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Thema: Die Maske.....

  1. #1
    Neuling
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    Standard Die Maske.....

    ...hab ich schon längst abgenommen. Die Scherben lagen vor mir, ich hab angefangen, Stück für Stück abzutragen.....und dabei in den Spiegel zu schauen.
    Mich selbst sehen.....meine Fehler, meine Erlebnisse......und die tiefen Rillen, die dennoch geblieben sind.....


    Alles begann als ich mich selbständig machte 2006.....ich war verheiratet, hab eine kleine Tochter von heute 8 Jahren....und wir waren uns einig, mein Mann und ich, gemeinsam diesen Weg zu gehen.
    Es lief gut an, meine Freiberuflerkarriere wurde somit erfolgreich weitergeführt, doch ich war mir dessen immer bewußt, das die ersten Jahre sehr schwer sind....ich kniete mich rein.....arbeitete....das meine Familie es mal besser hat. Doch dadurch verstärkte sich auch der Druck, der auf mir lastete....denn ich wußte auch um die Wünsche meines Mannes und ich spürte zunehmend, das er sich gerne mit der "Selbständigkeit seiner Frau" schmückte.

    Auf mein Bauchgefühl konnte ich mich immer verlassen. Auch wenn ich es nicht immer gleich einsetzte.

    Eines Tages dann, ging mein Mann.....es ginge so nicht weiter.....auf meine Frage, ob eine andere Frau dahintersteckt, verneinte er. Das war 2008 im März. 6 Wochen später erfuhr ich, das doch eine andere Frau dahinter steckte, unsere gemeinsame Freundin....es war die Freundin, die mir bereits seit über einem Jahr damals das berühmte Bauchgefühl verschaffte.....Auf meine offenen Fragen, ob etwas zwischen den beiden sei, verneinten beide und empörten sich, wie ich nur soetwas denken könnte.....

    Und so reihte sich Eines nach dem Anderen......Wasserschaden im Laden, Geschäftswagen Totalschaden......und Wirtschaftskrise. Zudem setzte man mir eine Baustelle nach der anderen vor den Laden.

    Meine Tochter war bei mir, lebte bei mir.......und vor gut einem anderthalben Jahr begann mein Exmann dann den Streit um sie. Er wollte sie bei sich haben. Richtergespräche folgten, auch bei mir zu Hause mit meiner Tochter.....und dieses leidvolle Dasein, dieses in der Luft hängen.......nicht zu wissen, wo man landen darf, weil es ja in der Macht eines Außenstehenden stand, war Grund für mich genug zu sagen: Papa, zieh deinen Antrag zurück, ...ich will mein Kind wieder als Kind sehen.....und nicht als mutierten Erwachsenen, der versucht, seine kraftlose Mutter wieder auf die Beine zu bringen.

    So geschah es dann auch.....meine Kleine lebt seit Ostern letzten Jahres bei ihrem Papa....und ich hab zur selben Zeit meinen Traum an den Nagel gehängt....weil ich keinerlei Kraft mehr hatte....weder für mein Kind, noch für mein Geschäft, geschweige denn für mich selbst......

    Das wichtigste war mir, das meine Tochter ihre Kindheit wieder hat, ihr "unbekümmert sein".....und das Lächeln, dieses Aufatmen, was ich spürte, als sie landete, war fast eine Heilung meiner Seele.....
    Zur selben Zeit trennte ich mich von meinem Laden, meinem Traum.


    .....in dieser Zeit bereits liebte ich einen Mann, der leider nicht fähig dazu war, zu mir zu stehen....wie ich jetzt feststellte....es lange schon spürte, doch die Ereignisse ließen mich es mehr und mehr fühlen.

    Auch da von mir der Schlußstrich.
    Nach einem anderthalben Jahr......voller Liebe, und ich weiß auch, das sie gegenseitig war.....nur das Handeln auf seiner Seite fehlte.....

    Nun ist 3 Tage vor Weihnachten mein Papa gestorben, einfach so......während der Trauerfeier seines Onkels....mitten in der Kirche......
    Mein Trost ist, das er seine gesamte Familie um sich hatte dabei.....und das er nicht gelitten hat...er ist einfach friedlich eingeschlafen.......mit 59....was für mich immer noch so unfassbar ist......das er aus seinem Leben gerissen wurde.....so jung....er wollte doch seinen 60sten im März so schön feiern......


    Ich begreif es einfach nicht.....weine oft deswegen.....


    Nun sitze ich seit Juli letzten Jahres hier in meiner Festanstellung, geniesse die Sicherheit, das Geregelte.....ob Urlaub, ob Frei.......und versuche mit meinem Festgehalt den Schuldenberg zu mindern, der mir blieb......
    Leider hab ich eine Chefin, der die Menschlichkeit gänzlich abhanden gekommen ist.....sie versucht uns Kollegen gegeneinander auszuspielen......keiner traut sich was mehr.....

    Die eine Kollegin geht nun, nach langer Zeit, erfüllt sich ihren Traum......sie nimmt die andere Kollegin mit.......was mich selbst sehr freut......


