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Thema: Dipl. Psychologin oder Heilpraktikerin

  1. #1
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    Standard Dipl. Psychologin oder Heilpraktikerin

    Guten Tag liebe Community,

    ich habe eine doch vielleicht etwas eigenartige Frage bzw. benötige einen Ratschlag von Menschen die sich mit den einzelnen Ausbildungsformen dieses Berufs auskennen.

    Im Folgenden geht es um meine Mutter die seit einigen Jahren depressiv ist und in diesem Zusammenhang einen starken Kaufzwang entfaltet hatte. Lange versuchte ich sie davon zu überzeugen sich an eine Fachperson zu wenden, was sie nun gemacht hat. Allerdings ist sie seitdem sehr -sehr verschlossen und ich mir kommt es inzwieschen eigenartig vor.

    Nach einigen Nachforschungen fand ich heraus, dass sie sich eine Person nach Hause einlädt, die von heute auf morgen aufgetaucht ist und sich auf ihrer Webseite als:

    Dipl.-Psych. XXXX
    und auch
    Heilpraktikerin für Psychotherapie


    vorstellt. Ist denn das 2te nicht eine 6 Monatige Ausbildung und beinhaltet das erste bereits die 2te Ausbildung? Ferner ist nur eine Handynummer und eine Privatadresse als Kontakt angegeben

    Eigenartigerweise steht im Internet absolut nichts über diese Person, nur dass diese bis April 2011 online Tarot Karten gelegt hatte und Anna Riva Öle an Occultismusfans verkaufte. Übertreibe ich etwas oder wie kann man die tatsächlichen Absichten oder doch die Kompetenz dieser Person nachprüfen?

    danke

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Hallo Butterblume.

    Der Dipl. Psych. beinhaltet nicht den Heilpraktiker für Psych.
    Was Du davon halten sollst, kann ich Dir nicht sagen.

    Kartenlegen gehört nicht zur Ausbildung des einen oder anderen.

    Könnte sein, dass die Therapeutin davon selbst überzeugt ist.
    Dann musst Du schauen, ob Du damit leben kannst, immerhin hat sie zwei anerkannte Ausbildungen.

    Kann sein, dass sie einen guten Geschäftssinn hat, dann wird sie hoffentlich keinen Schaden anrichten.

    Kann sein, dass sie nicht dran glaubt und ihre Klienten an der Nase herumführt, das wäre die schlechteste Lösung, wird man aber kaum herausfinden.

    Meine allgemeine Einstellung dazu ist, dass es zwar in den Reihen der im weitesten Sinne esoterischen Therapiemethoden viele Spinner gibt, dass die vermeintlichen Gefahren, die von ihnen ausgehen aber deutlich übertrieben werden.

    Desweiteren gibt es dort, nach meiner Einschätzung, auch begabte und gute TherapeutInnen und effiziente Therapiemethoden.

    Es herrscht in einigen Teilen des psychologischen Mainstreams eine aggressive Abwertung gegen alles was nach Esoterik riecht oder zu riechen scheint, deren Wut (um nicht Hass zu sagen) mir suspekt ist.

    Um den Erfolg zu beurteilen, würde ich schauen, wie es Deiner Mutter in 3, 6, 12 und 24 Monaten geht und zusehen, dass die Kosten in einem akzeptablen Rahmen bleiben.

    Da sie verschlossen ist, sprich sie doch mal direkt auf die Therapeutin an und schau, was passiert.
    Gefährlich ist, wenn sie zusätzlich zu ihrer Depression nun auch noch paranoide Tendenzen entwickelt, weil die Karten schlecht lagen, der Saturn mies aspektiert ist oder der Schutzengel den linken Flügel lahm hat.

    Aber wie gesagt, bevor man da die Nerven verliert, schauen.

    Die indizierte Therapie wäre vermutlich eine Medikation mit SSRI und kognitive Verhaltenstherapie gegen die Zwänge, evtl. noch eine andere Therapieform gegen die Depression.

    Man muss aber auch schauen, ob ein Patient das annimmt.
    Es bringt nicht viel, wenn man weiß, was richtig wäre, aber der Patient nicht mitmacht.
    Wenn man sieht wie weit der Weg ist, bis ein Patient mal sein Verhalten ändert, dann kann es eine pragmatische Abkürzung sein, wenn ein "esoterischer" Therapeut sagt, nun sei der Zeitpunkt günstig, da ein guter Transit im Horoskop sei.

