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Thema: Einstellung oder Taten ? Was zählt ?

  1. #1
    Balboa
    Gast

    Standard Einstellung oder Taten ? Was zählt ?

    Was habt Ihr dazu für Erfahrungen gemacht ?

    Man schließt sich irgendeiner Gruppe an, wird auch z.B. aufgrund seiner Persönlichkeit und dem Talent wie dem ECHTEN Interesse an dem Thema der Gruppe schnell anerkannt, integriert und akzeptiert, bis.......... sich eine Eigenheit oder ein anderes Interessensgebiet herausstellt, das/die scheinbar nicht in die Gruppe paßt.

    Ein paar Beispiele.

    Ein spriritueller Mensch schließt sich einer Yoga Gruppe an und ist auch schnell in der Gruppe akzeptiert und anerkannt. Dann erzählt er, das er jeden Tag Fleisch genießt und Bier trinkt und schwupp...... ist er bei einigen unten durch.

    Mitgliedschaft im Schützenverein wegen großem Interesses an Waffen, Schießen und Heimattradition - ist aber schwul.

    Aktiv in einer Kirchengemeinde, aber auch politisch aktiv in der Linkspartei.

    Bauarbeiter wird von Kollegen gemobbt, weil er die FAZ ließt und in die Oper geht.

    Der höhere Banker möchte in seiner Freizeit in einem Biker Club mitmachen.

    Aktiv in einer buddhistischen Gemeinde aufgrund der Faszination an dieser Weltanschauung, von Beruf Metzgermeister.

    Ein NPD Mitglied spendet eine Million für ein Waisenhaus.

    Ist das nur in Deutschland so - hat man in anderen Gesellschaften und Kulturen mehr Toleranz und Offenheit ?

  2. #2
    Ste
    Gast

    Standard

    Ich lese grade ein Buch über die Odenwaldschule und da merkt man schnell, was wichtiger ist, die mit Worten verkündete Einstellung und die nach aussen hin wortlosen Taten.

    Also, wenn du mit Einstellung das meinst, was man äusserlich und mit Worten zur Schau stellt, dann ist Einstellung nichts wert.

    Die Frage ist aber nun, welche Einstellung hatte ein Herr Becker, Schulleiter der Odenwaldschule? Alles, worfür er offiziell stand, war bewundernswert, aber alles was er inoffiziell getan hat war verabscheuungswürdig und schr kriminell.

    Wie also war seine Einstellung? Seine Taten sind ja unzweifelhaft, aber seine wahre Einstellung?

    Das andere, was du ansprichst ist das , was man in Institutionen und Gruppen vorfindet. Da gehts um Konformissmus und Anpassung, um das Pflegen von Ritualen und gemeinsamen Glaubenssätzen. Da kann man natürlich sagen, dass es wenig Sinn macht, wenn der Papst gleichzeitg bei den Hells-Angels ist, oder wenn Obama Drogen nimmt. Klar kann man der Meinung sein, das Drogen einen Obama nicht schlechter machen und dass Papst Benedict bei den Hell angels eine prima Integrationsarbeit leisten könnte. Nur wird das real nicht gehen, es würde sozial nicht funktionieren.

    Aber es gibt ja auch die Überall-Mitmacher, die sich aber nicht festlegen wollen, diejenigen, die an allem was tolles finden, aber auch an allem was auszusetzen haben. Die Hin-und-her-Hopper. Heute Rocker, morgen Punker, übermogen Banker.

    Nun gibt es in Wahrheit aber viele Menschen, die führen im Grunde ein Doppelleben. Sie sind Lehrer, oder Banker, geben sich konservativ und angepasst, aber am WE machen sie schwule Orgien oder nehmen Drogen. Oder die Mutter, die sich treusorgend gibt und ohne eigene Bedürfnisse, die sich aber in Wahrheit nach hartem Dauersex sehnt, schon die führt ein Doppelleben.

    Deine Frage ist also unbeantwortbar, was du als Fehlen von Tolleranz anschaust, ist uner Umständen nur normale Regulation und Abgrenzung. Man kann nicht offen für alles sein und es jedem Recht machen. Zudem verbirgt sich hinter manchem achso tolleranten Demokraten ein Sadist und Vergewaltiger.

