Guten Tag!

Ich werde hier einige meiner Gedanken, bzw. Texte veröffentlichen, die mir im Laufe der Zeit gekommen sind. Bitte respektiert, dass es meines ist und ich es auch nicht groß erklären werden...will...zumindest jetzt nicht.
Wem dazu etwas einfällt - vor allem Antworten auf manche Fragen! - Ideen, neue Gedankenanstöße etc., ich höre es gerne.

Beginn Tagebuch-Einträge:

27.06.10

"Es geht darum, die Erlösung zu finden, an einem Ort, wo sie nicht zu vermuten ist. Sei es aus Dummheit, aus Naivität oder aus der puren Gier danach. Ich würde es als Hoffnung bezeichnen, sie dort zu finden – obgleich aller Zweifel daran.
Eigentlich ist es ein Zwang. Der Zwang zu glauben, dass man sie findet. Denn, wenn nicht...

Wie es sein wird? Die Suche danach?
Ich habe Angst davor. Wie vor so vielem.
Vor den ganzen Blicken der Menschen. Wie Pfeile, wenn sie einen anstarren; die Haut durchbohren und im Fleisch stecken bleiben, bis man völlig davon gespickt ist.
Und vor dem Gefühl der Leere. Dem Moment, an dem man es zu viel ist und dieser kleine Tropfen Wasser in dieser Hölle scheinbar unauffindbar ist. Zeit hat dann keine Bedeutung. Ob es fünf Minuten sind oder Zehn. Das macht dann keinen Unterschied mehr. Alles um Dich herum wird sich bewegen, doch Du alleine bist ganz still, starr. Verharrst an der ein und derselben Stelle. Die Gesichter fliegen an Dir vorbei, Dich nicht verstehend oder fragend blickend. Wenn sie Dich denn überhaupt in ihrem Wahn bemerken.
Die Frage nach dem Danach darf man eigentlich gar nicht stellen...Es geht weiter. Wie ein zäher Brei, der Dich langsam mit sich mitnimmt und der Dir Deine Freiheit erstickt. Wohin führt dieser Strudel der Sinnlosigkeit?
Ja...ein Strudel...Das wäre jetzt gut...Essen ist immer noch der Moment, indem alle Gedanken sich um nur dieses eine drehen – es ist eine Ruhe vor der Suche, vor dem Fehlen von etwas.
Essen bis man platzt...Bis man so schwer ist, dass einem der Strudel nicht mehr bewegt.
Eigentlich kann man nichts. Hat man nichts. Außer der Erwartung, der Hoffnung, die man sich macht. Auf was auch immer kommen wird, in der Mitte."

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23.08.10

"Die Anderen machen einem Angst. Einsamkeit hilft. Dort draußen ist es wie ein Meer. In dem man schwimmen MUSS. Die Menschen auf der Straße. Mir kommt es vor, als würde ich ihre Emotionen aufsaugen. Wie ein Schwamm. Sehe ihre Gesichter, ihr Alltagsverhalten, vielleicht sogar auch ihre Probleme. Ich habe zuviel Gefühl für sie – obwohl ich noch nicht mal weiß, ob das, was ich über sie denke, denn wahr ist.
Ich bin egoistisch und auch nicht. Mir fehlt es an Abgrenzung, wenn die anderen da sind, in denen ich mich letztendlich langsam auflöse. Und sie glauben, in dem Spiegel das zu sehen, was – ja, was eigentlich? Was sie sehen wollen? Oder sie sind? Es ist auch egal. Denn sie blicken gerne in den Spiegel. Er reflektiert.
Einsamkeit tut gut.


Immer sind es die Väter. Die ****** Väter!
Er kann es nicht.

...Und letztendlich übertragen sich alle Probleme auf das Kind. Von beiden Seiten.
Es hat gar keine andere Wahl, als zu reagieren. Sich davon abzugrenzen; das versteht es noch nicht. Hat noch nie einer zu diesem frühen Zeitpunkt."

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04.09.10

"Manchmal dreht sich die Welt so, als wenn ich etwas getrunken hätte, aber dabei habe ich nichts getrunken. Die Formen der Hauswände zerfließen, verschmelzen miteinander und ergeben so wieder ganz neue Formen.

Wenn ich die anderen Menschen sehen, tut’s weh. Es ist, als ob ich in einem Glaskasten säße, sie sehen könnte, sie auch mich – wenn sie mich denn beachten – aber irgendwie bin ich kein Teil von deren Welt. Keiner von ihnen...Ich komme ja noch nicht mal aus dem Kasten raus.

Eigentlich ist alles Schmerz.
Gut aussehen durch Sport ist Schmerz. Muskelfasern reißen.
Abnehmen ist Schmerz. Hunger.
Essen ist schmerz. Übelkeit. So viel gegessen zu haben, weil es einem während des Essens gut ging, bis sich der Magen unnatürlich weit gedehnt hat.
Lieben ist Schmerz...Wobei...Eigentlich kann ich darüber nicht viel sagen.

