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Der Zug ist abgefahren..
Hallo Leute!
Der Titel lässt ja direkt nichts gutes hoffen und das war glaub ich auch mein Ziel 
Ich bin ein Faulpelz - durch und durch. Ich habe noch nie im Leben freiwillig gelernt und jetzt mit 20 Jahren auf dem Buckel wurde mir endlich klar, was für einen MIST ich verzapft habe!
Kurz zu meinem Werdegang:
1996-2000 Grundschule
2000-2006 Realschule (Schnitt 2,6)
2006-2008 Berufskollen (mit Fachhochschulreife Schnitt 3,6/ im ersten Jahr 2,8)
SS2009 Studium Wirtschaftsinformatik begonnen an einer Uni die 50 Km von meiner Wohnung liegt
Und bist jetzt bin ich immernoch im 1. Semester und das Zeitlimit für das Grundstudium läuft ab bzw. ist abgelaufen.
Die Grundschule war recht einfach für mich. Ich musste nie lernen und hatte doch gute Noten. Habe nur beinahe den Einzug ins Gymi verpasst. Hätte ich jedoch gelernt, wäre ich wohl jetzt ein ganz anderer Mensch - das muss man wohl aber nicht erwähnen :/
Die Realschule war hart. Ich war der Jüngste in der Klasse, das ständige Mobbingopfer. Selbst meine vermeindlichen Freunde mobbten mich. Gegen Ende der Realschulzeit hatte sich das jedoch zum Glück gelegt. Habe selbst nur EINMAL während der Realschulzeit gelernt und das auch nur für ein Fach wo ich wegen Praktikum auf einer 5 stand. Hab dann für eine Klausur gelernt und die 5 zu einer 3 verwandelt, worauf ich sehr stolz war - damals zumindest, aber immerhin!
Das Berufskolleg war genau wie die Realschule. Ich habe nie gelernt. Habe das erste Jahr mit einem recht guten Schnitt abgeschlossen, aber das lag daran, das ich das meiste an Wissen im Kopf behalte. Im zweiten Jahr musste man das Wissen halt noch einsetzen und da hab ich auf der ganzen Linie versagt. Ich hätte den Abi-Schnitt verbessern können während den mündlichen Prüfungen, doch ich tats nicht. Grund: zu faul..
Irgendwie hab ich es geschafft einen Studienplatz zum Sommersemester zu bekommen. Die Uni lag 50 Km von meiner Wohnung entfernt und ich hatte keine Lust dort hinzuziehen. Ich musste also früh aufstehen, um zur Uni zu gelangen.
Die erste Woche war ich voll motiviert. Die zweite Woche nur noch halbwegs und ab der dritten Woche war ich überhaupt nicht mehr in der Uni.
Das Semester war für mich also gelaufen, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte was so in den Prüfungen abgefragt wurde. Also entschied ich mich für das nächste Semester - um dort wirklich durchzustarten.
Ich war am ersten Tag anwesend, anschließend nicht mehr.
3. Semester gleiche Vorstellung: Tag vor dem Beginn des Semesters total motiviert ins Bett, am nächsten Tag nicht mal aufgestanden.
Erst dachte ich mir, ich lern einfach zu hause. Hab ein Tag lang zuhause was gemacht, dann nichts mehr.
Das Grundstudium dauert 2 Jahre und ich habe 1 1/2 Jahre für nichts und wieder nichts verschwendet.
Da kann ich mir nur auf die Schulter klopfen und sagen: Ich gibs auf! Du packst niemals was!
Naja.. erst war ich total depri, weil ich keine Ahnung hatte wie ich was retten soll. Zudem hatte ich Panik wegen meinen Eltern. Irgendwann hab ich mich entschlossen, meinen Leben wieder in den Griff zu bekommen und so habe ich mir einen kleinen Plan ausgearbeitet, womit ich mein Leben wieder in den Griff bekommen sollte.
Kurzfassung vom Plan:
Studium abbrechen, Zivi machen, anschließend 6 Monate totschlagen mit Job etc. Ausbildung suchen, BOS bewerben oder mit genügend Wartesemester in ein neues Studium springen
Aber jetzt habe ich starke Zweifel an mir selbst. Schaff ich das? In den letzten Jahren habe ich nie was geleistet also muss ich mich ernsthaft fragen: Kann ich meinen Plan durchziehen? Wie kann ich mich richtig motivieren? Wo kriege ich Hilfe?
