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Thema: Dringender Rat gesucht

  1. #1
    Neuling
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    Standard Dringender Rat gesucht

    Hallo Forum

    Meine Mutter verstarb letzte Woche plötzlich und unerwartet bei einer Routine-OP im Alter von 54 Jahren.
    Momentan habe ich keine Chance zu Trauern da ich versuche meinen Vater aufzufangen und ihn zu Unterstützen.
    Meine Eltern haben, um es galant auszudrücken, ein sehr sehr grobmaschiges Sozialesnetz um sich gespannt, mit anderen Worten: Ausser mir ist nicht wirklich jemand da um meinen Vater aufzufangen.

    Seit ihrem Tod sucht mein Vater Trost im Alkohol. Ich komme irgendwie nicht richtig an ihn ran und Hilfe (Psychologe o.ä.) lehnt er ab.

    Insgesamt hat wohl ein Prozess der Parentifizierung stattgefunden.
    Ich bringe meinen Vater ins Bett. Sorge für Essen, organisiere die Trauerfeier ....

    Habt ihr einen Rat wie ich mich verhalten soll, bzw. wie nicht.
    Viele Leute haben mir geraten meinen Vater in seiner Trauer/Betrunkenheit allein zu lassen um ihm so zu signalisieren, dass es nicht der richtige Weg ist.....und er mich auch verlieren wird falls er nicht aufhört.
    Leider bin ich nicht sehr konsequent da mein Kopf zwar das "Richtige" kennt aber mein Herz ihn nicht "hängen lassen kann".

    Vielen Dank


    Steve

  2. #2
    Painter
    Gast

    Standard

    Hallo Steve,

    herzliches Beileid erstmal.

    Es ist schwierig wenn nicht unmöglich jemand anderen aus der Alkoholfalle herauszuholen, wenn er dir nicht entgegenkommt.
    Nun trinkt er ja noch nicht lange, wenn ich das richtig verstehe war vor dem Tod deiner Mutter noch kein erhöter Alkkonsum der fall, also könnte man hoffen das er bald wieder zur Besinnung kommt.

    Meiner Meinung nach sollte an erster Stelle für dich stehen: deine eigene Trauerarbeit zu leisten, ggf. zusammen mit ihm, wenn er das zulässt. Also gemeinsam zum Grab usw.
    Dann solltest du ihm klarmachen dass du nicht ewig für ihn da bist und er sich wieder selbst um sich kümmern muss! Soviel ist sicher: Du wirst das nicht ewig machen können ohne dich selbst aufzugeben - dazu bist du doch wohl hoffentlich nicht bereit, oder? das würde niemandem helfen, sondern nur einen Abhängigkeitszirkel schaffen, aus dem es immer schwerer wird auszubrechen.

    Ich wünsche dir ales gute

  3. #3
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard

    Hallo Steve,

    das ist ein schwerer Schicksalsschlag, mein Mitgefühl.

    Eine zeitlang kannst Du Deine Trauer und Verzweiflung zurückhalten, das hast Du bereits erkannt und angedeutet. Nutze diese Zeit um Deinem Vater uneingeschränkt zu versorgen und für ihn da zu sein. Auf Dauer gesehen kannst
    das natürlich nicht schultern, eine Therapie ist unumgänglichlich.

    Zwischen den Feiertagen oder kurz danach zu versuchen einen Termin bei einem
    Therapeuten zu erhalten macht wenig Sinn weil es ohnehin nicht funktionieren wird.

    Etwas später solltest Du Dich jedoch darum bemühen. Sei bitte tapfer bis dahin,
    ich wünsche Dir auf Deinem schweren Weg viel Kraft.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von LABBI
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    Standard

    Hallo,


    auch von mir herzliches Beileid für dich und auch deinen Vater.

    So eine Situation ist für dich natürlich doppelt schwer und schmerzlich.

    Ich denke auch (wie Glasi) das du solange du kannst für deinen Vater da sein solltest, aber auch in dieser Situation für dich trauern solltest. Schieb es nicht weg aus Pflichtgefühl deinem Vater gegenüber.
    Dein Vater hat offenbar einen Weg für sich gefunden der Trauer erstmal aus dem Weg zu gehen. Du solltest ihn in die Vobereitungen mit einbeziehen. Wäre möglich, daß dann der Knoten platzt und er sich bewusst wird und er anfängt Trauer zuzulassen anstatt sie zu ertränken. Und dann wird er auch begreifen, das er sein Leben jetzt anders gestalten muss.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.

    Liebe Grüße

    Labbi
    " Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen " - Goethe -

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