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Thema: Der Weg zum Glück

  1. #17
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    Hallo zusammen

    Ich dachte ich besuche mal wieder den Ort, der mir vor einem Drittel Jahr die nötige Kraft und die richtige Plattform bot, um mich meiner Sucht, meinem Lifestyle stellen zu können und um die Kehrtwende einzuläuten. In den vier Monaten ohne Dauerscheibe durfte ich mich, meine Freunde und das Leben generell neu entdecken. Ich denke, als irreparabel befürchteten geistigen Folgen des Dauerkonsums sind überwunden, mein Hirn funktioniert verlässlich und schnell. Ich bin an einem entscheidenden Punkt angelangt: Wenn jemand einen Joint in meiner Anwesenheit anzündet, beschleicht mich ein Gefühl von Ruhm, Stärke und Glück und nicht mehr den Drang, nur dieses eine Mal eine Ausnahme zu machen nur um high zu werden! Wie bereits in einem Eintrag erwähnt bin ich mir bewusst, ähnlich einem trockenen Alkoholiker immer ein trockener Kiffer zu bleiben. Ich sehe das aber eher als Motivation, nie mehr in die gleiche Sch***** hinein zugeraten!

    Aber wie bereits im ersten Beitrag verkündet war der Kiffstopp nicht das ganze Ziel, sondern nur eine notwendige Bedingung um mich den darunterliegenden Problematiken zu stellen: Dem Lügen, der Gefühlslosigkeit, der Unklarheit bzw. Desorientiertheit.

    Lügen:
    Die grösste Ursache für die Fassaden sehe ich im Kiffen: Um Besuche zu bekennenden Kiffern zu verschleiern, nannte ich den Fragenden stets einen Namen einer Person, die sie zu schlecht kannten um die Lüge aufdecken zu können.
    Wie angenommen muss ich weniger (not-)lügen, da ich durch den heimlichen Cannabiskonsum kein Doppelleben mehr führen muss. Ich kann ausserdem besser mit Leuten über meine Probleme reden, und ich erlebe eine neue Tiefe in einige meiner engsten Freundschaften. Ich bemerke aber auch, dass ich mich manchmal um jenen sympatisch zu sein mit denen ich unterwegs bin. Hier werde ich noch an mir arbeiten: Ich muss noch lernen, nicht für alle der Anpassungsfähige zu sein. Manchmal sollte ich anecken, um meine Integrität, mein Rückgrat zu behalten. Ich hörte auch schon von engen Freunden, ich drücke meine Interessen zu wenig durch. Das sind Punkte, die meinen Charakter verfeinern sollen, aber bestimmt nicht in 4 Monaten geschehen. Punkto Lügen / verstellen bin ich zufrieden mit meiner Entwicklung!

    Gefühlslosigkeit
    Das Kiffen half sicher nicht die Gefühle zu verarbeiten; im Gegenteil, es führte zu der emotionalen Verstümmelung, die gerne im Zusammenhang mit Drogenkonsum verwendet wird. Auf emotionaler Ebene bin ich etwa im 16. Lebensjahr (Ist-Zustand).
    Ich konnte mich weiterentwickeln. Beispielsweise durch weniger Lügen und durch Öffnen gegenüber anderen. Ich besitze jetzt auch über eine stabilere Gefühlslage als noch vor 4 Monaten: Geschieht heute etwas gegen mein Gusto, bin ich nicht primär auf mich selbst wütend, sondern kann auch mal sagen "Tja, kann passieren" und danach ist es für mich gut. Das war früher nie der Fall. Ich muss meine Aussage oben im Zitat relativieren; ich denke so schlimm verstümmelt war/bin ich auch wieder nicht. Ich habe eine gesunde Moral, ein hohes Einfühlungsvermögen, kann mit den meisten Leuten schnell und einfach ins Gespräch kommen und habe keine soziale Scheu mehr.

