Immer wieder frage ich mich was der Sinn des Lebens ist.
Gibt es überhaupt einen Sinn?
Dieser Anfang sieht jetzt schon fast aus wie ein Möchtegern-philosophischer Text..
Trotzdem stelle ich mir immer wieder die Frage, ob es überhaupt möglich ist einen wirklichen Sinn im Leben zu finden.
Der Verstand des Menschen ist einfach dermaßen begrenzt, man kann einfach nur Fragmente der Wirklichkeit erfassen.
Es wird mir immer wieder bewusst.
Ich beneide Menschen die mit ihrem Leben, so wie es ist, zufrieden sein können.
Man schaue sich nur beispielsweise einen überzeugten Rechten, Linken oder überhaupt nur eine Person an die glaubt sie habe das Leben verstanden.
In ihrem Kopf haben sie sich ein System aufgebaut in das sich alle ihnen bekannten Umstände und Ereignisse einfügen lassen, für sie erscheint fast alles sinnvoll.
Sie haben durchaus Argumente für ihre Sichtweise der Welt und beanspruchen für sich die ultimative Wahrheit.
Das Problem ist, es gibt so viele Theorien, die alle auf gute Argumente gestützt sind und keine Fehler enthalten, aber trotzdem werden sie der Wirklichkeit NIE gerecht, die meisten Menschen sind von ihnen trotz alledem überzeugt.
Sie müssen kritische Gedanken nicht einmal ausblenden, sie haben sich ihr Bild gemacht und kommen in ihrem Leben wunderbar zurecht, sie sind überzeugt das richtige zu tun.
Ein Handwerker geht zur Arbeit, er steht morgens auf, verrichtet seine Arbeit die ihm unter Umständen sogar Spaß macht, fährt nach hause, unternimmt vielleicht noch etwas mit Freunden und schläft glücklich ein.
Er verdient sein Geld, kommt in der Gesellschaft zurecht und hätte gar keinen Zweifel daran, dass seine Existenz sinnvoll ist.
Ein kleiner Einschub der mir an dieser Stelle einfällt.
Ich sehe keinen tieferen Sinn in Mathematik.
Mathematiker greifen komplizierte Fragestellungen auf, legen dann einfach Definitionen fest und pressen die Welt in Muster.
Auch wenn sie es selber sind, die einfach frei gewählte Definitionen nutzen um Vorgänge und ähnliches zu beschreiben, bilden sie sich ein, einen Sinn erkannt zu haben und die Welt zu verstehen und erklären zu können.
Sie sind wirklich vollkommen davon überzeugt.
Ich finde einfach keine Wahrheit in dieser Welt.
Ich suche sie und habe dabei das Gefühl mein Kopf würde jeden Moment platzen, ich kann einfach nicht mit dieser Unwissenheit leben, leider bin ich mir sicher, dass es nie einem Menschen gelingen wird die Welt zu verstehen und somit eine tiefe, wirkliche innere Ruhe zu finden.
Das Schreiben dieser Zeilen bringt meinen Kopf nur noch mehr durcheinander.
Meine Gedanken schießen in meinem Kopf ohne ein bestimmtes System herum, sobald ich auch nur ein bisschen Klarheit und Ruhe erlange taucht plötzlich der nächste Gedanke auf.
Manchmal wird er einfach nicht zu ende gedacht und im Gedächtnis gespeichert, es ist ein solches Chaos, das mich nur immer weiter verwirrt.
Ich habe das Gefühl mein Gehirn schafft es nicht die Menge an Gedanken zu verarbeiten, was in einer inneren Leere in meinem Kopf endet.
Als ich ein Kind war habe ich gar nicht erst über das Leben nachgedacht.
Es kam einfach auf mich zu, es gab soviel neues, so viele Aktivitäten, dass solche Gedanken gar nicht erst aufkamen.
Ich bin mir sicher, dass Zielsetzung, viele Aktivitäten und regelmäßige Endorphinschübe durch Erfolgserlebnisse einen Menschen „glücklich“ und zufrieden machen können.