    Seitdem gehts mir aber so richtig beschissen, ich bin seit einer Woche krankgeschrieben, hatte nur noch Kopfweh und Übelkeit, Magenschmerzen, Rückenschmerzen......weil ich weiß, das ich alleine übrigbleibe, und das ziemlich bald......
    Heut hab ich meine ersten Bewerbungen weggeschickt, und ich weiß nicht, was morgen passiert, wenn mein Arzt mich sieht.

    Da ist Angst......einfach nur Angst.....

    .....und so, wie ich mich heute fühle, könnte ich am Montag nicht in der Arbeit stehen.....
    Ich hab selbst mit meiner Chefin gesprochen......aber.....das war sinnlos.....


    Ich weiß, das ich nicht fähig bin, zu arbeiten, hab Angst, das meine Chefin wieder mit Unverständnis reagiert......manchmal sag ich mir: "****** drauf, geh halt in die Arbeit"......fünf Minuten später weiß ich aber wieder, das ich es dennoch nicht durchstehen würde.....



    Eine Gesprächstherapie fang ich jetzt auch an.......


    Aber oft zweifle ich an mir, ob ich vielleicht doch einen an der Erbse hab....



    Mein großer Wunsch, womit ich mich auch schon wieder beschäftige......wieder mein eigener Chef sein......das Konzept steht schon......

    "lebe deinen Traum.....aber träume nicht dein Leben"


    herzlichst
    T.

  2. #2
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    Hallo,
    Du hast ja viel mitgemacht.
    Wolltest Du das hier nur mal loswerden, oder hast Du auch Fragen, die Dir auf dem Herzen liegen?
    Mich würde interessieren, auf welcher Grundlage, Du Deine Entscheidung fällst. Ist es so, dass die kraftraubende Selbstständigkeit beim letzten Mal sich verändern wird, dieses Mal?

    LG
    Ibag

  3. #3
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    Hallo Ibag

    ....die Selbständigkeit an sich hat mir nicht die Kraft geraubt.....im Gegenteil, meine Berufe gaben mir immer wieder Kraft.....die äußeren Umstände und auch die Trennung nahmen mir meine Energie und die Ideen.
    Nun bin ich bereits seit einem Jahr geschieden, was meine Ehe, meinen Exmann und meine Tochter betrifft ist alles geregelt......und was meinen Wunsch angeht, wieder selbständig zu sein.....wie gesagt, ich beschäftige mich damit, doch dies muss noch gründlich reifen, und ein Risiko ist es immer, jedesmal wieder.....man hat keine Garantie, ob es letztendlich so wird, wie man es sich vorstellt. Dennoch spüre ich, das dieses Vorhaben in mir jetzt schon Energien freisetzt, weil ich es gerne tue, was ich mache.

    Meine Entscheidungen fälle ich, wenn ich beide Seiten genau abgewogen habe, und ich versuche auf meine innere Stimme zu hören.

    Was mir momentan so die Kraft wieder entzieht, ist eben die derzeitige Jobsituation....doch dies ist auch der Punkt, den ich selbst auch ändern kann und auch will, die ersten Bewerbungen laufen ja bereits schon. Alles andere sind Dinge, die geschehen sind, und die ich auch weiterhin verarbeiten muss.

    Was mich selbst interessieren würde, ob es generell ein guter Weg ist, sich wieder Ziele zu setzen, obwohl man noch am verarbeiten ist?

    LG

  4. #4
    Lib
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    Hallo!
    Ich glaube, es gibt gar keine Alternativen zum Ziele setzen, während man noch verarbeitet, denn um beim Verarbeiten nicht komplett im schwarzen Loch zu sitzen, braucht es doch eine Vision davon, wie das Leben wieder schön werden und Spaß machen kann.

    Halt durch, Du stellst die Weichen bewundernswert und hast offenbar das Feuer in Dir noch nicht verloren.

    Alles Liebe
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
    Entweder Du machst Licht, dort wo Du bist,
    oder Du gehst in die Sonne.


  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo T,

    vieles von dem, was Du erlebt hast, kenne ich ähnlich aus meiner eigenen Geschichte.

    So wie es aussieht, brauchst Du jetzt Durchhaltevermögen. Aber so klar, wie Du bist, bin ich sicher, dass die Erntezeit bald wieder kommt. Ein zweiter Anlauf auf Selbständigkeit ist wie eine zweite Ehe , man ist vorsichtiger, bodenständiger, und weiss einiges mehr, auf was man zu achten hat und was einem wichtig ist. Dafür ist es auch erfolgversprechender.

    Das mit Deiner Tochter ist hart, aber ich kenne das mit diesen Kompromissen. Da hilft nur immer wieder sich selbst zu verzeihen. Wir können nicht alles "richtig" machen.

