Der graue Schwan
Es lebte einst ein Schwan
Der schwamm über den See
Er schwamm grad ziemlich lahm
Da hörte er ein „O weh“
Es war ein stolzer Reiher
Der saß fest im Eise
Und sagte „Du hässlicher Geier.
Du hilft mir in keiner Weise!“
Der Schwan schwamm traurig weiter
An einem Frosche vorüber
Der Frosch, der sprach ganz heiter
Du bist ja hässlicher als ein Biber
Gekränkt zog der Schwan davon
Unter einer Brücke hindurch
Darunter hört er es lachen
Es war ein gefleckter Lurch
Auch dieser spottete laut
Du Schwan bist ja ganz hässlich
Dich nimmt bestimmt niemand zur Braut
Glaub mir, denn ich bin verlässlich
Als der Schwan nun den See verließ
Und das Ufer hinauf stieg
Da lag vor ihm ein Fließ
Das war für den Schwan der Sieg
Denn es änderte veränderte seine Farbe
Der Schwan war nicht länger grau
Er war nun Schwarz wie ein Rabe
Das nutzte er aus, denn er war sehr schlau
Er schwamm zu den Schwänen und hob stolz den Hals
Das Schwarz das an ihm Edel aus
Er stolzierte und imponierte wie bei der Balz
Er war nicht mehr grau wie eine Maus
Die anderen Schwäne fanden ihn blöd
Sein Gehabe war ihnen zu wider
Seine Farbe war zwar alles andre als öd
Und er prahlte mit seinem Gefieder
Doch gutes Aussehen reicht alleine nicht
Man muss sich auch anständig verhalten
Auf Großmäuler ist gar keiner erpicht
Das wussten schon damals die Alten
Drum bleib wie du bist und es wird bald geschehen
Es wird jemanden geben der dich kaum gesehen
Der dich liebt wie du bist und dich gerne nimmt
Glaub fest an dich und es passiert dir bestimmt
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