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Thema: Ein Ohr für alle

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ein Ohr für alle

    Hallo.
    Ich weiß nicht ob ich es als "Strafe" oder als "Lob" empfinden soll:
    Jeder...ob echte wahre tiefe Freundschaften oder "oberflächliche Bekanntschaften"...scheinbar hab ich eine Wirkung auf Menschen, dass sie mir ihr ganzes Herz ausschütten.
    Ich mache es schon gerne, höre gerne zu und gebe auch gerne Ratschläge und irgendwo ehrt es mich auch, dass mir immer so vieles anvertraut wird.
    Und viele sagen zu mir, dass sie so großen Respekt vor mir haben, dass ich mich durchs Leben kämpfe, obwohl ich selbst eine qualvolle Kindheit hatte und vieles so schwer ist.

    Aber immer öfter empfinde ich es auch als "Strafe":..denn ich spüre zunehmend, wie ich dabei auf der Strecke bleibe. Jeder erzählt mir von seinen Problemen, ich versuche zu helfen (auch gerne!!!) und doch sitze ich mit meinem Schmerz immer ganz alleine, weil WENN ich mich mal jemandem öffne, dann haben die leider auch keinen Rat für mich.

    Und was auch mein Problem dabei ist...ich möchte den Menschen so sehr helfen, dass es mich selbst teilweise sehr stark emotional berührt und "ihre Probleme" mich bedrücken.
    Weil ich mich so sehr danach sehne helfen zu können....

    Kennt das jemand?
    Wie geht ihr damit um?

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Träumende Augen,

    Menschen die einem zuhören können sind rar geworden. Offensichtlich mehrheitlich erzählen die meisten von sich selbst- ohne Punkt und Komma.
    Da kommt ein Gemütsmensch wie Du gerade recht und man hält Dich fest wie
    Geier-Sturzflug.

    Scheinbar kommst Du so authentisch rüber dass niemand leiseweinend feststellt
    wie sehr Du selbst nach einem Austausch schmachtest. Den einzigsten Erfolg den Du selbst für Dich verbuchen kannst ist dass Du Dich selbst gut fühlst wenn
    Du anderen behilflich bist, das ist eine Wechselwirkung die oft vorkommt.

    Liebe Grüße
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei glasheuler für den sinnvollen Beitrag:

    Seelenangst (11.10.2011)

  4. #3
    Neuling
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    Standard Abgrenzung

    Hallo träumendes Auge,

    alles das was Du erzählst, kenne ich sehr genau.
    Ich denke das es schön ist, dass du für andere da bist. >Aber du darfst dich auf gar keinen Fall dabei selbst vergessen.

    Ich denke das Wort ABGRENZUNG trifft es hier ganz genau.
    Das gleiche erlebe ich gerade bei meinem Partner. Ich habe es mit meinen Erzählungen von Problemen ( habe momentan wirklich sehr viel um die Ohren) zu weit getrieben. ER hat immer versucht mir zu zu hören, mir zu helfen, mich zu unterstützen. Allerdings hatte er das Problem, dass er die Gefühle, die er dabei empfand einfach zu nah an sich heran gelassen hat.
    Er lernte gerade sich wirklich ab zu grenzen. Das ist nicht einfach für mich, aber er schafft es immer besser- und mittlerweile ist es so, dass er mir ganz sachlich hilft, wenn er kann. Aber ich höre auch immer wieder, dass er jetzt nicht bereit ist, sich meine Probleme "reinzuziehen". Wenn er selber emotional halt nicht so gut drauf ist. Er schafft es- meine Gefühle nicht mehr zu seinen zu machen.
    Und deshalb geht es ihm besser.
    ICh glaube, dass das genau das ist, was bei Dir noch fehlt. (sorry, klingt hart- ist aber nicht hart gemeint)
    Versuche zu lernen, die abzugrenzen. Die probleme nicht selber so arg zu fühlen.
    Ich denke, wenn du das schaffst, ist es für dich emotional auch nicht mehr so schwer- und du kannst den Menschen die auf dich zukommen viel besser helfen.

    Was dein Problem mit Deinen SOrgen anbetrifft, würde ich sagen, hast du hier den ersten SChritt gemacht. Du suchst dir hilfe. Ich denke hier sind ganz viele Menschen, die dir gerne helfen wollen und du von dir erzählen kannst.

    Liebe Grüsse
    Verlustangst
    Geändert von Verlustangst (11.10.2011 um 07:52 Uhr) Grund: falsche anrede
    Verlustangst kann das ganze Leben komplett beeinflussen- doch das will ich nicht mehr

  5. #4
    Neuling
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    Standard

    Hallo "Verlustangst".

    Vielen Dank für Deinen Kommentar.
    Ja da magst Du Recht haben. Und sich bei soetwas "abzugrenzen" will wohl gelernt sein.
    Manchmal frag ich mich jedoch, ob es dann noch funktionieren kann, denn meist schätzen diese Menschen mich so sehr, weil ich ähnliches erfahren habe, und somit natürlich "besser" helfen kann, besser zur Seite stehen kann.
    Ich mache die Probleme der anderen nicht unbedingt zu meinen, aber es geht mir Nahe, weil ich es fühlen kann...weil ich es kenne.
    Das ist das Schwierige und gleichzeitig...von den anderen geschätzte.

    Ja das Leben ist nicht immer leicht....

    Alles Gute auch weiterhin für Dich und Deine Schwierigkeiten!
    LG

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