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Thema: Depressiver (ex)Freund

  1. #1
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    Standard Depressiver (ex)Freund

    Hallo Ihr Lieben,

    ich brauche dringend Euren Rat.

    Mein (ex) Freund hat von einem Arzt Tabletten verschrieben bekommen, die man auf keinen Fall nehmen darf, wenn man eine depressive Tendenz hat. Er hat wohl eine depressive Vorgeschichte (von der ich nichts wusste) und sie trotzdem genommen.

    Daraufhin hat angefangen jede Aussage und jedes Verhalten meinerseits auf die Goldwaage zu legen und sein Gedankenkreis hat sich angefangen zu drehen. Irgendwann hat er wohl versucht sich emotional etwas von mir zu distanzieren und er ist in dieses Loch gerutscht. Er hat Angst mit mir Intim zu werden. Er meinte solange wir nur kuscheln oder was Unternehmen ist alles gut, aber sobald es intimer wird oder werden könnte bekommt er Angst, Schweißausbrüche, Herzrasen und zittert am ganzen Körper.

    Leider hat er mir davon Anfangs nichts erzählt und so kam es zu einem Missverständnis, wo ich dachte er hätte keinen Bock auf mich (wie fühlt man sich wenn der Freund jeder Intimität ausweicht ohne erkennbaren Grund?) und wohl "enttäuscht" reagiert habe, was es noch schlimmer gemacht hat.

    Jedenfalls habe ich aber über 2 Monate hinweg kaum Fragen gestellt und habe einfach das gemacht was er wollte, mich einfach unbefangen mit ihm getroffen, Sachen unternommen, seine Distanz "hingenommen" obwohl sie mir sehr weh getan hat. Es ging immer nur um ihn, von Depressionen wusste ich damals noch nichts. Ich dachte er bräuchte einfach etwas Ruhe, da er vorher lange single war.

    Irgendwann habe ich dann auf meine Initiative hin wieder bei ihm übernachtet und es ist eskaliert. Er hat Panik bekommen, hat es mir aber nicht gesagt, dass es nichts mit mir zu tun hat (inzwischen weiß ich dass er momentan mit keiner Frau der Welt intim werden könnte), nur gesagt hat das alle "Leidenschaft weg" ist und er sich unwohl fühlt und Herzrasen hat.
    Ich habe erst versucht ihn zu beruhigen aber er ist aggressiv geworden und ich habe geweint. Er irgendwann auch. Da ich nicht wusste, was es ist, habe ich mich nicht wie eine Frau gefühlt.

    Seit dem haben wir uns nicht mehr gesehen :-( Anfangs hat er mich noch angerufen und sms geschrieben aber seit 3 Wochen kommt von sich aus nichts mehr. Er sagt er muss erstmal wieder mit sich selbst klar kommen. Da er mir inzwischen quasi gestanden hat, dass es sich um Depressionen handelt und ich mehr darüber bescheid weiß, würde ich selbstverständlich darauf Rücksicht nehmen und erstmal intime Situationen vermeiden. Aber er sagt er trägt immer noch die Versagensangst in sich und hat das Gefühl eine Erwartungshaltung erfüllen zu müssen , sodass er Momentan Angst vor Kontakt und Eskalation hat und ein Treffen will er auch nicht.

    Ich bin so traurig. Mit Bekannten (Frauen) trifft er sich. "Um raus zu kommen, zu reden und tatsächlich auch mal zu lachen." Die wissen nichts von seiner Krankheit denke. Vorher war es immer so, dass er sich lieber mit mir als mit irgendwem anders getroffen hat, weil er da sein konnte wie er ist und ich immer mit Verständnis reagiert habe.

    Nachdem es wieder eskaliert ist per sms habe ich ihm jetzt vor einer Woche gesagt, dass ich es zwar nicht für eine Lösung halte vor der Angst wegzulaufen aber dass er seinen Weg gehen soll und dass er sich melden kann, wenn er meine Hilfe doch annehmen will. Dass ich für ihn da bin.

