärztin) war es dann in Ordnung.. Seit etwa einer Woche habe ich Schulferien, die ich aber nicht als "Ferien" nutzen kann sondern eher als Unterrichtspause mit umso mehr Lernen. Trotzdem habe ich natürlich viel mehr Freizeit und ich schaffe es gut, mir die Arbeit einzuteilen. Mein eigentliches Problemliegt darin, dass ich seit einigen Tagen plötzlich sehr labil geworden bin, ich lasse mich sehr schnell aus der Bahn bringen und fange sofort an zu Weinen, mehrmals täglich. Kraftslos bin ich auch wieder. Ich habe die volle Unterstützung meiner Familie, wirklich helfen können sie mir aber auch nicht. Ich würde gerne wissen, was ich selbst tun kann, ich möchte dieses Schuljahr wirklich schaffen und habe auch den Willen, zu Lernen, aber wie in diesem Zustand? Wie komme ich aus dieser Trauer heraus? Wäre es nicht vielleicht doch sinnvoll, eine Therapie zu beginnen?

  2. #2
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    Hallo feather,

    du schreibst, dass du seit der Oberstufe zeitweise sehr überfordert bist. Warum möchtest du unbedingt Abitur machen? Was versprichst du dir davon, wenn du merkst, dass es dich psychisch so mitnimmt? Ich habe selbst eine Tochter in deinem Alter, aber ich würde versuchen zu verhindern, dass sie sich mit Hilfe von Psychopharmaka durchs Abitur quält. Welche Interessen hast du ? Könntest du dir vorstellen, einen Beruf zu erlernen auch ohne Abitur und was sagen deine Eltern denn zu deinem Problem?

    LG
    Anna
    Geändert von Anna55 (16.10.2010 um 17:19 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Feather,

    in der Regel hat man mit Abschluss der 12. Klasse den schulischen Teil der Fachhochschulreife erfüllt (Ich weiß allerdings nicht ob das in jedem Bundesland so ist, am besten du erkundigst dich mal nach den Ferien bei deinen Lehrern). Das ist zwar keine Allgemeine Hochschulreife (Abitur) reicht aber dennoch um an Fachhochschulen oder an manchen Unis (Fachabhängig) zu studieren.

    Was ich dir allerdings raten möchte ist deine schulischen Ziele nicht über deine Gesundheit zustellen.

    Auch wenn du die 12 oder 13 Klasse nicht schaffen solltest gibt es in Deutschland immernoch genügend Möglichkeiten etwas beruflich zu erreichen.
    Man kann auch später an Schulen des zweiten Bildungsweges das Abitur oder die Fachhochschulreife nachholen.

    Ich kann dir leider keinen Rat geben ob du eine Therapie machen oder den Rat deiner Psychologin befolgen sollst, da ich damals trotz Depressionen nie ein Antidepressivum bekam, sondern eine teilstationäre Therapie begann.

    Momentan bin ich in der 11 Klasse, allerdings an einer Fachoberschule für die fachgebundene Fachhochschulreife (letztes Jahr habe ich bspw. auch über den zweiten Bildungsweg erfolgreich meinen Abschluss nachgeholt).
    Der Lerndruck wurde spürbar höher und ich mache nebenbei eine ambulante Therapie bei einem Psychotherapeuten (2 Sitzungen, je 50min im Monat).
    Ich selbst schaffe es momentan auch gerade so alles zumeistern.
    Depressionen habe ich zum Glück selten aber Erschöpfungszustände dafür umso öfter.

    Auch wenn ich dir nicht direkt dazu raten kann so solltest du vielleicht über eine ambulante Therapie nachdenken da man diese jederzeit abbrechen kann.

    mfg Mario
    Geändert von Hydrocodon (19.10.2010 um 01:01 Uhr)