Ich weiß, ich bin der einzige Mensch auf dieser Welt, der mir wirklich helfen kann, aber ich hoffe sehr das ich vielleicht von euch paar Tipps bekomme, wie ich meine langjährige Faulheit überwinden kann und mich motiviert halte, um meinen Plan durchziehen zu können. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit meinem Problem, man weiß ja nie. Zudem denke ich das ich mit der Erarbeitung dieses Plans einen Schritt in die richtige Richtung gemacht habe und ich brauche halt nur Hilfe diesen Weg einzuhalten.
Joa hoffe ihr könnt mir helfen mit irgendwas...
MfG Tori
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Hi Tori,
ja ... das hört sich nicht so toll an. Ich überlege, wie ich an Dein Problem rangehen soll und ziehe zum Vergleich meine Erfahrung, ich hoffe, das ist genehm.
Es gibt Menschen, die sind zum Lernen wie geschaffen. Ich zum Beispiel. Ich liebe das, ich stehe darauf, ich könnte den ganzen Tag zu Hause sitzen und lernen, lesen, schreiben etc. Ich bin beinahe süchtig nach Wissensstoff ;-) (geile Sucht, oder?)
So, der Kontrast: Ein Bekannter. Der hat das alles nur gelernt, weil er es musste; nun ist er mit seiner Lehre fertig und interessiert sich für nichts mehr, was mit Büchern etc. zutun hat (ich verurteile das nicht, nicht, dasss man das so sieht! Überhaupt nicht ... leben und leben lassen).
Ich will damit sagen, Tori: Vielleicht bist Du nicht für das Lernen geschaffen ... es sollte Spaß machen, Du solltest es als Herausforderung ansehen aber Deine geschriebenen Zeilen vermitteln nur eine Art von "Krampf" und ... Desinteresse. (Liege ich falsch, bitte korrigieren!)
Hast Du mal "gearbeitet", also körperlich, nicht nur geistig?
Manchmal braucht der Mensch auch einen Ausgleich. Bei mir gibt es zum Beispiel Tage, an denen ich morgens Kant lese und nachmittags meinem "körperlichen" Job nachgehe.
Mal darüber nachgedacht, etwas anderes anzustreben?
Oder: Mal darüber nachgedacht, woher das Müssen eines abgeschlossenen Studiums kommt? (Eltern zum Beispiel ... oder irgendwelche Wertvorstellungen der Gesellschaft)
LG
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Danke für die Antwort Madness 
Also ich fang mal oben an 
Wenn du mir mit deiner Erfahrung helfen kannst, ist das sehr schön.
Ich habe mir früher oft Gedanken drüber gemacht. In meiner Realschulklasse gabs 2 Schülertypen, einer wie du und der andere wie dein Bekannter.
Jedoch hatte der "Bekannter" (ich nenn den mal jetzt so) eine totale Abneigung gegenüber allem. Ihm hats genervt, wenn die Lehrer ihm etwas beibringen wollten, ihm hats genervt, als wir was lesen mussten oder rechnen oder sonst was.
Ich habe den Unterricht an sich schon immer genossen und ich habe auch aufgepasst - sonst hätte ich kaum die Chancen gehabt, es irgendwie auf eine Uni zu schaffen.
Ich erinnere mich noch an meinen Vorfall mit dem Praktikum und drauffolgende Klausur: Nachdem ich ein Gespräch mit meinem Lehrer hatte, wo wir über meine mangelnde Leistung gesprochen hatten, war mir klar: wenn ich jetzt nicht anfange zu lernen, dann geh ich den Bach runter. Also hab ich am Tag vor der Klassenarbeit hingesetzt und habe 2-3 Stunden gelernt.
Eine Woche später bekamen wir die KA zurück und ich war begeistert. Ich hatte so eine krasse Note, die ich niemals erwartet hätte. Mir war klar, das wenn ich weiterlernen würde, würde ich mehr solcher Glanzleistungen bringen, aber direkt nach dieser Bestleistung verlor ich die Lust am Lernen - obwohl ich zugeben muss das es sehr viel Spaß gemacht hat.
Kurz noch: was habe ich statt dem lernen gemacht? Fern gesehen oder PC oder sowas. Ab und zu hab ich sogar die Zeit genutzt um Bücher zu lesen. Also so ein krasser Fall wie der "Bekannte" bin ich zum Glück nicht. (ich weiß, Schadenfreude ist nicht gut aber ich bin glücklich das ich nicht so bin wie dein Bekannter oder mein Kumpel aus der Realschule)
Nun ja.. Desinteresse oder Krampf ich weiß es nicht. Seit der Grundschulzeit habe ich immer die nächste Stufe ohne zu lernen erreicht. Und mir ist klar geworden, das genau DAS mein Fehler war. Alles auf die leichte Schulter zu nehmen und einfach warten bis sich alles fügt.
