Hallo zusammen,
wie soll ich anfangen....
Vor 6 Jahren lernte ich einen wunderbaren Menschen kennen, also wir uns das erste Mal trafen war es als würden wir uns schon ewig kennen.
Wir wurden Brieffreunde und nach 3 Jahren wurde daraus mehr- nämlich die Liebe meines Lebens.
Wir hatten fast 3 wunderschöne Jahre miteinander, es war nicht einfach - es begann mit 1/2 Jahr Fernbeziehung doch danach verlobten wir uns - und doch dann kam das Jahr 2010 es brachte nichts gutes - im Januar wurde unserer 2,5 Jahre alter Kater überfahren, im Mai platzte bei meinem Schwiegerpapa ein Aneurysma im Kopf - Folge 2 Gehirn-OPs - Sprachschwierigkeiten und Bewegungseinschränkungen des rechten Arms und Beins, im Juli wurde in unsere gemeinsame Wohnung eingebrochen doch der Hammer kam im November:
Es passierte ein schrecklicher Unfall bei dem ein Lkw - Sattelschlepper voll beladen mit Autos auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen kam und somit ein entgegenkommendes Fahrzeug frontal erwischt welches sofort in Flammen auf ging - in diesem Auto saß mein Verlobter und dessen Kollege....
Sie waren auf einer Dienstreise völlig sinnlos - für 1/2 Std. Montage mussten sie 460km fahren bei Schneeglätte!!!
Somit wurde das Leben meines 27 jährigen Verlobten sinnlos ausgelöscht.
Der Unfall ereignete sich am Mittag und ich erfuhr aber erst am Abend davon - eine halbe Std. vor dem Unfall haben wir noch miteinander telefoniert über alltägliche Dinge - wenn ich gewusst hätte dass es das Letzte war was ich von ihm hören würde..... Erst gegen Abend als ich dachte er muss doch bald nach hause kommen versuchte ich ihn anzurufen - doch sein Handy war aus. Ich probierte 3x doch ich dachte mir vielleicht ist sein Akku leer - doch dann bekam ich eine komisches Gefühl - dann 5 Minuten später klingelte es an der Tür - dien Polizei stand da... ich fragte wie gelähmt ob etwas mit meinem Verloten passiert sei, ich fragte ob es einen Unfall gab und ob er noch am Leben sei.... Ja wer sind sie, ja es gab einen Unfall, nein ihr Verlobter hat nicht überlebt! Schock - nein ich war gelähmt ich konnte es nicht fassen, nicht verstehen, es kann nicht sein - der Mann den ich über alles liebte wird nie wieder kommen. Ich konnte nicht weinen stand total unter Schock.
Die Polizei schilderte mir jedoch nicht den korrekten Unfallhergang und - ort, dies erfuhr ich erst durch eine Pressemitteilung welche die vom Rotkreuz erwähnten die mir geschickt wurden nach dem ich erst meinen Eltern mit geteilt hatte was passiert ist und diese es den Eltern meines Verlobten mitteilten.
Meine Eltern kamen sofort am nächsten Tag nach Österreich wo wir die letzten 3 Jahre zusammen lebten, nach dem viele Dinge geregelt wurden die geregelt werden mussten nahmen sie mich mit nach Deutschland.
Ich ließ mich für einen Monat krankschreiben, ca 3 Wochen nach dem Unfall wurde die Urne meines Verlobten von Österreich nach Deutschland überliefert - das ist das schrecklichste was es gibt - der geliebte Mensch wird einem so schnell genommen und dann muss man warten das man sich verabschieden darf! 5 Tage vor Weihnachten war die Besetzung und ich hatte Angst davor zusammenzubrechen. Doch ich überstand sie, ich wollte selbst eine Rede halten doch ich hatte nicht die Kraft dazu so bat ich den Redner meine Worte anzubringen:
".. du warst mein Leben, die Liebe meines Lebens, du hast mich geliebt wie ich war, du wolltest immer das Beste für mich... das warst DU!
