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Thema: e-mail von einem toten Freund

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich e-mail von einem toten Freund

    Hey,
    Ich suche jetzt seit ner Weile ein Forum indem ich Hilfe bekomme.
    Also vor ein paar Tagen ist mein Kumpel in einem Krankenhaus gestorben, jedoch hat er ein Tag bevor er gestorben ist zwei emails geschrieben in denen folgendes stand:

    Was ist trauer
    Was ist trauer die definition ist bei wikipedia doch ich denke nach und nach und ich denke das ich glaube dass trauer undefinierbarv ist ich liege da und träume träume von einer person die meine trauer versteht doch nie sehe ich sie das gesicht ist verborgen
    und ich schweife ab
    trauer variiert je nach person so besitzen manche person viel trauer manche wenig und niemand kann die trauer des anderen verstehen selbst wenn beide das selbe erleiden ist die denkweise und verarbeitung der trauer bei personen verschieden sowie die fingerabdrücke eines menschen
    doch ich wünschte die verabschiedung von trauer wäre einfach

    Ich schwimme in einem meer voll selbsthass und versuche oben zu bleiben habe angst mich selbst zu verletzen doch auch angst mir selbst zu vergeben
    kann meinem vater nicht vertrauen meiner mutter gegenüber bin ich voller angst mein "bruder" ist von selbstsucht zerfressen doch ich habe angst zu erzählen wie ich fühle kann anderen menschen kein leid zufügen und habe angst davor es versehentlich zu tun
    mein BRUDER starb vor 10 jahren er lag im krankenhaus nie kam ich ihn besuchen er starb im krankenhaus ich verdrängte sein tot 9 jahre vergas ich
    ich verlor an lust ich mochte sport doch ich hatte nie wieder lust ich hatte gerne freunde doch nun schauspiele ich ich bin müde und warte
    ich erinnerte mich ich weiß warum ich die lust verlor
    warum ich angst habe freunde zu haben doch ich kann nichts machen
    "freunde" fragen mich ob wir zusammen was machen doch ich sage ich habe kein lust mein vater fragt mich ob ich ein film gucken will doch ich sage ich bin müde ich spiele ich spiele und vergesse doch will ich vergessen? ich bin einsam einsam bei "freunden" und familie ich sitze im unterricht umrungen von "freunden" sie sprechen mit mir ich schauspiele lächle und erzähle scherze doch fühle ich mich einsam ich sitze am tisch bei meiner familie und esse nachdenklich alle sitzen bei mir doch ich fühle mich einsam nur am grab meines bruders da fühle ich mich gerborgen doch verdiene ich es? ich sehe all die schlimmen dinge in meiner familie doch bin ich besser?
    ich bin ein verräter doch suche ich die geborgenheit meines bruders ich schweife ab kann dinge nicht zuende erzählen habe angst bin ein verräter verdiene keine geborgenheit habe angst anderen schaden zuzufügen leute kommen mit trauer zurecht doch ich habe angst
    will ich freunde? verdiene ich freunde?
    freunde stehen als was selbstverständliches da doch sind sie es nicht
    ich liege hier und weine warte... ich warte auf...

    Es ist ein bisschen sehr wuselig, aber ich weiß nicht ob das vielleicht sogar so gewollt ist und habe deswegen alles einfach nur durch copy and paste wiedergegeben.
    Er war für MICH ein guter Freund und war erst 17 Jahre alt. (ich bin 18)
    Ich fühle mich gerade sehr wie an seine Stelle versetzt.

  2. #2
    Neuling
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    Hallo Frolt,

    das klingt sehr traurig und macht mich nachdenklich.

    Kannst Du mal in wenigen Sätzen sagen, was Du gerade genau fühlst und woran Du im Augenblick denkst.

    Gruß

    Hans

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Paperback für den sinnvollen Beitrag:

    frolt (17.12.2011)

  4. #3
    Neuling
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    Zitat Zitat von Paperback Beitrag anzeigen
    Hallo Frolt,

    das klingt sehr traurig und macht mich nachdenklich.

