Hallo liebe Community,
ich schreibe hier, weil es mir im Moment leider nicht gut geht und ich auch nicht wirklich mit jemandem über meine Probleme sprechen kann. Ich hoffe es ist nicht schlimm, dass es schon ähnliche Themen im Forum gibt aber keines passte so wirklich auf meine Situation und ich wäre wirklich sehr dankbar für ein paar Tipps, Meinungen und Anmerkungen.
Ich bin perfektionistisch, definitiv - aber glücklich: definitiv nicht. Ich habe ein sehr gutes Abitur gemacht und studiere nun Wirtschaft an einer sehr guten Uni, aber bei meinen letzten Klausuren habe ich lauter Konzentrationsfehler gemacht und zum ersten Mal in meinem Leben total und völlig versagt.
Ich fühle mich wertlos und müde, dabei denke ich dass mein Perfektionismus darin begründet ist, dass man sich gerade NICHT wertlos, ungeliebt etc. fühlen möchte. Erst das Mobbing und die Einsamkeit haben mich in der Schule zu guten Leistungen gebracht - als Kompensation und als Bestätigung, denn wenn ich schon keine Freunde hatte, hatte ich wenigstens gute Noten - darüber habe ich seit dieser Zeit sehr stark meinen eigenen Wert, meine Persönlichkeit definiert.
Seit diesen letzten verhauenen Klausuren fühle ich mich niedergeschlagen, erschöpft, müde, leer, wertlos. Ich habe das Gefühl immer nur für eine perfekte Karriere gelebt zu haben, für einen Auslandsaufenthalt, ein Jahr Auszeit blieb keine Zeit und die Semesterferien sind komplett mit einem Praktikum ausgefüllt. Ich glaube mir wurde alles zu viel, ich wurde immer reizbarer, hatte Panikattacken vor den Klausuren und habe diese dann auch trotz guter Vorbereitung scheinbar sinnlos in den Sand gesetzt.
Meine Gedanken kreisen nur um diese Noten, ich wache nachts auf und mir fallen Fehler auf, ich habe keinen Appetit mehr...und noch schlimmer: niemanden wirklich zum Reden, keine wirklichen Freunde, keine Geschwister und meine Eltern sind beruflich voll ausgelastet. Ich habe keine Träume, keine Ziele mehr und weiß nicht wie ich mein Leben umstellen kann, man verharrt zu sehr in alten Angewohnheiten - ich kann mich einfach nicht von dem überzogenen Anspruch an mich selbst lösen, obwohl gerade der mich unglücklich macht, der Grund dafür ist, dass ich das Gefühl habe, immer "existiert" aber nie "gelebt" zu haben. So hatte ich z.B. auch noch nie einen Freund.
Und obwohl ich dass alles weiß kann ich es nicht ändern. Ich weiß selbst, dass das total paranoid klingt, jeder normale Mensch würde sagen: "Kopf hoch und schau nach vorn, Noten sind nicht alles." Mein Verstand sagt mir auch immer "sei rational", aber meine Seele kann einfach nicht loslassen.
Ich denke ich sollte noch sagen, dass ich früher (!, heute ist das nicht mehr so) sehr in der Kritik meines Vaters stand und im Streit auch öfter Worte wie "Nichtsnutz" gefallen sind. Zu dieser Zeit (auch wirtschaftlich schwierig für meinen Vater, heute haben wir eine sehr gute Beziehung) wurde ich auch häufig mit meinen Mitschülern verglichen ("...aber X hat einen Freund, Y zieht sich flotter an, Z macht dies..."). Nach außen war ich aber immer das "Aushängeschild", jede meiner "Erfolge" wurde gleich an Verwandte und Bekannte weitergegeben. Dabei habe bin ich doch nur so ehrgeizig geworden, da ich unglücklich war! Und jetzt komme ich aus der Spirale nicht mehr heraus.
Wie kann ich mehr Selbstwertgefühl aufbauen, mein Leben verändern/verbessern - insgesamt einfach auch mal glücklich werden? Tut mir Leid wg. dem langen Text aber schon einmal
ein großes Dankeschön für eure Hilfe!!!


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren
was kann ich tun? Was tut ihr? Welche Hobbies können helfen und wo holt ihr euch Bestätigung/Anerkennung (komme mir häufig einfach immer dumm und nicht "genug" vor)?

Lesezeichen