    Kann man ewig drüber diskutieren und ich vertrete mit meiner Einstellung eine Außenseitermeinung.

    Gruß,

    Schatten
    Geändert von Schatten (23.11.2011 um 19:17 Uhr)

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    Butterblume7 (23.11.2011)

  4. #3
    Lill
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    Der Dipl. Psych. beinhaltet nicht der Heilpraktiker für Psych.
    Entschuldigung, aber das ist Unsinn. Wenn überhaupt, wird umgekehrt ein schuh draus. Aber vergleichbar sind die nicht.

    Der Dipl.-Psychologe hat ein Universitätsstudium hinter sich, dieser Titel wird nur Studenten verliehen, die eine abgeschlossene Universitätsausbildung mit abgeschlossener Prüfung und Diplomarbeit vorweisen kann. Dieser Titel ist akademisch und deutet auf eine ordentliche Ausbildung und ausreichendes Fachwissen hin. Um therapeutisch zu arbeiten, braucht man neben dem Psychologiestudium weiter noch eine therapeutische Zusatzausbildung, die auch staatlich anerkannt ist.

    Der Heilpraktiker oder auch "Heilpraktikerin für Psychotherapie" ist keine akademische Ausbildung, hier sind die Anforderungen weitaus geringer und man kann nicht sicher sein, ob das Metier auch beherrscht wird. Eine Visitenkarte mit Handynummern, Tarotkarten, Hausbesuchen und eventuell leerem Sparbuch nach einigen Wochen deuten nicht gerade auf eine seriöse Ausbildung hin, erst recht, wenn Murttern sich verschließt und vor allem, wenn sie privat zahlen muss.

    Die indizierte Therapie wäre vermutlich eine Medikation mit SSRI und kognitive Verhaltenstherapie gegen die Zwänge, evtl. noch eine andere Therapieform gegen die Depression.
    Ich finde es interessant, wie hier ohne Kenntnis des Krankheitsbildes und nur aufgrund eines einzelnen kurzen Postings durch eine Dritte gleich eine Therapieindikation gestellt wird!

    Das ist keine "Außenseitermeinung", sondern Spekulation, gepaart mit Nichtwissen.

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    Butterblume7 (23.11.2011)

  6. #4
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    Hallo Butterblume,

    das ist keine leichte Situation für dich. Ich schließe mich Schatten zum Großteil an. Es sind zwei unterschiedliche Ausbildungen, bei denen meiner Ansicht nach grundsätzlich erstmal weder das eine, noch das andere besser ist. Erfahrungsgemäß gibt es studierte Psychologen die keine Ahnung von Menschen haben können (aber die Theorie beherrschen) oder Heilpraktiker die einem super weiterhelfen (aber das Studium nicht absolviert haben). Anders herum gehts natürlich auch. Die Anforderungen für Heilpraktiker oder auch Psychologische Berater sind tatsächlich geringer als ein Studium, allerdings müssen diese Berufe einige Stunden Eigentherapie nachweisen, so dass man hier durchaus auch von Instinkt und Erfahrung sprechen kann. Beide sind allerdings als Berater unterwegs und dürfen nicht alles behandeln.

    Es gibt durchaus Heilpraktiker, die Hausbesuche machen. Auch das würde ich jetzt erstmal nicht so bitterernst nehmen.

    Vielleicht kommst du bei Gelegenheit an deine Mutter ran und sie erzählt mal ein wenig. Vielleicht kannst du sie mit ein paar gezielten Fragen hinter dem Ofen hervorlocken. Ansonsten versuch in den nächsten Wochen Zeit mir ihr zu verbringen, um dich selbst von ihrem Zustand zu überzeugen und ggf. etwas zu ändern.

    @ Lill: Das Oniomanie zu Zwangserkrankungen gehört ist klar und das diese oft verhaltenstherapeutisch behandelt werden auch. Schatten hat lediglich geschrieben, was vermutlich gemacht werden würde und keine Diagnose gestellt.

    VG Coach

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    Butterblume7 (23.11.2011)

  8. #5
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    Hallo Lil.

    Zitat:
    Der Dipl. Psych. beinhaltet nicht den Heilpraktiker für Psych.

