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Thema: Dinge wegwerfen wollen, extreme Ordnungsliebe

  1. #1
    Verleger Avatar von Physalis
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    Standard Dinge wegwerfen wollen, extreme Ordnungsliebe

    Hallo,

    ich hoffe, ihr genießt die Weihnachtstage!

    Es gibt doch Menschen, die sich nur sehr schwer von Dingen trennen können, viele leben in völllig überfrachteten Wohnungen, manche sogar in regelrecht zugemüllten Wohnungen. Wenn ich es richtig verstanden haben, geht man in schweren Fällen des Hortens von psychischen Problemen aus.

    Aber wie ist es im umgekehrten Fall? Wenn jemand nicht nur ordentlich ist, sondern permanent überlegt, was er noch wegwerfen könnte? Wenn eine Zeitung vom Vortag nervös macht, leere Verpackungen auf der Stelle weggeräumt werden müssen, Schubladen und Schränke bis in den letzten Winkel auf Unnötiges durchsucht und die verbleibenden Sachen ordentlich sortiert werden? Wenn der Aufenhalt in einer nicht perfekt aufgeräumten und reduzierten Umgebung für Unruhe sorgt, sozusagen bei Freunden am liebsten sofort damit begonnen würde, deren Häuser auszumisten?

    Der Drang des Aufräumens und auch Wegwerfens/Entsorgens wird bei mir seit ein paar Jahren immer stärker. Mittlerweile bekam ich bereits gesagt, ich hätte einen "Tick" und ich merke auch selbst, dass ich da extrem bin.

    Beim Geschenkeauspacken nun an Weihnachten musste ich mich zurück halten, um den Leuten das Geschenkpapier nicht geradezu aus der Hund zu reißen, um es zum Altpapier zu bringen . Während andere noch gemütlich beisammen sitzen, räume ich bereits meine Geschenke weg.
    Das Ganze setzt sich auch draußen fort, z.B. bei der Gartenarbeit oder sogar beim Fegen der Straße. Ich werde immer ordentlicher, geradezu zwanghaft, hebe jedes Blatt auf, auch wenn am nächsten Tag ohnehin wieder massenweise Laub fällt.

    Werde ich einfach nur zusehens zu einem Pedanten und Erbsenzähler?

    Ich weiß gar nicht, woher ich das habe, denn meine Familie ist zwar ordentlich und sauber, neigt aber eher zum Sammeln. Ich bin die einzige in der Familie, die meint, in zu vielen Gegenständen zu ersticken.

    Kennt jemand von Euch den Drang, sich Luft und Raum zu verschaffen und deshalb möglichst viele Dinge wegzugeben oder wegzuwerfen und ohne eine extreme Ordnung nicht zur Ruhe zu kommen?

    Durch diese Pedanterie verliere ich übrigens leider auch immer mal wieder die gerade wirklich wichtigen Dinge aus den Augen, stelle sie hinten an.

    Viele Grüße

    Physalis

  2. #2
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    Erstmal - Auch dir schöne Weihnachtstage!

    Hallo - ich weiß was du meinst - das habe ich mich auch mal gefragt.
    Ich habe dieses Verhalten auch schon mal bei mir beobachtet - also ich fühle mich nicht erdrückt, ich muss auch nichts wegschmeißen... aber ich hatte manchmal so richtige Ordnungs-Phasen, wo mich Kleinigkeiten schon richtig doll gestört haben, wenn sie nicht da waren, wo sie hingehören. Da hab ich manchmal schon keine Ruhe gefunden, weil man das Spiel immer weiter spielen kann - Es gibt immer irgendwas - da könnte man sich auch den ganzen Tag mit beschäftigen - irgendwas ist da immer.

    Bei dem Geschenkpapier musste ein wenig schmunzeln.. jaja die Gäste.. wenn die erstmal anfangen sich überall breit zu machen, statt an dem dort, für sie vorher vorgeräumten, organisierten Ort ^^ ja das kann einen schon richtig wurmen *lach* und wenn sie das mit dem Ort verstanden haben verwürfeln sich die Sachen auf einmal trotzdem überall hin... ich verstehe das auch nicht. ^^

    und wenn ich Kram habe, dann ist auch dieser organisiert. ich habe mir eine kram-ecke eingerichtet, dort soll absolut null ordnung herrschenl, um mich nicht in odnungsphasen zu verlieren, und gerade die hat mir jemand ordentlich gemacht hab aber nix gesagt und nur ein "danke" lautklingen lasse ^^ das werde ich später wieder richten müssen

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  3. #3
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    Hallo honeymoon,

    mir erzählte neulich eine Bekannte, dass sie immer, wenn Besuch das Haus wieder verlassen hat, sofort, also wirklich auf der Stelle, mit Desinfektionsmittel das ganze Gäste-WC reinigt und die Handtücher auskocht. Neulich sei dann eine Freundin von ihr nach nur einer Minute oder so nochmal zurück gekehrt, weil sie was vergessen hatte und meine Bekannte öffnete die Haustür schon in kompletter "Grundreinigungsmontur" mit Sagrotan-Flasche und Handschuhen an.


  4. #4
    Roman Verfasser
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    Hallo Physalis,

    Ich glaube, dass die Umgebung die wir uns schaffen, abgesehen von unseren Finanziellen Möglichkeiten, durchaus auch unsere Verfassung wiederspiegeln.
    Ich bemerke oft an mir, dass ich mehr Ordnung brauche, wenn ich innerlich "unaufgeräumt" bin.
    Dann stört mich Dreck, dann muss ich ihn direkt wegmachen.

