Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 9 bis 16 von 24

Thema: Der Weg zum Glück

  1. #9
    Verleger Avatar von silbo
    Registriert seit
    24.10.2015
    Ort
    Essen
    Beiträge
    2.090
    Danke
    489
    1.084 mal in 764 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Kennst du das auch, die aprubten Wechsel zwischen Happy und Traurig? Grenzt irgendwie schon an eine manisch depressive Veranlagung.
    Ja kenne ich. Habe als Diagnose Schizoaffektive Störung (beinhaltet Manische und depressive affektive Störung), und hatte einige "unglaubliche" manische Episoden, wie auch total depressive. Aber auch an phasenfreien Zeiten kann es schon mal recht schnell umschlagen. Ist aber deutlich besser geworden im Laufe der Jahre. Letzteres zumindestens. Aber gibt immer noch Tage, wo ich mit dem falschen Bein aufstehe....
    Ist eine Frage des Begriffs, manisch-depressiv ist die Krankheitssicht, keine Ahnung ob es dich betrifft. Oder du bist einfach ein leidenschaftlicher Mensch.

    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Ich rechne schon damit, mal eine Freundin zu haben, denn "eigentlich" müsste ich mit meinen Attributen auf eine Frau anziehend wirken. Der Grund liegt wohl an meiner verkommener Ausstrahlung durch meine innere Hässlichkeit.
    Das glaube ich nicht. Habe letztens noch meine "Frauengeschichte" Revue passieren lassen und was soll ich sagen, es war kein Wunder dass es bis 30 dauerte bis ich eine Freundin fand. Da waren einige Chancen da, die ich damals nicht gesehen habe oder nicht ergriffen habe. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich denke, ich war einfach nicht bereit. Bei einigen "Chancen" bin ich im Nachhinein aber auch ganz froh, dass sie verstrichen sind. ; )
    Aber damals kam es mir immer so vor, als sei ich un(ge,be)liebt, nicht wirklich liebenswert, als müsste ich mein ganzes Leben allein verbringen.
    Na gut, jetzt bin ich Single, und die Vorstellung mein Leben allein (also ohne Partnerin) zu verbringen hat für mich eigentlich schon lange sein Schrecken verloren. Aber das ist eine andere Geschichte.
    Zurück zu dir : Wann bist du verliebt, wie lange ist es her, bist du oft verliebt?
    »Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«

    aus "der kleine Prinz"

  2. #10
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    25.12.2015
    Beiträge
    42
    Danke
    9
    23 mal in 15 Beiträgen bedankt

    Standard

    @siddhi
    Deine Geschichte kannte ich bisher nicht. Die Metapher mit den Steinen und dem Krug löste bei mir viel Denken aus und sie ist sowas von wahr! Ironischerweise bin ich auch einer dieser Wirtschaftsstudenten und auch ich bin/war einer dieser "Angeber", der oft nicht über den Tellerrand hinausdenkt/-dachte. Seit ich mich aber mit meinem Dasein, meinem Ich auseinandersetzte, suchte ich nach solchen pragmatischen Ansätzen. Leider fand ich solche kaum, daher wird mir nun vielmehr klar: Die grossen Steinen sind Ankerpunkte, ja es sind geradezu die substantiellen (halt die massiven, grossen und wichtigen) Dinge im Leben, denen ich wohl bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte, die zum Glück führten. Ich interpretiere daraus, dass aber nicht nur diese grossen Steinen der Schlüssel zum Glück sind, sondern eben auch die "Bindemittel", also die kleineren, flexibleren Bestandteilen einen wesentlichen Beitrag zum Glücklichsein beisteuern. Die Mischung muss stimmen, und das versuche ich mir zu Herzen zu nehmen (auch wenn es abstrakt tönt).

