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Thema: Die Zweifel loswerden, Selbstvertrauen gewinnen

  1. #1
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    Standard Die Zweifel loswerden, Selbstvertrauen gewinnen

    Hallo zusammen,

    ich sitze in der typischen Situation des persönlichen Neuanfangs fest. Ich habe mich kürzlich von einem Leben in virtuellen Welten (Spiele, Serien, Filme) zum 2ten Mal gelöst. Beim ersten Mal geschah das noch durchs Zureden meiner Eltern, jetzt lebe ich alleine und hab es mehr oder weniger selbst entschieden, weil ich es auch nicht mehr mit Ansehen konnte wie mein soziales Leben dahinscheidet: Ich musste meine letzte noch vorhandene Freundschaft kündigen, weil Sie aufgrund meiner Probleme (mangelndes Selbstvertrauen -> mangeldes Vertrauen in die Freundschaft) einfach nicht mehr gesund war, weder für den Freund, für den es nicht erfreulich war kaum mehr gutes von mir zu hören, immer wieder von den selben ungelösten Problemen zu hören und mir nicht helfen kann, weil es einfach Probleme sind die ich selbst lösen muss. Und ich hab das natürlich auch zu spüren gekriegt, weil iwann dann natürlich auch der Punkt gekommen ist wo der Freund das nicht mehr aushält, sich zurückzieht und das wiederum an meinem Selbstvertrauen gekratzt hat.
    Beim ersten Versuch einen Neuanfang zu starten bin ich sichtlich daran gescheitert genug Sachen zu finden um einen glücklichen Alltag zu gestalten, damit es mich nicht wieder zurück in die virtuellen Welten zieht.
    Jetzt bin ich wieder in ähnlicher Situation, ich habe in gewisser Weise wieder gelernt den Alltag geregelt abzuwickeln was die Pflichten angeht (Haushalt schmeißen, Arbeit usw.), aber was meine Freizeit angeht tuh ich mich sichtlich schwer, was auch nicht gerade förderlich ist wieder Selbstvertrauen zu fassen, damit ich etwas unbehagter ins soziale Leben zurückkehren kann. Ich lasse viele Dinge schnell wieder sein, weil Zweifel aufkommen und es sich nicht mehr richtig anfühlt für mich. Bei ein paar Sachen hab ich schon von vornerein dieses abstossende Gefühl eine Aktivität zwanghaft in Betracht zu ziehen, weil andere mich gerne dies oder das machen sehen würden oder weil ein Ergebnis bei rausspringt, mit dem ich Anerkennung einfahren könnte und nicht weil die Aktivität an sich Spass macht. Zu Aktivitäten mit Menschenkontakt kann ich mich zur Zeit noch überhaupt nicht bewegen, da mein Selbstvertrauen momentan noch so gering ist, dass ich mich gar nicht dem gegenüber öffnen könnte bzw. micht richtig ausleben könnte und wieder zuviel damit beschäftigt wäre wie ich ankomme bzw. vermeiden kann schlecht anzukommen, anstatt Spass zu haben. Ja ich bin in dieser Hinsicht schon mehrmals ins kalte Wasser gesprungen und bin auf Parties gegangen oder zum Sport, aber das Aussenseitergefühl konnte ich nie loswerden und über oberflächliche Gespräche komme ich iwie nie hinweg auch weil ich einfach micht nicht öffnen kann und unnahbar erscheine, das hab ich schon mehrmals feststellen können.
    Ich weiß das es Zeit brauch Freundschaften zu gewinnen, Kontakte zu vertiefen, die richtigen Aktivitäten zu finden bzw. etwas zu lernen, Zeit zu investieren, um nacher daran Spass zu haben oder Stolz auf sich sein zu können, aber das Zweifeln macht mich einfach verrückt und nicht zu wissen ob sich der Aufwand nacher lohnt, ob die Sache nacher wirklich spass macht, die Freundschaft fruchtet, zu Mal ich bei vielen Sachen von Anfang an die Hoffnung nicht habe, weil ich es schon mehrmals angepackt und wieder aufgehört habe oder man sich einfach nicht vorstellen kann das der Kontakt zu einer Person mal über das Oberflächliche hinaus geht. Das Zweifeln vermiest mir den ganzen Neuanfang und ich kanns einfach nicht abstellen.
    Desweiteren stört mich auch der innere Druck, dass es jetzt iwie weitergehen muss, dass andere Leute (meine Familie) auf mich schauen, jedes Mal nach Fortschritten fragen und ich kann nicht drüber hinwegsehen und mich auf mich selbst konzentrieren.
    Es ist einfach schwer für mich meine jetzige Situation zu akzeptieren (keine Freunde und keine Hobbies zu haben) und die Zweifel daran zu verlieren mal ein gesundes und glückliches Leben in der Realität mit ausreichendem sozialen Leben zu haben. Die Durststrecke bis zu den ersten Erfolgen erscheint iwie immer länger und die Erinnerungen an all die verlorenen Freundschaften und lang vergangener menschlicher Nähe, lässt kaum ein anderes Selbstbild als den Aussenseiter zu.
    Aber ich will jetzt hier nicht länger rumnölen, ich glaub ich habe meine Situation genug erklärt und frage euch nun, ob von euch jemand das schonmal selbst durchgemacht hat und ob jemand Tipps und Tricks hat wie man sein Selbstvertrauen langsam aufbauen, die Hoffnung dabei nicht verlieren und die Zweifel in die Schranken weisen kann?