    Die grösste Knacknuss bleibt aber eine richtige Beziehung zu einer Frau. Da hab ich halt überhaupt keine Erfahrung, und wenn ich in letzter Zeit etwas mit Frauen hatte (der Zugang zu Frauen fällt mir zur Zeit sehr einfach, auch weil ich heute selbstbewusster und wohl etwas intelligenter/schlagfertiger rüberkomme als früher), wollte ich am nächsten Morgen am liebsten so schnell wie möglich gehen. Eine gute Freundin meint, ich gerate halt einfach immer an die Falschen und es liege nicht an mir. Hoffe sie hat recht . Auf jeden Fall habe ich kürzlich eine super Frau (erneut) kennengelernt, und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht Hals über Kopf in sie verliebe. "Wieso, Liebe ist doch was Schönes", höre ich schon viele sagen. ist so, es ist das Schönste. Doch ich assoziiere es aufgrund meiner Vergangenheit mit Leid, mit Trauer und die Folge ist der Verlust meiner gesamten Coolness, meiner inneren Ruhe und meiner Extrovertiertheit. Wir hatten bisher nichts körperliches, doch ich bin mir sicher, kürzlich eine riiesen Chance verpasst zu haben bei ihr. Der Grund dafür war, dass ich weiche Füsse gekriegt habe. Sie erzählte mir ihre sexuellen Vorlieben & Träume und wurde mit der Situation absolut nicht klar. Ich brachte kaum mehr einen Satz über die Lippen und die Situation kippte ins Peinliche. Und ich wusste genau zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich hier, mit diesem Verhalten möglicherweise eine der schönsten Nächte am verpassen bin. Aber noch ist nichts verloren, wir stehen im Kontakt und möglicherweise ergibt sich ja noch etwas!

    Unklarheit/Desorientiertheit
    Hier bin ich wohl gänzlich auskuriert Ich durfte merken, dass dieses Leid an der Perspektivlosigkeit lag. Schon immer war ich ein Mensch, der eine Perspektive brauchte, einen Plan. Nun weiss ich was ich in den nächsten zwei Jahren mache und ich bin überzeugt, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Ich mache viel Sport, ich unternehme sonst sehr viel und mein Leben ist eigentlich gut ausgebucht, sodass ein Abend alleine zuhause mit Zeit für einen Forum-Beitrag schon sehr selten wird Schlussendlich ist diese "Baustelle" eine Folge aus den vorausgehenden Punkten. Ich habe nun eher eine Ahnung von dem was ich will, oder kann mich zumindest damit zufrieden geben, nicht alles wissen/kontrollieren zu müssen/können. Und das ist auch schon wichtig!

    Mein neues Kredo lautet: Versuche ständig dich zu verbessern, und zwar in allen Lebensbereichen! Ich schaue nicht mehr ängstlich in die Zukunft, vielmehr mit Neugierde und Offenheit gegenüber dem, was mir begegnen wird auf meinem Weg. Denn schlussendlich ist der Weg Zum Glück halt doch ein Weg, und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel.

    Besten Dank! und einen schönen Abend, wünscht euch
    Leaffar

  2. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei leaffar für den sinnvollen Beitrag:

    drcoolidgexavie (21.05.2016),silbo (28.04.2016)

  3. #18
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    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Der Grund dafür war, dass ich weiche Füsse gekriegt habe.
    Das sind doch die besten Vorraussetzungen. Zeigt, dass dir viel an ihr liegt. Ich drücke dir die Daumen.
    Und schön von dir hier wieder was zu hören.
    »Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«

    aus "der kleine Prinz"