    @silbo: Und trotz, oder genau wegen deiner "Störung" hilfst du anderen, den richtigen Weg einzuschlagen - das beeindruckt mich. Noch vielmehr, wie du damit umgehen kannst. Egal was für eine Krankheit ich wohl diagnostiziert bekommen würde, denke ich, dass der Umgang damit wesentlich wichtiger ist als die Diagnose selbst ist. Jeder Mensch hat Höhen und Tiefen und eine Vergleichbarkeit zwischen Individuen ist halt schlicht nicht möglich, im Gegensatz zu zwei Investitionsobjekten, wie aus wirtschaftlichem Standpunkt aus betrachtet. Und da muss ich lernen, keine Musterlösung auch als eine Art Lösung zu akzeptieren. Denn das bringt mich m.M weiter als weiter nach der exakten Lösung zu suchen.
    Zur Liebe: Ich war schon länger nicht mehr verliebt. Früher mehr, doch jedes mal wurde ich dermassen verletzt, dass ich mir schwor, die Frauen nur noch gleich zu behandeln wie sie mich behandelen. Zurückblickend war das total ignorant endete immer in einer Lose-Lose-Situation. Diese Politik legte ich in jüngerer Vergangenheit wieder ab, doch ich konnte mich nie mehr wirklich verlieben. Das ist wohl auch ein gewisser Schutzmechanismus. Ich hatte schon hier und da das Gefühl, hier könnte sich etwas entwickeln. Doch ich erinnerte mich stets an die dunklen Tagen zurück, an denen ich mich fragte, wieso sie mich nicht wollte und alles in Frage stellte, und erstickte die Gefühle im Keim. Hierzu muss ich noch anmerken, dass ich sehr wahrscheinlich einen sehr schlechten Geschmack habe was Frauen angeht. Zusätzlich merke ich, dass wenn Gefühle ins Spiel kommen, ich mich irgendwie verstelle. Ich versuche möglichst, mich über dem Preis verkaufen zu wollen, indem ich Ecken und Kanten nicht erwähne oder gar leugne. Hier wären wir wieder beim initialen Thema "Fassaden" und Soll-/Ist-Ansicht: Ich möchte ja meiner "Flamme" alles über mich erzählen, doch wenn ich Gefühle für eine Frau habe, dann ordne ich mich ihr immer unter. Dabei will ich es doch gar nicht, denn welche Frau will denn so ein Hündchen ohne Rückgrat? In Beziehungen zu anderen Personen verhalte ich mich ja auch nicht so! Auch da bin ich am Ende mit dem Latein: Wieso gebe ich mich als jemanden aus, den ich nicht bin? Wieso will ich mich besser darstellen als ich bin und wieso habe ich keinen Respekt vor diesen Frauen, indem ich sie schamlos anlüge bzw. ihnen die Realität vorenthalte? In so einen Mensch würde zumindest ich mich auch nie verlieben....
    Das letzte Mal richtig verliebt war ich im Jahr 2012. Ich wusste aber schon im Vornherein, dass die Liebe nie erwidert werden würde und das setzte mir sehr zu. Vielleicht hätte ich aber wirklich eine Chance gehabt, sie zu kriegen, doch sicherlich nicht mit dieser Einstellung. Seitdem konnte ich meine Gefühle durch den Schutzmechanismus und nicht zuletzt durch Dope im Zügel behalten.
    Momentan merke ich, dass es eine Veränderung in meinen Anforderungen an eine Frau gibt: Bisher war es meist das Äusserliche, danach kamen innere Werte. Neu setze ich mehr Wert darauf, mit einer Frau spannende (politische/philosophische) Themen ausdiskutieren zu können, anstelle mich über die neusten Schminkprodukte unterhalten zu müssen. Ob das vom Alter, der Reife oder anderem abhängt, wage ich nicht abzustreiten.