    gruß Chuck

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von Butsche
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    Hallo Chuck,

    also spontan würde ich an Deiner Stelle folgendes unternehmen:

    Da Du schreibst, Dir derzeit nicht vorstellen zu können, in Deiner Freizeit etwas mit anderen Menschen zu unternehmen, zugleich aber auch keine Hobbys hast, fang doch genau da an: Such Dir eine Sportart aus, die Du zunächst gut allein starten kannst, z.B. Joggen. Bald wirst Du spüren, dass Du mit Deinem Körper ein Einklang stehst, wirst dann schon eher bereit sein, Dich für andere zu öffnen, z.B. an einem Lauftreff (völlig unverbindlich) teilzunehmen, vll ergibt sich so ein zaghafter Kontakt zu Gleichgesinnten, damit Du wieder Routine darin bekommst, Dich mit anderen zu befassen, etwas zu unternehmen usw.

    Was meinst Du, wäre es ein Versuch wert?

    vg Butsche
    Nur wer die Herzen bewegt, wird auch die Welt bewegen können.
    (Ernst Weichert)

  3. #3
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    Hi Butsche,

    danke für deine Antwort.

    Ja, aber da ich nicht so der Lauftyp bin, sondern lieber mal auf Trimmrad steige, wollte ich vl. damit anfangen und später wieder Basketball spielen, womit ich auch aufgehört hatte, weil ich im letzten Verein mich in der Mannschaft nicht akzeptiert, nicht wohl gefühlt hatte.

    Doch auch wenn ich mich dazu überreden kann, wird es schwer werden richtig Freunde zu finden, denn mit wenig Selbstvertrauen ist es einfach schwer sich jemand zu öffnen, weil man einfach zu wenig Vertrauen darin hat das einen jmd. mag. So war es bei der zuletzt abgebrochenen Freundschaft auch.

    Und das Selbstvertrauen selbst aufzubauen ist für mich auch schwierig da ich an den meisten Sachen iwie schnell die Lust verliere und mir der Gedanke dann aufkommt ob ich das vl. nicht nur mache, weil ich dadurch an Ansehen gewinnen könnte und nicht weil es mir Spass macht.

    Mir fehlt dieses Gefühl einer Sache bedenkenlos nachzugehen, weil man einfach Spass daran hat. Und im Moment fühlt es sich so an als hätte ich noch eine Blockade die mir dieses Gefühl verwehrt und es fällt mir einfach schwer zu glauben ich könnte es wiederbekommen indem ich es einfach weiter versuche bei anderen Dingen und auf Menschen zugehe, weil ich mich immer wieder bei diesem Gedanken wiederfinde.

    gruß
    Chuck

  4. #4
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    Ich bin gerade beim durchlesen einiger Threads hier im Forum auf ein interessantes Thema gestossen: Egozentrik.