    Kannst Du mal in wenigen Sätzen sagen, was Du gerade genau fühlst und woran Du im Augenblick denkst.

    Gruß

    Hans
    Danke erstmal für die schnelle Antwort und um ehrlich zu sein fühle ich mich, wie vorher schon genannt, so als hätte ich die mails selbst geschrieben einsam, verlassen und voller Schuld, da ich ihn auch nie im Krankenhaus besucht habe.
    Im moment schießen die Gedanken durch mein Kopf: warum habe ich ihn nicht besucht , hat er mich 4 Jahre lang garnicht als Freund sondern als "irgendeine" Person gesehen und warum ist mir sein falsches lächeln nie aufgefallen ich meine er hat mich 4 Jahre lang angelächelt war immer eine fröhliche Person hat Witze erzählt und dann kommt sowas raus.
    Geändert von frolt (17.12.2011 um 20:43 Uhr)

  5. #4
    Neuling
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    Hallo Frolt,

    nach dem Tod eines Menschen, dem wir nahestehen, stellen wir uns oft eine Menge Fragen, die dann allerdings unbeantwort bleiben.
    Dich belastet es, dass Du ihn vor seinem Tod nicht im Krankenhaus besucht hast. Andererseits gibt es da die Mail, die er dir kurz davor schickte, aus der Du herauslesen kannst, dass er eure Freundschaft anders sah als Du.
    Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt jetzt richtig wiedergegeben.

    Der Tod, Frolt, lässt uns immer mit Fragen zurück. Warum? Weshalb? Warum gerade er oder sie?

    Es wäre vermessen und anmaßend von mir, wüsste ich eine perfekte Antwort.
    Niemand weiß die wohl.

    Ich habe schon berichtet, dass ich exakt in Deinem Alter innerhalb eines halben Jahren zwei Schulfreunde verlor. Eine Mitschülerin brachte sich um, ein Mitschüler wurde Opfer eines betrunkenen Autofahrers.

    Mit der Mitschülerin hatte ich keinen so engen Kontakt. Wir sahen uns morgens am Bahnhof, mittags meistens auch. Wir gingen manchmal ein Stück Weg zusammen. Was mich an sie gebunden hat, glaube ich, ist ihr früher und so schrecklicher Tod. Sie ist in den Wald gegangen, um sich dort zu erhängen.
    Nie haben wir den wahren Grund erfahren. Und aus ihrem Wesen war das nicht zu begründen. Sie war oder ich sage besser, sie wirkte immer überaus fröhlich, sehr sogar.

    Mit meinem Schulfreund war das anders. Wir waren uns in vielen Dingen einig, redeten oft miteinander und besuchten gemeinsam eine christliche Jugengruppe, in der wir oft gegen die strenge Moral ankämpften.

    Dennoch, so denke ich, gilt für beide: Hätten sie dieses schreckliche Schicksal nicht gehabt, wären sie mir wahrscheinlich nicht so im Gedächtnis haften geblieben. Im Grunde kann ich sagen, klingt paradox, aber ihr früher Tod hat sie für mich unvergesslich gemacht.

    Der etwas jüngere Bruder meines Mitschülers gehörte im weitesten Sinne auch zu unserer Clique. Ich entdeckte ihn vor ein paar Jahren bei Stayfriends, schrieb ihm. Mehr als ein kurzer Gruß kam nicht zurück.

    Freundschaften, die sich nicht erfüllen, kann man nicht festhalten, wie Freunde überhaupt nicht. Ich habe mich inzwischen entschlossen, nicht mehr die Frage "Was wäre gewesen, wenn..." zu stellen.

    Ich sehe es so, dass alle - Mitschüler, Jugendfreunde - ein Teil meines Lebens waren, ein schöner Teil oft. Heute habe ich andere Freunde. Das ist der Lauf des Lebens.

    Behalte deinen Freund so in Erinnerung, wie Du ihn für dich geschätzt hast.
    Die Frage, ob er dich auch so sah, kannst Du nicht mehr beantworten.

