
Zitat von
Arianna
Ein sehr guter Freund von mir macht seit längerem Andeutungen, die - selbst für mich Laien - auf eine Depression hinweisen. Er versteckt sich täglich im Alltag hinter einer fröhlichen Maske, niemand würde vermuten, wie dunkel es in ihm ist. Nur ein oder zwei enge Freunde (dazu gehöre ich auch) wissen um seinen wahren Gemütszustand. Der ist: Er hat an nichts Freude, das Leben macht keinen Sinn und ist nur eine endlose Tretmühle, er weiß nicht, was noch kommen soll, er erwartet nichts mehr, er kann jeden verstehen, der sich aus dem Leben ausklinkt, er will einfach nicht mehr. Ich habe ihm gegenüber meine Angst um ihn geäußert bzgl. seiner gelegentlichen Suizid-Bemerkungen. Bisher antwortete er nur, er hätte dazu nicht den Mut, selbst wenn er es sich noch so wünschen und mit jedem unbeabsichtigt Sterbenden gerne tauschen würde.
Ich fühle mich damit überfordert und merke, dass ich nicht die richtigen Antworten parat habe. Ich würde mir wünschen, dass er zu einem Arzt geht und habe dies auch schon geäußert, aber er sieht keinen Bedarf. Bzw. kann er nicht glauben, dass das, was er hat, eine Krankheit ist, die behandelt werden kann. Für ihn resultiert sein Zustand rein aus einer Verschwörung seiner Lebensumstände gegen ihn, das Thema Botenstoffe/Wirkung von Medikamenten scheint ihm zu einfach und nicht plausibel. Wie könnte ich ihm helfen, ohne ihn zu bevormunden?
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