    Und ich musste feststellen, dass ich durch und durch Egozentriker bin: Ich freue mich riesig, wenn eine Person dessen Aufmerksamkeit ich gerne hätte auf mich zugeht oder mich anspricht... und ich bin sehr enttäuscht wenn Sie es nicht tut... und oft empfinde ich es so, dass mich jemand nicht mag wenn er nicht auf mich eingeht (ohne das ich vl. auf ihn eingegangen bin).
    Desweiteren mag ich lieber Zweisamkeit und meide Gruppenbeschäftigungen und jetzt leuchtet mir natürlich ein wieso... wegen der Aufmerksamkeit, in der Zweisamkeit muss ich die Aufmerksamkeit nicht teilen. Das geringe Selbstvertrauen spielt da natürlich auch mit rein, weil ich mir nicht vorstellen kann in einer Gruppe lange genug die aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, versuch ich Gruppen grundsätzlich zu meiden.

    Jetzt frag ich mich ob und wie man sich Egozentrik abtrainieren kann, ob es da vl. Übungen gibt oder Tricks sich das immer wieder ins bewusstsein zu rufen, denn es war schon immer eine schwäche von mir, mir Dingen die ich für mich analysiert hatte, in den relevanten Situation bewusst zu sein. Und was man fühlt und denkt ist ja sowieso noch unterschied, denn hinsichtlich meines geringen Selbstwertgefühl konnte ich mir auch immer schwer einreden, dass die Leute mich vl. doch mögen, weil ich es einfach nicht gefühlt habe.

    Und die Egozentrik, ist im Zusammenspiel mit meinem eher geringen Selbstvertrauen, ziemlich belastend was Beziehungen angeht, machen sie so gut wie unmöglich, weil ich mir in meiner Egozentrik viel mehr Aufmerksamkeit, Zweisamkeit von dem gegenüber wünsche, als ich es je kriegen werde und dadurch von den meisten Beziehungen mehr Enttäuschung habe, als Freude.

    Und rückwirkend muss ich sagen, dass ich dank meiner Egozentrik viele Freunde verloren habe, weil ich es Ihnen übel genommen habe, dass Sie ihre Aufmerksamkeit mir gegenüber gemindert haben oder weil sie zu Gruppenaktivitäten neigten, die ich grundsätzlich mied.

    Also kann man sich Egozentrik gefühlsmäßig austrichtern oder muss ich lernen damit zurechtzukommen? Gibt es diesbezüglich vl. gewisse Gedanken die man sich im Kontakt zu Menschen immer wieder hervorrufen sollte? Vl. so etwas wie z.b. der Trick sich alle nackt vorzustellen wenn man Lampenfieber hat!?

  5. #5
    Gast784
    Gast

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    wie wärs denn einfach mal mit ehrlichem Interesse an anderen Menschen und einer natürlichen Neugier über den eigenen Bauchnabel hinaus? (z.b. bezüglich Interessen, was Butsche auch schrieb) Und dann gibt es da noch den ganz alten und ganz einfachen Spruch, in dem es darum geht, dass man andere so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden will. Ich weiss gar nicht, warum man für jeden Mist immer Tricks braucht und die Birne überrumpeln will. Der gesunde Menschenverstand müsste da doch die Antworten schon haben?!

    Wenn Du so einen Kraftakt draus machen musst, um Deine Egozentrik zu überwinden, dann liegt das wohl daran, dass Du sie gar nicht überwinden willst, weil es Dir eigentlich ganz gut geht damit und Du Dich lieber weiter bedienen lassen willst, oder?

    Aber vll verwechselst Du ja Egozentrik einfach mit Angst bzw schiebst Egozentrik als Begründung vor? Angst vor was konkret?
    Geändert von Gast784 (03.11.2009 um 15:57 Uhr)

  6. #6
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    Hi Gabiannarele, ich danke dir für deine Antwort, weil Sie mich wieder zu Aspekten geführt hat zu denen ich gedanklich noch nicht gekommen bin und vl. auch gar nicht wäre.