    Er meinte er meldet sich. Aber ich bin einfach verzweifelt. Ich kann nichts tun außer warten. Das Beste wäre wahrscheinlich nicht zu warten, aber ich mache mir Sorgen und denke die ganze Zeit an ihn.

    Hat jemand Erfahrungen mit solch einer Situation? Was geht in ihm vor? Er kann doch nicht versagen, wenn wir z.B. ein Eishockey Spiel zusammen sehen :-(

    Danke vielmals für jede Hilfe!!!

  2. #2
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    Hat keiner Ideen?

  3. #3
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    Hallo, Lilalaune,

    ohjeee, nun must du Arme erleben, was es bedeutet, einen an Depressionen Erkranktem zu lieben.

    Deine Erlebnisse der vergangenen Zeit haben für mich einen hohen Wiedererkennungswert, da ich, ebenfalls an Depressionen erkrankt, ähnlich handelte wie dein (nun) Ex-Freund.

    Besonders tragisch finde ich, dass jene Erkrankung nach deiner Schilderung wohl erst nach Einnahme von Tabletten in den Vordergrund trat..

    Es muß ein furchbares Gefühl sein, rigeros vom Gegenüber zurückgewiesen zu werden, gerade weil sich das (wenn auch zumeist fälschliche!) Gefühl einstellen muß, dass wohl mangelndes Interesse der Grund sei. Das Schlimme dabei ist, dass der Depressions-Erkrankte ebenso leidet, denn er handelt nicht mehr selbstständig, so meine Erfahrung, sondern die Krankheit bestimmt den entspr. Verlauf.

    Du schreibst nicht, was die Eskalation an dem Abend, also am Tag des letzten Treffens, genau auslöste. Hattest du eine Forderungshaltung aufgebaut, d.h. ihn, wenn auch völlig unbedacht bzw. unbeabsichtigt, in eine Zwangslage gebracht? Das könnte die Panikreaktion erklären..

    Tjaaa, nun ist guter Rat teuer. Um ehrlich zu sein, kann ich deinen Ex-Freund aus Krankheitssicht nur allzu gut verstehen. Ich fürchte, dass du wirklich nicht viel mehr tun kannst als abzuwarten, denn er scheint völlig "zu gemacht" zu haben, was im Ergebnis bei depressiven Menschen idR. bedeutet, dass nichts und niemand ihn davon abhalten wird, davon abzurücken, es sei denn, er bekommt ein Gefühl der Sicherheit und genau darin liegt deine große Chance!

    Was meinst du? - Wenn du ihm schriebest, dass du dich mit der Erkrankung ausreichend auseinander gesetzt hättest, sie auch akzeptiert hättest und ihm nun die völlige Wahlfreiheit ließest, ob oder ob nicht und wenn ja, wann er denn bspw. intim mit dir werden wolle, dann würdest du in ihm womöglich das entscheidenen Signal auslösen, von nun an nicht mehr unter Druck gesetzt zu werden,

    Tipp hilfreich??


    LG und toi, toi, toi.. - Lars

  4. #4
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    Hallo lilalaune,

    wenn ich deine Zeilen so lese, erkenne ich mich selbst wieder.
    Ich habe vor zweieinhalb Jahren einen Mann kennengelernt, mit dem ich mich recht schnell sehr gut verstanden habe und es sah ganz danach aus, als würde ne Beziehung daraus werden. Aber es sollte alles viel schwieriger kommen als anfangs gedacht. Nach ein paar Wochen hat er mir gesagt, dass er sich keine Beziehung vorstellen kann. Die Gründe dafür weiss ich bis heute nicht...nicht aus seinem Mund. Er meinte nur, er ist nicht beziehungsfähig, ihn würde es nerven, wenn dauernd jemand um ihn rum ist, er bräuchte seine Ruhe und überhaupt ist er lieber allein. War schon als Kind eher Einzelgänger und das hat sich bis heute so fortgesetzt. Er hatte bisher auch nur eine Beziehung(mit über 30) und die muss der Horror für ihn gewesen sein. Affairen hatte er genügend, aber bei keiner hat es je zu mehr gereicht.
    Nach ungefähr 3 oder 4 Monaten(vielleicht waren es auch nur 2, ich weiss es heute nicht mehr)- wir hatten weiterhin Kontakt auch sexuell- hat er mir dann das erste mal von Depressionen erzählt. Da wurde mir dann so einiges klar, bzw. hat das so vieles erklärt...

