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Thema: Django - Und weitere depressive Filme

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    Standard Django - Und weitere depressive Filme

    Ich interessiere mich für Filmwissenschaften und werde mal ein paar Filme dieser Art rauskramen. Hier der Anfang:

    DJANGO: Gilt als einer der wichtigsten Italowestern aller Zeiten und als einer der Höhepunkte von Sergio Corbucci. Doch was erzählt dieser Film? Django erzählt von einem Mann, der in einem Morrast aus Trauer, Schmerz und Elend versinkt und durch eine Erlösung, eine erlösende Rache wieder leben möchte. Der Anfang zeigt kein Gesicht, nur ein Mann, der einen Sarg hinter sich her zieht. Er erlöst eine Frau, die erst den Mexikanern und dann dem Ku-Klux-Klan in die Hände fiel, doch hat ist er wirklich ihr Erlöser? Er macht Andeutugen, die dies bezweifeln lassen, denn er weiß, wer sie ist. Sie ziehen gemeinsam weiter, Django, die Frau und natürlich der Sarg, der immer wieder durch Schlamm gezogen wird, immer hinter Django her. Auf die spätere Antwort, ob da jemand drin läge oder vor allem, was, antwortet er nur "Dadrin liegt Django". Er legt sich mit einem weiteren Südstaatengenerall an, der als Anführer des Ku-Klux-Klans auftritt, aber lässt ihn bei einer Schießerei überleben, damit er seine Leute hole. Django wartet, bis er schließlich auf offener Straße den Sarg öffnet und ein Maschinengewehr herausholt. In seinem Frust tötet er alle Mannen des Majors, den er wiederrum entkommen lässt. Auch sein Motiv wird nun klar, den eben dieser Mann, war es, der seine Familie tötete. Django zieht einen Sarg voll Depressionen hinter sich her, er zieht sein jetziges Ich hinter sich her, denn er ist nicht diese Mensch, er wartet darauf, sich gebürtig in Rache zu erlösen. Dazu holt er sich Unterstützung der Mexikaner, denen die Frau "gehörte". Er verriet sie, um die Mexikaner dazuzubewegen, das Gold des Majors zu stehlen. Doch dieses nimmt Django später den Mexikanern wieder ab, um endlich seine Erlösung in Reichtum zu erleben und wieder zu leben, Django hinter sich zu lassen. Er nimmt die Frau, auf ihr Drängen mit, doch alles läuft schief, der Sarg voll Gold versinkt in einer Schlammgrube und Djangos Verzweiflung nimmt immer größere Züge an, als auch er versinkt, zwar retten ihn die Mexikaner, doch um ihm nur die Hände für sein Vergehen zu brechen. Die Frau sinkt angeschossen zusammen. Mit gebrochenen Händen schafft er es, sie in den Saloon zu bringen, um sie zu retten. Django geht auf den Friedhof, wo er auf den Major wartet, der nun kommen wird. Mit gebrochenen Händen, an das Grab seiner Frau gelehnt, wartet Django. Er schafft es, den Colt mit dem Mund so zu bearbeiten, dass er nun schussbereit ist und da der Majo kommt, erschießt er ihn samt seinen Mannen. Django steht auf, lässt den Colt zurück und geht, er geht in seine Erlösung, denn er hatte sein Ziel geschafft, doch hat er längst verloren, denn dieser Vorwand, dieses Ziel ist vorbei. Er findet seinenAntrieb vielleicht wieder, oder auch nicht. Das Schicksal der Frau bleibt ungewiss, da der Major zuvor den Saloon stürmt um den Barmann zu töten...

  2. #2
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    LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
    Ein einsamer Reiter reitet durch Schnee und Eis, unterlegt von Morricones Main-Theme. Romantisch wird man am Anfang meinen, wäre dieser Mann nicht bewaffnet. Die Eskalation naht, als er auf eine Schar Kopfgeldjäger trifft, die verhungernde Bauern jagen. In Notwehr, sprich gestzlich legitim, erschießt er alle, bzw. dem letzten den Daumen ab. Wortlos aber mit einem Gesichtsausdruck des Hasses. "Silence" der Stumme, wird er genannt und gefürchtet. Im Norden der USA begingen verhungernde Bauern Diebstähle, um zu überleben. Doch dies zägerte alles nur heraus, denn die Regierung setzt auf die Flüchtenden Kopfgelder aus "Tot oder lebendig". Scharen von Kopfgeldjägern zieht dies an. Scharen von noch blutrünstigeren Gestalten. Der schlimmste von ihnen, Loco, der Verrückte (Klaus Kinski), steht oben auf Silence Liste. Denn seinen Weg pflastern die Leichen, unglücklicher Straffälliger, denn wie seine "Mitarbeiter" setzt Loco auf die Zeile "Tot".
    "Leichen pflastern seinen Weg" war die Antwort Sergio Corbuccis (Django) auf "Für ein paar Dollar" mehr, der eine gewisse, bedrohliche Kopfgeldjägerromantik zeigte. Doch dieser Film ist um einiges tiefgründiger. Er symbolisiert den Verfall auf beiden Seiten, denn gibt es hier eigentlich ein Gut und Böse? Vor dem Gesetz sind beide gleich, den straffällig werden sie erst gegen Ende. Nein, das Gute wird hier von zwei anderen repräsentiert: Dem Sherrif und Silence Geliebten. Der traumatisierte Silence, der erst der Ermordung seiner Familie durch eine Horde Kopfgeldjäger zu sehen musste und dem, um das Verbrechen zu decken der Kehlkopf entnommen wurde. Silence wirkt genauso verzweifelt wie Django. Sein letzter Lebensinhalt ist eine ewige Rache und der Hoffnung dadurch Erlösung zu empfangen. Erst später findet er einen neuen Lebensinhalt. Die junge Witwe Pauline beauftragt Silence ihren Mann durch Locos Tot zu rächen. Die beiden kommen sich näher. Locos Seite wird eher weniger beleuchtet, doch gerade im (bitterbösen) Finale, wenn er von Silence Leiche weg durch den Schnee sieht man seinem Gesichtsausdruck an, das er wohl verloren hat, doch was?
    Im Laufe des Films kündigt der Gouvaneur das Verbot der Kopfgeldjagd an. Doch dies wird schon vorher gesagt. Nein, Loco hat seinen Schutz verloren, er ist zudem geworden, was er jagte. Er hat keine Perspektive auf Zukunft, vielleicht war sein letzter Antrieb Silence Tod.
    Corbucci brachte hier seine Interpretation einer Revulotion, die misslingt. Silence hat sich geopfert, doch ohne Sinn. Die Geiseln wurden danach wie gedacht getötet.
    Der Konflikt zwischen Silence und Loco baut auf der Tatsache der gegenseiten Provokation auf. Doch erst Locos Erwachen in den letzten Sekunden des Films zeigt die Lage, in der sich die beiden aus Sadismus befanden.
    Zum Film allgemein gibt es noch ein paar interessante Fakten:
    Als er 1968 auf die Leinwand kam passte er sofort zum linekn Zeitgeist, dem Corbucci wohl auch angehörte. Die Macht des Kapitals, verdeutlicht durch den Bankier und die Frage "Wann ist Töten legitim?" fanden damals regen Andrang. Dies könnte der Grund sein, weshalb er zusammen mit "Django" vor einer Indizierung der BPJM entkam. Corbuccis gegenteile Version ist "Lasst uns töten Companeros"
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