    Eine Sache die ich zunächst nicht ganz verstehe ist, wieso andere das aufregt was ich schreibe, wenn ich wie zum Beispiel hier meine Probleme beschreibe?
    Oder hab ich die Aufregung in deiner Antwort missverstanden Gabiannarele? Meine letzte Freundin ist vor Unverständnis zumindest oft ziemlich aufgeregt gewesen, dabei versuch ich doch nur zu übermitteln wie es gedanklich bei mir aussieht, damit man mir vl. helfen kann auf den richtigen Weg zu finden. Die Antworten machen mir dann aber oft den Eindruck als wollte ich nur Mitleid oder so erhaschen.
    Dabei will ich mich ändern, ich will die falschen Gedankengänge bei mir aufdecken, die diese Egozentrik verursachen und auch andere Gedankengänge die nicht richtig sind und mich von einem glücklichen Leben abhalten.
    Das ich daraus einen Kraftakt mache, liegt daran das ich mir bewusst sein will das logisch richtige zu tun, also nicht wieder auf etwas falsches zuzurennen wie das Idealbild meines Umfeldes oder in das Gegenextrem, dem ungesunden übertriebenen Selbstvertrauen.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    wie wärs denn einfach mal mit ehrlichem Interesse an anderen Menschen und einer natürlichen Neugier über den eigenen Bauchnabel hinaus? (z.b. bezüglich Interessen, was Butsche auch schrieb)
    Aber solch eine Neugier muss doch als Reiz aus einem selbst heraus kommen, sonst wäre es doch auch keine ehrliche Neugier oder nicht? Ich kann vl. meinen Blick erweitern oder Blockaden lösen, um Neugierde gegenüber anderen zu begünstigen, zum Beispiel das ich unabhängig von dem Gedanken ob mich jemand mag oder nicht immer Nachfrage wenn mich etwas interessiert.
    Aber so wie du es schreibst klingt es als könnte man sich zwingen sich für etwas zu interessieren oder versteh ich das falsch? Für mich wäre das gespieltes Interesse, weil der Reiz den anderen kennenzulernen nicht vorhanden ist, sondern man sich zu dem Ziel den anderen kennenzulernen selbst überredet hat. oder kann man diesen Reiz selbst entwickeln?

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Und dann gibt es da noch den ganz alten und ganz einfachen Spruch, in dem es darum geht, dass man andere so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden will.
    Ich bin mir zwar unsicher wo genau du mit dem Satz hinzielst und ich habe mir den Satz vl. nicht immer vor Augen geführt, aber ich hab ihn natürlich schon oft gehört und ich hab ihn liebend gern in mein unbewusstes Wertesystem mitaufgenommen, weil ich dem nur zustimmen kann. Und ich hab soweit es mir bewusst in meinem Horizont möglich war immer versucht dem gerecht zu werden, was mir aufgrund meiner Egozentrik, meines mangelden Selbstbewusstsein und der Tatsache das ich vl. zu sehr darauf vertraut habe ihm nur unterbewusst gerecht zu werden und nicht bewusst, nicht immer gelungen ist.
    Es wird mir sicher helfen das du mir das nochmal vor Augen geführt hast. Das Problem zur Zeit ist, dass ich mich selbst noch nichtmals so behandel wie ich es von anderen mir wünschen würde. Mir fehlt es also an Selbstachtung und ich glaube das ich in dem ich anfange mich selbst so zu behandeln wie ich es mir von anderen wünschen würde auch mich darin üben kann andere so zu behandeln.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Ich weiss gar nicht, warum man für jeden Mist immer Tricks braucht und die Birne überrumpeln will. Der gesunde Menschenverstand müsste da doch die Antworten schon haben?!
    Vielleicht hab ich es mit Trick etwas Plump ausgedrückt, aber ich suche halt nach Wegen bestimmte Teile meiner Gedankenstruktur die in meinem Kopf herrscht, seien es Minderwertigkeitsgefühle oder Egozentrik, umzuprogrammieren, da sie meinem Glück im Wege stehen.
    Und vielleicht liefert jeder gesunde Menschenverstand das Potential mit sich, dass er solche Probleme selbst erkennen und lösen kann, aber es schaffen doch viele erstmal gar nicht ihre Probleme zu erkennen.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Wenn Du so einen Kraftakt draus machen musst, um Deine Egozentrik zu überwinden, dann liegt das wohl daran, dass Du sie gar nicht überwinden willst, weil es Dir eigentlich ganz gut geht damit und Du Dich lieber weiter bedienen lassen willst, oder?
    Ich habe gerade Mal heute erst richtig für mich erkannt, dass ich egozentrisch bin und dass mich durch meine Egozentrik, durch mangelnde Selbstachtung, zusammen mit meinem mangelnden Selbstvertrauen, zu einem einsamen Menschen gemacht hat. Und ich will kein einsamer Mensch sein, ich habe Sehnsüchte nach menschlicher Nähe, Akzeptanz, nach meinem Plätzchen in dieser Gesellschaft und in einem fröhlichen Freundeskreis. Desweiteren schaffen es Menschen auch immer wieder meinen Horizont zu erweitern und ich schaffe es vl. ihren zu erweitern.
    Das was mich daran hindert sind für mich Verständnisprobleme was den Lösungsweg für meine Probleme angeht. Ich tuhe ungern Dinge ohne sie richtig "fühlen", ohne sie nachvollziehen zu können, erst recht nicht wenn ich aufgrund meines niedrigen Selbstvertrauens, die Angst vor der Abweisung nicht ignorieren kann.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Aber vll verwechselst Du ja Egozentrik einfach mit Angst bzw schiebst Egozentrik als Begründung vor? Angst vor was konkret?
    Wie gesagt Angst vor der Abweisung und ja ich springe ungern ins kalte Wasser, wenn ich mir nicht sicher bin, dass mich das weiterbringt.