  4. #19
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    Hi Silbo
    Danke für deine Antwort. Freut mich!
    Ich habe heute dieser besagten Frau offenbart, was ich von ihr halte und wie meine Ansichten von ihr aussehen. Ich bin aber üüüüber-froh, hab ich den Schritt gemacht und mich nicht vor den Konsequenzen gescheut. Ich habe mir gesagt; lieber weiss ich an was ich bin anstatt davon wegzurennen - wie ich ich es bisher immer gemacht habe. Sie hat mir gesagt, sie habe bereits etwas am laufen und sei zufrieden damit, und sowieso sehe sie mich eher als Kollege. Das ist eine sche*** Antwort und sie tut weh, klar. Aber das Risiko ging ich ein indem ich ihr das überhaupt mitteilte. Nichtsdestotrotz sehe ich es als Erfolg: Ohne diesen Schritt würde ich mich immer noch in der Unsicherheit wiegen. Das bleibt mir nun erspart. Ausserdem war ich zu 100% ehrlich - zu ihr wie auch zu mir selbst - und das werte ich als einen Erfolg.
    Doch im Moment nimmt es mich mit. Es gibt enorm wenige Frauen, mit denen ich mich in einer ernsten Beziehung sehen würde. Sie wäre eine davon gewesen, und bis eine nächste solche Traumfrau meinen Weg kreuzt, läuft wohl viel Wasser den Fluss hinab. Meine Gefühle für sie sind zwar da, aber auch wieder noch nicht so stark, als dass ich sie nie mehr sehen könnte, ohne mich gleich schlecht/minderwertig zu fühlen.

    Nunja, auf jeden Fall sitze ich jetzt hier, nach 3 Bier, und schreibe diese Nachricht. Ich fühle mich ein bisschen schlecht wegen den Bieren, aber es musste einfach sein. Mein Hauptziel ist immer noch die konsequente Absenz von Cannabis, und dieses verfolge/erfülle ich eisern. Ich bin mir über das Risiko einer Flucht in ein Substitut bewusst, doch ich denke nicht, dass es soweit kommen wird.

    Ich wünsche euch allen einen schönen, erholsamen Abend!

    Grüsse, Leaffar

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    Brina79SH (12.05.2016)

  6. #20
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    Hallo Leaffar,

    du siehst es bereits richtig. Es ist ein Fortschritt, dass du ihr deine Gefühle gestanden hast. Auch wenn du einen Korb bekommen hast, ist nun auch zumindest die Gewissheit da. Schließlich gibt es nichts Schlimmeres, als sich in ein unrealistisches Märchen hinein zu steigern.

    Prost auf deinen Mut und Gratulation zur bisherigen Abstinenz des Cannabiskonsums. Obwohl das Thema ja gerade aktuell in den Medien ist, daß es in Apotheken zukünftig verschreibungspflichtig erhältlich sein könnte.

    Es wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Von daher sei nicht so streng mit dir selber!

    Halt uns auf dem Laufenden, wie sich alles so bei dir entwickelt.

    Alles Gute!
    Gott bürdet jedem so viel auf, wie er tragen kann!

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    leaffar (27.05.2016)

  8. #21
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    Zitat Zitat von leaffar Beitrag anzeigen
    Ich habe heute dieser besagten Frau offenbart, was ich von ihr halte und wie meine Ansichten von ihr aussehen. Ich bin aber üüüüber-froh, hab ich den Schritt gemacht und mich nicht vor den Konsequenzen gescheut. Ich habe mir gesagt; lieber weiss ich an was ich bin anstatt davon wegzurennen - wie ich ich es bisher immer gemacht habe. Sie hat mir gesagt, sie habe bereits etwas am laufen und sei zufrieden damit, und sowieso sehe sie mich eher als Kollege. Das ist eine sche*** Antwort und sie tut weh, klar. Aber das Risiko ging ich ein indem ich ihr das überhaupt mitteilte. Nichtsdestotrotz sehe ich es als Erfolg: Ohne diesen Schritt würde ich mich immer noch in der Unsicherheit wiegen. Das bleibt mir nun erspart. Ausserdem war ich zu 100% ehrlich - zu ihr wie auch zu mir selbst - und das werte ich als einen Erfolg.
    Ich vermute dass es viel mit Timing zu tun hat....kann es aber nicht belegen. Man hat ja meist nur einen Versuch pro Mensch (bezogen auf die Frauen), dann ist das Gesagte draussen. Bin glaube ich in der Hinsicht auch kein Meister, sonst wäre es nicht bei einer Beziehung in meinem Leben geblieben. Und ständig sind die interessanten Frauen vergeben. Ist schon eine komische Sache, das mit der Liebe, dem Verlieben....
    Bist du denn bereit "aufzugeben"? Auch wenn es aus der Mode zu kommen scheint, kann man ja trotzdem einer Frau "den Hof machen", dezent, unaufdringlich, mit Freude..... aber wie gesagt, keine Ahnung ob so etwas wirklich zu Erfolg führt. Ausgehend von meinen Erfahrungen eher nicht
    »Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich.«

    aus "der kleine Prinz"