    Ich möchte noch kurz das Thema Kiffen erwähnen. Heute sind es nun 2 Wochen und ich fühle mich in diesem Aspekt sehr wohl und auch sicher. Es ist mehr zu einem nebensächlichen Belange im Leben geworden, wie auch dem chronologischen Inhalt meiner Einträge zu entnehmen wird. Es ist mir wirklich keinen Joint der Welt wert, noch einmal eine solche schreckliche Zeit wie die letzten vier Monate des letzten Jahres durchleben zu müssen. Zudem macht mich mein Wille stärker. Ich treibe wieder regelmässig Sport und bin sogar noch gut darin! Ich werde in den nächsten Wochen genaustens beobachte, wie sich meine Gefühlslage über die Zeit verändert. Denn es lässt mich das Gefühl nicht los, dass ein grosser Teil der Schwankungen auf die "unter dem Gras verkommene" Emotionalität zurückzuführen ist. Das würde sich mit der Zeit einpendeln, wäre meine Vermutung richtig.

    Ich wünsche euch eine schönes Fast-Wochenende!
    Euer Leaffar

  3. #11
    Verleger Avatar von silbo
    Registriert seit
    24.10.2015
    Ort
    Essen
    Beiträge
    2.090
    Danke
    489
    1.084 mal in 764 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    @silbo: Und trotz, oder genau wegen deiner "Störung" hilfst du anderen, den richtigen Weg einzuschlagen - das beeindruckt mich. Noch vielmehr, wie du damit umgehen kannst. Egal was für eine Krankheit ich wohl diagnostiziert bekommen würde, denke ich, dass der Umgang damit wesentlich wichtiger ist als die Diagnose selbst ist. Jeder Mensch hat Höhen und Tiefen und eine Vergleichbarkeit zwischen Individuen ist halt schlicht nicht möglich, im Gegensatz zu zwei Investitionsobjekten, wie aus wirtschaftlichem Standpunkt aus betrachtet. Und da muss ich lernen, keine Musterlösung auch als eine Art Lösung zu akzeptieren. Denn das bringt mich m.M weiter als weiter nach der exakten Lösung zu suchen.
    Ist wohl den Erfahrungen aus den ganzen Kliniken geschuldet, wo ich in Krisen gelandet bin. Es sind dann sehr viele (gute) Gespräche mit Mitpatienten, sehr viele Biographien. Die Erfahrung dass es helfen kann. Mir, aber auch anderen. Nicht immer, aber dennoch. Dass es nicht immer nur der Arzt oder der Therapeut ist, der einen wertvollen Gedanken mit auf den Weg gibt. Glaub vor den Klinikaufenthalten wäre ich nie auf den Gedanken gekommen in so einem Forum viel zu schreiben.
    Hab das Forum schon mal als eine "große Gruppentherapie" bezeichnet.


    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Zur Liebe: Ich war schon länger nicht mehr verliebt.
    Habe ich mir schon gedacht und deswegen gefragt. Also nicht fragen, was an dir (" innere Hässlichkeit") falsch ist. Wir haben mal ein Spiel gemacht in einer Klinik.... zwei Menschen, jeder an einer Wand. Durften glaube ich beide nicht reden. Nur durch Beobachtung fühlen und einen Schritt auf den anderen zugehen oder stehen bleiben. Zeichen sehen, Zeichen senden. Von Distanz zu Nähe. Klingt banal, aber das was im Inneren vorgeht war doch schon recht interessant. Etwas was oft unbewusst abläuft.
    Wenn beispielsweise auf ein (oder mehrere) Zeichen von ihr keine Reaktion von dir erfolgt, bleibt es erst einmal bei "Distanz".
    Und wer würde denn auf Distanz Intimes "seiner Flamme" zuschreien (abgesehen hier vom Forum...) ?