    Aber das habe ich genauso gehabt als in meinem gedanklichen Stand meines zwischenmenschliches Problems, noch das mangelnde Selbstvertrauen allein stand. Da wäre es nämlich so gewesen, dass wenn ich ins kalte Wasser gesprungen wäre und das hab ich sogar ein Paar mal gemacht, aber wohl zu wenig wenn es nur am Selbstvertrauen gelegen hätte, dann hätte auf Grund meiner Egozentrik wieder alle Menschen missverstanden, die nicht von sich aus auf mich eingehen. Und da ich durchaus fähig bin mein mangeldes Selbstvertrauen zu überspielen, hat man mich wohl immer als unnahbar empfunden, was andere davon abschreckt mich anzusprechen und ich selbst hab mich auch immer seltener getraut wen anzusprechen, da sich der Gedanke, dass ich grundsätzlich uninteressant bin für andere, immer mehr bei mir eingebrannt hatte.
    Ich hatte das mit der unnahbarkeit durchschaut, aber ich konnte nie mein Selbstwertgefühl davon trennen, wie andere ihre Aufmerksamkeit verteilen.
    Ich verstehe das ein gesundes Selbstvertrauen Vorraussetzung ist für gesunde Beziehungen.
    Ich verstehe aber nicht wie man sein Selbstwertgefühl von anderen Menschen trennen kann, für mich muss da ein ganz anderes Gesellschaftsgefühl dahinterstecken, was ich aus meiner Egozentrik herraus im Moment nicht nachvollziehen kann. So wie ich das sehe sind wir ja eine Gesellschaft, zwar eine Gesellschaft aus einzelindividuen, aber einzelindividuen die soziale Bedürfnisse haben, dass heisst wir sind in gewisser Weise auch auf andere Menschen angewiesen, damit wir Nähe, Liebe, Bestätigung als Mensch erfahren. Und in gewisser Weise erfahren wir ja indem andere abwägen ob sie in Zusammenhang dieser sozialen Bedürfnisse ihre Zeit für den Kontakt zu uns nutzen, eine gewisse Bewertung, zumindest in der Gesamtheit aller Bewertungen, wie bei einer demokratischen Wahl. Und wenn keiner Zeit mit einem verbringen will, dann muss man sich doch als Mensch im Ranking, dass diesen Bewertungen zu Grunde liegt, immer weiter unten platziert fühlen.
    Es mag vielleicht sein, dass ich mich dadurch, dass ich durch Minderwertigkeitsgefühle mich selbst noch tiefer eingestuft habe, als es vl. wirklich der Fall ist, aber ich fühl mich dann bei der Sache mir einzutrichtern "ich bin es wert geliebt zu werden" genauso dass ich mir was "vorspiele" nur in der positiven richtung.
    Das Problem das darinsteckt ist, dass ich dadurch, dass ich diese Thematik ums "Selbstvertrauen entwickeln" nicht als richtigen Weg nachvollziehen kann, wie gerade erklärt, und deshalb wohl gefühlsmäßig immernoch dem von meinem Umfeld geschaffene Idealbild von mir nachrenne, denn dieser Mangel an Liebe und Bestätigung in mir scheint mir den Zugang zu meinem wahren Ich zu verschließen, da ich wenn ich in mich hineinhöre, hineinfühle, immer nur diese Sehnsucht nach Liebe, Bestätigung und Akzeptanz fühle.
    Ich habe gelesen das wir uns diese starke Sehnsucht nur duch uns selbst erfüllen können, indem wir uns selbst das geben was wir in dieser Sehnsucht bei anderen suchen. Das also nur die Selbstliebe, diese starke Sehnsucht nach Liebe erfüllen kann.
    Und ich habe auch vieles gelesen, was diesen Weg zur Selbstliebe ausmacht und was ich bisher immer unwissentlich missachtet habe. Seine Situation zu akzeptieren und auf dieser Akzeptanz aufbauen. Seine Stärken und Fähigkeiten mal analysieren und hervorheben, seinem inneren Kritiker wiedersprechen, ihn verstummen lassen. Aber ein Punkt der mir z.b. noch nicht einleuchtet ist es z.b. sich nicht mit anderen zu vergleichen, ich mein die anderen sind auch Menschen und es gibt Definitionen von guten und von schlechten Menschen, dadurch dass es für gut und schlecht definitionen gibt, wie soll ich mich also mit mir zufrieden geben, wenn ich an vielen anderen Menschen sehe das ich mein Potential als Mensch nicht ausnutze?
    Sich nicht mit anderen Menschen zu vergleichen, kommt mir gleich damit eine Welt aufzubauen in der man nur selbst lebt, also die anderen ausblendet und da das in wirklichkeit nicht geht, würde ich mir dann im Prinzip doch was vormachen oder nicht?
    Was mich auch noch gefühlsmäßig von bestimmten dingen abhält, ist das ich dadurch das ich mich nicht mit anderen vergleichen soll, mich gefühlsmäßig von ihnen entfernen muss, indem ich mir ein eigenes Selbstwertgefühl aufbaue fern ab von ihnen aufbaue, dabei will ich mich den menschen nähern, oder wie kriegt man das unter eine decke?