    Trotzdem hat er den Kontakt stets aufrecht erhalten.
    Nach 7 monaten hab ich es dann einfach gewagt und ihm in ner mail geschrieben, dass ich mich verliebt habe und was ich an ihm mag. Damit hab ich ihn komplett überfordert! Er wusste nicht, was er tun sollte und wollte daraufhin den Kontakt einschränken. Das war eine ziemlich schlimme Zeit für mich. Denn das war das allerletzte, was ich wollte.
    Er selbst hat sich doch weiter bei mir gemeldet und wir haben uns auch getroffen. Ich hab mir dann die Frage gestellt: Kann ich meine Gefühle für ihn hinten anstellen, ja sogar unterdrücken? Denn ich wollte ihn auf keinen Fall ganz verlieren. So hab ich lieber "nur" Freundschaft in Kauf genommen. Aber leicht ist mir das in vielen Momenten nicht gefallen.

    Warum ich mich nicht abgewendet habe von ihm? Ich habe noch keinen so netten Menschen kennengelernt- geduldig, stets freundlich und hilfsbereit. Er hat schon so viel für mich gemacht und ist für mich da gewesen. Ich kann mich super mit ihm unterhalten, wir telefonieren oft stundenlag, und er bringt mich auch jetzt noch zum Lachen.

