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Thema: Emotional und körperlich müde ... was ist mit mir los?

  1. #1
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    Standard Emotional und körperlich müde ... was ist mit mir los?

    Hallo,

    ich mache mir langsam etwas Sorgen ... um mich! Ich fühle mich nun seit Wochen schon müde und antriebslos. Körperlich, vom Kopf her und vor allem seelisch.

    Ich hatte immer mal einmal im Jahr so kurze Ermüdungsphasen, die sich dann aber irgendwann immer mal gegeben haben. Aber jetzt häuft es sich und die Phasen sind länger. Ich bin jetzt nicht übermäßig in beruflichen Stress. Also nix, was man z.b. so über Burn-out liest. Aber ich bin nun dauernd genervt im Job, ich bin gereizt im privaten Umfeld. Ich sitze teilweise zuhause und muss weinen – ohne irgendeinen Grund. Eigentlich sollte ich zufrieden sein: hab nen Job, ne Freundin, Familie ... und bin doch irgendwie unzufrieden. Ich habe vor allem das Gefühl, privat nicht mehr abschalten zu können. Jeder hat Erwartungen, die ich im Moment nicht mehr so leicht erfüllen kann ... weil ich einfach komischerweise "erschöpft" bin. Und das erschreckt mich. Ich erkenne mich selber nicht mehr wieder.

    Meine Freundin ist außerdem selbst psychisch erkrankt (Angststörung) und in jahrelanger Therapie, was unsere Beziehung fast nonstop fordert und auch mich, wenn sie mal einen Rückschlag hat. Familiär gab es in der Vergangenheit einigen Ärger und Streit, als (Vorstands-)Mitglied eines privaten Vereins häufen sich nun Termine und Verpflichtungen ... ich finde in letzter Zeit keine richtige Freude mehr an dinge, die mir sonst Spaß gemacht haben. Selbst Sport und Musik, was ich immer supergerne gemacht habe. Habe zwei Wochen Urlaub hinter mir, hab aber irgendwie fast nix gerissen und fühle mich nicht erholt. Ganz im Gegenteil. Weihnachten und Sylvester waren sogar große Stressthemen und ich war froh, als dies vorbei war. Zumal der Tod meines Vaters in dieser Zeit vor einem Jahr wie ein Schatten darüber lag und ich sowieso schon "down" war. Auf einer Geburtstagsparty eines Freundes stand ich wie Falschgeld herum, habe mich verstellt, dass alles "toll" ist ... aber ich hab mich fremd gefühlt, obwohl ich alle schon jahrzehntelang kenne. Ich war geradezu die Stimmungsbremse, was nicht meine Art ist. Ich bekomme schon Horror vor weiteren Feiern und Termine am kommenden Wochenende, ganz zu schweigen vor dem Job ab morgen. Teilweise schleicht sich schon der Gedanke ein "Wozu das alles?". Erschwerend kommen noch die Schlafstörungen und Muskelverspannungen hinzu.

    Wenn ich privat andeute, wie es in mir aussieht, wird das etwas belächelt mit der unausgesprochenen Geste "Lass dich nicht so hängen" oder "Reiß dich mal zusammen". Das macht mir gerade alles etwas Angst – ich weiß nicht, was mit mir los ist! Meine Freundin sagte, dass wir erstmal abwarten und beobachten, ob das wieder vergeht oder wie es weitergeht. Habe sogar schon insgeheim mit dem Gedanken gespielt, zur Hausärztin zu gehen ... aber ich weiß gar nicht, was ich überhaupt erzählen soll. Ich kann auch hier im Forum gerade ganz schwer erklären, was in mir überhaupt abgeht. Wenn man mich direkt fragt, dann würde ich antworten: "Ich fühle mich komisch".

