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Thema: Ein Sack voll Komplexe als Investitionskapital

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    Neuling Avatar von Gesellschafter
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    Standard Ein Sack voll Komplexe als Investitionskapital

    Ich verließ mein Elternhaus als das, was die Psychologie "zerstörte Persönlichkeit" nennt.
    Ich hatte nichts Anderes über mich selbst gelernt, als daß ich ein Taugenichts, ein Tunichtgut sei, ein Waschlappen, ein Angsthase, ein "Schweinehund wie mein Vater" sei - und mehr Destruktives.
    (Später fand ich heraus, daß mein Vater absolut kein Schweinehund gewesen war. Es handelte sich also nur um eine unsachliche Meinung über ihn.)

    Das hatte zur Folge, daß ich mir nichts zutraute.
    Weder wenn es um Privates ging, noch im Beruf.

    Zu den Beschimpfungen aus dem Elternhaus kamen auch reichlich Beschimpfungen während der Berufsausbildung und in der Zeit als Berufsanfänger
    und
    während der Dienstzeit bei der Deutschen Bundeswehr hinzu.
    Verächtlichmachung ist gleich Beschimpfung.

    Ich kam im Beruf viel herum - zuerst innerhalb Deutschlands, später in ganz Europa, zuletzt in die USA und nach Afrika.

    Ich erkannte meine Hilflosigkeit und suchte Hilfe.
    Aber bei wem?
    Ich suchte sie bei Gott - selbstredend ohne genau zu wissen, wie die Suche und die Hilfe hätten aussehen können.

    Ich kam nach Offenbach / Main und mietete am Richard Tauber - Damm eine kleine Wohnung. Dort ging ich in eine Gemeinde und hatte ein junges Ehepaar als Wohnungsnachbarn, das ich in der Gemeinde kennen gelernt hatte und das sich auffällig stark an mir interessierte. Sie luden mich zum Abendessen und zu Wochenendausflügen und gemeinsamen Konzertbesuchen ein (wir besaßen Abonnements bei der Staatsoper in Frankfurt / Main). Sie war Pädagogin, er war Jurastudent vor dem zweiten Staatsexamen. Wir stellten überrascht fest, viele gemeinsame Interessen zu haben.

    Außerdem bemerkte ich, daß da noch mehr war als nur "Spaß zu Dritt".
    Sie hatten mich lieb.
    Das hat mich umgehauen.
    Endlich mal jemand, der es gut meint und nicht treten will!

    Wir blieben rund zwei Jahre lang engste Freunde.
    Wir lebten in der Gemeinde wie in einer Familie.
    Diese Zeit hat mich grundlegend geprägt.

    Meine zwei Freunde beobachteten an mir mindestens einen psychischen Defekt, der es erforderte, psychiatrische Behandlung zu beanspruchen und hatten auch gleich die Adresse eines mit ihren Familien befreundeten ganz famosen Ehepaares zu Hand, das gemeinsam in Frankfurt / Main Am Weißen Stein eine Praxis für Psychologie betrieben hatte.

    Ich bin ein Glückspilz.
    Ich fand die erwartete Hilfe bei Gott.
    Das wandelte mich.
    Gottes Liebe teilte mir einen neuen Wert zu.
    In Gottes Augen war ich also liebenswert (und nicht verachtenswert, wie mir bis dahin die meisten meiner Zeitgenossen weismachen wollten).

    Ich blieb ihm treu, Gott, der sich uns Menschen als der Herr Jesus Christus offenbart - als meine Antwort auf seine an mir erwiesene Liebe. Das habe ich nie bereut. Ich bin dafür ausgesprochen dankbar - Tag für Tag.



    Konklusion

    Aus der neuen Identität (der neue Wert, den Gottes Liebe mir gab) erwuchs ein höheres Selbstvertrauen - das sich unter Anderem im beruflichen Erfolg niederschlug.
    Dabei muß allerdings beachtet werden, daß mir meine Mängel in der Bildung bewußt wurden und daß ich mich darum mit Feuereifer darauf stürzte, das Versäumte nachzuholen und ich Alles erlernen wollte, das mir verquer kam. Ich habe sechs Berufe erlernt und ein Studium absolviert. Der Erfolg wurde mir nicht geschenkt (Erfolg kommt nur durch Fleiß und Können und durch nichts sonst), aber mir wurden die Mittel zum Erfolg geschenkt - das ist der Antrieb zum Besseren, den ich als Kind und Jugendlicher absolut nicht hatte.
    Auslöser war die Liebe, die mir in meinen ehemaligen Wohnungsnachbarn begegnete.
    Geändert von Gesellschafter (17.05.2009 um 11:38 Uhr)
    humor is wennste vor ihr krachst

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