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Thema: Die Arbeit verfolgt mich - bzw. ich nehme sie mit ...

  1. #1
    Neuling
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    Frage Die Arbeit verfolgt mich - bzw. ich nehme sie mit ...

    Guten Morgen erstmal :-)

    ... überall hin, auch in die Freizeit, eigentlich habe ich mich mittlerweile (so wurde mir von Freunden erschreckenderweise bestätigt) auf 2-3 Grundthemen reduziert, Arbeit, Krankheit, PC -- stimmt leider auch, wenn man es mal objektiv betrachtet..

    Ich erlege mir auf der Arbeit Stress auf wo andere schon sagen, dass ich mich krankschreiben lassen soll wegen meines Rückens (ist schon operiert, mein Gang ist schief, habe Kreuzprobleme) .. letzte Woche war es so weit - ich habe den Tag einfach mal begonnen ohne Schmerztablette am Vorabend oder Morgen und kam kaum beim Anziehen klar. Also nahm ich allen Mut (den brauche ich gar nicht haben, bin schon lange in der Firma, keine Sorgen eigentlich in dem Zusammenhang) zusammen und habe - ja ich habe meine Kollegen im Stich gelassen ^^ - eigentlich Blödsinn, ich bekomme seit Krankschreibung Tag 1 regelmäßig Cortisonspritzen und bin erstmal ne Woche krankgeschrieben wobei selbst der Orthopäde meinte, ich sehe nicht nur rückenmäßig irgendwie belastet aus.

    Klar, denn ... ich sitze jetzt krank zu Hause, habe ein schlechtes Gewissen dass die da alle alleine sitzen, dass sie sich das Maul zerreissen könnten (ein mancher / eine manche) und - so gesehen - Cortison hilft ja - fühle ich mich leider auch schon wieder gut, auch wenn meine Betrachtung von "gutfühlen" glaube ich eine sehr eigene ist - es zieht in der Schulter, es piekt im Kreuz noch - aber ich kann mich wieder gerade hinstellen, also ... zack ... ist ein schlechtes Gewissen da.

    Wenn ich gesund bin und arbeiten gehe verfolgt mich der Arbeitstag, die Kollegen, alles noch bis nach Hause, dann drängt es mich, darüber jemanden zu erzählen, z. b. am Telefon, läuft dann ein Film liege ich da und überlege, was der und der Kollege mit irgendeiner Aussage gemeint haben könnte oder ob ich vergessen habe den Rechner runterzufahren oder wie ich die nächste Bestellung machen kann mit welchem Lieferanten und überhaupt - also total unwesentliches.. aber ich "teile" einen Teil meines Lebens seit 24 Jahren mit dem Laden ... habe einen neuen Freund, der sieht die Sache recht pragmatisch und meinte dass ich mir eigentlich ununterbrochen selber schade und ihm damit im Endeffekt auch - mag er sogar recht haben - aber ich kann nicht anders, die blöde Firma ist allgegenwärtig, ich trau mich kaum vor die Tür weil ich gesehen werden könnte (so ein Quark - ich soll ja spazierengehen damit das Kreuz wieder ein wenig entlastet wird) - ich unterwerfe mich nicht vorhandenen Zwängen, sprich den eigenen ... mir wurde von allen Seiten empfohlen mich doch noch länger krankschreiben zu lassen - aber ich will das nicht weil es mir schon wieder besser geht ... dafür bekomme ich natürlich dann privat einiges um die Ohren ... eigentlich steckt mein Leben voller selbstauferlegter Zwänge und den damit logischerweise verbundenen Kritiken - es ist sauspät, ich kann nicht schlafen weil ich überlege ob mein Kollege angerufen hat am Vormittag als ich nicht da war (Arzt, Spritze) - eigentlich würde ich jedem anderen sagen er soll mal locker bleiben aber nein, ich überlege warum er es dann kein 2. Mal probiert hat (habe von irgendwann die Firmennummer auf dem Display, könnte aber auch schon viel länger her sein *grübel* anrufen will ich auch nich, ist mir zu peinlich ^^ gehe nie zum Fürst, wenn du nicht gerufen usw. ;-)

    Also will ichs im Prinzip der Firma recht machen, dann hab ich da meine Ruhe, eigentlich möglichst auch noch meinem Kerl, dann hab ich zu Hause keine Diskussionen, ich weiß gar nicht, wie es aussehen würde, wenn ich es mir einmal selber recht machen würde, ich könnte nicht mal sagen, was ich wirklich will, manchmal könnt ich alles hinschmeißen aber vor nichts hab ich mehr Angst als vor dem, was da dann alles kommen kann, leider bin ich ja in einem im heutigen Arbeitgebersinne recht behaglichem Vertrag. Glaub ich ^^ ..

