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Thema: Einzelkind: Betagter Vater verwitwet - Schwierige Situation

  1. #17
    Egosum
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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Hallo Egosum,

    auch ich verstehe nicht, was Du Molly mit dem Hinweis auf einen angeblichen "Generationenvertrag" sagen möchtest.
    Den Begriff "Siechenheim", den ich noch nie gehört habe, könnte ich mir gut in dem Kontext vorstellen, wenn Kindern ein schlechtes Gewissen gemacht werden soll, wenn sie wegen ihrer Eltern ihr eigenes Leben nicht aufgeben wollen und/oder können.
    Es passt gut zu dem Ausdruck "ins Heim ABSCHIEBEN."

    Gruß,

    Physalis
    Ja, Physalis. Du hast mich durchaus richtig verstanden.
    Ich nehme mir das Recht, die Dinge so zu sehen und auch so darzustellen.

    Ich kann dieses emanzipatorische Pathos nicht mehr hören. Da reklamieren Menschen für sich die beste Bildung, erwarten, dass in Kindergrippen und Ganztagsschulen die eigenen Kinder - so vorhanden - umsorgt und versorgt werden. Man geht selbstverständlich davon aus, dass man sein hohes Salär verdient, weil man ja soviel leistet.

    Die eigenen Eltern werden irgendwann abgeschoben, weil sie die Selbstentfaltung stören und dem eigenen Weg hinderlich sind.

    Mein Ego, mein Haus, mein Wagen, mein Weg ins Leben....

    Meistens handelt es sich um Zeitgenossen, die ins gemachte Nest geboren wurden und später dann kopfschüttelnd Verantwortung für andere und die Gesellschaft ablehnen.
    Egomania pur.

    Ich könnte kotzen, wenn ich so was lese.

    Egosum

  2. #18
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Egosum,

    werde doch konkret und beziehe Dich auf die TE. Was rätst Du Ihr?

    Wir haben auch immer mal wieder Stränge zu Grundsatzfragen, aber hier geht es um einen speziellen Fall. Den von Molly.

  3. #19
    Anna55
    Gast

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    Zitat Zitat von Egosum Beitrag anzeigen
    Ja, Physalis. Du hast mich durchaus richtig verstanden.
    Ich nehme mir das Recht, die Dinge so zu sehen und auch so darzustellen.

    Ich kann dieses emanzipatorische Pathos nicht mehr hören. Da reklamieren Menschen für sich die beste Bildung, erwarten, dass in Kindergrippen und Ganztagsschulen die eigenen Kinder - so vorhanden - umsorgt und versorgt werden. Man geht selbstverständlich davon aus, dass man sein hohes Salär verdient, weil man ja soviel leistet.

    Die eigenen Eltern werden irgendwann abgeschoben, weil sie die Selbstentfaltung stören und dem eigenen Weg hinderlich sind.

    Mein Ego, mein Haus, mein Wagen, mein Weg ins Leben....

    Meistens handelt es sich um Zeitgenossen, die ins gemachte Nest geboren wurden und später dann kopfschüttelnd Verantwortung für andere und die Gesellschaft ablehnen.
    Egomania pur.

    Ich könnte kotzen, wenn ich so was lese.

    Egosum
    Hallo Egosum,

    du meinst wohl auch meinen post mit deiner Krtik.....
    Ich sehe in meiner Meinung keinen emanzipatorischen Pathos.
    Meine Eltern sind schon tot und ich habe mich oft mehr für meinen Vater und die Oma engagiert als mir gutgetan hat.
    Von daher weiss ich wovon ich spreche.
    Ich möchte das von meinen Kindern nicht verlangen. Das habe ich auch schon lange mit ihnen besprochen.
    Ich habe meine Kinder nicht in die Krippe gegeben, weil ich das nicht wollte und auch, weil ich es mir möglich war, längere Zeit zuhause zu bleiben.
    Es gibt heute viele Möglichkeiten, dass ältere Menschen auch ohne Heimunterbringung zurecht kommen können. Schwere Pflegefälle mal ausgeschlossen. Glaubst du wirklich, dass es "früher" besser war? als die Schwiegertochter die verhasste Schwiegermutter jahrelang pflegen und sich rumscheuchen lassen musste? ich kenne da von früher aus meinem Heimatdorf genug schlimme Geschichten. Dass das früher besser war, ist für mich Verklärung der Vergangenheit. Wie oft bei solchen Themen.