Eigentlich wartet man nur auf’s Ende. Warum? Weil man zu feig war, es selbst zu tun. Wenn man wirklich wollte, hätte man es gemacht. Man hätte keine Angst vor dem Schmerz gehabt. Aber wieder ist es er. Und sein Bruder. Angst und Schmerz – die Variabeln des Lebens. Wenn man dann stirbt, ist man tot. Glaubt man. Zumindest kann man ja nichts dafür. Ist einem halt so passiert.
Aber wie viele Schmerzen man bei einem „natürlichen“ Tod hat, das sieht man nicht.

Warten auch die anderen?

Das Schlimme an der Sache ist dieser kleine Funke Hoffnung. Dass, während man wartet, es irgendwie besser wird, irgendetwas passiert. Dass einem ein Baum auf den Kopf fällt und die Schädeldecke zermatscht, so dass man gar nichts mehr spürt, oder dass jemand kommt. der zeigt, dass es anders geht. Irgendwie. Ist ja auch nicht so wichtig.

Ob sie es auch spüren?

Als ich anfing mit den Scherben zu spielen, sie zu kleben und in eine Form zu fügen, hätte ich nicht gedacht, dass mich ein Gebilde von ihnen jemals umgeben würde. Ich frage mich, ob es das einzige ist, was ich daraus hätte bauen können oder ob mir irgendwo ein Fehler unterlaufen ist, es einfach falsch ist.

Aber was ist es denn, verdammt? War das Glas einfach nur zu filigran oder warum ist es kaputt gegangen? Hatte es keine andere Wahl, als einfach dem Druck nachzugeben oder war der Druck zu hoch? Und wenn schon! Was heißt das?! Als Konsequenz für das Glas?"

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24.10.10

"Ein Mensch, der mit dem Rücken zu einem liegt, hat sich meist dafür entschieden. Es heißt, dass er in Ruhe gelassen werden möchte, für sich sein möchte und auf jeden Fall nicht befummelt werden will. Aber versteht man nicht. Denn das Klein-Hirn ist stärker als das Über-Ich. Das ist ja noch nicht mal im Gehirn ordentlich lokalisiert, oder?. Das Klein-Hirn hingegen hat ein ordentliches Haus, aus dem es heraus operieren kann. Und das hat man gemerkt. Gleich zweimal innerhalb von 5h. Das Kotzen kam erst später. Anfangs war es die Ruhe vor dem Sturm. Der Sturm selbst erwies sich als Gleichgültigkeit. Vielleicht das einzige Vernünftige, was man in der Situation hätten fühlen können. Wenn man schon nicht die Stärke hatte, ordentlich abzublocken...Naja. Man wollte auch nicht irgendwo in der Pampa in der Kälte herumlaufen um 04.00 Uhr morgens. Aber Schlaf bekam man trotzdem dort nicht."

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28.10.10

"Manchmal fühlt man sich von der Welt ausgeschlossen. Vom Leben.
Man hat nichts, worüber man sich selbst definieren könnte. Manche Menschen reden von Lust. Lust etwas zu tun, zu machen, Lust zu haben. Doch man möchte nichts. Nur zusammengepresst werden, bis man ganz klein ist oder der Leere in einem nachgeben und sich völlig ausbreiten lassen. Man kämpft. Aber wogegen? Vor allem: Wozu?
Man lacht über die Menschen, wie sie ihrem Alltag nachgehen und wichtig mit irgendwelchen Büchern in der Bahn sitzen. Man müsse ja lernen und sich vorbereiten. Für das System. Es ist lächerlich. Da gerade man selbst diese Normalität vermisst und zugleich ablehnt und sich über sie lustig macht.
Jemand sagte mal, diese Menschen hätten ihre Träume nicht gelebt und seien deswegen so. Vielleicht. Aber sie haben ein System. Wenn auch keine Träume. Was macht ein Mensch, der weder ein System um sich herum, noch Träume hat?

Wenn ich sie sehe, wird mir ganz komisch. Ob am Bahnhof, im Bus oder in der Stadt. Sie wirken so normal und stechen doch aus der Menge heraus. Ich möchte so wie sie sein. Aber bin es nicht. Ich möchte ihnen nah sein, dass sie mir nahe sind – in der Hoffnung, dass sich etwas überträgt davon. Und gleichzeitig will ich sie in Stücke zerreißen und sehen, wie jedes einzelne Teil zerfetzt wird.
Ich bin weder heil, noch kaputt. Wieder dazwischen. Das ärgert mich. Wäre ich heil, wäre es gut. Wäre es kaputt, könnte ich es akzeptieren. Aber die Tatsache, weder das Eine noch das andere gänzlich zu sein und nicht zu wissen, wieso und wie man auf eine der beiden Seite gelangt, aber man weiß, dass man es könnte, löst einen auf. Vielleicht ist es einfach nur mangelnde Entscheidungsfreude.

Man spürt eine Grenze in sich. Sie weitet sich immer mehr, drückt alles weg, auf das sie stößt. Und dahinter ist – man weiß es:
Nichts."