    Sonst schlaf ich abends saumüde ein (höre Hörspiele damit ich bissl von Arbeit abgelenkt bin) und wache morgens auf mit dem freunlichen Gedanken dass die Firma wartet - ich gehe nur noch sehr widerstrebend hin, die Atmosphäre ist sehr unerfreulich, liegt aber nicht an den Kollegen, das nebenbei) - aber jetzt wo ich mich erholen sollte/müsste bin ich wach wie 100 Mann, hatte ja jetzt auch schon 4 Tage der Entspannung .. das war jetzt ironisch gemeint :-(

    Weiß gar nicht wovor ich Angst habe - vielleicht dass ich für einen Simulanten gehalten werde weil Rückenschmerzen hat angeblich jeder ^^ ich weiß auch, dass man sich auf die verdammte Krankheit als recht gesunder schon ganz gut krankschreiben lassen kann ... daher ist ein gebrochenes Bein oder eine Blinddarm-OP überzeugender leider...

    Gibt es irgendwo ne Therapieform, die so Leute wie mir helfen können? Die es allen recht machen wollen? Eigentlich will ich EINES nicht: STRESS -aber seid Euch sicher, dass ich mir genau den verursache ... abends hänge ich paralysiert vorm PC und versuche mich abzulenken oder vor einem Film (nehme ich nur unbewusst wahr wie gesagt) - draußen überströmen mich noch mehr Gedanken an meine diversen Probleme - okok, das würde den Rahmen sprengen ^^ - als in meiner Bude, daher bin ich lieber drin.

    Vielen Dank für das geduldige Lesen :-)

    und erst recht für ne Idee für dieses Hamsterrad =)

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Tach Nachtelb,

    nach Lesen Deines Threads komme ich zum Schluss dass Du im wesentlichen
    zwei Probleme hast :

    1.) Du hast zu wenig was Dich in Deinem Privatleben zufriedenstellt

    2.) Du kannst von der Tretmühle "Arbeit" nicht abschalten

    Punkt zwei hängt zweifelsohne mit Punkt 1 zusammen.


    Grundsätzlich ist es lobenswert dass Du ordentlich jeden Tag Deiner Arbeit nachgehst aber glaube nicht eine Sekunde lang dass Dir irgendwann dafür gedankt wird wenn Du Dich mit solchen körperlichen Gebrechen jeden Tag zur
    Arbeit schleppst. Werde Dir dessen erstmal bewusst bevor Du weitere Schritte
    unternimmst.

    Gruss
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Gast1006
    Gast

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    Hallo,

    manchmal kann es auch sein, dass man (wenn auch spät) erkennen muss das der Job nicht zu einem paßt oder umgekehrt.

  4. #4
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Nachtelb,

    Dein Post liest sich, als ob Du dich momentan nur noch darauf konzentrierst, "Irgendwie zu funktionieren" ...

    ... habe einen neuen Freund, der [...] meinte dass ich mir eigentlich ununterbrochen selber schade [...] aber ich kann nicht anders,
    Die Frage wäre dann ja: warum kannst Du nicht anders?
    Deine eigenen Bedürfnisse stellt Du anscheinend völlig hintenan, selbst wenn sie noch so legitim sind, und setzt die Priorität ausschließlich darauf, den Job unter allen Umständen "durchzuziehen".

    Wovor hättest Du Angst, wenn Du Deine Prioritäten anders setzen würdest?
    Gibt es Erwartungen, die Du glaubst, unter allen Umständen erfüllen zu müssen - eigene Erwartungen an Dich selbst, Erwartungen, von denen Du annimmst, dass sie von außen an Dich gestellt werden?
    ... eigentlich steckt mein Leben voller selbstauferlegter Zwänge und den damit logischerweise verbundenen Kritiken ...
    "Selbstauferlegt" ...
    Weil Du sie selbst als "richtig" ansiehst - oder weil Du glaubst, dass dies "berechtigte" Zwänge sind, denen Du Dich unterwerfen müsstest, weil sowas von Dir erwartet werden darf?