    Und wenn es sein muss, dann setz dich hin und lass deiner Trauer Raum. Ich habe meinem Freund nachgetrauert, Jahre sogar. Heute erfüllt mich ein Lächeln, wenn ich an ihn denke. Er hätte wahrscheinlich eine Glatze wie sein Vater und einen dicken Bauch wie er. Sein Vater ist letztes Jahr mit 91 gestorben.

    Herzliche Grüße erstmal. Und schreib mir, wenn Du magst.
    Manchmal hilft das.

    Gruß

    Hans, der sich Paperback nennt

  6. #5
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    Hallo Frolt,

    für mich liest sich die Mail auch sehr traurig und mitreißend..
    ich glaube aber auch nicht ,dass er wollte, dass du schuldgefühle bekommst. Ich glaube darum ging es ihm nicht.

    Für mich liest sich die Mail, dass er zwar den glücklichen Menschen gespielt hat, aber dieser nie war, weil er nie über den Tot des Bruders hinwegkam. Vielleicht war der Bruder für ihn eine sehr wichtige Person in seinem Leben, ohne der er ins Ungleichgewicht kam und den Tod nie verarbeiten konnte. Er ist damit nicht fertig geworden..

    Wem würde man sowas in den letzten Momenten des Lebens anvertrauen?
    Einem Freund - wie Dir!

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

  7. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von honeymoon Beitrag anzeigen
    Hallo Frolt,
    Wem würde man sowas in den letzten Momenten des Lebens anvertrauen?
    Einem Freund - wie Dir!
    Danke Honeymoon,

    das ist eine sehr schöne und zugleich bewegende Erklärung für das, was da geschah. Dieser Gedanke ist mir gar nicht gekommen.
    Aber das liest sich sehr plausibel und ich finde, es hat auch was Tröstliches.

    Hans

  8. #7
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    Es fällt mir jetzt schwer dies zu schreiben und es tut mir leid, wenn ihr euch veräppelt fühlt, aber ich habe diese mails geschrieben und habe erzählt das dies ein Freund geschrieben hat, weil ich einfach nur schiss hatte es zuzugeben und das obwohl ich hier ja anonym bin.

    Ich habe versucht so Hilfe zu bekommen ohne zuzugeben zu müssen das ich diese Person bin.
    Die Texte habe ich mitten in der Nacht aufgeschrieben, als ich aus dem Schlaf von einem Alptraum aus aufgewacht bin.

    Mein Bruder der gestorben ist, ist in wirklichkeit mein damals bester Freund der in der Grundschule gestorben ist und er in wirklichkeit mehr ein Bruder für mich war, als mein jetziger den ich in den texten auch mit anführungszeichen markiert habe. Wie in den texten schon genannt habe ich sein Tot verdrängt und erinnerte mich auch erst während meiner Realschulzeit wieder an ihn.
    Warum genau ich mich dann erst wieder erinnert habe weiß ich nicht jedoch konnte ich mich während der Zeit nicht mehr auf die Schule konzentrieren und habe mein Abschluss dann auch nurnoch knapp geschafft.

    Boha ich schweife schon wieder ab :X

    Jedenfalls habe ich Probleme mit der trauer klar zu kommem.
    Ich fühle mich einfach wie der schlimmste Mensch auf der Welt.
    Selbst hier wo ich völlig anonym bin, schreibe ich lügen auf spiele einen anderen Menschen und traue mich nicht ich selbst zu sein.

    Wie gesagt ich entschuldige mich, falls ihr euch verarscht fühlt.
    Geändert von frolt (18.12.2011 um 11:16 Uhr)

  9. #8
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    Lob für die nachträgliche Ehrlichkeit. Vielleicht wärs eine gute Idee ein neues Thema mit den richtigen Texten zu machen, erspart das zusammensuchen, auch der Titel des Themas stimmt einfach nicht mehr Deine Sache.
    Geändert von Erwin (18.12.2011 um 11:19 Uhr)

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