Hallo,
ich mache mir langsam etwas Sorgen ... um mich! Ich fühle mich nun seit Wochen schon müde und antriebslos. Körperlich, vom Kopf her und vor allem seelisch.
Ich hatte immer mal einmal im Jahr so kurze Ermüdungsphasen, die sich dann aber irgendwann immer mal gegeben haben. Aber jetzt häuft es sich und die Phasen sind länger. Ich bin jetzt nicht übermäßig in beruflichen Stress. Also nix, was man z.b. so über Burn-out liest. Aber ich bin nun dauernd genervt im Job, ich bin gereizt im privaten Umfeld. Ich sitze teilweise zuhause und muss weinen – ohne irgendeinen Grund. Eigentlich sollte ich zufrieden sein: hab nen Job, ne Freundin, Familie ... und bin doch irgendwie unzufrieden. Ich habe vor allem das Gefühl, privat nicht mehr abschalten zu können. Jeder hat Erwartungen, die ich im Moment nicht mehr so leicht erfüllen kann ... weil ich einfach komischerweise "erschöpft" bin. Und das erschreckt mich. Ich erkenne mich selber nicht mehr wieder.
Meine Freundin ist außerdem selbst psychisch erkrankt (Angststörung) und in jahrelanger Therapie, was unsere Beziehung fast nonstop fordert und auch mich, wenn sie mal einen Rückschlag hat. Familiär gab es in der Vergangenheit einigen Ärger und Streit, als (Vorstands-)Mitglied eines privaten Vereins häufen sich nun Termine und Verpflichtungen ... ich finde in letzter Zeit keine richtige Freude mehr an dinge, die mir sonst Spaß gemacht haben. Selbst Sport und Musik, was ich immer supergerne gemacht habe. Habe zwei Wochen Urlaub hinter mir, hab aber irgendwie fast nix gerissen und fühle mich nicht erholt. Ganz im Gegenteil. Weihnachten und Sylvester waren sogar große Stressthemen und ich war froh, als dies vorbei war. Zumal der Tod meines Vaters in dieser Zeit vor einem Jahr wie ein Schatten darüber lag und ich sowieso schon "down" war. Auf einer Geburtstagsparty eines Freundes stand ich wie Falschgeld herum, habe mich verstellt, dass alles "toll" ist ... aber ich hab mich fremd gefühlt, obwohl ich alle schon jahrzehntelang kenne. Ich war geradezu die Stimmungsbremse, was nicht meine Art ist. Ich bekomme schon Horror vor weiteren Feiern und Termine am kommenden Wochenende, ganz zu schweigen vor dem Job ab morgen. Teilweise schleicht sich schon der Gedanke ein "Wozu das alles?". Erschwerend kommen noch die Schlafstörungen und Muskelverspannungen hinzu.
Wenn ich privat andeute, wie es in mir aussieht, wird das etwas belächelt mit der unausgesprochenen Geste "Lass dich nicht so hängen" oder "Reiß dich mal zusammen". Das macht mir gerade alles etwas Angst – ich weiß nicht, was mit mir los ist! Meine Freundin sagte, dass wir erstmal abwarten und beobachten, ob das wieder vergeht oder wie es weitergeht. Habe sogar schon insgeheim mit dem Gedanken gespielt, zur Hausärztin zu gehen ... aber ich weiß gar nicht, was ich überhaupt erzählen soll. Ich kann auch hier im Forum gerade ganz schwer erklären, was in mir überhaupt abgeht. Wenn man mich direkt fragt, dann würde ich antworten: "Ich fühle mich komisch".


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