    „Entschuldigung, aber das ist Unsinn. Wenn überhaupt, wird umgekehrt ein schuh draus. Aber vergleichbar sind die nicht.“
    Die Frage von Butterblume war ja, ob man als Dipl.-Psych. automatisch auch den Status des Heilpraktikers f. Psychotherapie hat, m.W. ist das nicht der Fall.
    Dass der Heilpraktiker den Dipl.-Psych. natürlich auch nicht enthält, spricht ja nicht dagegen.


    „Der Dipl.-Psychologe hat ein Universitätsstudium hinter sich, dieser Titel wird nur Studenten verliehen, die eine abgeschlossene Universitätsausbildung mit abgeschlossener Prüfung und Diplomarbeit vorweisen kann. Dieser Titel ist akademisch und deutet auf eine ordentliche Ausbildung und ausreichendes Fachwissen hin. Um therapeutisch zu arbeiten, braucht man neben dem Psychologiestudium weiter noch eine therapeutische Zusatzausbildung, die auch staatlich anerkannt ist.

    Der Heilpraktiker oder auch "Heilpraktikerin für Psychotherapie" ist keine akademische Ausbildung, hier sind die Anforderungen weitaus geringer und man kann nicht sicher sein, ob das Metier auch beherrscht wird.“
    Ja, aber wie Du richtig erwähnst, kann man sich bei einem Dipl.-Psych. auch nicht sicher sein, dass er sein Metier beherrscht, denn auch er hat keine therapeutische Ausbildung, die muss er nachher erwerben.
    Man kann ja auch Dipl.-Psych. sein, ohne dass man Therapeut sein muss.

    „Eine Visitenkarte mit Handynummern, Tarotkarten, Hausbesuchen und eventuell leerem Sparbuch nach einigen Wochen deuten nicht gerade auf eine seriöse Ausbildung hin, erst recht, wenn Murttern sich verschließt und vor allem, wenn sie privat zahlen muss.“
    Deshalb mein Hinweis auf die Kosten.


    Zitat:
    Die indizierte Therapie wäre vermutlich eine Medikation mit SSRI und kognitive Verhaltenstherapie gegen die Zwänge, evtl. noch eine andere Therapieform gegen die Depression.

    „Ich finde es interessant, wie hier ohne Kenntnis des Krankheitsbildes und nur aufgrund eines einzelnen kurzen Postings durch eine Dritte gleich eine Therapieindikation gestellt wird!“
    Ich hätte schreiben richtig müssen: Falls es stimmt, dass die Depression wirklich eine ist und die zusätzliche Zwangserkrankung wirklich eine ist, wäre kongntive Verhaltenstherapie mit Medikation die Therapie der Wahl.
    Das allerdings ist m.W. der Fall, sollte es anders sein, klär mich bitte darüber auf.

    Gruß,

    Schatten
    Geändert von Schatten (23.11.2011 um 19:32 Uhr)

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    Butterblume7 (23.11.2011)

  10. #6
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    Liebe alle,

    vielen Dank schon mal für die Antworten, jetzt bin ich ein Stück schlauer. Obwohl diese Zulassungskriterien doch irgendwie öffentlich zugänglich sind, hatte ich nur Bedenken inwiefern diese verschiedenen Ausbildungen in der Praxis koppelbar sind. Ich sprach vorhin kurz meine ehemalige Schulfreundin an, die jetzt eine psychologische Psychotherapeutin ist mit einem Praxisanteil, sie meinte die Koppelung sei nicht unmöglich aber evtl. selten.

    Meine Zweifel sind ja eben auf einer Reihe Unklarheiten gestützt:

    1) sehr schlechte Webseite mit Google Werbeeinblendungen
    2) Als Praxisadresse ein Privathaus angegeben in dem def. keine Praxis ist.
    3) Keine Vita o.ä., keine Uniangaben, evtl. wo die Abschlüsse erworben wurden
    4) Insgesamt eine oberflächliche Seite mit Copy & Paste Angaben. Ich würde ja auch die webseite angeben- glaube aber nicht dass ich das hier darf.