    ... aber ich "teile" einen Teil meines Lebens seit 24 Jahren mit dem Laden ...
    Wirklich nur einen Teil ... oder ist es nicht vielleicht inzwischen schon mehr geworden ... viel mehr?

    Bist Du nicht vielleicht schon an dem Punkt, wo es nur noch darum geht, all den Ansprüchen und all den Anforderungen gerecht zu werden, die jeden Tag in Deinem Job auf Dich zuzukommen scheinen?

    Bleibt Dir überhaupt noch der Raum, Dich um die Dinge angemessen kümmern zu können, die Du bräuchtest, um auch die nötige Kraft hierzu zu tanken?
    Der Ausgleich im Leben, die Dinge, die Freude machen und die man "nur für sich selbst" macht, die kleinen Belohnungen und Motivatoren - findet da noch etwas statt?
    Oder müssen sie immerzu warten, bis vielleicht mal Zeit für sie sein könnte?

    Vielleicht ist da jetzt etwas Projektion bei mir im Spiel, mag sein: eine ähnliche Entwicklung, wenn auch vor dem Hintergrund meiner ganz persönlichen "Defizite" und Prägung, hab ich über zehn Jahre lang mitgemacht (das Spiel mitgespielt ) - um dann am Ende mit burn out alles verloren zu haben ...
    Zum großen Teil lags an meiner eigenen Einstellung mir selbst gegenüber.
    Niemanden enttäuschen dürfen; immer alles absolut korrekt, ja: perfekt, machen müssen; meine "Pflicht erfüllen, den Erwartungen anderer immer zu 100% gerecht werden ...
    Und: Angst ...!

    Angst zu versagen; Angst, meine Familie "im Stich zu lassen", falls mein mich wehren zum Jobverlust führen könnte; Angst, zu dumm, zu unfähig für einen Job zu sein; etc. pp.
    Und: wenn ich die Dinge nicht abarbeite, dann macht es eben keiner - und sie landen dann mit dem Stempel "sofort - egal wie ..." eh am Ende auf meinem Tisch ...
    Ich bin der Firma, meinen Kunden, Gott und der Welt verpflichtet - ihre Bedürfnisse kommen immer vor meinen eigenen (von denen ich immer weniger wusste, wie sie denn nun aussehen ...).

    Plus: ein guter Teil Kompensation ...
    In meinem Job kannte ich mich aus - in meinem restlichen Leben eher nicht.
    Mit der Arbeit konnte ich mich auch den dortigen Fragen und Konflikten entziehen ...

    Zu viel Fixierung aufs Funktionieren und immer weniger Blick und Gespür fürs Leben ...
    Und zu diesem gehören die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
    Wie sieht es bei Dir mit ihnen aus? Kennst Du sie ... und: wie wichtig sind sie Dir?

    Also will ichs im Prinzip der Firma recht machen, dann hab ich da meine Ruhe ...

    ... eigentlich möglichst auch noch meinem Kerl, dann hab ich zu Hause keine Diskussionen ...
    Nochmals ein

    Und beides schließt sich aber aus - zumindest so, wie Du es momentan angehst: konzentrierst Du Dich so stark auf den Job, wie Du es zu müssen glaubst, dann leidet die beziehung ... konzentrierst Du Dich auf Deine Beziehung so, wie Du es dort eigentlich solltest, dann fühlst Du den Job als vernachlässigt ...
    Eine "Lösung" hast Du ja: Job first ... die aber nicht befriedigt, im Gegenteil ...

    Wäre es da nicht vielleicht sinnvoll, erst einmal Deinen eigenen Standpunkt herauszufinden, Deine eigentlichen Prioritäten neu zu bestimmen?
    Raus aus diesen Einflüssen und mal Dich auf Dich selbst konzentrieren?
    Es gibt da Möglichkeiten "auf Gelb" ...
    Schon mal einen Besuch beim Therapeuten ins Auge gefasst ... bevor alles zusammenbricht?

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