Hallo zusammen,
ich sitze in der typischen Situation des persönlichen Neuanfangs fest. Ich habe mich kürzlich von einem Leben in virtuellen Welten (Spiele, Serien, Filme) zum 2ten Mal gelöst. Beim ersten Mal geschah das noch durchs Zureden meiner Eltern, jetzt lebe ich alleine und hab es mehr oder weniger selbst entschieden, weil ich es auch nicht mehr mit Ansehen konnte wie mein soziales Leben dahinscheidet: Ich musste meine letzte noch vorhandene Freundschaft kündigen, weil Sie aufgrund meiner Probleme (mangelndes Selbstvertrauen -> mangeldes Vertrauen in die Freundschaft) einfach nicht mehr gesund war, weder für den Freund, für den es nicht erfreulich war kaum mehr gutes von mir zu hören, immer wieder von den selben ungelösten Problemen zu hören und mir nicht helfen kann, weil es einfach Probleme sind die ich selbst lösen muss. Und ich hab das natürlich auch zu spüren gekriegt, weil iwann dann natürlich auch der Punkt gekommen ist wo der Freund das nicht mehr aushält, sich zurückzieht und das wiederum an meinem Selbstvertrauen gekratzt hat.
Beim ersten Versuch einen Neuanfang zu starten bin ich sichtlich daran gescheitert genug Sachen zu finden um einen glücklichen Alltag zu gestalten, damit es mich nicht wieder zurück in die virtuellen Welten zieht.
Jetzt bin ich wieder in ähnlicher Situation, ich habe in gewisser Weise wieder gelernt den Alltag geregelt abzuwickeln was die Pflichten angeht (Haushalt schmeißen, Arbeit usw.), aber was meine Freizeit angeht tuh ich mich sichtlich schwer, was auch nicht gerade förderlich ist wieder Selbstvertrauen zu fassen, damit ich etwas unbehagter ins soziale Leben zurückkehren kann. Ich lasse viele Dinge schnell wieder sein, weil Zweifel aufkommen und es sich nicht mehr richtig anfühlt für mich. Bei ein paar Sachen hab ich schon von vornerein dieses abstossende Gefühl eine Aktivität zwanghaft in Betracht zu ziehen, weil andere mich gerne dies oder das machen sehen würden oder weil ein Ergebnis bei rausspringt, mit dem ich Anerkennung einfahren könnte und nicht weil die Aktivität an sich Spass macht. Zu Aktivitäten mit Menschenkontakt kann ich mich zur Zeit noch überhaupt nicht bewegen, da mein Selbstvertrauen momentan noch so gering ist, dass ich mich gar nicht dem gegenüber öffnen könnte bzw. micht richtig ausleben könnte und wieder zuviel damit beschäftigt wäre wie ich ankomme bzw. vermeiden kann schlecht anzukommen, anstatt Spass zu haben. Ja ich bin in dieser Hinsicht schon mehrmals ins kalte Wasser gesprungen und bin auf Parties gegangen oder zum Sport, aber das Aussenseitergefühl konnte ich nie loswerden und über oberflächliche Gespräche komme ich iwie nie hinweg auch weil ich einfach micht nicht öffnen kann und unnahbar erscheine, das hab ich schon mehrmals feststellen können.
Ich weiß das es Zeit brauch Freundschaften zu gewinnen, Kontakte zu vertiefen, die richtigen Aktivitäten zu finden bzw. etwas zu lernen, Zeit zu investieren, um nacher daran Spass zu haben oder Stolz auf sich sein zu können, aber das Zweifeln macht mich einfach verrückt und nicht zu wissen ob sich der Aufwand nacher lohnt, ob die Sache nacher wirklich spass macht, die Freundschaft fruchtet, zu Mal ich bei vielen Sachen von Anfang an die Hoffnung nicht habe, weil ich es schon mehrmals angepackt und wieder aufgehört habe oder man sich einfach nicht vorstellen kann das der Kontakt zu einer Person mal über das Oberflächliche hinaus geht. Das Zweifeln vermiest mir den ganzen Neuanfang und ich kanns einfach nicht abstellen.
Desweiteren stört mich auch der innere Druck, dass es jetzt iwie weitergehen muss, dass andere Leute (meine Familie) auf mich schauen, jedes Mal nach Fortschritten fragen und ich kann nicht drüber hinwegsehen und mich auf mich selbst konzentrieren.
Es ist einfach schwer für mich meine jetzige Situation zu akzeptieren (keine Freunde und keine Hobbies zu haben) und die Zweifel daran zu verlieren mal ein gesundes und glückliches Leben in der Realität mit ausreichendem sozialen Leben zu haben. Die Durststrecke bis zu den ersten Erfolgen erscheint iwie immer länger und die Erinnerungen an all die verlorenen Freundschaften und lang vergangener menschlicher Nähe, lässt kaum ein anderes Selbstbild als den Aussenseiter zu.
Aber ich will jetzt hier nicht länger rumnölen, ich glaub ich habe meine Situation genug erklärt und frage euch nun, ob von euch jemand das schonmal selbst durchgemacht hat und ob jemand Tipps und Tricks hat wie man sein Selbstvertrauen langsam aufbauen, die Hoffnung dabei nicht verlieren und die Zweifel in die Schranken weisen kann?
gruß Chuck


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