psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 10

Thema: Die Liebe einer Mutter?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    17.09.2010
    Beiträge
    10
    Danke
    1
    2 mal in 2 Beiträgen bedankt

    Standard Die Liebe einer Mutter?

    Hallo ihr Lieben!

    Ich hätte mal eine Frage. Für die meisten von euch wird die Frage wohl sehr absurd sein, oder ihre Antwort etwas völlig selbstverständliches, aber für mich persönlich ist es unverständlich und daher würde ich gerne eure Ansichten dazu hören (bzw. lesen )

    Also...

    Wie kann eine Mutter ein Kind lieben, das sie von Grund auf überhaupt nicht versteht? Sie begreift die Handlungen, Denkweisen, und moralischen Vorstellungen und Ideale des Kindes nicht und interessiert sich absolut nicht für dessen Interessen bzw. findet zu den Thematiken absolut keinen Zugang. Sie interessiert sich auch nicht für das, was dem Kind (auch auf emotionaler Ebene) extrem wichtig ist. Sie äußert selbst seit der frühesten Kindheit des Kindes immer wieder, dass das Kind anders ist ("wie verdreht", "umgekehrt") und sie es deshalb ständig in den verschiedensten Situationen absolut nicht verstehen kann. Wie kann eine Mutter ein solches Kind so sehr lieben, dass sie es intensiv vermisst und oft schmerzerfüllt an die Trennung von diesem Kind denkt (wenn es erwachsen und ausgezogen ist)? Obwohl die Beziehung zu dem Kind nie besonders eng war? Obwohl sie das Kind im Grund gar nicht "kennt"? Obwohl das Kind extrem verschlossen war?

    Natürlich könnte man umgekehrt fragen: Wie kann das Kind so eine Mutter lieben. Es könnte die Geborgenheit und Freundlichkeit sein, die die Mutter ausstrahlt, ihr sehr netter und herzlicher Charakter. Die Mutter wird das Kind aber wohl kaum aufgrund solcher Charaktereigenschaften lieben können - denn sie hat das Kind als abweisend erlebt - und bezeichnet es manchmal als "unfreundlich und zickig". Weil sie Schutzhandlungen des Kindes in für das Kind emotional aufwühlenden Situationen als einfache Charakterfehler fehlinterpretiert. (Wo man wieder bei dem "nicht verstehen" wäre), und das Kind sei ein "Schwarzes Schaf, Problemkind". (nach ihrer Aussage)

    Kann es sein, dass sie eine Illusion liebt, die sie von dem Kind hat? Illusionen davon, wie sie glaubt, dass das Kind ist, weil sie das tatsächliche Wesen des Kindes nicht erfassen kann? Oder ist dieses Lieben eine Art Wunschdenken, wie sie das Kind gerne hätte?

    Oder neigen Mütter einfach dazu, ein Kind zu lieben egal wie schlimm oder anders es ist, einfach nur, weil es ihr Kind ist? Worauf basieren diese Muttergefühle?


    Ich weiß, es klingt für euch hochgradig absurd. Aber was hat es mit dem Argument "Weil es ihr Kind ist" auf sich? Wie kann man jemanden nur aufgrund naher Blutsverwandtschaft lieben, obwohl man im Grunde nur miteinander gewohnt hat, aber sonst keinerlei Verbindungen bestehen? Obwohl man aneinander vorbeigelebt hat? Obwohl das Miteinander leben wie eine WG war, fast nonverbal, ohne tiefere Interaktionen aufgrund der völlig verschiedenen "Welten". WG-Bewohner wären einander in so einer Situation piep-egal gewesen. Wieso ist das plötzlich anders, nur weil der eine das Kind der anderen ist?

    Hoffentlich fühlen sich hier Mütter und werdende Mütter nicht auf den Schlips getreten (...und auch Väter und werdende Väter, weil man diese Fragestellungen auch auf Väter bezeihen kann, ich dies in diesem Fall aber nicht gemacht habe, weils sonst noch wesentlich unübersichtliger geworden wäre). Ganz ehrlich, ich verstehe es einfach nur nicht - und würde es gern verstehen.

