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Thema: Der Drang ständig etwas tun zu müssen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Der Drang ständig etwas tun zu müssen

    Ich habe gerade etwas bei mir festgestellt. Ich muss immer irgendwas tun. Und wenn ich nichts zu tun habe muss ich über irgendwas nachdenken. Woher kommt das? Es zieht sich wirklich durch meinen ganzen Tag. Ganz banale Dinge (z.B. Essen) werden zu "Aufgaben" und "Missionen". Wenn ich eine Sache fertig habe kommt in mir ein leeres Gefühl auf und ich such mir die nächste Beschäftigung. Dabei geht der Spaß an einer Sache völlig verloren. Es geht nur darum es zu erledigen. Was will ich damit befriedigen???
    Auf der Arbeit ist es ganz schlimm. Ich sitze quasi die Zeit dort ab und quäle mich zum Feierabend, nur um danach doch nur irgendeiner dummen Beschäftigung oder Gedankenspielchen hinzugeben.
    Ich habe schon versucht mich dieser Leere hinzugeben. Das klappte auch, aber nicht auf dauer. Was will man schon mit innerer Leere anfangen? Versuche ich einfach nur diese Leere zu stopfen? Ich habe an nichts mehr Spaß. In meiner Freizeit verbringe ich den ganzen Tag damit nach Sachen zu suchen die mir Spaß machen könnten bis der Tag rum ist. Dann fängt die sch**** Arbeit wieder an und alles geht von vorne los. Langsam kann ich echt nicht mehr. Wie kommt man aus diesem Hamsterrad wieder raus?
    Es ist als hätte ich den Bezug zum echten Leben verloren und es "verlernt".

  2. #2
    Neuling
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    Standard Du hast Deinen Seelenfrieden verloren!

    Hallo SD,

    das hört sich so an, als ob Du immer unter innerer Spannung stehen würdest und nichts wirklich genießen und entspannt angehen lassen könntest!

    Seit wann hast Du das und wie war es früher?

    Gab es eine Ereignis oder eine Zeit in der dieser Druck und diese Freudlosigkeit entstanden ist?

    Es kommt öfters vor, daß sich so eine leichte depressive Verstimmung einschleicht, die sich in Freud-, Lust- und Antriebslosigkeit äußert.

    Solche Lebenslagen sind immer ein Aufruf, die eigene Lebensplanung, den Wertkanon, die Spiritualität und vor allem die Beziehungslage zu den Verwandten, Freunden und sonstigen Mitmenschen einer gründlichen Revision zu unterziehen.

    Am besten geht dies natürlich mit einem guten Seelenführer, den man im Rahmen der Telefonseelsorge und der Wohlfahrtsverbände sogar kostenlos beanspruchen kann, aber auch gute Freude, oder bezahlte Lebensberater können eine gute Hilfe sein.
    Geändert von Rainer-JGS (18.12.2016 um 19:00 Uhr)