    Ich denke mir schlicht: An den Taten sollt ihr sie messen, nicht an ihren Worten. Worte kosten nichts und man kann mit ihnen so schön manipulieren. Taten sind meist eindeutig und haben immer eine Preis, haben immer Folgen. Menschen sind meist so veranlagt, dass sie 98% ihrer Aktivitäten mit Worten gestallten und nur 2% mit Taten. Das gilt für die Bereiche, die besonders wichtig sind. Bei unwichtige Dingen, wie z.B. Geschirr spülen ist es natürlich genau andersrum.

    Grüße

    Ste

  3. #3
    Balboa
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    Ich denke mir schlicht: An den Taten sollt ihr sie messen, nicht an ihren Worten. Worte kosten nichts und man kann mit ihnen so schön manipulieren. Taten sind meist eindeutig und haben immer eine Preis, haben immer Folgen.

    Ste
    Das ist es - sehe ich auch so.

  4. #4
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    Standard

    Ich verstehe nicht genau, was die Frage im Threadtitel mit dem Thema zu tun hat. Die Frage im Threadtitel kann man leicht beantworten, siehe oben.

    Das Thema was angesprochen ist - Menschen sind prinzipiell intolerant und verachten alles was sie nicht richtig kennen oder verstehen, aber trotzdem sehen können. Trotzdem ist Toleranz immer eine Frage der Kultur in der du bist. Die Kultur gibt bestimmte regeln vor und an die muss man sich je nach Kultur halten, wenn man nicht verstoßen werden will.

    In diesem Fall zählen übrigens Worte deutlich mehr. Wenn du etwas "Ekliges" machst, aber es keinem erzählst, gibt es auch keine Probleme. Machst du nichts "Ekliges", aber tust so als würdest du es machen / mögen, dann wirst du verstoßen.

  5. #5
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    Standard Die Taten sollen im Grundsatz sprechen...

    Also, ich bin der Meinung, dass man schon an seinen Taten gemessen werden soll, denn eine Einstellung, die ich mündlich verkünde, ist nur dann etwas wert, wenn ich sie auch lebe... oder klar erkennbar dahinter stehe.

    Allerdings - und darum habe ich "im Grundsatz" geschrieben - sollte man meiner Meinung immer das "Gesamtpaket" betrachten. Angenommen, jemand wird bei einer - möglicherweise schweren - "Verfehlung" erwischt.

    Hier bin ich der Meinung, man sollte schauen, wen man vor sich hat: Hat er/sie ein Leben lang nach gewissen Grundsätzen gelebt, so soll ein "Ausrutscher" verziehen werden... wir sind alle nur Menschen und haben unsere "Ausrutscher", wo wir ganz klar auch nach unseren eigenen Maßstäben versagt haben...

    Einzige Ausnahmen sind für mich (schwere) Gewaltakte gegenüber wehrlosen Personen oder gar Kindern... z.B. eine ausgerutschte Hand kann jedem passieren, schlimm genug... massive Prügel dagegen ist bereits beim ersten mal eine so schwere Grenzüberschreitung, dass sich insbesonder der/die Gewalttätige die Frage nach Übereinstimmung mit seinem Wertesystem stellen muss... und auch die (rechtlichen) Konsequenzen zu tragen hat.

    LG
    Silent Voice

  6. #6
    Ste
    Gast

    Standard

    Ich kann sagen, dass ich das Grundproblem sehr gut kenne.

    Ja, man schließt sich einer Gruppe an und die Gruppe fordert Konformität. Es gibt in der Gruppe eine Hackordung. Es gibt in der Gruppe Wissen und Geheimwissen, verschlüsseltes Wissen und partielles Wissen. Es gibt in jeder Gruppe, neben dem vordergründigen Inhalten, auch die anderen versteckten Inhalte.

    Die Kommunikation in einer Gruppe ist ganz anders, als die in einem 4-Augen-Gespräch. In Gruppen herrscht das Ungeheuer der Gruppendynamik, eine Kraft, die sich dem einzelnen entzieht, vor allem dem Mitläufer, dem rangniederen.

    Also, das ist alle nichts für mich. Damit kann ich nicht umgehen. Darum bin ich auch in keiner Gruppe, keiner Bewegung tief verwurzelt, ich bin nicht mal im Leben selbst tief verwurzelt. wohl noch nicht mal in mir selbst, oder vielleicht doch? Ich weiß es einfach nicht.