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei silbo für den sinnvollen Beitrag:

    leaffar (27.05.2016)

  10. #22
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    Hi zusammen

    Ich danke für eure Worte :-) Bei mir läuft im Moment sehr viel ab: Habe nächste Woche Master-Zulassungsprüfungen zu einer renommierten Uni, Wohnungsumzug in 3 Wochen, 2 monatige Reise in 4 Wochen und davor noch jede Menge Events - wie's halt der Juni alle Jahre so mit sich bringt. V.A. die Prüfungsvorbereitungen neben der Arbeit verdrängten das Privatleben in den letzten Wochen fast komplett und ich hatte auch nicht allzu viel Zeit, die Gefühle zu verdauen. Auch die Prioritäten sind momentan anders gesetzt, daher kümmert mich diese Frau wohl auch überhaupt nicht mehr. Spannend wäre es, wenn ich sie wiedersehen würde, denn bisher habe ich sie nicht mehr getroffen.

    Ich bin aber immer noch überzeugt davon, richtig gehandelt zu haben. Wie du sagst, Brina79SH, nichts ist schlimmer als sich in ein Märchen hineinzusteigern und die Realität verdrängen zu wollen. Entwickelt hat sich wie gesagt nichts, wir haben noch ein paar mal miteinander geschrieben, aber nur über Alltagsdinge. Ich suche den Kontakt aber auch nicht wirklich, denn es geht mir gut so!

    @silbo: Das mit dem Timing stimmt in diesem Fall wohl. Als sie mir die Abfuhr erteilt hat habe ich sie gefragt, ob ich sie an jenem Abend (s. Post vom 27.04.2016) wirklich hätte haben können oder ob ich mir das nur eingebildet habe. Sie antwortete darauf, dass sie damals zu betrunken war und sich deswegen nicht mehr daran erinnere. Ich denke aber nach wie vor, dass an diesem Abend die Chance ganz klar bestand und ich sie verpasste. Heute bin ich überzeugt, dass damals das einzige Zeitfenster für uns beide gewesen war. Aber eben, verpasst ist verpasst und Vergangenheit bleibt Vergangenheit. Von dem her, Silbo: Ja, ich bin bereit aufzugeben.

    Jetzt habe ich aber noch etwas neues für euch. Vielleicht entstand das auch nur aus den wirren Gedankengängen in meinem Kopf. Aber vielleicht ist auch was Wahres dran: Ihre Mitbewohnerin (die kenne ich schon viel länger & besser als sie) macht schon länger Anspielungen und schreibt mir total liebe SMS. Ich bringe das Gefühl nicht los, dass da etwas mehr dahintersteckt. Höchstwahrscheinlich weiss sie von meiner "Anfrage" bei ihrer Mitbewohnerin Bescheid. Sie ist eine sehr intelligente Frau, hat viele Qualitäten und sieht obendrauf noch verdammt sexy aus. Ich dachte schon einige Male über sie nach und würde sie gerne besser kennen lernen. Daher die Fragen: Soll ich mich hier etwa reinhängen und schauen was passiert? Das ist doch dreist? Kann es sein, dass sie von der Geschichte gar nichts weiss, wenn sie ihrer Mitbewohnerin gesagt hätte, dass sie mich ganz nett fände? Seit meinem letzten Korb bin überzeugt, im Deuten von Signalen wesentlich schlechter zu sein als bisher angenommen, daher kann es auch einfach eine falsche Deutung sein Was meint ihr?

    Grüsse, Leaffar

  11. #23
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    Hi Leute

    Ich schreibe mal wieder etwas in den Faden, und diesmal zwar anlässlich meines 9. Monats ohne Cannabis! Ungefähr jetzt vor einem Jahr war der Anfang meiner Beweggründe, endlich definitiv weg von der Droge zu kommen. Zusammengefasst gesagt verliess ich gewohnte Alltagstrukturen, vereinsamte weil ich das geheime Konsumieren geselligen Abenden vorzog, vernachlässigte mich selbst und stürzte schlussendlich in heftige Depressionen bis hin zu Selbstmordgelüsten.