    Schön dass es mit der Abstinenz klappt.
    »Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«

    aus "der kleine Prinz"

  4. #12
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    25.12.2015
    Beiträge
    42
    Danke
    9
    23 mal in 15 Beiträgen bedankt

    Standard

    @silbo. Ich war zwar schon lange nicht mehr verliebt, doch übers ganze 2015 hinweg habe ich mich ein wenig in eine Frau, bzw. Freundin verguckt. Als ich vor einem Jahr die ersten Gefühle/Deutungen unterdrückte ich sie, da ich relativ schnell erkannte, dass daraus nie etwas werden würde. Denn leider ist diese Frau eine Person, die gerne ihren "Marktwert" testet und es geniesst, Jungs einfach so am Haken zu halten. Das wurde mir relativ schnell bewusst, es ist ja nicht so, dass ich mich überhaupt nicht mit Frauen auskenne. Ich unterdrückte also immer wieder die Gefühle zu ihr und doch fragte ich mich auch abermals wieder, ob ich nicht doch eine Chance bei ihr hätte (nicht zuletzt weil viele Dritte meinten, sie stehe (auch) auf mich, aufgrund ihres Verhaltens ggü mir). Wir hatten auch immer eine sehr herzliche Bindung und ich denke sie mochte mich auf sehr. Aber sie hat ständig einen einzigen Typ Mann, dem ich einfach nie entsprechen werde (schon nur aufgrund meiner Herkunft ;-)) Ich mag sie als Person und finde sie innerlich und äusserlich sehr attraktiv, aber geliebt habe ich sie nie. Vor einer Woche hatte ich ein interessantes, intimes Gespräch mit einem Freund (für mich und meine Fassaden eindeutig ein Erfolg) und er riet mir auch, diese Frau zu vergessen. Ich nahm mir das zu Herzen und kam nach vielen Gedanken über sie zum Schluss, dass so eine Person doch gar nicht bereit sein kann für eine Beziehung. Als Kumpel ist sie ganz lustig, und auch wenn sie heiss ist, mehr kann sie nicht bieten und irgendwie habe ich was besseres verdient.. (ohne arrogant zu klingen). Auf jeden Fall klappt das ganz gut und ich verschwende wirklich kaum mehr Zeit damit herumzuhirnen, dass ich vielleicht einfach das "Zeitfenster" nicht sah und verpasste, oder nicht vollgas All-In ging. Ich kann erleichtert weiterziehen, indem ich diesen Stein aus meinem Rucksack nehme und ihn auf den zurückgelegten Weg hinter mir fallen lasse.

    Jetzt zu einem ganz anderen Aspekt: Gestern erlebte ich eine bizarre Situation. Ich ging mit Uni-Freunden etwas trinken. Eine Person, die gerade von einem langen Auslandaufenthalt zurückkam fragte mich, wie es mir denn so ginge. Da schoss ein andere rein und sagte so: "Das musst du ihn doch nicht fragen, dem geht's ja immer gut!". Innerlich durchlebte ich Schreckliches: Geheimnistuerei, Lügen, Einsamkeit, Sarkasmus und Selbstironie sind wohl die besten Nomen, die den Moment beschrieben. Ich hakte nach und er sagte so in die Runde: "Du hast es doch immer mit allen gut, und generell, du bist immer voll gut drauf". Naja, ich bin wirklich immer gut drauf wenn ich mit ihnen unterwegs bin, aber nicht rund um die Uhr! Ich widersprach ihm halbherzig, und das nur aus Scham. Ich fühlte mich enorm schlecht gegenüber meinen Freunden.

    Es machte mir mal wieder klar, wie wenig mich doch meine Freunde kennen. Ich erwische mich immer noch dabei, mich besser zu stellen als ich eigentlich bin. Auch das Ausschmücken von Geschichten mache ich immer noch. Und ich komme mir (im Nachhinein) richtig asozial vor. Bin ich einfach ein narzisstischer Angeber und ein Prolet, und soll ich mich damit abfinden? Statt alle meine Ecken wegschleifen zu wollen, um die zu Beginn erwähnte Selbstkongruenz zu erreichen?