    Viele Grüße aus dem Norden
    Tagtraum
    Geändert von Tagtraum (21.09.2010 um 03:40 Uhr)

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tagtraum für den sinnvollen Beitrag:

    A Day In The Life (25.10.2010)

  3. #2
    Lib
    Lib ist offline
    Schreiberling
    Registriert seit
    26.05.2010
    Beiträge
    432
    Danke
    224
    292 mal in 164 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Tagtraum,
    auch ich habe ein Kind, das mir sehr fern ist und es vom ersten Moment an war, obwohl es ein absolutes Wunschkind war. Er ist objektiv betrachtet schwierig, das hat die Ehe sehr belastet (die es mittlerweile nicht mehr gibt), aber andere Menschen sind schon immer besser mit ihm klargekommen als ich. Er lebt mittlerweile bei seinem Vater und der Abstand tut uns gut.
    Es ist nicht so, dass ich mich nicht um ihn gekümmert habe, im Gegenteil. Ganz lange dachte ich, es sei meine "Schuld", dass er so ist und ich müsste ihn ändern, weil ich wahrnahm, wie er sich selbst immer wieder im Weg stand. Er hat Ergotherapie gemacht, Atlastherapie, Päpki etcpp.
    Habe immer wieder versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, zu wissen, was in ihm vorgeht - dabei wollte er eigentlich immer nur in Ruhe gelassen werden.
    Bereits als Baby hat er sich, wenn ich ihn auf dem Arm hatte, schreiend mit beiden Armen von mir weggestoßen.

    Vielleicht wäre es besser gewesen, ihn einfach sein zu lassen, keine Ahnung.

    Lieben tu ich ihn trotzdem, er ist mein Kind. Und er fehlt mir auch, wenn ich ihn nicht sehe. Und wenn er dann bei mir ist, gehen wir uns nach kürzester Zeit unglaublich auf die Nerven.

    Gaby hat in einem Beitrag zu Beziehungen letztens mal geschrieben: Liebe, die blockiert ist und nicht fließen kann, tut weh. Warum sollte das zwischen Eltern und Kind nicht den gleichen Regeln gehorchen...?

    LG
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
    Entweder Du machst Licht, dort wo Du bist,
    oder Du gehst in die Sonne.


  4. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    20.01.2010
    Ort
    NRW
    Beiträge
    589
    Danke
    73
    137 mal in 88 Beiträgen bedankt

    Standard

    Mutterliebe ist glaub ich mit keiner anderen zu vergleichen wenn sie da ist.

    vielleicht weil man sich von der Zeugung an verantwortlich fühlt wie man es ja auch in der Tierwelt findet. Solange die "Brut" nicht selbstständig überleben kann ist das Muttertier da und verteidigt die Jungen bis aufs Blut.

    Es ist in meinen Augen ein Instinkt, ein Trieb der verschieden stark sein kann.

    Erst wenn die "Jungen" überlebensfähig sind verlässt es das Nest oder den Bau.

    Ich würde zu jeder Zeit für jedes meiner Kinder durchs Feuer gehen aber ich hoffe jedesmal das sie gelernt haben Wege allein zu gehen. Aber vermissen tu ich sie jede Sekunde die sie nicht bei mir sind, obwohl ich genau um diese Zeit auch froh bin......widersprüchlich und doch ganz einfach.

    Bedingungslose Liebe zu Menschen die sich neben mir entwickeln und das nicht immer wie ich sie haben will. Das heisst nicht zwangsläufig, dass man auch zusammen leben kann, das man den anderen ersteht sondern das man ihn akzeptiert. Manchmal geht das halt besser aus der Entfernung. Trotzdem vermisst man den Menschen im Herzen......

  5. #4
    Neuling Avatar von moonlight77
    Registriert seit
    13.10.2010
    Ort
    BW
    Beiträge
    23
    Danke
    17
    24 mal in 20 Beiträgen bedankt

    Standard

    Mutterliebe ist selbstlose liebe, ich habe selbst 2 kinder, bin relativ jung mama geworden und kann es mir nicht mehr ohne sie vorstellen. Wenn sie trennungsbeding, ein we bei ihrem vater verbringen, vermisse ich sie sehr aber ich habe gelernt, sie ein bissl loszulassen und auch die zeit für mich so anzunehmen und sie zu genießen. Das konnte ich nicht immer, kurz nach meiner trennung, hatte ich immer schuldgefühl, den kindern den vater genommen zu haben, dabei war er nie ein guter vater, obwohl ich das immer alle glauben lies wie töricht, klingt das heute in meinen ohren*lach*

    Ich würde sofort, ohne mit der wimper zu zucken, für jedes meiner kinder in den tod gehen.


    Blut ist dicker wie wasser, selbst wenn man vielleicht zu geschwistern etc kein so gutes verhältnis hat, hass ist das gegenteil von liebe, demnach denke ich, es sind sehr starke emotionen da und sie werden ein lebenlang bestand haben, ob man will oder nicht und erstrecht, als mütter und väter
    Und es kam der Tag, an dem das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde, als das Risiko zu blühen.