    Die Depression und Kaufzwang meiner Mutter sind nicht diagnostiziert. Es ist nur meine Vermutung, gestützt auf ihre jahrelangen sinnlosen Einkäufe/Umtausch und Verschenkungsaktionen. Wenn man mit ihr spricht, dann folgt sie einem nicht wirklich, sie unterbricht einen mitten im Satz und fragt was komplett anderes, gleichzeitig sitzt sie wochenland vor dem Fernsehen und sieht sich so das gängige Programm an. Manchmal muss ich ihr mehrfach beschreiben wie die Räume bei uns im Haus verteilt sind, obwohl sie 100 mal bei uns war und übernachtete. Ich denke dass ihr erster Weg zu einem Neurologen führen sollte und danach evtl weiter.
    Diesmal wendete sie sich tatsächlich an eine Heilpraktikerin, aber nachdem sie derart hohe Schulden anhäufte, dass sie ihre Miete und ihre laufende Kredite zahlen konnte.
    Situation bei ihr in der Wohnung - 3 Zi Wohnung teilweise zur Hälfte mit neuen Mänteln, Taschen, Schuhen vollgestellt. Die beiden Kellerräume voll. Reden möchte sie mit mir nicht, denn ich bin der Feind und schon immer gewesen- mir gibt sie die Schuld für ihre Scheidung vor 15 Jahren, kurz darauf fiel sie nach und nach in diese Phase.

  11. #7
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    Hallo Butterblume.

    „Obwohl diese Zulassungskriterien doch irgendwie öffentlich zugänglich sind, hatte ich nur Bedenken inwiefern diese verschiedenen Ausbildungen in der Praxis koppelbar sind. Ich sprach vorhin kurz meine ehemalige Schulfreundin an, die jetzt eine psychologische Psychotherapeutin ist mit einem Praxisanteil, sie meinte die Koppelung sei nicht unmöglich aber evtl. selten.“
    Richtig, wer Dipl.-Psych. ist braucht keinen Heilpraktiker zu machen, manche tun es dennoch, aus Geldgründen.

    „Meine Zweifel sind ja eben auf einer Reihe Unklarheiten gestützt:

    1) sehr schlechte Webseite mit Google Werbeeinblendungen
    2) Als Praxisadresse ein Privathaus angegeben in dem def. keine Praxis ist.
    3) Keine Vita o.ä., keine Uniangaben, evtl. wo die Abschlüsse erworben wurden
    4) Insgesamt eine oberflächliche Seite mit Copy & Paste Angaben. Ich würde ja auch die webseite angeben- glaube aber nicht dass ich das hier darf.“
    Das ist in der Tat recht dubios.

    „Die Depression und Kaufzwang meiner Mutter sind nicht diagnostiziert. Es ist nur meine Vermutung, gestützt auf ihre jahrelangen sinnlosen Einkäufe/Umtausch und Verschenkungsaktionen. Wenn man mit ihr spricht, dann folgt sie einem nicht wirklich, sie unterbricht einen mitten im Satz und fragt was komplett anderes, gleichzeitig sitzt sie wochenland vor dem Fernsehen und sieht sich so das gängige Programm an. Manchmal muss ich ihr mehrfach beschreiben wie die Räume bei uns im Haus verteilt sind, obwohl sie 100 mal bei uns war und übernachtete. Ich denke dass ihr erster Weg zu einem Neurologen führen sollte und danach evtl weiter.“
    Wäre keine schlechte Idee.

    „Diesmal wendete sie sich tatsächlich an eine Heilpraktikerin, aber nachdem sie derart hohe Schulden anhäufte, dass sie ihre Miete und ihre laufende Kredite zahlen konnte.
    Situation bei ihr in der Wohnung - 3 Zi Wohnung teilweise zur Hälfte mit neuen Mänteln, Taschen, Schuhen vollgestellt. Die beiden Kellerräume voll. Reden möchte sie mit mir nicht, denn ich bin der Feind und schon immer gewesen- mir gibt sie die Schuld für ihre Scheidung vor 15 Jahren, kurz darauf fiel sie nach und nach in diese Phase.“
    Naja, dann ist das mit dem Kaufzwang und obendrein wohl auch noch Messidasein, nicht so ganz unmöglich.
    Ich habe gerade noch mal bei wiki geschaut, in der Tat ist bei Zwangerkrankungen Therapie und Medikation der Standard: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangss...ung#Behandlung
    Natürlich, das war es wohl eher, was Lill störte und worin ich ihr zustimmen, ist es natürlich erst mal immer so, dass vor einer Behandlung eine Diagnose stehen muss. Wenn die dann auch noch halbwegs gesichert ist, umso besser.

    Gruß,

    Schatten

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