    Heute denke nicht mehr oft an die Pflanze, nach der sich früher mein Leben richtete. Wenn ich es aber tue erfüllt mich ein Gefühl von Stolz, es geschafft zu haben. Und ich empfinde nie den Drang, wieder damit anzufangen. Zwischendurch denke ich, dass sich gar nicht so viel geändert hat in meinem Leben. Dies stört mich aber gar nicht so fest.

    Ich schreibe die erkannten Veränderungen meiner Psyche nun nachfolgend nieder.

    Unsicherheit: Früher wurde ich oft von Unsicherheiten aller Art geplagt. Auch heute gibt es viele Unsicherheiten, aber ich sehe sie eher als gegeben anstatt wie früher daran zu verzweifeln. Dieser Shift könnte auch durch meine 2-Monatigen Reise durch Asien begünstigt worden sein. Dort war ein Leben in Unsicherheiten unausweichlich.

    Belastbarkeit: Vor dem Cannabis-Stopp habe ich oft in den Null-Bock Status gewechselt wenn ich Druck gespürt habe. Bin dann mehrmals mit einem blauen Auge noch davongekommen (bzgl. Rechnungen, Deadlines, usw). Heute stelle ich mich dem Druck und mache mir einen Plan um ihn abzubauen.

    Gefühlslage: Diese ist sichtlich besser als noch letztes Jahr. Ich habe noch heute einige dieser dunklen Tage, doch das ist meist schnell wieder verflogen und vor allem versuche ich aktiv, diese Probleme zu beheben. Früher liebte ich manchmal die Situationen, in denen ich mich beschissen fühlte. Diese Tage sind vorüber.

    Sport: Ich war schon immer Sportfan, doch während meiner Suchti-Zeit war die Hürde grösser, Sport zu machen: Ich musste bis am Abend clean bleiben und ich wusste, dass meine Kondition am A**** war. Ab dem Jahr 2016 habe ich wieder damit angefangen, aktiv Mannschaftssport zu betreiben. Und ich liebe es!

    Freunde, Familie: Am besten mag ich, dass ich kein Versteckspiel mehr spielen muss. Ich muss nie mehr Angst haben, dass jemand merkt wie high ich im Moment grad bin. Das ist sehr wertvoll! Dadurch habe ich an Spontanität gewonnen und kann schöne Momente mit Familie&Freunden endlich geniessen. Nie mehr direkten Augenkontakt vermeiden, weil ich rote Augen/geweitete Pupillen habe . Mein Verhältnis zu meinen Eltern hat sich verbessert, speziell zu meiner Mutter. Ich habe das Gefühl, sie weiss mehr über mich als ich denke (ist aber anderes Thema).

    Liebesleben: Nun ja, hier hat sich noch nicht so viel verändert. Ich habe vielleicht etwas mehr "Bekanntschaften" im Nachtleben gemacht als auch schon, was aber eher darauf zurückzuführen ist, dass ich durch den Wegfall der Gras-Nächte mehr feiern war. Hinsichtlich einer ernsten Sache ist alles noch Status Quo. Der Unterschied ist, dass es mich nicht mehr so stört, bzw. dass ich besser weiss, wie damit umzugehen (dass ich mit 25 Jahren noch nie eine feste Freundin hatte). Ich hätte schon Beziehungen eingehen können, doch ich muss lieben bevor ich eine Beziehung eingehe.