    LG
    Anna

  4. #20
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    Schön wäre es, wenn es den Mittelweg gäbe-
    als Kind für sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse sorgen zu können, aber auch die ältere Generation nicht ganz alleine zu lassen.
    Wir lassen unsere Kinder hinaus ins eigene Leben, können wir dann später verlangen, dass sie dieses für uns aufgeben und zurückkehren?
    Ich meine "nein" und zur Zeit würde ich es auch von meinen Kindern nicht verlangen.

    Eine Pflege, die aus einem "schlechten Gewissen" heraus gegeben wird, tut beiden Seiten nicht gut.

  5. #21
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    Wichtig ist, so finde ich, immer die Betrachtung des Einzelfalles.
    Ganz viele Komponenten spielen eine Rolle. Das emotionale Verhältnis zwischen Kindern und Eltern zum Beispiel. Der Grad der Hilfebedürftigkeit. Eigene Verpflichtungen des Kindes, z.B. die Versorgung einer eigenen Familie. Es gibt sicher 100 weitere Punkte.

    Ich kenne so viele Fälle, aber keiner ist wie der andere.

    Niemanden kenne ich, von dem ich sagen würde, er hat seine Eltern "abgeschoben".

  6. #22
    Anna55
    Gast

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    das Wort "abschieben" gefällt mir in dem Zusammenhang garnicht.
    Viele Menschen setzten sich mit dem Thema Alter nicht aktiv auseinander und warten bis dann die Kinder die Entscheidungen treffen "müssen". Das Alter bringt zwangsläufig Veränderungen mit sich und es bringt nichts, diese Tatsachen zu ignorieren.
    Da wohnen dann Senioren mit weit über achtzig noch in ihrem Riesenhaus, fahren Auto trotz vorangegangenem Schlaganfall. Irgendwann geht dann garnichts mehr und die Kinder sollen´s richten.
    Ich bin ja um die fünfzig und "unsere" Elterngeneration ist jetzt in dem Alter. Die Probleme, dass Eltern sich weigern, eigenverantwortlich ihr Leben umzustellen und entsprechend vorzusorgen, haben fast alle meiner Bekannten.
    Plötzlich auftretende schwere Pflegebedürftigkeit oder Demenz fallen nicht in diese Kategorie.
    Aber es gibt genug Fälle, bei denen eine rechtzeitige, aktive Vorsorge viele Probleme lösen würde.

    LG
    Anna

  7. #23
    Egosum
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    Zitat Zitat von Anna55 Beitrag anzeigen
    Hallo Egosum,

    du meinst wohl auch meinen post mit deiner Krtik.....
    Ich sehe in meiner Meinung keinen emanzipatorischen Pathos.
    Meine Eltern sind schon tot und ich habe mich oft mehr für meinen Vater und die Oma engagiert als mir gutgetan hat.
    Von daher weiss ich wovon ich spreche.
    Ich möchte das von meinen Kindern nicht verlangen. Das habe ich auch schon lange mit ihnen besprochen.
    Ich habe meine Kinder nicht in die Krippe gegeben, weil ich das nicht wollte und auch, weil ich es mir möglich war, längere Zeit zuhause zu bleiben.
    Es gibt heute viele Möglichkeiten, dass ältere Menschen auch ohne Heimunterbringung zurecht kommen können. Schwere Pflegefälle mal ausgeschlossen. Glaubst du wirklich, dass es "früher" besser war? als die Schwiegertochter die verhasste Schwiegermutter jahrelang pflegen und sich rumscheuchen lassen musste? ich kenne da von früher aus meinem Heimatdorf genug schlimme Geschichten. Dass das früher besser war, ist für mich Verklärung der Vergangenheit. Wie oft bei solchen Themen.

