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Thema: Einzelkind: Betagter Vater verwitwet - Schwierige Situation

  1. #73
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    Naja irgendwie ja, weiblich plus Einzelkind-typisch.

    Physalis, das mit der ungestopften Badewanne ist ein klasse Vergleich.
    So war ich allerdings auch drauf, als ich depressiv war - war ich öfters im Leben. Hab mich mühsam rausgewurstelt und gelernt, diese Neigung zu händeln, wie ich hoffe,
    Meine Mutter hat sich in den Phasen ganz deutlich distanziert von mir. Heute kann ich das verstehen. Ich hab IHR damals den letzten Nerv geraubt. Sie hatte ja schon einen Mann an der Backe, der
    diese Tendenz hatte... mit einem Partner hab ich das auch schon durch. War schlimm, aber wir habens gemeinsam durchgestanden.
    Es gibt eine Depri-Neigung, und es gibt Depressionen, die situationsbedingt im Leben auftreten, scheint mir.
    Bei meinem Vater trifft grad wohl beides zusammen.

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    eambleclai (10.02.2016),eheffieldarma (13.02.2016)

  3. #74
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    Zitat Zitat von Pullus Beitrag anzeigen
    Ist das typisch weiblich, sich wenig(er) abgrenzen zu können?
    Ich denke, es hat viel mit Erziehung zu tun und damit, was man selbst als Kind beobachtet hat.

    Man meint immer, die Emanzipation hätte so viel bewirkt. Wenn, dann aber noch nicht lange. Zumindest bei uns auf dem Land ist es so, dass selbst noch die Generation meiner Mutter - in den 50er Jahren geboren - ganz überwiegend nicht berufstätig war und sich ausschließlich um die Erziehung der Kinder, die Versorung des Mannes und die Pflege von Schwiegerelten und Eltern und letztlich des Ehemannes kümmerten.
    In meinem Heimatdort waren wir damals rd. 10 Kinder in meinem Jahrgang. Meine Mutter war die einzige Mutter, die eine Ausbildung hatte.

    Es ging aber gleich noch in meiner Generation weiter: Ich war das einzige Mädchen innerhalb mehrerer Jahrgänge meines Ortes, das auf das Gymnasium gehen durfte. Vom Studium ganz zu schweigen.

    @ Molly
    Ich glaube, ich sagte es schon mal: Ich kenne Fälle, da gab es mehrere Geschwister und dennoch blieb alles allein an der Tochter hängen. Häufig ist es so, dass die Ehefrauen der Brüder diesen sogar untersagen, sich für die Eltern einzusetzen.

    Die Tage las ich in der Presse, dass sich das Rentenalter, also die Zeit, die ein Mensch in Rente lebt, seit den 60er Jahren verdoppelt habe und weiter rasant steigen wird. Das Heer der Hilfe- und Pflegebedürftigen wird uns überrollen. Das können die Nachkommen unmöglich packen. Bin mal gespannt, was sich die Politik einfallen lässt.

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  5. #75
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    Hi, hallo, alle zusammen.
    Wir schreiben 2016 - ist einige Zeit vergangen seit Fred-Eröffnung hier. Hab damals ja bös rumgejammert.
    Hier hat sich viel verändert.
    Ich wohne nun "nur" noch 40 km von Vater entfernt, Freund muss weiter fahren.
    Vater war Weihnachten und Neujahr bei mir. Ach ja, Eigentumswohnung vom Erbteil gekauft und renoviert. Vater zetert, ich würde UNS ruinieren. Äh, das Ding ist schuldenfrei und MEINS, schön und ruhig? Und es ist noch Geld über - also was daran ist falsch?
    Tage mit Vater sind nie erholsam, kann ich nur immer resumieren. Uns geht der Gesprächsstoff aus. Aber spreche ich nicht mit ihm, sitzt er brütend im Sessel und starrt vor sich hin.
    Dazwischen hatte er sich gefreut, auch über die Wohnung, und war mal kurzzeitig gut drauf. Intensives Nachdenken hat dann sein negativ-schwarzgraues Weltbild wieder ins rechte Lot gerückt, passt. *ironiemodus*

    Mittlerweile ist er im KH, es wurden Darmpolypen und ein Tumor entdeckt und nun erntfernt. keine Chemo nötig, es geht aufwärts. Er darf noch 2 Wo im KH bleiben und wird aufgepäppelt dort.
    Wie gehabt: Missmut, Schwarzsehen, Depri, Nein zu allem, Ungeduld, 0-Frustrationstoleranz, versteckte oder offene Vorwürfe, Granteln. Und in mir steigt Wut hoch, die nicht sein darf.

    Ach ja, böse, böse: 2015 war ich mit meinem Freund in Spanien und Portugal mit dem Wohnmobil, es war traumhaft. 3 Wochen, herrlich.
    Auf meinen Vorschlag, mit Vater mal in die Berge oder sonstwohin zu fahren, wurde immer und immer abgeschmettert. Irgendwann kam die Ansage: Du bist ja nie da, sondern verreist.
    3 Wochen von 52 Wochen nicht verfügbar, böses Foul von böser Tochter.

    Mal sehen wie es weitergeht. Mühsam, vermutlich. Ich fahre nun alle 2 Tage ins KH, er erwartet das (obwohl ers selten offen sagt) und unkt und mault und grämt sich.
    Wenn ich mich umschaue, wie viele jüngere Leut an Krebs wegsterben oder verunfallen, andere in seinem Alter sind dement, hocken im Rollstuhl, sind blind, taub, sonstwas... Er hatte seinen Traumberuf, seine Wunschpartnerin über 50 Jahre lang, und jetzt Geld genug und alle Aussicht, die nächsten 4, 5 Jahre mindestens ganz gut zu verbringen, abgesehen von der Tatsache, dass er halt alt ist, fange ich an, mich zu ärgern. Hilft natürlich nix, wenn er so ist: Kriegskind, angstgeprägt, mit depressiver Grundeinstellung, keine Frage, er kann für vieles davon nichts. Aber ich auch nicht.

    Gestern sagte eine Bekannte: Ja, die die nörgeln und jammern, leben am längsten. Stimmt sicher - sie saugen anderen damit literweise wie kleine Vampire die Energie ab und tief drin leben sie recht zufrieden vor sich hin in ihrem schwarzen Sarg, im übertragenen Sinne.

    So, nun muss ich los, ihm ein paar (entbehrliche) Sachen bringen, Post und dann Bank - wofür ich auch wieder einen Einlauf kriegen werde. Wie hieß es bei den Moorhühnern damals? "Die Jagd geht weiter", höhö.

  6. #76
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    Update:
    Gerade meinen "Erguss" vom Februar gelesen. Au weia. Mittlerweile ist es besser - Vater baut körperlich ab, ist aber insgesamt ausgeglichener. Ein Highlight, buchstäblich: Bessere Brille, mehr Leselicht = er kann wieder lesen und seinen Kram studieren, oder die Zeitung. Das ist super für ihn und tut ihm gut.
    Neulich konnte ich ihn sogar zu seiner Veranstaltung "schleppen" auf die er unbedingt wollte, aber wieder 1000 Hindernisse aufbaute warum das nicht ginge. Klar gehts, ich mein, ich FAHRE ihn ja überall hin, mache und tue. Er muss es halt zulassen.
    Weihnachten ist er wieder hier. Mal sehen.

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