    Wenn ich innerlich zufrieden und entspannt bin, dann mag ich Ordnung prinzipiell auch - aber ich kann auch entspannt sehen, wenn was rumliegt.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  5. #5
    Sandsturm
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Hallo honeymoon,

    mir erzählte neulich eine Bekannte, dass sie immer, wenn Besuch das Haus wieder verlassen hat, sofort, also wirklich auf der Stelle, mit Desinfektionsmittel das ganze Gäste-WC reinigt und die Handtücher auskocht. Neulich sei dann eine Freundin von ihr nach nur einer Minute oder so nochmal zurück gekehrt, weil sie was vergessen hatte und meine Bekannte öffnete die Haustür schon in kompletter "Grundreinigungsmontur" mit Sagrotan-Flasche und Handschuhen an.

    Dann muss sie Schlimmes erlebt haben.

    Meine Schwester war nach ihrer Unterleibs-Krebs-OP so drauf, da durfte niemand auf die Toilette, man durfte sich nirgends hinsetzen, alles was man anfasste wurde desinfiziert. Das war schon zwanghaft.
    Dann hatte sie einige Zeit das andere Extrem.
    Sonst ist sie sauber, man darf trotzdem nicht auf ihre Toilette, man darf nicht mit Schuhen in ihre Wohnung. Wenn es aber um meine Wohnung ging, mit hellem Teppich, da wurde dann der Dreck reingetragen und mein Teppich versaut.
    Wenn ich sie analysiere komme ich auch einen ausgemachten, rücksichtslosen Egoisten.
    Bei ihr darf man nichts, bei anderen darf sie alles.

  6. #6
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    Hallo,

    Physalis, ich würde dich am liebsten einmal bei mir zu hause einladen ._. 15.000 Bücher und Ohne ende Geerbent schund...

    Ich denke, dass es ein Phsychisches problem ist, und durch Erziehung ggf. übertrag bar ist.

    Mein Vater lebte in ärmlichen verhältnissen auf. In einem mehr oder weniger Armen-Viertel 5Geschwiser, Vater hat sie verlassen, und die Mutter hat nicht einen Handschlag getan, lebten also von Sozial-Hilfe.

    Damals hatte mein Vater recht wenig, musste für jede Zahnbürste zum Sozialamt.

    Heute behält er alles was er findet, auch wenn man es schon längst zu Geld machen hätte können...

    Man muss dazu wissen, dass mein Opa Väterlicher seits auch ein "Messi" war.


    Bei dem "Ordnungszwang" handelt es sich, meiner meinung nach, ebenfalls um ein Phsychisches Problem.

    Ähnlich wie beim Putzzwang. Niemand weis so recht wo es herkommt, aber man kann es "Abtrainiren".

  7. #7
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Torior,

    mit Büchern habe ich kein Problem, wenn sie sortiert sind .

    Meinst Du mit Schund Dekosachen und so was? Da kommt es bei mir drauf an, ob alles harmonisch miteinander ist, oder es Stilbrüche gibt. Ich finde einfach, da ist weniger oft mehr.

    Ich schaue mir sehr gerne Einrichtungszeitschriften an, die sehr großzügig geschnittene Wohnungen und Häuser zeigen. Sprich das, was bestenfalls 1 % der Bevölkerung hat . Auf den Fotos sieht immer alles so perfekt in Szene gesetzt aus. Jedes Möbelstück, jeder Vorhand und jeder Dekoartikel ist wohlüberlegt eingebracht. Nicht ein einziger Gegenstand liegt konzeptlos herum. Und die Sachen, die wie zufällig dort zu sein scheinen, z.B. ein Brokkoli auf der Arbeitsplatte in der 50 TEUR Desingerküche, wurde vorher für diesen Auftritt extra gecastet. Selbst die Lichtverhältnisse auf den Fotos sind optimal.
    Andere sagen, diese Bilder zeigen keine bewohnten Häuser und unbewohnte Häuser seien ungemütlich. Wo nix mal rumliegt sei kein Leben.

    Meine Mutter berichtete mir einmal von einem Besuch bei entfernter Verwandtschaft meines Vaters, als ich noch ganz klein war. Die Frau sei den ganzen Tag mit einem Reinigungstuch hinter mir her gelaufen und hätte jede Stelle gewischt, die ich anfasste. Sie habe sich dann geweigert, diese Verwandte nochmal zu besuchen. Es sei übrigens ein großer, sabbernder, haarender Hund da gewesen, der alles durfte, ohne dass gewischt wurde .

  8. #8
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Meine Mutter berichtete mir einmal von einem Besuch bei entfernter Verwandtschaft meines Vaters, als ich noch ganz klein war. Die Frau sei den ganzen Tag mit einem Reinigungstuch hinter mir her gelaufen und hätte jede Stelle gewischt, die ich anfasste. Sie habe sich dann geweigert, diese Verwandte nochmal zu besuchen. Es sei übrigens ein großer, sabbernder, haarender Hund da gewesen, der alles durfte, ohne dass gewischt wurde .
    Hatte mal eine Tante, die pflegte auch so einen Sauberkeitstick, legte mir bei Besuch immer eine Decke unter den Hintern, weil ja meine Hosen dreckig waren. Wäre auch egal gewesen, wenn die Hose tatsächlich dreckig gewesen wäre, aber ich musste auch mit nagelneuer, das erstemal benutzter Hose auf der Decke sitzen. Seitdem war sie bei mir untendurch.
    Diese Leute, die immer ihren Hund abknutschen kann ich überhaupt nicht verstehen. Hund anfassen ohne hinterher Hände waschen gabs bei uns zu Haus nicht, das ist bei mir noch immer so drin.
    Und dafür gibt es auch gute Gründe.

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