    LG
    Anna
    Hallo Anna,

    nein, deinen Post meinte ich nicht. Schon vorher nahm dieser Thread eine Richtung, gegen die ich mich innerlich wehre.
    Ich sage dazu auch, warum.

    Wenn man selbst bestimmte Einschränkungen hat, wie ich sie habe und man dann hier liest, dann kommt Angst auf, die Angst nämlich, dass man mir, vielleicht schon (lange bevor) mir das Leben das Heft des Handelns aus der Hand nimmt, andere das tun.

    Davor graut mir. Ich habe da für mich selbst vor längerem schon eine Entscheidung getroffen, an die ich mich hoffentlich halten werde, wenn es denn dazu kommen sollte.

    Gruß

    Egosum

  8. #24
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    Hallo Egosum,

    es gibt Themen, auf die reagierst Du sehr stark, da Du selbst betroffen bist. Das ist verständlich. Es geht hier aber gerade nicht um Dich, sondern eigentlich sollte es um Molly gehen. Sie hat sich aber wohl bereits aus dem Strang zurück gezogen.

    Ich finde den Aspekt, den Anna anspricht, sehr interessant und ich habe daran noch gar nicht gedacht. Daran, dass viele Menschen nicht vorsorgen und die Kinder dann vor vollendeten Tatsachen stehen. Ich stamme vom Land und da ist es so, wie Anna beschreibt: Riesige Häuse mit Riesengrundstücken und darin die alten Leute, meistens nur noch eine Witwe. Die Kinder haben irgendwo gebaut, leben in der Stadt....
    Zur "Verteidigung" der alten Leute möchte ich aber sagen, dass es noch einen riesigen Nachholbedarf an entsprechenden Angeboten für Ältere fehlt. Erst so ganz langsam bilden sich Alternativen zum klassischen Pflegeheim aus, wie eben das betreute Wohnen, Senioren-WGs und ähnliches.

    Egosum, Du schreibst "davor graut mir". Du, mir auch, und wie. Wie Du sicher gelesen hast, bin ich gerade mitten drin in der Pflegesituation meiner noch relativ jungen Mutter. Bis auf einen Großelternteil, waren alle Großeltern lange pflegbedürftig. Mein Vater starb nach langer Krankheit in jungen Jahren. Ich habe den Horror davor, was mich womöglich erwartet und habe richtig Angst. Ältere Bekannte - Freunde der Familie - sagen: "Ach, mit 40 habe ich an so was noch nicht gedacht!" Ja, aber diese Leuten waren mit 40 nicht mit alle dem konfrontiert. Ich habe es an meiner Mutter erlebt, wie schnell man von einem aktiven Menschen zu einem Häuflein Elend werden kann.

    Du schreibst, Du hast eine Entscheidung getroffen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, vertrittst Du die Meinung, dass Deine Kinder sich um Dich kümmern müssen. Alles andere würdest Du egoistisch finden, da Du ihnen z.B. eine gute Ausbildung ermöglicht hast. Magst Du erzählen, was Du entschieden hast? Bei der Oma einer Schulfreundin war es z.B. so, dass sie abwechselnd von ihren Kindern je 3 Monate gepflegt wurde und dann beim jeweiligen Kind wohnte. Wenn mehrere Kinder da sind, ist es vielleicht etwas einfacher zu organisieren.

    EDIT: Egosum, mir ist es übrigens sympathisch, sich persönlich angesprochen zu fühlen und das auch zu sagen. Ich gehöre auch zu denen, denen hier immer mal wieder gesagt wurde, dass es gerade nicht um mich geht....Ich denke, Du und ich wären keine so guten Psychotherapeuten geworden. Wir hätten immer gleich gesagt: "Also bei MIR ist das so und so.....". Ich bewundere Therpeuten dafür, sich selbst komplett raushalten zu können.

    Gruß,

    Physalis
    Geändert von Physalis (14.06.2014 um 09:34 Uhr)

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