Hallo ihr Lieben!
Ich hätte mal eine Frage. Für die meisten von euch wird die Frage wohl sehr absurd sein, oder ihre Antwort etwas völlig selbstverständliches, aber für mich persönlich ist es unverständlich und daher würde ich gerne eure Ansichten dazu hören (bzw. lesen)
Also...
Wie kann eine Mutter ein Kind lieben, das sie von Grund auf überhaupt nicht versteht? Sie begreift die Handlungen, Denkweisen, und moralischen Vorstellungen und Ideale des Kindes nicht und interessiert sich absolut nicht für dessen Interessen bzw. findet zu den Thematiken absolut keinen Zugang. Sie interessiert sich auch nicht für das, was dem Kind (auch auf emotionaler Ebene) extrem wichtig ist. Sie äußert selbst seit der frühesten Kindheit des Kindes immer wieder, dass das Kind anders ist ("wie verdreht", "umgekehrt") und sie es deshalb ständig in den verschiedensten Situationen absolut nicht verstehen kann. Wie kann eine Mutter ein solches Kind so sehr lieben, dass sie es intensiv vermisst und oft schmerzerfüllt an die Trennung von diesem Kind denkt (wenn es erwachsen und ausgezogen ist)? Obwohl die Beziehung zu dem Kind nie besonders eng war? Obwohl sie das Kind im Grund gar nicht "kennt"? Obwohl das Kind extrem verschlossen war?
Natürlich könnte man umgekehrt fragen: Wie kann das Kind so eine Mutter lieben. Es könnte die Geborgenheit und Freundlichkeit sein, die die Mutter ausstrahlt, ihr sehr netter und herzlicher Charakter. Die Mutter wird das Kind aber wohl kaum aufgrund solcher Charaktereigenschaften lieben können - denn sie hat das Kind als abweisend erlebt - und bezeichnet es manchmal als "unfreundlich und zickig". Weil sie Schutzhandlungen des Kindes in für das Kind emotional aufwühlenden Situationen als einfache Charakterfehler fehlinterpretiert. (Wo man wieder bei dem "nicht verstehen" wäre), und das Kind sei ein "Schwarzes Schaf, Problemkind". (nach ihrer Aussage)
Kann es sein, dass sie eine Illusion liebt, die sie von dem Kind hat? Illusionen davon, wie sie glaubt, dass das Kind ist, weil sie das tatsächliche Wesen des Kindes nicht erfassen kann? Oder ist dieses Lieben eine Art Wunschdenken, wie sie das Kind gerne hätte?
Oder neigen Mütter einfach dazu, ein Kind zu lieben egal wie schlimm oder anders es ist, einfach nur, weil es ihr Kind ist? Worauf basieren diese Muttergefühle?
Ich weiß, es klingt für euch hochgradig absurd. Aber was hat es mit dem Argument "Weil es ihr Kind ist" auf sich? Wie kann man jemanden nur aufgrund naher Blutsverwandtschaft lieben, obwohl man im Grunde nur miteinander gewohnt hat, aber sonst keinerlei Verbindungen bestehen? Obwohl man aneinander vorbeigelebt hat? Obwohl das Miteinander leben wie eine WG war, fast nonverbal, ohne tiefere Interaktionen aufgrund der völlig verschiedenen "Welten". WG-Bewohner wären einander in so einer Situation piep-egal gewesen. Wieso ist das plötzlich anders, nur weil der eine das Kind der anderen ist?
Hoffentlich fühlen sich hier Mütter und werdende Mütter nicht auf den Schlips getreten (...und auch Väter und werdende Väter, weil man diese Fragestellungen auch auf Väter bezeihen kann, ich dies in diesem Fall aber nicht gemacht habe, weils sonst noch wesentlich unübersichtliger geworden wäre). Ganz ehrlich, ich verstehe es einfach nur nicht - und würde es gern verstehen.
Viele Grüße aus dem Norden
Tagtraum![]()


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wie töricht, klingt das heute in meinen ohren*lach*
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