    liebe grüße
    Chuck

  7. #7
    Gast784
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    Oder hab ich die Aufregung in deiner Antwort missverstanden Gabiannarele?
    ja da hast Du gründlich was missverstanden. Ich war nicht aufgeregt, schließlich habe ich kein persönliches Verhältnis zu Dir. War wohl aus Deiner Erfahrung heraus. Ich versuche lediglich die Dinge auf einen Nenner zu bringen, also präzise zu formulieren. Das wirkt manchmal vll scharf, weil man das nicht gewohnt ist.

    Wie gesagt Angst vor der Abweisung und ja ich springe ungern ins kalte Wasser, wenn ich mir nicht sicher bin, dass mich das weiterbringt
    Damit bist Du in bester Gesellschaft mit - ich schätze mal - 95 % der Menschen in unserem Kulturkreis. Herzlich willkommen

    Warum soll es Dir anders gehen? Fast jeder muss oder musste sich damit schon auseinandersetzen und es immer wieder wagen. Es gibt keine Sicherheit und das alte Sprichwort - wer nicht wagt, der nicht gewinnt - gilt auch hier

    Erfahrungen bringen einen immer weiter, jedenfalls viel mehr, als theoretisieren und lamentieren. Vorausgesetzt, man ist bereit daraus zu lernen. Also raus und probieren!!!!

  8. #8
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Chuck,

    hab da mal ne Frage: kann es sein, dass Dein Nachdenken über Ursachen und Wirkungen inzwischen angefangen hat, sich zu verselbständigen? Bei aller Berechtigung der einzelnen Überlegungen, so kommt es mir manchmal vor, als ob es sich von Deinem Ich gelöst hätte. Die Gedankenkreisel schweben in einem eigenen Universum und verlieren immer mehr den Bezug zu den ursprünglichen Fragen.
    Überspitzt formuliert: theoretisieren über die Theorien. Diese Gefahr ist groß, wenn das Kopfkino nicht an irgendeinem Punkt mal angehalten werden kann - durch Ausprobieren. Man kann nicht alles bis ins letzte gedanklich erfassen und vorwegnehmen, weil es sonst anfängt auszuufern und man sich im Dickicht des was-wäre-wenn-und-könnte-nicht-auch hoffnungslos verirrt.

    Mit jedem neuen (zusätzlichen) Gedankenschritt entfernst Du Dich immer weiter von dem, worum es Dir eigentlich geht: wo liegt das Problem (= was fühlt sich für Dich beunruhigend an) und wie kannst Du damit umgehen (= wie fühlt es sich an).
    Je länger Du schreibst, umso weniger spüre ich von Dir hinter den Worten.
    Es spricht Dein Kopf - mich würde auch mal der Bauch interessieren.
    Ist kein Vorwurf gewesen, okay?!

    lg

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