    Mit dem Aufhören Kiffen läuft es Nach wie Vor gut. Gestern hatte ich das erste (!) Mal ein kleines Bisschen das Verlangen nach Gras. Ich erinnerte mich aber zügig wieder an die erbärmlichen Abenden Ende 2015 und das Bedürfnis verflog so schnell wie es kam. Ausserdem kommt nun wie erwartet eine bessere emotionale Balance zum Vorschein und mein Selbstwertgefühl steigert sich von Tag zu Tag. Ich beginne wieder wie früher, auch mit fremden Leuten zu quatschen und merke, wie ich das Leben mehr lebe. Ich kann nach 21 Tagen sagen, dass ein weiterer Schritt Richtung Glück gemacht wurde. Wie zu Beginn gesagt, es ist kein einfacher Weg und die grossen Fallen werden noch kommen. Ich habe es mir jedoch zur Lebensaufgabe gemacht, NIE wieder einen Joint in den Mund zu nehmen. Jeder Tag, an dem ich das schaffe ist ein guter Tag und bekräftigt mich in dem Gefühl, Dinge erreichen zu können. Es macht mich stärker.

    So, ich wünsche euch allen einen schönen Abend.

  5. #13
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    25.12.2015
    Beiträge
    42
    Danke
    9
    23 mal in 15 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Zusammen

    Ich habe nun die erste Hürde überschritten: 1 Monat ohne Gras. Das ist so etwa die Länge von 60% meiner Aufhörversuche. Dennch, der weg zum Glück ist steiniger als gedacht und rückt bei Selbstreflektion weiter ins Unmögliche. Ich merke, wie mich das Gras zerstörte. Ich habe immer noch wirre Gedankenströme und auch andere Macken sind noch nicht verschwunden. Ich rede mir ständig ein, es übertrieben zu haben und jetzt die Folgen dafür tragen zu müssen. Manchmal missfallen mir einfach, logische Aufgaben, nur weil ich unkonzentriert bin. Früher war das nicht so, und das nagt ganz schön an mir. Das einzig Gute daran ist, dass es mich in der Haltung gegen Gras noch mehr unterstützt. Das Schlechte ist, dass ich mich dumm und kaputt fühle. Das Gras hat mich übel zugerichtet, so denke ich.

    Lese ich den ersten Eintrag im Thread könnte ich kotzen. Ich bin immer noch der gleiche Lügner, ich bin emotional immer noch gleich stumpf und auch die Fassaden sind noch da. Klar, ich wusste, dass die Probleme nicht binnen 30 Tagen gelöst sein wären, doch ich erhoffte mir zumindest kleine Schritte in die richtige Richtung.

    Ich habe weniger Traurigkeitsanfälle, das ist wahr. Heute habe ich aber wieder so einer. Aber dafür realisiere ich andere Dinge: Mein Praktikum ist ein Witz, es kostet mich wertvolle Zeit und bringt mir so gut wie gar nichts auf der weiteren Bahn. Zudem muss ich mich schleunigst entscheiden, welchen Mastergang ich in welcher Stadt machen will. Doch eigentlich möchte ich kein Finanzguru werden, oder sonst ein asozialer Manager. Ich möchte etwas wertschöpfen, etwas das man vertreten kann. Je länger, je mehr wird mir bewusst, wohl das ganze Studium falsch gewählt zu haben. Ich habe zwei Freunde, die sind Ingenieure. Jedes Mal wenn sie von ihrem Job sprechen, werde ich traurig. Wieso?
    Dazu kommt mir gleich wieder der Gedanke, praktisch alle Entscheidungen in meinem Leben irgendwie vermasselt zu haben. Nicht nur in der Studien- & Praktikumswahl, nein, auch in Bezug auf Frauen, Freunde, Süchte. Darauf folgt die Frage, ob dieser ganze Schwachsinn nicht einfach lösbar wäre, wenn ich dem ein Ende setzen würde? Wenn ich beispielsweise allen sagen würde: "Leckt mir am Ars**, ich verlasse die Schweiz und ihr seht mich alle nie wieder". Oder mir eine hohe Brücke suchen und eine Entscheidung treffen, die ich aufgrund ihrer Natur ganz bestimmt nie bereuen werden könnte. Und schon steigere ich mich in etwas hinein. Wenn ich bedenke, dass dies ein ganzes Leben lang so weitergehen soll, kriege ich Höllenangst und all die Fragen, die im ersten Eintrag gestellt wurden, kommen wieder hoch. Nur keine Antworten dazu...

