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Thema: Einen Narzissten loslassen. Wie geht das?

  1. #1
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    Idee Einen Narzissten loslassen. Wie geht das?

    Guten Tag

    ich habe mich hier angemeldet, um evtl. Kritische und wachrüttelnde Fragen und Anmerkungen zu meinem nicht sooo großen Problem zu bekommen. Allein komme ich trotz Reflektion nämlich nicht weiter und bin auch nicht so versiert im Thema, ihr vielleicht schon.

    Kurz die Vorgeschichte:

    Ich verliebte ich mich vor etlichen Jahren einmal in einen sehr extrovertierten, wahrscheinlich narzisstischen Mann. (Der Narzissmus bestätigte sich nach Gesprächen im Bekanntenkreis, deswegen die Anmerkung.)
    Ich war sehr verliebt, trennte mich aber bevor es eigentlich angefangen hat, weil ich u.a. echte Empathie und Anteilnahme vermisste, da gab es viele Schlüsselsituationen, auch krasse Entwertungen.
    (Heute fühle ich: Es ging damals viel um das „Sich gegenseitig gefallen“, seine Andersartigkeit, sein Gefallenwollen. Seltsame Mischung, wir waren trotzdem auf einer Wellenlänge: begeisterungsfähig, wir gegen den Rest der Welt, wir Empfindsamen gegen die Unsensiblen, ein rauschhaftes Erleben von gemeinsamen Unternehmungen.)
    Ich trennte mich also, dann war Funkstille. Wenn wir uns über den Weg liefen , ignorierte ich ihn , auch aus Unwissen, wie ich damit umgehen soll, das wurde mit der Zeit entspannter.
    Nach ca. 4 Jahren kam es seinerseits (angetrunken) zu einem sehr emotionalen, fast pathetischem Gespräch,mit dem Wunsch, normal miteinander umzugehen, es mündete aber in Gefühlsbeteuerungen mit Tränen seinerseits. Ich hatte einerseits das Gefühl, er lässt seine Maske fallen und ich sehe die „schwache“ Seite, fühlte mich aber auch stark manipuliert aufgrund des Gesprächsverlaufes. Ich blieb ziemlich kopfklar, ließ mich emotional nicht einwickeln - eine gute Erfahrung, die mir zeigte, wie gut ich mich weiterentwickelt habe (war damals 26, nun Anfang 30) . Das Interesse an Kommunikation seinerseits war nach dem Gespräch wieder vorbei. Mich kümmerte es zuerst wenig.

    Soweit so gut.

    Nun zum eigentlichen Problem.
    Irgendwie bekomme ich den Mann immernoch nicht ~vollständig~ aus dem Kopf. Ich will definitiv nicht mit ihm zusammensein, bin nicht eifersüchtig auf seine Frauen, die er in den Jahren nach mir so hatte.

    Nur: die ganze Sache hallt in mir unglaublich lange nach.
    Ich frage mich oft, wer dieser Mensch wirklich war, dem ich da aufgesessen bin.

    Er trägt viele Masken, schauspielert und ist dabei unglaublich erfolgreich, beruflich wie privat (und leidet scheinbar nur im angetrunkenen Zustand unter seiner Fassade). Ein bisschen eine tragische Figur, kann man sagen.
    Irgendwas an ihm hält mich noch fest, obwohl er nicht meinen Alltag bestimmt, auch nicht in meiner jetzigen Partnerschaft. (Wir sehen uns ab und an auf Veranstaltungen - Arbeit in der gleichen Branche, sind freizeitmäßig in ähnlichen Szenen unterwegs.) Ich möchte scheinbar einfach wissen, wie das geht, weil ich meine Emotionen, Unsicherheiten, Ängste nicht so einfach von meiner äußeren Maske abtrennen kann wie er, versteht ihr? Ich muss mich auf das fokussieren, was ich schon geschafft habe, um nicht manchmal unterzugehen, weil ich in einem fordernden Unternehmen arbeite.
    Für ihn ist nichtmal das Arbeit, sondern er scheint immer nach vorn zu schauen. Visionärsmäßig quasi. Aber auch unbekümert und mit wenig Verantwortungssinn für negative Konsequenzen.

    Kann man eine gesunde Portion Narzissmus lernen, die einen genau so weit bringt, dass man das Leben voll auskostet, aber keinen unnötig verletzen muss und „echt“ bleibt?

    Also: Irgendwas beschäftigt mich an diesem Kerl (extrovertiert, erfolgreich, narzisstisch, sehr gedanken- und sorglos, aber fährt gut damit, erlebt krasse Dinge im Leben und „nutzt“ dies), ist es das, was ich bis hierher schon vermutete? Oder nur das Charisma, das nachhallt?

    Wie kann ich gelassen mit der Situation umgehen?
    Ich weiß nun, dass ein Gespräch mit ihm mir nix anhaben wird, aber würde das wirklich weiterhelfen? Wie habt ihr das gemacht? Ich möchte einerseits Kontakt, andererseits weiß ich auch nicht, wie der sich gestalten soll, weil ich auch meinen Stolz habe und nicht als „hilfesuchendes Mäuschen“ wie damals dastehen will.
    Gibt es eine Art Katharsis, einen Loslass-“klick“, der irgendwann kommt?
    (Wir haben fast null Kontakt, trotzdem fühle ich mich so „beeinflusst“ von ihm, aus der Vergangenheit, wieauchimmer und ertappe mich sogar manchmal beim Helferimpuls.)
    Ich stecke immernoch in diesem Geflecht, er nicht, es ist also einseitig, denke ich. Wie habt ihr an euch gearbeitet, damit man sich davon frei machen kann und nicht immer grübeln muss, wie dieser Mesch nun wirklich ist/war?