    Kommunikation: Hier bin ich immer noch sehr schlecht. Ungemütliche Themen anzusprechen fallen mir schwer/kann ich nicht. Ich gehe Konflikten mit bekannten Personen aus dem Weg (mit unbekannten im Zug o.ä. ist es mir egal). Ich denke der Punkt Kommunikation hat mit dem Punkt Beziehung sehr viel gemein. Hier vielleicht noch einen kurzen Input: Mit neuen Frauenbekanntschaften hab ich nie ein Kommunikationsproblem (im Gegenteil, ich wurde schon gelobt, dass ich über alles rede und auch heikle Themen anspreche usw.). Sobald mir die Frau (böse gesagt, sorry ) viel bedeutet, kann ich meinen Standpunkt nicht mehr klar ausdrücken. Ich werde Scheu und mache mich mit meinem Verhalten (offenbar) total unattraktiv. Hier muss ich noch an mir arbeiten, leider weiss ich nicht wie. Wenn also jemand Ideen hat - ich bin auf der Suche nach Ideen

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

  12. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei leaffar für den sinnvollen Beitrag:

    Brina79SH (01.10.2016),siddhi (02.10.2016)

  13. #24
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    Hallo liebe Community

    Genau ein Jahr und ein Tag ist es her, seitdem ich den letzten Joint geraucht hab. Ich hab's einmal ausgerechnet, in meinem Leben hab ich gut 3500 Joint geraucht, dies entspricht ungefähr einem Kilo Cannabis. Ich bin extrem froh, dass ich es geschafft hab, einen Schlussstrich zu ziehen - ich hab den Entscheid keine einzige Sekunde in diesem Jahr bereut! Jedes Mal - auch gerade eben - zaubert mir der Gedanke ein Schmunzeln auf den Mund, wenn ich daran denke etwas Grossartiges erreicht zu haben. Für mich war das Jahr 2015 folgedessen ein besonders erfolgreiches Jahr. Ich habe mich einem Problem gestellt, das mich jahrelang geplagt und geprägt hat. Dadurch konnte ich im Verlaufe dieses Jahres weitere Probleme in Angriff nehmen, eliminieren und mich sukzessive weiterentwickeln. Analog einem Videospiel stieg ich Levels auf, besiegte neue Rätsel und wurde besser. Natürlich gab es auch schwierige Phasen mit viel Zweifel, in denen die Hoffnung fast aufgab. Aber ich denke ich hab es geschafft diese rückwirkend als "Ups and Downs" anzusehen. Wie jeder Mensch stehe ich noch heute manchmal mit dem falschen Fuss auf am Morgen. Der Unterschied zu früher ist, dass ich heute damit umgehen kann und es für mich nicht der Weltuntergang ist. Ich leide zwischendurch immer noch unter falsch getroffenen Entscheidungen, doch irgendwie ist mir nun bewusst, dass ich die Zeit nicht zurückdrehen kann und das Jetzt umso wichtiger ist.

    Ich durfte in diesem Jahr vielen Leuten "geben" und "nahm" nicht nur immer; ich konnte ehrlicher werden; ich schaffte es gegen Ende 2016 sogar vermehrt, schwierige Themen anzusprechen und gemeinsam eine Lösung zu suchen. Ich kann meine Interessen besser vertreten und bin authentischer geworden.

    Zu Beginn des letzten Jahres zweifelte ich daran, ob dieser Thread in die Rubrik "Genesung" gehört, doch mittlerweile bin ich überzeugt davon, dass er hier richtig aufgehoben ist. Ich persönlich werte das Erreichte als absoluten Erfolg und allein diese Tatsache gibt mir unendlich viel Kraft, weitere Probleme und Hindernisse in Angriff zu nehmen. Im ersten Thread hab ich ein drehendes Hamsterrad erwähnt, aus dem ich auszubrechen versuchte. Heute weiss ich, dass ich nicht das Hamsterrad selbst verlassen musste, sondern lediglich den Rückwärtsgang rausnehmen, um endlich mit Vollgas in die richtige Richtung zu düsen!

    Ich bin froh, dass dieses Forum exisitiert. Ich habe hier viel Kraft schöpfen dürfen und bin überzeugt, dass meine Kehrtwende dadurch einfacher war.

    Ich wünsche euch in diesem Sinne ein ganz frohes neues Jahr. Möge es mindestens so erfolgreich sein wie das letzte! :-)

  14. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei leaffar für den sinnvollen Beitrag:

    Pullus (02.01.2017),silbo (02.01.2017),TrailBridge (02.01.2017)

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