    Ich versuch jetzt irgendwie zu pennen und morgen aufzustehen. Obwohl ich mir nicht bewusst bin, für was ich diesen Müll noch genau mitmache.
    Guten Nacht.

  6. #14
    Moderator Avatar von siddhi
    Registriert seit
    21.05.2015
    Ort
    Auf Reisen...
    Beiträge
    2.266
    Danke
    2.835
    2.526 mal in 1.661 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hey leaffar,

    Habe wohl überlesen, dass Du auch aus der Schweiz kommst. Ich möchte Dir empfehlen, nicht alles nur auf das Gras zu schieben. Du weisst nicht, wo Du wärst, wenn Du kein Gras genossen hättest. Du bist ein empfindsamer Mensch. Da können auch ohne Gras Sachen auftauchen, die man lieber nicht hätte. Ich kenne Leute, die rauchen seit Jahrzehnten und haben damit keine Probleme. Ich musste eines Tages sagen, es tut mir nicht gut. Also hab ich es gelassen. Ein weiterer Grund bei mir war, dass ich glaubte, mich auch "ohne" gut fühlen zu können. Es funktioniert, kann ich Dir bestätigen.

    Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen. Alles Schritt für Schritt. Ich weiss, wie sich Zeiten des Zweifelns anfühlen. Trotzdem, dran bleiben. Es lohnt sich. Du bist "Gottfriedstutz" noch so jung, hast alles in der Hand. Gib doch nicht auf und wirf etwas weg, wovon Du nicht weisst, wie gut es werden kann. Es bedarf nun mal einer gewissen Anstrengung, etwas zu erreichen. Ich meine jetzt nur in Bezug auf Dich. Wenn Du in Dir selber gefestigter wirst, kannst Du auch mit dem Rest umgehen. Um die Ups and Downs wirst Du nicht rumkommen. Dadurch lernen wir.

    Wenn Du jetzt an Deiner Berufswahl zweifelst, setz Dich damit auseinander. Kann es nicht als Basis dienen? Ich habe auch etwas gelernt, was mir so quasi als Sprungbrett gedient hat. Bin jetzt noch zeitweise froh, diese Ausbildung gemacht zu haben, obwohl ich schon lange etwas anderes mache. Man weiss nicht, wohin es einem treibt mit den Jahren. Erstaunlich manchmal.

    Zweifel sind da, um sich damit auseinander zu setzen. Der Notausstieg ist keine gute Lösung, wenn andere Möglichkeiten vorhanden sind. Und das sind sie immer. Trau Dich doch bitte, Deine Gedanken kreativ einzusetzen und Dich nicht ständig komplett in Frage zu stellen.

    Liebe Grüsse
    siddhi
    Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus. (Demokrit)

  7. #15
    Verleger Avatar von silbo
    Registriert seit
    24.10.2015
    Ort
    Essen
    Beiträge
    2.090
    Danke
    489
    1.084 mal in 764 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Doch eigentlich möchte ich kein Finanzguru werden, oder sonst ein asozialer Manager. Ich möchte etwas wertschöpfen, etwas das man vertreten kann. Je länger, je mehr wird mir bewusst, wohl das ganze Studium falsch gewählt zu haben. Ich habe zwei Freunde, die sind Ingenieure. Jedes Mal wenn sie von ihrem Job sprechen, werde ich traurig. Wieso?
    Auch wenn ich gern auf "die Manager" schimpfe, oft ist es so dass die Ingenieure ohne diese keinen Job hätten. Oder die Produkte die sie entwickeln nicht verkaufen könnten. In guten Firmen ist es ja ein Team, das insgesamt etwas "wertschöpft".