  4. #4
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    Danke für die schnellen Antworten, hatte die letzten Tage keinen Internetzugang, daher erst jetzt die Antwort.
    Der Grund, warum es mir so wichtig ist, jetzt weiterzumachen ist folgender: Nach all dem Stress, den ich auf Grund von G8 seit der 8. Klasse habe, will ich es jetzt auch so schnell wie möglich hinter mich bringen, sonst wär ja alles für die Katz' (dieser Gedanke ist wirklich irgendwo merkwürdig, aber ich möchte nächstes Jahr einfach fertig sein).
    Momentan ist es für mich so schwer zu sagen, wie mein Zustand ist, ob ich weitermachen will oder nicht, es gibt Tage, an denen habe ich unglaublich viel Kraft und es geht mir auch psychisch wirklich gut und dann gibt es wieder totale Absacker. Heute bin ich beispielsweise sehr motiviert und glaube daran, es zu schaffen.
    Ich denke, ich werde die nächste Schulwoche abwarten, dann besteht auch wieder die Möglichkeit, mit einer Gesprächstherapie anzufangen, was ich definitiv vorhabe. Wenn ich meine Angst und Selbstzweifel wieder einigermaßen in den Griff bekomme, wär das kommende halbe Jahr kein Problem.
    Und falls das alles nicht klappen wird, werde ich wahrscheinlich eher den Weg gehen, den Hydrocodon angesprochen hat und in Form eines Praktikums wenigstens ein Fachabitur zu haben.

    Allgemein ging es mir die letzten beiden Tage und heute wesentlich besser, sodass mein Wunsch hoffentlich in Erfüllung geht.

  5. #5
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    Eigentlich wollte ich gerade selbst ein Thema eröffnen, aber da hab ich das hier gesehen.

    Ich bin jetzt in der 13. Klasse und weiß ehrlichgesagt genau wie du dich fühlst, nur hat das bei mir schon in der 11. Klasse angefangen.
    Bei mir hat es sich genauso geäußert wie bei dir und meist hat es mich richtig Krank gemacht... dementsprechend hatte ich im Gegensatz zu anderen recht viele Fehlstunden...
    War auch oft beim Arzt, aber meine Ärztin ging wohl nicht davon aus, dass das seelisch sein könnte - ich habe auch bis dahin nie was gesagt.
    Meine Mutter hingegen hat es bemerkt und als ich eines Nachmittags nach Hause kam und plötzlich weinend in ihren Armen lag, ohne zu wissen warum und obwohl ich ein Mensch bin der eigentlich NIE vor anderen weint, sagte sie, dass sie nicht zulassen würde, dass ich mich mit dem Abi kaputt mache.

    Ich wusste, dass sie es gut meint, aber genau wie bei Dir war mein Ergeiz einfach zu groß. Aufgeben? Gab es nicht, wird es nicht geben.
    Irgendwann war ich dann wieder bei meiner Ärztin und habe das dann einfach mal angesprochen, auch wenns mich ein bisschen Mut gekostet hat.
    Habe dann hochdosiertes Johanniskraut verschrieben bekommen.
    Ich wage zu behaupten, dass es echt geholfen hat.
    Das war allerdings so in der Mitte der 12. Klasse. Irgendwann war ich davon überzeugt es nicht mehr zu brauchen und es ging mir auch ohne super. Dann kamen die Sommerferien und die ersten Wochen danach und es ging mir noch immer gut.
    Jetzt bereue ich das Johanniskraut nicht weiter genommen zu haben....

    Ich wäre sehr froh wenn meine Ärztin auf die Idee kommen würde mich zu einer Therapeutin zu schicken, weil ich einfach glaube, dass ich hoffnungslos überfordert bin.
    Ich denke es ist gut, dass du vorhast eine Gesprächstherapie zu machen. Zwar bin ich keine Ärztin oder so, aber wenn es dir sowieso schlecht geht und nichts hilft, da wird das es ja nicht noch schlimmer machen, denke ich.

    Auch wenn ich vielleicht nicht das beste "Vorbild" in dieser Hinsicht bin weiß ich, dass es das Abi nicht wert ist sich dermaßen kaputt zu machen.
    Hört sich sicherlich bescheuert an, dass das gerade von mir kommt, aber wenn es nicht besser wird solltest du vielleicht wirklich darüber nachdenken etwas mit deinem Fachabi anzufangen.
    Letztendlich ist das aber deine Entscheidung.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gut und hoffe, dass die Gesprächstherapie dir hilft. Ich drücke Dir die Daumen.

    GVLG Die Chaotin

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