Du warst meine Sonne am Morgen, deine starken Arme waren mein Schutz, dein Lächeln brachte mich zum Strahlen, deine Stimme gab mir Ruhe, dein Dasein erfüllte mich mit einem Kribbeln....
Wir hatten große Pläne für die nächsten Jahre in der Zukunft, wir haben viel erlebt in unserer gemeinsamen Zeit, gute und auch schlechte Erlebnisse gemeistert, die Kraft die ich dir gab, gabst du mir doppelt zurück ....
Nun hat man mir das Liebste genommen, ein Leben ohne dich lässt sich nicht beschreiben, es ist eine endlose Leere,...
Ich werde dich für immer lieben und will dich nie vergessen...
Du wirst für immer in meinem Herzen sein!!!! "
Der Redner machte seine Sache sehr gut und hielt eine wunderbare Rede.
Weihnachten war schrecklich - so ein Weihnachten habe ich noch nie erlebt.
Im Januar fuhr ich zurück nach Österreich und ging wieder arbeiten, doch zu Februar kündigte ich den Job und die Wohnung - ich konnte nicht in Österreich bleiben weder finanziell noch moralisch.
Ab März fand ich recht schnell einen neuen Job in meiner Heimat in Deutschland , mit der Wohnung bin ich noch auf der Suche.
Wie es mir geht. Es geht mir schon besser - fast etwas ungeheuerlich.
Die Trauer und die Ausbrüche kommen jetz nur noch alle paar Woche mal an einem Abend heftig doch dann geht es wieder.
Ich habe noch sehr guten Kontakt mit den Eltern meines Verlobten - mag sie wie meine eigenen Eltern und ich besuche auch regelmäßig sein Grab.
Ich habe auch sehr liebe Freunde die immer für mich da sind wenn ich jemanden brauche und wir unternehmen auch oft etwas zusammen, auch meine Familie ist für mich da.
Doch irgendwie ist es komisch, ich denke leider nicht tagtäglich an ihn und das was passiert ist, ich lebe mein Leben weiter und habe auch gute Laune, denn ich denke mir immer schlecht drauf zu sein ist auf Dauer nicht gut für mich und auch nicht für andere - und ob ich traurig bin oder nicht ich kann das Geschehene nicht rückgängig machen, also kann ich gutes für mich tun und mein Leben weiter leben - ihn jedoch für immer in meinem Herzen tragen.
Als ich heut folgendes im Internet gesehen habe war ich recht beruhigt denn ich hatte Angst irgendwie kalt oder gefühllos zu sein wenn ich nicht permanent an ihn denke und das was passiert ist.
"Was ist dann gesunde Trauer?
Menschen, die gesund trauern, können bald nach einem Todesfall den Alltag wieder bewältigen. Wesentliches Merkmal ist auch, dass ich trotz meiner Trauer wieder arbeits- und beziehungsfähig bin.
Der Trauerschmerz der gesunden Trauer kommt in Wellen, dazwischen habe ich aber durchaus auch Phasen, in denen es mir besser oder sogar gut geht. Die "guten Zeiten" brauchen wir in der Trauer, um uns vom Schmerz zwischendurch zu erholen. Wenn ich den "Wellengang meiner Trauer" nach einem halben Jahr oder nach einem Jahr auf ein Blatt Papier aufzeichne, dann merke ich: Da gibt es durchaus stürmische und schmerzhafte Zeiten, aber insgesamt werden die Schmerzwellen flacher und ich kann mich dem neuen Lebensabschnitt, in dem der verstorbene Mensch fehlt, langsam anpassen: Ich kann bestimmte Lücken füllen und mit bestimmten "offenen Stellen" kann ich leben und umgehen lernen."
Oder was denkt ihr dazu?
Liebe Grüße
Eure Stephanie


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