    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Lese ich den ersten Eintrag im Thread könnte ich kotzen. Ich bin immer noch der gleiche Lügner, ich bin emotional immer noch gleich stumpf und auch die Fassaden sind noch da. Klar, ich wusste, dass die Probleme nicht binnen 30 Tagen gelöst sein wären, doch ich erhoffte mir zumindest kleine Schritte in die richtige Richtung.
    Manchmal braucht es auch ein Gegenstück, jemand, bei dem man sich gerne öffnet. Nicht jeder ist zu jedem offen und ehrlich. Glaube es wird vielleicht auch nicht immer erwartet. Ich hatte mal ne Phase wo ich auf oberflächliche "Na wie gehts" ehrlich und offen geantwortet habe. Selten so viele verstörte Blick geerntet

    Es machte mir mal wieder klar, wie wenig mich doch meine Freunde kennen. Ich erwische mich immer noch dabei, mich besser zu stellen als ich eigentlich bin. Auch das Ausschmücken von Geschichten mache ich immer noch. Und ich komme mir (im Nachhinein) richtig asozial vor. Bin ich einfach ein narzisstischer Angeber und ein Prolet, und soll ich mich damit abfinden? Statt alle meine Ecken wegschleifen zu wollen, um die zu Beginn erwähnte Selbstkongruenz zu erreichen?
    Kann sein, dass du auch davon etwas bist. Du bist aber auch derjenige, der hier sitzt und dich reflektierst. Du hast beides in dir drin. Es ist eben auch möglich (s. Gegenstück) dass das von dir verhasste Verhalten in gewisser Weise von dir erwartet wird. Vielleicht wäre es einfacher, wenn du einen Menschen oder ein paar Menschen hättest, wo du auch dein anderes Ich zeigen kannst und es dadurch stärken kannst.
    »Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«

    aus "der kleine Prinz"

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei silbo für den sinnvollen Beitrag:

    siddhi (23.02.2016)

  9. #16
    Neuling
    Themenstarter

    Registriert seit
    25.12.2015
    Beiträge
    42
    Danke
    9
    23 mal in 15 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Leute

