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Thema: Depressive Mutter - was tun?

  1. #1
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    Standard Depressive Mutter - was tun?

    Hallo!
    Bin neu hier und habe gleich eine Frage.

    Meine Mutter hat seit etwa 3 Monaten Depressionen. Sie hatte vor ein paar Jahren schon mal welche, die aber mit Hilfe von Antidepressiva schnell wieder weg waren. Diesmal haben diese Tabletten aber nicht geholfen. Seit etwa 3 Wochen nimmt sie nun andere, die aber bisher keine Besserung brachten und geht zusätzlich 1x pro Woche zu einer Therapeutin. Die Therapeutin sagt, sie muss Geduld haben.

    Mittlerweile ist es so schlimm, dass meine Mutter alltägliche Dinge nicht mehr hinkriegt, z.B. kaum mehr kochen oder einkaufen kann. Sie macht permanent den Eindruck als sei sie vollkommen am Ende und sagt das auch. Das Problem ist, dass sie sich im Haushalt nicht helfen lassen will, weil ihr es keiner recht machen kann und sie es nicht verträgt, wenn jemand in "ihrer" Küche etwas anders macht als sie es tun würde. Sie überlegt stundenlang, was sie kochen soll, aber wenn ich ihr etwas vorschlage, macht sie es am Ende doch nicht.

    Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Die ganze Situation zerrt auch an meinen Nerven und ich werde ihr gegenüber leider zunehmend gereizter, meinem Vater geht es da ähnlich. Ich habe es anfangs mit Verständnis und gut zureden versucht, aber helfen tut das auch nicht und sie verhält sich leider oft nicht unbedingt so, dass es sonderlich dazu einlädt, ihr beizustehen.

    Wie soll ich mich verhalten? Soll ich ihr so viele Entscheidungen wie möglich abnehmen oder wäre das gerade falsch? Soll ich ihr im Haushalt helfen, auch wenn sie es eigentlich lieber selbst machen würde? Was soll ich ihr antworten, wenn sie sagt, dass sie nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll, sie Angst hat, nicht mehr kann etc.? Sie sagt immer, dass ich ihr helfen soll, aber wenn ich frage wie, gibt sie keine Antwort...

    Ins Krankenhaus will sie partout nicht, weil sie denkt, dass sie dort mit Beruhigungsmitteln zugestopft und dann süchtig wird und außerdem, weil sie der Meinung ist, dass sie uns mit dem Haushalt und allem nicht alleine lassen kann. Wenn ich ihr versichere, dass es auch mal ohne sie funktionieren wird, ignoriert sie das.

    Danke für die Antworten im Voraus.
    Gruß

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von Shade
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    Standard

    Hallo Angehörige,

    Wenn ich mir deinen Text anlese, ahne ich, dass professionnelle Hilfe nicht zu umgehen ist. Dies liegt an erster Stelle daran, dass es erst einmal gilt herauszufinden, wie die Depression deiner Mutter zu verstehen ist.

    Zu deinen Fragen:

    Soll ich ihr so viele Entscheidungen wie möglich abnehmen oder wäre das gerade falsch?

    Du hast es erfasst, Entscheidungen solltest du und kannst du ihr nicht abnehmen, dies aus zwei Gründen. Wenn ihre Depression darauf beruht, dass sie 'bloss' ihre Verantwortung abgeben möchte, hätte sie damit erreicht, was sie wollte und du wärst mit zwei Verantwortungen belastet, deiner und ihrer. Dies wäre für dich auf Dauer nicht tragbar. Hier steigt der zweite Grund auf, denn wenn du einmal die in ihren Augen 'falsche' Entscheidung triffst, wirst du ewig mit dem Vorwurf leben müssen.

    Soll ich ihr im Haushalt helfen, auch wenn sie es eigentlich lieber selbst machen würde?
    Du kannst sie in meinen Augen unterstützen, ihr alles abnehmen würde ich ihr an deiner Stelle nicht. Das könnte nämlich ein Schuss sein, der nach hinten losgeht, so dass es später heisst: Siehst du, ich kann GAR NICHTS MEHR alleine machen.

    Was soll ich ihr antworten, wenn sie sagt, dass sie nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll, sie Angst hat, nicht mehr kann etc.?

    Sprich sie darauf an, wie sie sich denn die Welt vorstellt, dass sie wieder gesund sei. Versuche, ihre Gedanken in eine heilende Richtung zu bewegen.

    Sie sagt immer, dass ich ihr helfen soll, aber wenn ich frage wie, gibt sie keine Antwort...
    Dies wundert mich nicht. Sie hat sich mit grosser Wahrscheinlichkeit schon dazu entschieden, dir die Verantwortung abzutreten und erwartet nicht nur Hilfe von dir, sondern auch das Wissen, wie du zu helfen hast.

    Persönlich würde ich mit der Therapeutin sprechen. Zu sagen, man muss Geduld haben, reicht hier nicht, sie muss konkreter werden! Frage sie, was sie zu tun gedenkt, du kannst sie auch fragen, inwiefern du deine Mutter unterstützen kannst. An ihren Antworten kannst du ja herausfinden (wenn notwendig, postest du hier deine Erfahrung, wenn du möchtest) ob auch die Therapeutin ernstzunehmen ist.
    Frage sie weiterhin, wie eine Verbesserung aussehen kann.

    Genaugesehen sollte die Therapeuting auch die Familienangehörigen unterstützen, und so könnte sie deinem Vater und dir mit Rat zur Seite stehen, damit ihr euch gemeinsam Schritt für Schritt aus dieser Situation herausarbeiten könnt.

    Ich hoffe, ich konnte dir einige Denkanstösse geben.


