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Thema: Eigenartiges Gefühl

  1. #1
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    Standard Eigenartiges Gefühl

    Hallo zusammen!

    Seit einigen Wochen träume ich sehr seltsame Dinge. Immer wieder schleichen sich die gleichen Elemente in diese Träume hinein.

    Es fing an mit einem brennenden Hotel, aus dem ich eine Gruppe Kinder rettete. Im zweiten Traum verfolgte mich ein Serienmörder, der mich schließlich auch zu fassen bekam. Ich starb im Traum. In einem dritten Traum brannte nun wieder ein Haus. Es war das Haus meiner Nachbarn.
    Gefolgt von weiteren Träumen, in denen entweder jemand starb und seltsame Dinge passierten oder in dem ich von einem mir fremden Menschen verfolgt wurde, der mir sogar bis in mein Zimmer folgte und mich beim Schlafen beobachtete oder gar ein Feuer ausbrach.

    Seit letzter Nacht nun beschleicht mich ein sehr eigenartiges Gefühl. Dieser Traum war anders als alle anderen. Auch hier waren zwar wieder das Feuer und ein Fremder, doch war es auf eine Art und Weise seltsam, die ich nicht richtig beschreiben kann.
    Hier der Traum von letzter Nacht:

    Ich war in der Uni. Es war allerdings ein riesiges Gebäude. Man muss es sich so vorstellen, wie ein großes Internat. Dort waren viele Studenten. Alle sehr bestrebt. Plötzlich war ich an diesem Ort. Dort lernte ich jemanden kennen. Instinktiv wurde mir klar, dass dieser Mensch nichts Gutes im Sinn führte. Ich war angespannt, ließ mich aber dennoch darauf ein.

    Wir verbrachten einen Tag zusammen. Hatten viel Spaß. Am Abend, ich glaube es dämmerte, sah ich, von einem Berg, der etwas entlegen von diesem Gebäude war, wie von jenem Rauchschwaden aufstiegen und es in Flammen stand. Mir war sofort klar, wer dieses Feuer gelegt hatte und doch war er die ganze Zeit bei mir.

    Als wir am nächsten Morgen getrennt in das Gebäude zurückkamen, berichteten Freunde davon, wie sie es erlebt hatten. Sie waren noch geschockt und hatten Decken um. Auch drumherum waren alle in Aufruhr. Doch plötzlich wandelte sich diese Stimmung und sie begannen mir Vorwürfe zu machen. "Was würde ich mir einbilden den "Feuerteufel" zu decken?!" Und erkannte im Hintergrund einen meiner Dozenten.

    Er sah mich an. Gab mir zuverstehen, dass er mit mir sprechen wolle. Ich sah noch einmal nach hinten und erkannte den Menschen, von dem ich wusste, er war schuld an dem Feuer und doch vertraute er mir. Auch er gab mir etwas zu verstehen. Ich sollte in keinem Fall darüber reden, sollte alles für mich behalten. Er strahlte etwas aus, eine Art Anziehung, die mich schwach werden ließ, der ich nicht widerstehen konnte.

    Dieses Mal konnte ich, anders als in den Träumen zuvor, sein Gesicht erkennen. Seine Haare, sein Piercing an der Unterlippe (ein kleiner schwarzer Stern), seine dunklen Augen.

    Als ich noch im Traum darüber nachdachte, was bei dem Feuer alles hätte passieren können, wurde mir klar, dass ich in etwas sehr Schlimmes hinein geraten war.

    Als mich also der Dozent, der übrigens ein Psychologe ist, um dieses Gespräch bat, ging ich ohne zu zögern mit. Doch dann passierte es. Ich saß auf einer Bank in einem privaten Raum. Er saß neben mir, stellte mir Fragen und machte sich Notizen. Doch ich antwortete nicht. Ich saß da, völlig apathisch in die Leere starrend. Die Knie ganz dicht an meinen Körper herangezogen, vor und zurück wippend. In meinem Kopf schossen tausend Gedanken umher. Ich konnte sie nicht ordnen, verstand ihren Sinn nicht. Er wusste, dass ich ihm etwas verheimlichte und machte sich dennoch ununterbrochen Notizen. Ich konnte das Wort "sehen" lesen.


    Dann war es vorbei. Ich wachte auf. Doch dieses Mal hatte ich ein so seltsames Gefühl, das mich auch jetzt noch beschleicht. Ich weiß nicht, was das alles zu bedeuten hat.
    Ich weiß nicht, ob überhaupt ein Sinn dahinter steht. Doch solche Träume, in denen ich so stark fühlte, hatte ich selten.
    Es waren diese krassen Gegensätze von Liebe und Hass, vom Wissen etwas Schlimmes getan zu haben und es doch um jeden Preis zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Ein Traum, der mich zwischen den Stühlen stehen ließ, in dem ich mich entscheiden musste.

    Ich gebe zu, ich bin etwas verwirrt...

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von doodle Beitrag anzeigen
    Doch solche Träume, in denen ich so stark fühlte, hatte ich selten.
    Es waren diese krassen Gegensätze von Liebe und Hass, vom Wissen etwas Schlimmes getan zu haben und es doch um jeden Preis zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Ein Traum, der mich zwischen den Stühlen stehen ließ, in dem ich mich entscheiden musste.
    Mit Deiner Beschreibung hast Du denke ich die Deutung schon in der Hand, unabhängig von den Details. Geht es vielleicht im realen Leben auch um Entscheidungen, Veränderungen? Was gilt es im echten Leben zu verbergen, was darf nicht ans Licht, wo mußt Du Dich verstellen. Wo sind Liebe und Haß für Dich relevant.

    Wenn Du selbst studierst gerade wäre klar warum Du an der Uni träumst. Es ist auch nicht ungewöhnlich daß Autoritätspersonen in Träumen vorkommen. Das Kennenlernen dieser bösen Person könnte man als Angst vor dem Neuen interpretieren. Der Dozent, Psychologe, in-den-Kopf-Gucker, als der verbietende Vater, und der Mann, vorausgesetzt er wäre auch jung, die Bekanntschaft, die dann aber doch böse ist und vor der der Vater warnt und schützt. Angst, Verbote zu übertreten, Angst Neues zu machen, für Fehler die man macht bestraft werden. Ein Angstraum, den man vielleicht hat, weil grundlegend neue Situationen anbrechen, man sich gerade neu orientiert, oder in der Klemme steckt.

  3. #3
    Neuling
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    Grundsätzlich finde ich es ja nicht schlimm zu träumen. Und ich find es auch schön Träume zu haben, in denen man etwas Action hat. Mich zieht es nur dann immer in solche Träume zurück. Ich würde gern wissen wie es weitergeht. Sehe ich den Fremden noch einmal? Werde ich mit der Endsituation des Traumes fertig werden?

    Natürlich ist das Böse aufregend. Aber was würde man tun, wenn man dazwischen steht? Wenn man einerseits weiß, etwas war falsch, andererseits alles daran setzt, damit etwas vertuscht wird?
    Ich selbst versuche ein relativ ehrliches Leben zu führen, auch wenn die Wahrheit manchmal schmerzt und ich deshalb zurückstecken muss. Ja gut, ich lasse meine Gefühle oftmals weg und empfinde dann wahrscheinlich stärker im Traum, was ich mcih nicht traue im realen Leben auszuleben.

    Natürlich könnte man die Veränderung an sich in diesen Traum hinein interpretieren, die einem Angst macht. Doch wo führt es hin, wenn man immer wieder so etwas abgefahrenes träumt? - Es macht einen wirr, verbreitet im realen Leben seltsame Gefühle und entflammt eine Art Sehnsucht zurück zum Traum.

    Wo sind Hass und Liebe relevant? - Eine gute Frage, wenn ich mal betrachtet, dass sich diese beiden Dinge in letzter Zeit öfter vermischen als sie sollten.

  4. #4
    Roman Verfasser
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    Wenn Du wissen willst wie es weitergeht hast Du die Vorraussetzung für einen Fortsetzungstraum, und es ist ja auch schon eine geträumte Fortsetzung.

    Es ist aber auch nachvollziehbar daß einen solche Träume verunsichern können.

    Deine Frage, was würde man tun wenn man dazwischen steht, etwas war falsch, aber man tut alles zur Vertuschung, das würde ich auf das Wachleben beziehen. Manchmal kann Vertuschung das einzig richtige sein, manchmal ist sie falsch. Dein Gedanke zu den Gefühlen im Traum, da stimme ich zu. In Träumen lebt sich das Gehirn aus, reagiert sich ab. Wo diese Träume hinführen hängt im Prinzip von Deiner Haltung dazu ab. Die Gedanken sind frei, und ganz besonders im Traum. Warum soll man nicht so träumen dürfen. Und ich finde diesen Traum so untypisch nicht, viele Menschen träumen ganz ähnlich. Katastrophen, Entscheidungen, Gut, Böse, Verfolgung. Die seltsamen Gefühle würde ich einfach gelten lassen und ihnen nachgehen. Wenn es "negative" Gefühle wie Haß oder Wut wären, so denkt man eben auch.

  5. #5
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    In wie weit sollte ich den Gefühlen nachgehen?

    Ich meine, Hass und Wut kommen mir zur Zeit recht oft unter. Klar ziehe ich noch Grenzen. Ich verletze keinen. Doch irgendwann wird es vielleicht die Grenze überschreiten und dann werde ich es vielleicht nicht mehr in meinen Träumen verarbeiten oder mich aus bestimmten Situation ganz und gar zurückziehen können.

    Ich bin zur Zeit viel im Stress, ja. Aber wer hat den nicht? Sicherlich liegt auch hier ein Grund für diese gesteigerte Aggressivität. Möglich ist es natürlich auch, dass vielleicht diese Wut/dieser Hass für den Traum von großer Wichtigkeit ist, damit eben diese beschriebene Situation nicht eskaliert, eine Art Ventil.
    Das würde mich dann beruhigen.
    Wenn aber eben diese Gefühle des Ertappt-Seins bzw. der Vertuschung einer anderen Ursache zugrunde liegen, dann kann ich es mir nicht erklären. Da gerade ich eigentlich als ein ausgeglichener Mensch gelte, der sich um solche Themen normalerweise keine Gedanken machen sollte.

    Es bleibt auch weiterhin unlogisch, denn ich träume mehr als in den letzten Jahren. Wenn man natürlich, wie ich jetzt, mehr darauf achtet erscheint einem das wiederum logisch. Doch auch ein weiterer Traum von letzter Nacht entriss mich meiner Ruhe. Es waren dieses Mal nicht der Schauplatz, nicht die Personen, die mich beunruhigten, sondern eher was ich in diesem Traum sagte.
    --> "Er wird dir erscheinen und wenn du ihm nicht folgtest, bist du des Todes" <--
    Früher hätte mich das wahrscheinlich nicht beunruhigt, doch weil ich in letzter Zeit so verschärft, so detailiert und so bizarr träume, kann ich nachts nur noch schlecht einschlafen, was sich dann eventuell negativ auf meine Leistungen auswirken könnte und was ich mir zur Zeit einfach nicht erlauben kann.

  6. #6
    Roman Verfasser
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    Hallo Doodle,

    grundsätzlich darfst Du so viel Haß und Wut haben wie Du willst, das Problem besteht eher darin, daß man sich beides nicht zugestehen will. Es passt vielleicht nicht zu 100%, aber lies doch einmal mein Gespräch mit little_girl hier: http://www.psychologieforum.de/komis...ken-13471.html Ich denke das könnte auch auf Dich vielleicht zutreffen. Der Fehler ist, sich die Gedanken verbieten zu wollen, und allein der Fakt daß Du sie Dir verbietest und ein schlechtes Gewissen hast heißt, daß Du nicht in Gefahr bist Fremde zu verletzen. Du darfst hassen und wütend sein.

    Und sicher, ein Traum ist auch immer Ventil sein, und so bleibt man an anderen Stellen eben beherrscht. Da hat sich Dein Denkapparat einen guten Ausgleich geschaffen. Dort, im Traum, kannst Du alles denken, da gibt es keine Tabus.