    So, ich bin nun in der achten Woche meines neuen Lebens angelangt, und es fühlt sich Sch***** an! Ich hatte mir das anders vorgestellt, ehrlich. Ich hatte zwar nie mehr das Verlangen zu kiffen, aber etwas in mir will das nicht als positiver Erfolg verbuchen. In diesen 8 Wochen schleppte ich mich mühsam durchs Leben: Ich stand morgens auf und machte mich auf den Weg zur Arbeit, die ich inzwischen hasse (auch hierzu später mehr), gehe nach Feierabend wieder nach Hause und bin absolut antriebslos. Mich plagt die Vermutung, in eine ernsthafte Depression hineingesunken zu sein. Immer und immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mich selbst fertig mache. Heute konfrontierte ich mich mit der Frage, wen ich wohl am meisten hasse. Kennt ihr die Antwort? Ich mich selbst. Und dann kommt schon wieder eine andere Stimme in mir, die sagt es sei erbärmlich was ich hier mache, mir ginge es doch gut! Aus objektiver Perspektive könnte man schon sagen, dass es mir gut geht, doch leider geht's im persönlichem Leben rein nur um Subjektivität. Mir schiessen immer wieder Tränen in die Augen, sogar auf der Arbeit oder am Familientisch. Und ich erwische mich immer wieder bei Gedanken über Suizid, aber das Schlimmste ist folgendes Dilemma: Ich WILL ein glückliches Leben! Doch auf der anderen Seite hasse ich meinen Charakter und meine gesamten Werte (nicht die Werte, die ich vorspiele zu befolgen, sondern die, die ich wirklich befolge) wirklich fest und kann mir ein Gelingen meines Vorhabens unter diesem Aspekt nicht vorstellen. Ich hasse jeden, der sich so verhält, wie ich mich oft verhalte. Und ich bin der Meinung, dass ich als solcher Mensch mehr ein Geschwür in der Gesellschaft bin als etwas anderes, und diesen knappen Platz jemanden besserem überlassen sollte, der damit glücklich werden kann. Denn ich schaffe es einfach nicht, die einprogrammierten Werte zu brechen und erwische mich immer wieder dabei, dass ich mich eigentlich hasse, so wie ich mich verhalte. Tönt schon fast schon ein bisschen schizoid, nicht?!
    Ich befinde mich im "Zirkelbezug": Ich hasse mich, weil ich mich hasse. Ich bin nur zweitrangig traurig, dass sich meine Vorstellungen vom Leben überhaupt nicht erfüllt haben. Das Schlimmste ist, dass ich mir zu 100% die Schuld dafür gebe (würden Aussenstehende wohl ähnlich schlussfolgern). Ich bin halt ein Mensch, der die Fehler immer zuerst bei sich sucht, bevor an anderen zweifelt. Ich denke, das ist ein Relikt meinem unaufhaltsamen Willen, anderen immer Gerecht zu werden.
    Und da sind wir schon beim Punkt "Arbeit": Mit dem Kiffstopp habe ich mir die einzige Motivation/Belohnung genommen, am Morgen überhaupt aufzustehen. Zudem habe ich mit klarerem Gedächtnis begriffen, dass ich eigentlich nur total ausgenutzt werde und dieses Praktikum eigentlich überhaupt nicht rechnet. Und ich habe drei Gründe, nicht frühzeitig abzubrechen (hätte noch gut 4 Monate): 1.) Mein Kollege und "Stellenvermittler" wäre ziemlich im Stress ohne mich (suggeriere ich zumindest so) 2.) Ich brauche die Praktikumsbescheinigung, um den Abschluss zu machen, und die kriege ich wohl nicht, wenn ich einfach ginge. 3.) Wenn ich jetzt gehe, werden mich alle hassen (habe ich zum. das Gefühl) und mein Chef wird mir ein schlechtes Zeugnis ausstellen.
    Doch auf der anderen Seite halte ich es kaum mehr einen Tag länger dort aus. Meistens mache ich den ganzen Tag nichts, obwohl ich von meiner Person her sehr gerne an meine Grenzen gehe (Ich fühl mich wohler, wenn ich viel komplexe Arbeit vor mir habe, als dass ich nichts zu tun habe und beschäftigt wirken muss).

    Jedes mal wenn ich daran denke, jetzt zum Chef zu gehen und ein Gespräch zu suchen, kommen mir wieder die Selbstmordgedanken und es erscheint mir ziemlich kleinlich, jetzt da wegen so einer Bagatelle einen Aufstand zu machen.

    Nach all der Selbstreflexion kann ich wohl sagen, dass dieser Thread wohl besser unter "Depressionen" eingeordnet werden müsste, denn das ist es, zu was es sich entwickelte. Ich geh' jetzt mal spazieren. Danke an alle, die den Text gelesen haben. Schon traurig, dass ich mich an niemanden anders wenden kann als anonym.

Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Glück
    Von Gottt im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 09.10.2015, 00:57
  2. Glück
    Von martinspin im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 06.04.2014, 14:32
  3. was ist Glück?
    Von ViLa93 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.04.2013, 12:33
  4. Glück- einfach Glück
    Von Paperback im Forum Genesung
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 18.10.2012, 10:13

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •