Ich weiß irgendwie nicht so recht, wo ich anfangen soll oder was ich nun schon wieder für ein Problem habe. Jedenfalls in den letzten paar Wochen ist mir aufgefallen, dass sich bereits früh am Morgen alles zusammen krampft, wenn ich an die Arbeit denke. Ich kann mich eigentlich nicht beklagen, dass ich zu viel Arbeit hab, fühle mich aber in letzter Zeit trotzdem überfordert und total angespannt.

Ich arbeite mittlerweile schon sieben Jahre in diesem Betrieb. Die Kollegin, die mich damals eingeschult hat, hat mich sehr oft auf meine Fehler aufmerksam gemacht, sodass ich damals das Gefühl hatte, sie würde nur danach suchen, aber das finde ich im Nachhinein nicht so schlimm. Ich weiß, dass sie es nicht böse meinte und bin ihr heute dankbar, da ich dadurch sehr wachsen konnte und meine Leistungen immer besser wurden. Ich würde sogar behaupten, dass meine Leistung viel besser war, als die der meisten Kollegen.

Wie das Leben eben so spielte, ließ sich diese besagte Kollegin nach ein paar Jahren versetzen und da ich ihre Vertretung war, musste ich mich zusätzlich zu meiner Arbeit auch noch um ihre kümmern. Es gab zwar auch andere Kollegen, aber irgendwie schaffte es kaum jemand neben seiner eigenen Arbeit auch noch mir zu helfen. Die Folge war, dass es Beschwerden gab, weil es so lange dauerte, bis die Arbeit gemacht wurde und ich konnte mich dafür rechtfertigen, dass ich nicht mehr konnte, als wie eine Wahnsinnige zu arbeiten. Dieser Zustand dauerte ein paar Monate an, war dann jedoch vorbei, als eine neue Kollegin in den Betrieb kam.

Doch diese Kollegin war zu Anfang das komplette Gegenteil von ihrer Vorgängerin. Sie brachte ihre Arbeit einfach nicht auf die Reihe und ich konnte mir immer wieder irgendwelche blöden Äußerungen von ihr anhören, wenn ich ihr helfen oder ein paar Tipps geben wollte. Das hatte zur Folge, dass ich meinen Mund hielt und derartige Gespräche vermied. Zwar hatte sich der oberste Chef unserer Klinik sich bei unserer Vorgesetzten über sie beschwert, er wolle sie nicht mehr haben, aber dennoch nicht erreicht, außer dass die Kollegin sich mehr zusammen riss. Da fing das Klima bereits an zu bröckeln und unser Team sich zu spalten.

Das ist jetzt schon einige Jahre her. Immer wieder gab es Auseinandersetzungen und unsere Vorgesetzte hatte nichts besseres zu tun, als unsere stellvertretende Leitstellenverantwortliche auszutauschen. Nach und nach änderte sich unser Team. Neue Kollegen kamen hinzu und andere wurden versetzt. Vom alten Team sind wir nur mehr zu zweit. Ich bin irgendwie traurig darüber, dass sich nicht nur an den Personen etwas geändert hat, sondern auch an den Werten, so etwas, wie Zusammenhalt gibt es längst nicht mehr. Da gibt es Leute, die tun nur das, was sie tun müssen und schaun dann in die Luft. Und dann gibt es Kollegen, die sich über jeden Schwachsinn aufregen, was mitunter auch nervenraubend ist.

Ich weiß nicht woher dieses Gefühl kommt und warum ich es habe, aber ich fühle mich in letzter Zeit einfach nur überflüssig. Ich reagiere äußerst überempfindlich darauf, wenn mir jemand von den neueren Kollegen etwas sagt, weil ich schon Jahre länger auf diesen Posten sitze und ich das Gefühl habe, dass kaum jemand auf mich hört bzw. mich nur abweist, wenn ich mal was zu sagen habe. Ich fühle mich einfach nicht mehr respektiert.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich langsam schon urlaubsreif bin, aber ich schaffe es in den letzten Tagen nicht mehr, mich auf die einfachsten Dinge zu konzentrieren. Ich fühle mich unruhig und unsicher. Heute zum Beispiel hatte ich Hitzewallungen und Schweißausbrüche, mein Herz klopfte, wie verrückt und ich habe das Bedürfnis einfach nur meine Ruhe haben zu wollen. Ich weiß nicht so recht, ob und wie ich mit meinen Kollegen darüber reden soll. Ich hatte zwar schon Andeutungen gemacht, blieb aber mit dem Gedanken zurück, dass sie mich sowieso nicht verstehen würden. Wie auch? Ich hab ja nach außen hin kein Problem. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll, ich fühl mich einfach nicht mehr wohl in meiner Haut.

Wäre es sinnvoll, wenn ich mich nach so vielen Jahren einfach versetzen lasse? Dank unserer Gruppenspaltung gibt es nur eine Kollegin, mit der ich mich wirklich gut verstehe. Auch sie hat Probleme mit dem Rest des Teams. Es gab nämlich heimlich ungerechtfertigte Beschwerden über sie, weswegen sie Ärger bekam und das Vertrauen zu ihnen verlor.

Hoffe mein Text ist nicht allzu verwirrend. Es ist verdammt schwer eine so lange Geschichte zusammen zu fassen.