    Eine Gruppe bietet natürlich auch viel! Ich war nach meiner Schulzeit, in der ich Prügelknabe war, als Jugendlicher in einer stadtbekannten Rockergruppe. Plötzlich war ich umgeben von 50 und mehr brutalen Schlägern, die Angst und Schecken verbreiten konnten. Nach meiner Aufnahme in diese Gruppe sagte man mir als erstes, dass sollte mich irgendjemand anmachen, dann solle ich selsbt gar nichts tun, sondern der Gruppe Bescheid geben. Die würde sich dann angemssen darum kümmern.

    Man stelle sich das vor, wie das wirkt auf einen schmächtigen Prügelknaben, der tagtäglich seine ganze Kindheit lang den anderen als pfer zu dienen hatte und der ständing Angst haben musste, vor dem nächsten Schlag, vor der nächsten Demütigung.

    Nun, die Wirkung verfehlte es nicht. Die ehemaligen Schläger knieten geradezu vor mir und bitteten um Gnade, ich übertriebe nicht. aber ich habe das nie ausgenutzt, im Gegenteil. es kam nämlich durchaus dazu, dass ich an anderer Stelle doch wieder Opfer wurde, wo man nicht wusste, zu welcher Gruppe ich gehörte. Jetzt wäre die Zeit gekommen die Armee zu holen, aber ich holte sie nicht.

    Ein Fehler? Möglich. Oder aber es hat sich damals schon gezeigt, fass ich weiter denken konnte, als nur bis zu meiner Penisspitze. Hatte ich eine höhere Moral, wollte ich im Grunde niemanden verletzen, auch wenn sich die anderen bei mir nicht darum scherten? Sah ich, dass es keinen Sinn machte sich stellvertreten zu lassen beim Lösen seiner Probleme?

    Oder war ich wirklich so unfähig zur Gegenwehr, so devot tief drin in mir, dass eine voll durchgezogene Gegenwehr mir unmöglich war? Devot sein heisst ja nicht ein guter Mensch sein!

    Nun, bald verlies ich die Gruppe wieder, bzw. ich wurde rausgeschmissen. Ich war halt kein Schläger und irgendwie war mir das Gruppengetue auch zuviel. Ich war also wieder allein und die Zeit nach der Gruppe war sicher schwerer, als die Zeit davor. Ich fühlte mich nun so nackt und hilflos, aber ich konnte auch froh sein, dass ich die Armee nicht losgehetzt hatte, denn ich war nun wieder allein und wehrlos.

    Nun ist ein Motorradclub eine extreme Erfahrung, aber ich finde dass z.B. eine Gruppe inmitten der Gesellschaft nur äusserlich anders funktioniert. Das Prinzip Gruppe ist das gleiche.

    Ja, Gruppen sind ja nur dadurch Gruppen, weilsie eine Tür haben, durch die man rein und raus kann und nicht jeder wird reingelassen. Ist man drin, ist man in einer Subkultur und da gibt es wenig Tolleranz. Das ist normal. aber ein Gruppenmensch wird ja grade das schätzen, denk ich.

    Grüße

    Ste

  7. #7
    Neuling
    Registriert seit
    23.01.2012
    Beiträge
    32
    Danke
    0
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Zitat Zitat von Balboa Beitrag anzeigen
    Was habt Ihr dazu für Erfahrungen gemacht ?

    Man schließt sich irgendeiner Gruppe an, wird auch z.B. aufgrund seiner Persönlichkeit und dem Talent wie dem ECHTEN Interesse an dem Thema der Gruppe schnell anerkannt, integriert und akzeptiert, bis.........
    Zur Überschrift lautet meine Antwort: Die Taten!


    aber du hast eine interessante These angesprochen, diese ist über alle Kulturen hin verbreitet und schon seid Uhrzeiten von Bestand. (zum Erhalt einer Kultur) Das ist auch einer der Gründe, warum es zu Mobbing kommt.

    P.

  8. #8
    Balboa
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von wer_ist_gesund Beitrag anzeigen
    Zur Überschrift lautet meine Antwort: Die Taten!


    aber du hast eine interessante These angesprochen, diese ist über alle Kulturen hin verbreitet und schon seid Uhrzeiten von Bestand. (zum Erhalt einer Kultur) Das ist auch einer der Gründe, warum es zu Mobbing kommt.

    P.
    Sicher, für mich zählen auch die Taten.

    Ehrlich gesagt habe ich aber den Eindruck das für sehr viele Menschen die Einstellung wichtiger ist.

    Beispiel Mord: Im Krieg gibt es dafür einen Orden - zuhause Knast.

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