    Danke für eure Antworten!

    Zwiebeltürmchen

  2. #2
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    Zitat Zitat von Zwiebeltürmchen Beitrag anzeigen
    auch krasse Entwertungen.
    Hallo Zwiebeltürmchen,

    magst Du das mit den Entwertungen näher ausführen?

    Ich kann Dir das Buch "Masken der Niedertracht" empfehlen, in dem perverse Narzissten thematisiert werden. Das Buch wurde mir hier von einer Userin empfohlen. Seither ist mir vieles klar geworden und an "meinen" Narzissten verschwende ich keinen Gedanken mehr.

    Bei mir liegt das Erlebnis mehr als 10 Jahre zurück, aber ich war auch immer wieder gefangen in Gedanken. Das Erleben mit solchen Personen ist eben ausgesprochen intensiv - in die eine, wie in die andere Richtung. Das prägt und hält gefangen.

    LG,

    Physalis

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Physalis für den sinnvollen Beitrag:

    Zwiebeltürmchen (30.12.2011)

  4. #3
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    Hallo!

    Zu den Entwertungen: So "krass" waren die eigentlich nicht, verglichen mit den anderen Erlebnissen, die ich hier so lesen musste, oh weh!

    Dazu ist zu sagen, dass ich damals sehr sehr sensibel, wenig selbstbewusst und dünnhäutig war und mich auch von Sticheleien verletzt fühlte, die jemand anders vielleicht einfach so weggesteckt hätte.
    Grundsätzlich war ein Widerspruch meinerseits immer sehr "schade", gekoppelt mit so einer altväterlichen Art, die mir vermittelt hat, doch irgendwie zu spinnen und alles falsch zu machen.
    Fehler habe ich auch gemacht, war sehr beziehungsunerfahren zu der Zeit. Ich hatte auch damals mein Päckchen zu tragen mit eigenen Defiziten und so weiter. Dennoch habe ich mich zu einer Trennung entschlossen, weil ich nicht weiter wusste, mein Bauchgefühl rebellierte und weil ich insgeheim fühlte, dass das richtig war.

    Hilft ein Gespräch?
    Mir ist noch eingefallen, dass auch ich vllt. auch nachträglich den Wunsch habe, verstanden zu werden oder sowas, und es deswegen vllt. rumort.
    Wie kommt ihr damit klar, wenn dieser Wunsch verstanden zu werden und auch zu verstehen (oder was immer sich hinter dem momentanen Loskomm-hemmung) nicht zu erfüllen ist?
    Ich bemühe mich, das Positive zu sehen. Da sgab es eindeutig. Was habt ihr Gutes an den Narzissten gefunden und vllt. in euer Leben integriert?

  5. #4
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    ich arbeite nicht an mir, kann dich aber gern zu meiner baustelle machen.

    also so wie ich das lese, redest du dir selbst ein was für eine umwerfende
    persöhnlichkeit er ist, such dir mal ne abwechslung und hör auf in der vergangenheit zu leben,...

    und wenn das nicht geht, dann kriech halt zurück, nehm mal an das
    das seiner art sehr gut geafallen würde, über so einen langen zeitraum,
    so einen einfluss auf dich zu haben.

  6. #5
    Neuling
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    Aber, ich arbeite doch an mir, reiskorn. Nur suche ich eben einen Trick, wies noch besser geht.

    Wenn ich mir alles nochmal durchlese, denk ich aber: wahrscheinlich haste Recht: alles eigtl. halb so wild, einfach ablenken und sein Ding durchziehen und sehen, wie gut mir das tun wird und die Sache nicht unnötig dramatisieren.Danke!

  7. #6
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    Loslassen hängt doch nicht vom Typ ab. Wenn Du locker mit ihm reden willst aber nicht kannst, geht es nicht. Das kannst Du auch mit nichts erzwingen. Es wird Dich immer jucken, das geht nicht auf einmal schmerzfrei bloß weil Du nen Schalter umlegst.

    Halt einfach sich ernstnehmen und Kontakt beenden und gut. Wenn man sich sieht, kurz grüßen und Ende.

    Das tut einem dann weh, das ist unangenehm, man möchte dann doch wieder Kontakt, aber an der Stelle sollte man dann streng zu sich sein und nein sagen und den Schmerz aushalten.

  8. #7
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    Zitat Zitat von Zwiebeltürmchen Beitrag anzeigen
    Was habt ihr Gutes an den Narzissten gefunden und vllt. in euer Leben integriert?
    Nach meinem heutigen Wissensstand finde ich nichts gut an ihm. Was ich damals gut fand, habe ich fast vergessen. Es war wohl das, was ich als Interesse an meiner Person deutete, was ich an ihm anziehend fand.

    Integriert habe ich, dass ich bereits bei einem Anflug vergleichbaren Verhaltens sofort das Weite suche.

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