Ist das Beschriebene denn wirklich Neid?
Oder eher Missgunst ...
Gerade weil es sich primär im materiellen Bereich bewegt.
Ich kann jemanden beneiden: weil er etwas erreicht hat, das auch ich gerne erreichen würde, es aber bisher noch nicht geschafft habe.
Und dennoch gönne ich ihm dieses - und mache es nicht zu einem "Grund", ihn deswegen abwerten zu müssen.
Es hält mir die Option offen, es weiterhin selbst probieren zu können; vielleicht auch, indem ich mir anschaue, wie er es geschafft hat, um für mich selbst neue Ansätze gewinnen zu können (oder: um sehen zu können, ob ich irgendwo etwas "falsch" gemacht haben könnte), um so dann auch irgendwann mal dahin kommen zu können.
So, wie es hier beschrieben wurde, sieht es aber nach etwas ganz anderem aus: ich gönne es dem anderen nicht, weil nur ich alleine die Person bin, der dies auch rechtmäßig zusteht ...
Wenn er es also "geschafft" hat und ich nicht - dann liegt dies nicht etwa an mir (an Fehlern, falsch gesetzten Prioritäten oder auch schlicht und ergreifend daran, dass ich einfach (noch) nicht die erforderlichen Voraussetzungen hierzu habe - alles Dinge, die laut meinem Selbstbild nicht sein können, nicht sein dürfen); sondern daran, dass er sich "unfairer Mittel" bedient hat.
Die eigentliche Aussage wäre dann: wenn ich es nicht schaffe, dann darfst Du es erst recht nicht schaffen ... weil nur ich dies verdient habe ...
Das klingt eher nach einem Statusproblem: Ich muss die Person abwerten, sie klein halten/machen, damit ich weiter die Oberhand behalten kann ...
Wenn ich schon meine Defizite durch Äußerlichkeiten kompensieren muss, weil ich mich nicht den Konflikten in mir selbst stellen kann/will, dann darf ich auch nicht zulassen, dass sie durch die Hintertür wieder sichtbar werden, nur weil jemand anderes "erfolgreicher" ist ...


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