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei moonlight77 für den sinnvollen Beitrag:

    A Day In The Life (25.10.2010),Eyes Of Faith (13.10.2010)

  7. #5
    Schreibkraft
    Registriert seit
    24.09.2010
    Beiträge
    280
    Danke
    21
    5 mal in 4 Beiträgen bedankt

    Standard Mutterliebe

    Hallo Tagtraum,

    Sie begreift die Handlungen, Denkweisen, und moralischen Vorstellungen und Ideale des Kindes nicht
    <...> und interessiert sich absolut nicht für dessen Interessen bzw. findet zu den Thematiken absolut keinen Zugang. Sie interessiert sich auch nicht für das, was dem Kind (auch auf emotionaler Ebene) extrem wichtig ist. <--->
    Meiner Meinung nach liegt die Problematik im markierten Absatz...
    solange "Mutti" sich nicht interessiert, wird sie keinen Zugang zum Kind finden. Und wenn sie sich nicht für die emotionale Ebene ihres eigenen Kindes interessiert, dann frage ich mich allen Ernstes, warum hat sie dann Kinder in die Welt gesetzt?

    Sie äußert selbst seit der frühesten Kindheit des Kindes immer wieder, dass das Kind anders ist ("wie verdreht", "umgekehrt") und sie es deshalb ständig in den verschiedensten Situationen absolut nicht verstehen kann.
    Siehe oben .


    Natürlich könnte man umgekehrt fragen: Wie kann das Kind so eine Mutter lieben. <--->
    Worauf basieren diese Muttergefühle?
    Also erstmal:
    Kinder lieben ihren Eltern/Mütter immer, egal, was sie ihnen antun oder auch nicht! Kinder hinterfragen, analysieren, reflektieren (noch) nicht. Sie lieben erstmal "einfach" nur und, ganz wichtig: sie vertrauen.

    Worauf basieren diese Muttergefühle?

    Auf Liebe, einfach nur Liebe.
    So war es jedenfalls bei mir, meinen Kindern gegenüber.
    Und wenn du liebst, dann kommt das Interesse von ganz allein, dann verstehst du die Handlungen, Denkweisen usw. usw. deines Kindes ganz automatisch...

    Ich kann da nur von mir sprechen - in dem Moment, als mir diese beiden Babys damals auf den Bauch gelegt wurden, war sie da, diese Liebe...
    sie ist tief, warm, weich und unendlich...
    so einfach ist das ... so einfach.

    Viele Grüße,
    auch aus dem Norden

  8. #6
    Neuling
    Registriert seit
    25.10.2010
    Beiträge
    3
    Danke
    2
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Ja

    ich kann mich den Vorrednern nur anschließen...

  9. #7
    Schreiberling
    Registriert seit
    14.05.2010
    Beiträge
    533
    Danke
    45
    203 mal in 129 Beiträgen bedankt

    Standard

    man trägt sie neun monate in sich. es ist ein ziemlich irres gefühl, wenn man seine hände auf den bauch legen und von innen winzig kleine händchen und füsschen spüren kann. sie sind so süss und schutzlos, wenn sie zur welt kommen und zumindest in meinem leben hat sich zu dem zeitpunkt alles geändert. vorher konnte ich schlafen wie ein murmeltier, aber beim kleinsten pieps meines sohns war ich wach. ich bin mit sicherheit kein muttertier, aber die eigenen kinder sind was besonderes, zumindest für die meisten mütter und natürlich auch väter...

  10. #8
    Gesperrt
    Registriert seit
    26.06.2010
    Ort
    in der nähe von duisburg
    Beiträge
    61
    Danke
    2
    3 mal in 3 Beiträgen bedankt

    Standard

    sie liebt es, weil ein *******endes tamagotchi etw. besonderes ist.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Die liebe Mutter???
    Von Lolle im Forum Durchsetzungsvermögen
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 06.05.2010, 21:27
  2. Meine Mutter
    Von oli1 im Forum Träume
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 23.12.2009, 13:48
  3. Meine Mutter....
    Von mareile im Forum Durchsetzungsvermögen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.12.2009, 23:44
  4. meine Mutter
    Von Keks im Forum Durchsetzungsvermögen
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 14.07.2009, 07:43
  5. Die liebe liebe Arbeit
    Von Gast2000 im Forum Mobbing
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 08.09.2008, 07:44

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!