Eventuell ist es ja sogar nur die Ausschüttung bestimmter Hormone und es existiert nicht mal ein höherer Sinn.
So entwickelte sich später ein sehr nüchternes Bild des Lebens in meinem Kopf.
Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass ich oberflächlich glücklich werden konnte, wenn ich nur eine bestimmte Überzeugung und ein Ziel vor Augen hatte.
Man lebt nicht schlecht mit dieser Einstellung, ich bin überzeugt, dass auf diese Weise beinahe jeder, ob arm oder reich, krank oder gesund, oder wie auch immer glücklich werden kann.
So klein die eigenen Maßstäbe auch sind, eine Verbesserung dieser resultiert doch meistens in positiven Gefühlen.
Arbeit, Erfolgserlebnisse, Anerkennung, der Kontakt mit Freunden, und noch so viele andere Sachen ließen mich von diesem inneren Konflikt beinahe abkommen und ich bin mir sicher, dass die meisten Leute so zu Frieden gewesen wären.
So häufte ich beispielsweise Geld an, war erfolgreicher als die meisten anderen in meinem Alter und jedes Mal, wenn ich z.B. wieder mehr Geld gemacht hatte wurde ich ein Stück zufriedener.
Jeder Außenstehende würde mich als glücklichen und zufriedenen Menschen einschätzen, ich sehe verhältnismäßig gut aus, habe einen netten Freundeskreis, gute Zukunftsaussichten und mache generell einen absolut zufriedenen Eindruck.
In meinen Gedanken kam jedoch immer wieder die Frage nach dem wirklichen Sinn des Lebens auf, es muss doch irgendein tiefer gehendes Ziel geben, dass es zu erreichen gibt.
Ich kann einfach mit nichts dauerhaft zufrieden sein.
Ich hatte wunderschöne Freundinnen, doch bereits nach mehreren Monaten verloren sie in meinen Augen an „Ansehen“.
So geht es mir mit allem.
Sobald ich ein Auto hatte wollte ich ein besseres und danach wieder ein besseres.
Motorräder konnten nie schnell genug werden und mussten immer schöner, teurer und exklusiver werden um meinen Endorphinspiegel oben zu halten.
Ich stürzte mich von einem Hobby ins nächste, ich führte Dinge immer zu 100 Prozent aus und musste auch beruflich das Maximum rausholen.
Generell bin ich prinzipiell sehr begeisterungsfähig.
Viele dieser Dinge, bzw. alles was ich derzeit im Leben mache lenkt mich nur von dieser einen Fragestellung ab.
Ich habe das Gefühl eine riesige Mauer in meinem Kopf aufgebaut zu haben, hinter der sich alle kritischen, hinterfragenden Gedanken und Probleme stapeln.
Ich kann meine Gedanken so steuern, dass ich sie sozusagen gar nicht erst beachte und, im Zweifelsfall, einfach kurz vor den Gedanken umdrehe.
Das ist die einzige Möglichkeit überhaupt noch Gründe zu finden um das Leben „sinnvoll“ weiter zu führen.
Dabei spielen sicherlich keine Suizidgedanken oder ähnliches mit, auch wenn ich keine Angst vor dem Tod habe, es ist doch wahrscheinlich eh nur ein dauerhaftes Einschlafen.
Das Leben an sich ist einfach genial und hat so viel zu bieten.
Zudem empfinde ich das Leben als unfassbar spannend und freue mich doch immer auf neue Erfahrungen.
Ich sehe nur einfach keinen tieferen Sinn in der Existenz der Welt.
Ich würde alles darum geben um einen Einblick zu dieser Frage zu bekommen, frei von gesellschaftlichen Ansichten und Voreingenommenheit.
Die einzige Hoffung die ich habe ist die Überzeugung, dass ich meinen Verstand durch ständige Aktivitäten und das Erreichen von neuen Zielen ablenken kann und somit definitiv in irgendeiner Art und Weise „glücklich“ sein kann.
Wäre es nicht schön einfach dumm aber zufrieden zu sein…


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