Ich habe in den letzten Wochen viel nachgedacht, über das was aus mir geworden ist und was ich eigentlich gerne hätte werden können. Was ich werden möchte und was nicht.
Meine Eltern waren immer der Auffassung, das ich immer weiter lernen sollte und erst spät arbeiten sollte. Erst hab ich gedacht: cool, kann mich dann weiter bei ihnen durchschnorren (ich weiß.. ich hasse mich ja schon selbst dafür)
aber dann wurde mir klar, das meine Eltern irgendwann weg sein werden und ich dann ohne gar nichts da stehen würde. Seit dem Punkt kam ich auch ins Schwanken ob ein Studium - zumindest dieser Studiengang nichts für mich ist.
Und während des Schreibens ist mir das mit der Herausforderung immer wieder durch den Kopf gegangen. Ich hab nämlich ein Hobby wo ich fast jeden Tag an Hindernisse stoße, an denen ich erst wachsen muss. Ich sehe diese Hindernisse als Herausforderung und nach und nach meistere ich diese auch und komme mit meinem Hobby auch weiter.
Ich schätze, wenn ich das machen kann, was ich möchte dann würde ich das auch als Herausforderung sehen können und mich ständig aktiv halten.
Also vielen vielen vielen Dank für diesen Tip mit der Herausforderung
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Neuling
Hey Tori!
Kleiner Gedankenanstoss von mir.....
Grundschule...dann Gymi...war alles voll geil ich war echt gut dann kams der Faule Abschnitt und damit der Untergang für mich....runter auf Realschule nicht mal mehr den Abschluß geschafft und ich war mal echt gut ohne groß zu lernen immer um nen 2 Durchschnitt.....Dann klar Lehre kein Bock gehabt mit dem Abschluß lief einfach nichts was mich interessiert hat!
Anstatt mich damals mit 19 oder 20 nochmals hinzusetzen und doch noch die Biege bekommen habe ich bis Heute es nur geschafft mal hier und mal da zu Arbeiten.....Jetzt mit 30 ist sowieso alles zu spät und ich hänge einfach in dem Leben fest daß ich mir mit meiner Faulheit selbst angetan habe....Nein ich bin nicht glücklich damit und ich hätte vieles soviel besser haben können!!!
Also mein TIP mach es einfach nicht so wie ich sondern schau daß Du Dich für DEIN zukünftiges Leben Fit bekommst in allen Sachen jetzt hast Du noch die Energie dafür und noch ist nichts verloren.
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Der folgende Benutzer bedankte sich bei ella1979 für den sinnvollen Beitrag:
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Danke Ella
Ich werde mir deine Worte sehr zu Herzen nehmen. Tut mir Leid für dich, das es dich offensichtlich schlimmer erwischt hat als mich (wenn man das überhaupt vergleichen kann..)
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Neuling
Bis jetzt kann man es wirklich noch nicht total vergleichen und ich hoffe Du schaffst das auch so, daß man es niemals wirklich gleichsetzen muß die Beiden Wege
LG
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Neuling
Tori, mir gehts sehr genauso wie dir. 
1995-1999 Grundschule, immer gute Noten, nie gelernt.
1999-2008 Gymnasium, fast nie gelernt, aber Interesse am Unterricht gehabt wenn ich dann doch mal für eine Klausur gelernt hat kam auch mal ne 1 oder ne 2 raus, ansonsten- miserabler Abischnitt.
Studium kreucht so vor sich hin.
Zufällig habe ich eine Arbeit gefunden, die mich begeistert. Und durch die Liebe zum Beruf tu ich alles dafür, ich lerne schnell, arbeite gut, gebe alles. Meine Vorgesetzten sagen sogar, ich sei die Beste.
Man muss wohl nur den Mut haben, das zu tun, was einen wirklich begeistert. Dann läuft das auch.
Übrigens - auch wenn das Studium langweilt, so ist es doch ein super "Vorwand" viele Praktika zu machen, gerade in den Semesterferien. Schau dir verschiedene Betriebe an, die dich interessieren und vielleicht findest du DEN Job den du machen willst.
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