  6. #6
    Neuling
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    .....lieben Dank für Eure Antworten.
    Insgesamt war ich 14 Tage krankgeschrieben.....besser ist es jedoch nicht geworden. Im Gegenteil, der Supergau ist eingetreten.
    Auch wenn ich im Vorfeld selbst schon Bewerbungen auf eine neue Stelle abgeschickt hatte, selbst von der derzeitigen Arbeit wegwollte, hat mein Arbeitgeber mir am Samstag per Einschreiben die Kündigung geschickt. Seit Montag bin ich nun wieder dort arbeiten.....aber es ist Spießruten-Laufen.
    Die Panik hat mich fest im Griff, weil ich noch keine neue Stelle habe, und es bleiben nur noch 4 Wochen. Arbeitslosengeldanspruch kommt für mich noch nicht in Frage, denn ich bin erst seit 9 Monaten wieder angestellt....dafür hätte ich 1 Jahr beschäftigt sein müssen nach meiner ehemaligen Selbständigkeit. Ich würde also auf Hartz4 fallen. Doch damit kann ich meine Altlasten nicht stemmen, denen ich noch verpflichtet bin. Und damit in eine Selbständigkeit zu gehen, ist ebenso nicht tragbar.
    Dennoch möchte ich auch das gerne wieder.

    Mich beherrscht die Angst, die Panik, keinen Job zu finden in der kurzen Zeit. Ich fühl mich kraftlos, habe Herzrasen, spüre Hoffnungslosigkeit und stelle alles in Frage.
    Diesen Zustand hab ich ja bereits seit Monaten, wenn nicht sogar seit Jahren, meine "Pumpe" läuft täglich auf Hochtouren.....doch ich komm nicht weiter. Schlaflosigkeit, Kopfweh, Rückenschmerzen, mir wird schwarz vor Augen.
    Ich ziehe mich immer mehr zurück, lache kaum noch, hab zwar meine Ziele, doch selbst dafür fehlt mir die Kraft.....ich fang mit Dingen an, hab Freude dabei, die aber schnell in Müdigkeit endet, Energielosigkeit.

    Durchhaltevermögen......ich weiß......und immer wieder steht die Frage vor mir: Wie lange noch?

    Gerade eben war ich noch was besorgen, ich hab den ganzen Tag dazu gebraucht, mich aufzuraffen.....und es war ein Kraftakt. Zu laufen, mich aufrecht zu halten.....mir war schwindelig, Kreislauf....hab mich an meiner Handtasche festgekrallt, um Halt zu haben.....ich hab geschwitzt, obwohl ich mich nicht körperlich angestrengt habe.....ich war froh, wieder zu Hause zu sein, nun frier ich......
    Von aussen höre ich immer wieder, wie stark ich doch sei, "Du schaffst das schon".....wie attraktiv ich bin, wie liebevoll.....wie toll ich meine Arbeit mache, und das andere dankbar sind, das ich ihnen helfen konnte, und sei es nur durchs reden miteinander.....

    Aber wo bleibe ich dabei?

    Seit langem bewegt sich der Gedanke "Burn out" in mir.....mein Bauchgefühl sagt mir, das ich nicht mehr nur kurz davor stehe, sondern bereits mittendrin bin.....habe mir vorhin noch einen Termin beim Psychologen geben lassen, doch der ist noch 3 Wochen hin......und ich hab Angst, das ich bis dahin gänzlich zusammenklappe. Im Netz hab ich auch eben so einen Burn out-Test gemacht......Ergebnis: sofort in Behandlung!

    Ich hab das Gefühl, ich brauch jemanden neben mir, der vielleicht jeden Tag mal kommt um nach dem rechten zu sehen, weil ich Angst hab, das keiner mich findet, wenn was passiert.....denn ich lebe ja alleine....

    Nur das Schreiben meiner Gedanken auf Papier hilf mir noch derzeit als kleines Ventil, dem Druck Luft zu machen....auch jetzt spür ich ein kleines bisschen Erleichterung.....mit diesen Zeilen hier im Forum....weil ich auch weiß, das ich nicht alleine dastehe mit meinen Gefühlen und Gedanken.....


    Was kann ich noch tun, um mich zumindest bis zu meinem Arzt-Termin aufrecht zu halten.....habt Ihr Tips für mich?

    SOS


    T.

  7. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    Guten Morgen,

    ja, das klingt sehr nach Burn-out. Du solltest deswegen sofort zum Arzt und Dich die restliche Zeit krank schreiben lassen. Gerade wenn das Verhältnis ohnehin schon gekündigt ist, gibts damit normalerweise keine Probleme.

    Altlasten kannst Du während der ALGII-Zeit bestimmt aussetzen, denn Du hast kein pfändbares Einkommen. Da hat also niemand was von nem Aufstand. Evtl vll sogar mit aussergerichtlichem Vergleich das ganze dezimieren?

    Was kann finanziell der worst case sein? Privatinsolvenz . Und die ist zu schaffen und Du hast nach 6 Jahren Licht im Tunnel.

    Deine Gesundheit ist das viel größere Problem. Darum bleib daheim und geh gleich zum Arzt.

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