    Heute, zweieinhalb jahre nachdem ich ihn kennengelernt habe, sind wir immernoch beste Freunde und erzählen uns alles.
    Durch viel Stress und teilweise auch Überforderung im Beruf hat er momentan wieder ne ziemlich lange depressive Phase, die erste akute Phase seit wir uns kennen, zuvor hat er mir nur davon erzählt.
    Und ich hab schon so meine Probleme damit zurecht zu kommen. Er zieht sich zurück, will sich nicht helfen lassen. Meint, er müsste das selber mit sich aus machen und zu nem Arzt will er nicht mehr. Der hat ihm das letzte mal auch nicht helfen können und die Medikamente hätten auch alle nicht gewirkt.
    Ich hab schon das ein oder andere Buch gelesen, um mir Ratschläge zu holen, was ich machen könnte, um ihm zu helfen. Aber so wirklich aufschlussreich ist bisher keins gewesen. Immer steht nur drin, was ne Depression ist, welche Symptome, was für Behandlungsmöglichkeiten, welche Medikamente. Aber wie man als Angehöriger mit so`nem Mensch umgeht, das steht leider nicht drin!
    Ich kann nicht einfach so zusehen:-( Ich liebe diesen Mann, auch wenn wir wahrscheinlich nie "richtig" zusammen sein werden. Ich möchte ihn aufmundern, was mit ihm unternehmen, um ihn abzulenken. Aber auch das ist schwierig. Das eine mal wirft er mir vor, dass ich nicht verstehen will, dass er seine Ruhe braucht. Ein anderes mal, schreibt er mir per SMS, dass zuviel Ruhe auch nicht gut ist... das klingt dann für mich wie ein Hilferuf.
    Er ist so gestresst in der Arbeit, dass er sich erstmal hinlegt, wenn er nach Hause kommt. Er kann nicht mehr abschalten, kann nicht schlafen, trinkt öfters am Wochenende zu viel(sagt er selbst) und kann nie aufhören irgendetwas zu denken. Das stell ich mir schlimm vor...ständig kreisende Gedanken. Er hat keine speziellen Ziele und kann sich an kaum etwas erfreuen. Er findet sich selbst zu dumm(das waren seine Worte) für den Job und meinte, die Kollegen würden langsam schon merken, wie schlecht er ist. Ich finde ihn sehr intelligent, überhaupt nicht dumm. Ich hab ihm dann den Rat gegeben, sich anderweitig nach ner Arbeit umzusehen. Zuerst hat er mir gesagt, ich würde das nicht verstehen. Egal welche Arbeit er in seinem Beruf machen würde, es würde keinen Unterschied machen, er wäre auch für andere Jobs zu dumm. Aber nach 4 Wochen hat er mir dann doch zugestimmt und gemeint, er schaut sich mal um... bei Gelegenheit. So ist er, alles rausschieben auf die letzte Minute. Da mach ich mir also keine großen Hoffnungen.
    Ich hab ihn dann mal an nem Samstag angerufen und direkt danach gefragt, da hat er etwas wütend gesagt, er habe gerade mal nicht an die Arbeit gedacht und nun würde er wieder grübeln und somit ist das WE nun versaut und er kann an nichts anderes mehr denken. Ich hab ihm gesagt, dass ich mir Sorgen mache. Er meinte nur, das sind nicht meine Probleme sondern seine. Auf meine Aussage"pass auf dich auf" hat er gesagt: "das ist auch so`n blöder Spruch"...Das hat mich so fertig gemacht, dass ich selbst erstmal mit Freunden darüber reden musste und hab mich dann über 4 Wochen nicht gemeldet.
    Ich wollte ihn sooo gern anrufen, aber immer hab ich gedacht, ich würde ihn nur wieder runter ziehen. Ich wusste einfach nicht, was ich zu ihm sagen sollte(das ging mir bei ihm noch nie vorher so).
    Irgendwie hat er sich dann bei mir gemeldet oder doch ich mich bei ihm. Seit dem haben wir schon ein paar mal telefoniert und er hat mich auch besucht. Trotzdem ist es immernoch anders. Ich bin etwas gehemmt und dabei vermisse ich die Momente, als wir einfach nur nebeneinander lagen, uns umarmt haben und ewig geredt.
    Ich war in den letzten Wochen oft an dem Punkt, wo ich mir gesagt habe, lass ihn los... es bringt nicht. Ich kann es nicht, ich fühl mich dann als würde ich ihn im Stich lassen, wenn er mich am nötigsten bräuchte. Da kann ich auch akzeptieren, wenn er mich zurück weisst, in dem er nichts unternehmen will. Ich hab ja gelesen, man soll es nicht auf sich beziehen. Aber manchmal ist das gar nicht so einfach. Und manchmal sagt man auch einfach etwas, was für mich ohne tiefere Bedeutung ist und er es aber total anders auffasst. Schwierig!!!
    Ich hab auch schon überlegt, diesbezüglich mit seinen Eltern oder Geschwistern Kontakt aufzunehmen. Aber ich weiss nicht, in wie weit diese überhaupt davon wissen. Ich will auch nichts ausplaudern, was er nicht will. Also hab ich den Gedanken wieder verworfen.

    Aber bevor das jetzt zu lang wird hier (ist es schon...), nur noch eins:

    Ich kann nicht einfach so zuschauen. Und will mir nicht irgendwann vorwerfen, ihm nicht die nötige Hilfe angeboten zu haben. Hoffentlich macht er nie irgendwelche Versuche sich das Leben zu nehmen!!! Denn während des Studiums muss es ihm so schlecht gegangen sein, dass Suizid ein Thema für ihn war!

    Wäre schön, wenn du mir zurück schreibst. Vielleicht können wir uns da etwas austauschen.
    Evtl. kann mir jemand Tipps geben, wie ich besser mit ihm umgehen kann. Und hoffentlich bekommt er das nie! zu lesen. Ich glaub, dann würde er mir nichts mehr erzählen, um mich nicht zu belasten.

    Vielen Dank!