    Liebe Grüsse


    Shade

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von LABBI
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    Hallo,

    mit einem geliebten Menschen, der an Depressionen leidet, zusammenleben zu müssen, ist alles andere als einfach. Das können dir hier sicher viele bestätigen.

    Aber du darfst nicht aufgeben und musst ein Stück weit stark für beide sein. Das heißt nicht, das du ihr etwas abnehmen sollst, im Gegenteil. Motiviere sie dazu anzufangen und sich nicht im Grübeln zu verlieren (was leider zu den Depressionen gehört, der Grübelzwang und die damit verbundene negative Haltung). Wie sieht es hier mit deinem Vater aus?? Er sollte eigentlich die Hauptstütze für deine Mutter sein, nicht du.

    Medikamente für Depressionen wirken leider erst relativ spät, d.h. du musst ca. 4 - 6 Wochen Geduld haben, bis man Ergebnisse merkt.
    Therapie ist natürlich ungeheuer wichtig, um alle Probleme und damit verbundene Gedanken in eine gute Richtung zu lenken und gut verarbeiten zu können. Das ist für Depressive sehr schwer.

    Welche Art der Depression wurde denn diagnostiziert (unipolar, bipolar, manisch-depressiv, Dysthymie oder Zyklothymie?). Der Begriff Depression ist sehr weitläufig zu verstehen.

    Alles in allem wünsche ich dir noch unheimlich viel Kraft, auch dafür, dein Leben nicht aus dem Blick zu verlieren in der Sorge um deine Mum.


    Liebe Grüße

    Labbi
    " Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -

  4. #4
    Neuling
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    Hallo!
    Danke für die Anregungen, das hilft schon mal weiter.

    Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, welche Art von Depression es ist. Ich weiß nur, dass sie keine manischen Phasen hat.

    Die Therapeutin ist denke ich mal schon ganz gut, aber zaubern kann sie halt auch nicht. Mein Vater war beim letzten Mal auch mit, aber es lief wohl nicht so gut.

    Meine Mutter versucht mittlerweile auch noch, mir wo es nur geht ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich in vier Wochen ausziehe. Sicher ist der Zeitpunkt nicht optimal, aber ich kann doch nur deswegen nicht ewig daheim wohnen bleiben?! Außerdem ziehe ich nur in den Nachbarort. Ich weiß nicht so ganz, wie ich damit umgehen soll...

    Ach Mensch...
    Gruß

  5. #5
    Nachwuchs Autor Avatar von Shade
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    Hallo Angehörige,

    Es mag egoistisch klingen, dennoch bin ich der Meinung, du sollst erst einmal nach dir sehen. Es bringt dir nichts, für deine Mutter stark zu sein, wenn du damit untergehst.

    Ich würde dennoch mit der Therapeutin sprechen (ohne deine Mutter), und ihr von der Situation berichten. Sie kann dir vielleicht Anhaltspunkte geben, wie du nicht auf den Wahn deiner Mutter eingehst und dich gegen ihr Spiel mit dem schlechten Gewissen schützen kannst. So wüsste auch sie, was hintenherum los ist.

    Du hast recht auszuziehen, es ist auf jeden Fall wichtig, dass du Distanz gewinnst. Wenn du glaubst, wirklich Schuldgefühle zu verspüren, stell dir vor das Schuldgefühl wäre ein kleines Männlein (ich nenne ihn Mr. Guilt), den du samt Koffer vor die Tür stellst. Ein solches Bild kann deine Sicht etwas auflockern und kann dir helfen, die Schuldgefühle weniger persönlich zu nehmen.

    Wenn du willst, kannst du hier ja mal die genauen Argumente deiner Mutter niederschreiben, so dass wir dir Ideen zum Kontra notieren können.


    Liebe Grüsse


    Shade

  6. #6
    Neuling
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    Hallo!

    Tja Argumente - wenn sie die hätte könnte ich mit ihr darüber diskutieren, aber das Problem ist, sie hat keine. Sie sagt immer nur Sachen wie "Dass Du ausziehst, gibt mir gerade noch den Rest" oder einfach nur "Muss das ausgerechnet jetzt sein", "Hättest Du nicht noch warten können", "Jetzt ziehst Du auch noch aus, wie soll denn das weitergehen...".

    Dann erkläre ich ihr lang und breit, dass uns das bestimmt beiden gut tut, ich nicht aus der Welt bin etc., sie sagt darauf entweder gar nichts oder gibt mir recht (bzw. sagt sie es zumindest) und ein Tag später jammert sie wieder mit genau denselben Aussagen darüber. Man hat das Gefühl, man redet gegen eine Wand. Das ist auch der Grund, weshalb ich langsam genervt ihr gegenüber bin, denn so ist das bei allem.

    Gruß

  7. #7
    Nachwuchs Autor Avatar von Shade
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    Hallöchen Angehörige,

    Ich wäre vorsichtig mit Erklärungen deiner Mutter gegenüber, denn sie werden schnell zu Rechtfertigungen, die sie als Druckmittel gegen dich und dein schlechtes Gewissen einsetzen kann.

    Hast du schon die Möglichkeit gehabt mit der Therapeutin zu sprechen?


    Nachdenkliche Grüsse



    Shade

  8. #8
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    Hallo Shade,

    nein, noch nicht.

    Hat denn jemand eine Idee, wie ich sie dazu bringen kann, ins Krankenhaus zu gehen? Sie wehrt sich innerlich total dagegen und kann sich gar nicht darauf einlassen, es wird aber immer schlimmer und ich bezweifle, dass sie mit ambulanter Therapie 1x die Woche da wieder rauskommt.

    Gruß

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