    Gut, man müßte die Situationen kennen in denen Du in Wut kommst. Oftmals hat man ja berechtigte Wut, und denkt sie ist unberechtigt. Aber selbst wenn die Wut unberechtigt wäre, wenn es nun einmal abläuft, kann man doch auch nichts dagegen tun. Man kann seine Gedanken nicht unterdrücken, das geht nicht. Der Traum ist eigentlich nicht so entscheidend, der ist nur das Ventil, da kann nichts passieren. Was im realen Leben Dich belastet wäre wichtiger.
    Geändert von Erwin (24.01.2012 um 19:16 Uhr)

  7. #7
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    Wahrscheinlich mache ich mir wirklich zu viele Gedanken. Ich meine, und das klingt jetzt schon etwas irre, die Menschen mir gegenüber könnten manchmal in meinen Kopf gucken und sehen, was ich gerade denke. Ich weiß, dass es nicht geht. Aber das ist es ja gerade, was ist, wenn es doch geht?

    Die Situationen, in denen ich Wut bekomme sind meist begründet. Wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme und sehen muss, dass die Küche aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Wenn Menschen mit kleinen Sticheleien meine Geduld auf die Probe stellen. Aber eben auch dann, wenn ich meinen Willen nicht bekomme oder manchmal einfach unbegründet. Dann könnte ich oftmals einfach nur zuschlagen, egal wer oder was da gerade vor mir steht.
    Einmal bin ich richitg ausgetickt. Ich hab jemanden verletzt. Ich war wie ein Tier, hab nur noch rot gesehen, bin einfach durchgedreht.
    Ich hab es seither immer gut unterdrücken können. Fand den richtigen Ausgleich...

    Ich denke, dass mir momentan wahrscheinlich der Ausgleich fehlt. Stehe ziemlich unter Druck und muss noch eine Weile durchhalten. Kann jetzt nicht schlapp machen. Muss funktionieren. Darf nicht versagen.

  8. #8
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    Ja, faszinierend, sich so etwas vorzustellen, Gedankenübertragung. Gar nicht auszudenken, was alles passieren würde, wenns das wirklich gäbe, die Leute würden wohl alle tobend übereinander herfallen Was einen eben alles durch den Kopf geht. Warum soll man nicht denken dürfen, was wäre, wenn die Leute einen eben in den Kopf gucken könnten, sich das ausmalen, sich daran gruseln, was dann wäre. Das ist ja im Grunde ein ähnlicher Gedanke wie in Deinem Traum mit dem Dozenten. Da wäre jetzt die Frage, was denn jetzt das eigentlich schlimme, befürchtenswerte daran ist, was nicht entdeckt werden soll. Man darf im Berufsleben vielleicht keine Wut zeigen. Aber mal die Lippen zusammenkneifen, sich ein wenig innen auf die Backe beißen, den Daumen mit den Fingern nach innen drücken, irgend ein klitzekleiner Wutausdruck, der niemandem auffallen kann, ist ok. Meistens macht man das sowieso instinktiv, denn das nützt, irgendeinen Körperausdruck braucht der Mensch.

    Na und wenn Du unterscheiden kannst zwischen begründet und unbegründet ist doch auch gut. Und durchdrehen vor Wut tut jeder mal. Und guck mal, es gibt auch Leute die drehen regelmäßig durch und prügeln sich und finden auch nichts bei. Und da soll man wegen einem Mal oder wegen Phasen in denen man Wut hat sich Gedanken machen.

    Klar, Du mußt funktionieren, da ist es doch logisch daß alles hochkommt, das Du am Anschlag bist. Also... Du siehst, ich kann prinzipiell auf ganzer Strecke nur Absolution geben.

    Mach irgendwas verbotenes was aber eigentlich egal ist, laß die Wut ab wo sie nicht stört, randalier in Ruinen oder was auch immer, schaff Dir einen Ausgleich.

    Die Gedanken laufen eben ab, warum deswegen schlechtes Gewissen haben, warum sich deswegen verdammen.

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