  5. #5
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    @ ienn: ich kann aus sicht der depressiven nur zustimmen, was du beschreibst. seitdem ich depressionen habe, leidet mein selbstwertgefühl enorm und deswegen lasse ich mich viel weniger auf partnerinnen ein. schon weil die letzte beziehung im endeffekt an meinen depressionen zerbrochen ist und ich durch die heftige persönlichkeitsveränderung (/-verdeckung) durch die depressionen meine ex sehr verunsichert habe (ohne das zu wollen). das führte dazu, dass sie sich irgendwann unzureichend für mich fühlte, was ich überhaupt nicht so empfunden hab. (aber ich hab ja eh nichts mehr empfunden, das ist ja das problem.) daraus entwickelt sich die angst, dass man nicht mehr man selbst sein kann, sich potenzielle partnerinnen daher was falsches unter einem vorstellen und nur noch mit ins leid gezogen werden. dass bei deinem ex medikamente und therapie nicht funktioniert haben, kann ich auch nachvollziehen, viel hat es bei mir bisher alles auch nicht geholfen. was einen natürlich erst recht verzweifelter und vorsichtiger macht. bei mir und anderen die ich kenne, führt das auch dazu, dass man sich dann mehr isoliert, und sei es "nur", was die eigene gefühlswelt angeht: niemanden mehr richtig an sich ranlassen, auch mit seinen eigenen fähigkeiten hinterm berg halten, sich lieber selbst etwas abwerten, dann muss man sich wenigstens nirgendwo mehr rechtfertigen, so lange die dinge wenigstens äußerlich halbwegs laufen. und ja, man überinterpretiert kommentare von außen, häufig gerade die, die gut gemeint sind. das hängt auch damit zusammen, dass man irgendwann abspeichert, dass einem niemand helfen kann, auch obwohl man sich sehr geöffnet hat (deutlich mehr, als die meisten das die meiste zeit tun) und es einem nicht besser, sondern z.t. eher schlechter geht. und naja, man hat dann irgendwann häufig so sätze gehört wie "das wird schon wieder" bishin zu "wieso bist du denn schon wieder so drauf", was einem enorm in die bauchgrube schlägt, wenn man gefühlt ohnehin kurz vor dem tod steht.
    ich denke, du solltest trotzdem zu ihm kontakt halten, denn dir ist das wichtig, und ich denke, ihm auch. schließlich scheint ihr euch wirklich nahe zu stehen. und da kann dann auch ein depressiver nach außen vorgeben, was er will: er will den kontakt auch. eher noch mehr, denn er fühlt sich ja alleine. vielleicht braucht er hin und wieder seine ruhephasen, aber ansonsten braucht er dich sicher. beton ihm gegenüber doch nochmal, dass er dir wichtig ist, du kontakt wünschst und das du manchmal einfach nicht weißt, was du sagen sollst, ohne dass er es negativ auffasst, du es aber vor allem nicht negativ meinst. diese offenheit finde ich wichtig, denn als depressvier vermutet man ohnehin irgendwann nur noch das böse der menschheit hinter jeder ecke.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei shadowsoldierwarrior für den sinnvollen Beitrag:

    ienn (04.05.2012)

  7. #6
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    Danke dir für deine offenen Worte.

    Ich würde ihn so gern verstehen können, wenigstens ein bißchen. Ich kann es einfach nicht :-( Wie kann jemand "nichts" fühlen???? Das will mir einfach nicht in den Kopf!
    Ich kann auch kaum akzeptieren, dass ich nicht helfen kann, tue mich da echt schwer. Ich bin von Beruf Krankenschwester- wenn es jemandem schlecht geht, dann möchte ich gern helfen. Zu erfahren, dass alles sinnlos und ohne Erfolg ist, das ist echt hart. Erst recht, wenn einem der Depressive etwas bedeutet.
    Seit ich mich hier etwas umgeschaut und das eine oder andere gelesen habe, geht es mir schon etwas besser und ich kann annehmen, dass er es nicht persönlich meint...
    Ich weiss auch nie, soll ich ihn drauf ansprechen oder die Sache einfach überspielen?? Will er drüber reden oder nicht?
    Es interessiert mich wirklich, wie es ihm geht, wie er mit der Arbeit zurecht kommt, was er so macht in seiner Freizeit- weil oft "gammelt" er nur zu Hause rum(und das tut auf Dauer nicht gut). Aber ich will ihn auch nicht nerven und vor allem nicht noch weiter runter ziehen. Wie macht man`s richtig? Auch wenn es "DAS Richtige" da vielleicht nicht gibt.
    Ich möchte ihn ablenken, auf andere Gedanken bringen oder einfach negative Gedanken zum Teil verdrängen.