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo Rainer,
    ja ich stehe ständig unter innerer Spannung. Ich meditiere gelegentlich, aber das schafft nur vorübergehend Ruhe in meinem Kopf. Danach kommt entweder ein Zwang über etwas nachzudenken oder mich mit etwas zu beschäftigen. Allerdings habe ich mich ja soweit schon durchschaut und kann dann direkt einen Block machen der mich aus diesen Zwang raus reisst. Problem ist nur das ohne eine Beschäftigung die Leere in mir mich auffrisst, besonders schlimm wirds auf der Arbeit wo man nicht einfach mal abschalten kann. Da werde ich depressiv und aggressiv.
    Ich hätte so gerne einen Partner, bin fast 30, hatte noch nie ne Beziehung! Das ärgert und frustriert mich innerlich auch sehr.
    Ich will aber auch nicht meine innere Leere von einer anderen Person abhängig machen, denke das ist der falsche Ansatz. Aber leider wüsste ich sonst keinen Ausweg. Würden Antidepressiva da evtl. weiterhelfen? Eine Therapie?
    Angefangen hat das ganze in der Pubertät, vor allem nach dem ich den Film "Matrix" gesehen habe. Ein Film über den man philosophieren kann. Musste danach ständig über alles grübeln - hatte regelrechte Grübelzwänge. Zu der Zeit ließen sich auch meine Eltern scheiden und ich wurde mehr oder weniger in der Schule gemobbt und von anderen ausgeschlossen. Es folgten diverse andere Zwänge. Ausserdem bin ich mit meiner Homosexualität immer noch ungeoutet, weiß aber nicht inwieweit das eine Rolle spielt.
    Es ist als suchte ich nach etwas das man in dieser Welt nicht finden kann. Die ultimative Wahrheit. Den Sinn des Lebens. Einer Anleitung zum Leben, wie man es richtig lebt. Ich habe selber keine Ansprüche mehr wie ich mein Leben haben will. Der Anreiz und Wille ist komplett weg und ohne eine Beschäftigung oder Ablenkung wird das immer mehr spürbar. Manchmal wünschte ich ich wäre einfach tot. Nicht damit ich nichts mehr spüre, sondern damit ich endlich mal leben kann. Macht das Sinn??

  4. #4
    Neuling
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    Standard Der Mensch sehnt sich nach Sinn, Aufgabe und liebevolle Gemeinschaft!



    Danke SD, für diese Deine aufrichtige Lebensbeichte!

    Es ist schon einmal ein großer und hilfreicher Schritt, daß Du Dir das ganz von der Seele schreibst und Dich wenigstens anonym zu Deinem Ungemach bekennst!

    Die Scheidung Deiner Eltern und all das, was damit zusammen hängt, hat Dich wohl aus der Bahn geworfen und Dir Dein Urvertrauen genommen, wenn es überhaupt jemals richtig aufgebaut wurde!

    Hast Du keinen einzigen Menschen auf der Welt, dem Du regelmäßig Dein Herz ausschütten kannst? Dies wäre ein erste entscheidender Schritt auf dem Weg zum inneren Frieden!

    Aber Du könntest außerdem beginnen, selbst Dein bester Freund zu sein, indem Du

    1. beginnst, für all das viele Gute zu danken, was Du hast, aber momentan noch nicht richtig genießen kannst:

    Körperliche Gesundheit, materielle Sicherheit, Arbeitsstelle, Leben im reichsten, sozialsten und sichersten Lande der Welt, unzählige Möglichkeit Dein Leben zu gestalten, viele kostenlose Hilfsangebote, die nur angenommen werden müßten, usw.

    Auch der Gedanke an die vielen, ausgebombten und gequälten Kriegsflüchtlinge und Kriegswaisen, die trotz allem tapfer versuchen, sich hier in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, könnte Dir ein hilfreicher Fingerzeig sein.

    2. Indem Du beginnst allen Menschen zu verzeihen, die Dir je Leid angetan haben und

    3. versuchst allen Menschen, die Dir täglich begegnen wohlwollende, liebevolle Gedanken und wenn möglich auch Worte entgegen zu bringen!

    4. Indem Du Dich mit all Deinen Fehler und Schwächen täglich aufs Neue versuchst in Liebe und Dankbarkeit anzunehmen, indem Du Dein inneres Selbstgespräch, wenn möglich auch laut führst und Dir liebevoll und beruhigend zuredest, wie einem ängstlich leidendenden kranken Kinde, welches Du ja in der Tiefe Deines Herzens auch bist!

    Es gäbe noch viel dazu zu sagen, doch dies möge vorerst genügen, um Dir zu zeigen, daß es Wege und Möglichkeiten gibt, wie man sich am eigenem Schopfe aus dem Sumpfe solch qualvollen Seelenleides ziehen kann. Mit einem Seelenführer ginge dies natürlich alles sehr viel schneller und leichter.

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