Liebe User,
seit einiger Zeit plagt mich ein Problem, mit dem ich einfach nicht umzugehen weiß. Nach mehreren Recherchen im Netz, habe ich nun den Entschluss gefasst, mich einem erfahrenen Forum mitzuteilen.
Ich bin 25 Jahre alt, und seit beinahe neun Monaten mit meiner Freundin zusammen (mit der ich bereits nach 3 Monaten zusammen gezogen bin). Prinzipiell bin ich sehr glücklich und unsere gemeinsame 'Verliebtheitsphase' lässt sich sicher kaum toppen.
Doch es gibt ganz explizite Dinge, mit denen ich einfach nicht umgehen kann und über ich auch nicht gezielt mit ihr sprechen kann / möchte. Doch eben diese schleichen in Gewissen Abständen immer wieder in meinem Hinterkopf herum, lassen mich manchmal einige Tage nicht in Ruhe und schlagen sich auch auf meine Laune ihr gegeüber nieder.
Nach und nach, nachdem wir zueinander gefunden hatte, begann ich natürlich alles über sie wissen zu wollen. Dabei stellte sich heraus, dass sie eine, sagen wir 'turbulente' Vergangenheit hinter sich hat. Sie ist mittlerweile 20 Jahre alt und hatte vor mir bereits etliche, kurzlebige Beziehungen. Wie viele es genau waren, kann ich nicht sagen. Vielleicht, weil ich es auch zu verdrängen versuche. Ihr erstes Mal hatte sie mit vierzehn (was heutzutage nichts ungewöhnliches ist).
Als ich schließlich einmal den Kardinalsfehler beging, sie nach der Anzahl ihrer Geschlechtspartner zu fragen, fing sie an mir auszuweichen. Also fing ich an zu schätzen und sie nickte oder schüttelte den Kopf. Insgesamt dürften es zwischen 10 und 15 gewesen sein, was ich für meinen Teil ziemlich enorm finde. Vor allem in einem Zeitraum von 5 Jahren (wovon sie 1,5 Jahre in einer festen Beziehung gewesen ist). Weiterhin waren ihre damaligen Freunde im Schnitt auch immer deutlich älter als sie, manchmal sogar um die zehn Jahre.
Einer ihrer damaligen Freunde hat sie (sie war 14) auch dazu überredet, gemeinsam mit seinem besten Freund einen Dreier zu machen. Als ich das hörte, fing ich das erste Mal an, an ihr zu zweifeln. Dass sie früher naiv gewesen sei, gibt sie gern zu. Andererseits nicht, dass sie vielleicht das ein oder andere Mal nur ein Spielball gewesen ist.
Ich weiß nicht, woran es liegen mag, aber diese Tatsachen plagen mich immer wieder. Klar gebe ich ihr Recht, wenn sie sagt, dass sie sich ausgelebt hat, und dass eine Frau sich ausleben müsse, bevor sie schielßlich in eine feste und für die Ewigkeit bestimmte Partnerschaft geht. Dass ich sie heiraten werde, daran zweifelt sie nicht.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, ob ich Angst habe, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen vielleicht doch irgendwann wieder ihre Freiheiten sucht, oder ob sie vielleicht stark aus der Norm fällt (auch wenn sich das sehr blöde anhören mag). Manchmal, wenn ich sie ansehe und darüber nachdenke, ist es, als verabscheue ich sie dafür. Auch wenn mich ihre Vergangenheit in allen Einzelheiten nichts angeht, so denke ich, dass man doch schon ein Grundrecht darauf hat, zu wissen was hinter seinem Partner steckt.
Ich habe nur Angst, dass ich aufgrund dessen irgendwann, weil mich dieses Thema ständig beschäftigt, anfangen werde (um Licht ins Dunkel) zu brigen, immer mehr und gezielter nachzufragen und somit die Beziehung zu gefährden. Stehe ich mit einem solchen Problem als einziger da, oder ist es im normalen Bereich, dass ich so denke und fühle?


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Was ist, wenn man sich ausgelebt hat? Ist man dann tot?

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