    Ich bin sehr froh, dass er sich so weit geöffnet hat mir gegenüber. Das ehrt mich und schon aus diesem Grund kann und will ich ihn nicht aufgeben. Und so frage ich eben immer mal wieder, ob wir was gemeinsam machen wollen...mit der Gewissheit, dass er oft auch ablehnen wird. Da nagt dann schon mein Unterbewusstsein und es fällt mir schwer, zu glauben, dass er es nicht als Ablehnung mir gegenüber meint. Sätze wie "du verschwendest deine Zeit" oder "du willst einfach nicht verstehen, dass ich meine Ruhe brauch", die sind echt hart für mich. Da denke ich oft, es ist besser, ich lass es einfach sein und breche den Kontakt ab. Aber dann sagt er wieder Sachen wie "wir werden noch füreinander da sein, wenn wir alt sind" und "soviel hat noch nie jemand für mich gemacht" oder "zuviel Ruhe tut auch nicht gut", dann kann ich den Kontakt nicht einfach abbrechen... mancher Kommentar von ihm ist für mich, wenn ich es aus der Richtung Depression betrachte, wie ein Hilferuf seinerseits. Und oftmals kommt er auch von sich auf mich zu.

    Aber wie schaffe ich es, ihn (auf)zufordern, aber nicht zu überfordern?
    Dieser schmale Weg ist nicht so leicht zu finden, man braucht enormes Fingerspitzengefühl. Soll ich ihn normal behandeln wie jeden anderen? Dann kommt aber automatisch irgendwann einmal ein"blöder Spruch".

    Ich würde ihn das soo gern selbst fragen, aber ich trau mich nicht. Ich vermisse so sehr die Momente, als wir aneinandergekuschelt dalagen und geredet haben.
    Ich hab mich von Anfang an sehr wohl bei ihm gefühlt, er ist verständnisvoll, tolerant, er akzeptiert einen so wie man ist und versucht auch, die Sache aus Sicht des anderen zu sehen. Ich fühl mich angenommen, einfach zu Hause. Deshalb tut mir echt das Herz weh, wenn es ihm schlecht geht.
    Auf die Frage, was meine positive Eigenschaft ist, hat er prompt geantwortet "deine fröhliche Art"- das war das tollste Kompliment, das ich von ihm bekommen habe :-) Gerade weil er so selten mal ein Kompliment macht.

    Dass Psychopharmaka nicht so richtig anschlagen hat wohl auch damit zu tun, dass sie eine Weile brauchen, um zu wirken.
    Des weiteren hat sich wohl regelmäßiger Sport bewährt, farbliche Akzente(gelb!) in der Wohnung und natürlich schönes Wetter- aber das wirst du ja sicher wissen.

    Nochmal zu dem Thema Beziehung/Sex: dass sich Depressive gefühlsmäßig so schwer auf jemanden einlassen, ist vielleicht auch zum Selbstschutz? Weil sie Fragen fürchten? Oder zu tiefen Einblick vermeiden wollen?
    Er zum Beispiel kommt beim Sex nie zum Orgasmus, er kann sich nicht fallen lassen und denkt selbst beim poppen noch dauernd nach(sagt er selbst).

    Freue mich über jede weitere Antwort!
    Das ist die größte Hilfe, die ich im Moment finde, denn kein Buch hat mir bisher sagen können, wie ich damit umgehen kann/soll.

    Danke!

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