  2. #2
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    Hallo danny
    Zuerst einmal müßtest du körperliche Ursachen ausschließen, dazu ist deine Hausärztin da.
    Da gibt es den Eisenmangel im Blut, der unwahrscheinlich müde macht. Die Schilddrüsenwerte müßten kontrolliert werden, evtl der Hormonstatus auch. Schildere deiner Ärztin oder Arzt die Symptome und sie/er wird ersteinmal alles weitere veranlassen.
    Erst wenn dabei herauskommt, a die Werte sind okay und b. du bist auch nicht in den sogenannten Wechseljahren, erst dann könnte man nach einer psychischen Ursache suchen.
    Derlei gibt es ebenso sehr viele ..... Alleine schon deine Schlafstörungen verursachen Müdigkeit und Antriebslosigkeit, das Wetter spielt hier auch eine Rolle, Einflüsse vom Mond, Ernährung - eben ein ganzes Paket.
    Das ständige gefordert werden privat wie beruflich, das tragen von Verantwortung, Schuldgefühle, jeden Tag funktionieren müssen zb. das geht nunmal auf deine innere Batterie. Die entleert sich im Laufe der Jahre, das ist völlig normal.
    Nur muss man dann irgendwie einen Ausgleich schaffen um diese Batterie wieder aufzuladen, der eine schläft wie ein Murmeltier, der nächste kann sich öfter Urlaub leisten, wieder andere treiben Sport als Ausgleich, evtl ein Hobby was du gerne machst - es gibt da tausende Möglichkeiten.
    Aber das wichtigste sind eigentlich deine Gedanken ! Je mehr du negative Gedanken zuläßt, desto mehr zieht es dich herunter.
    Sich abzukapseln vom Leben in dieser Situation ist ein Schutzmechanismus deiner Seele, es zeigt dir deine Grenzen und fordert dich auf etwas zu ändern und zwar zum positiven.
    Das händelt jeder für sich anders. Einige kommen alleine aus diesem Loch, andere nur mit Hilfe. Du mußt sehen was für dich da am besten wäre.
    Ich bin eigentlich ein Verfechter der Maya-Theorie, die letztendlich besagt das Ende des Jahres etwas geschehen wird auf dieser Erde, nämlich ein Umdenken in den Köpfen der Menschen. Wenn du dich mal umschaust wieviele mitlerweile an Depressionen leiden, unzufrieden sind, im ständigem Kampf ums überleben, im Dauerstress, der bekanntlich mehr als krank macht, immer weniger Geld verdienen um die Familie zu ernähren und wenn sie genug verdienen - zu welchem Preis ....und so wird es kommen. Jeder geht bis an seine körperlichen und seelischen Grenzen und irgendwo ist Schluss und dann muss man umdenken um weiter existieren zu können. Das mal nur am Rande bemerkt.
    Du selber wie ich schon geschrieben habe, zuerst zum Doktor und dann beanspruche eine Pause und denke neu über das was dir wichtig ist, nach.
    Es geht um DEIN LEBEN und wie es weitergehen soll.
    lg

  3. #3
    Loewenzahn
    Gast

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    Hallo danny !

    Das klingt aber irgendwie verdächtig nach Burn-out .

    Zu viel um die Ohren ,keine Zeit für sich ,nicht abschalten können ?

    Mach mal eine Prioritätenliste ,welche der Dinge in Deinem Leben wirklich wichtig sind ,welche Verpflichtungen Du eventuell zurückfahren oder ganz aufgeben könntest und vielleicht auch müsstest .

    Es kann sein ,dass eine vorübergehende Entlastung helfen könnte .

    Es kann aber auch sein ,dass Du in einer Art Sinnkrise steckst und Dein ganzes Leben neu bewerten möchtest/musst .

  4. #4
    Neuling
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    Danke soweit schonmal für eure Postings.

    Weiß auch nicht ... eigentlich schäme ich mich schon etwas, zu meiner Ärztin zu gehen. Vor einem Jahr ungefähr zu dieser Zeit bin ich zu ihr gegangen – bereits mit dem Gefühl "Ich kann nicht mehr" und hatte auch direkt zu Anfang unkontrolliert einen Heulanfall, was total untypisch für mich ist (bei "fremden" Personen oder in der Öffentlichkeit zumindest). Damals kam einiges zusammen: der Tod meines Vaters und es war auch die Zeit, als es gerade wieder ganz schlimm mit der psychischen Krankheit meiner Freundin wurde. Damals hatte sie mich rund zwei Wochen krankgeschrieben und mir eine Überweisung zu einer Psychotherapie gegeben, weil sie den Grund u.a. bei dem Trauerfall vermutete. Ich hatte aber das Gefühl, es aufgrund der "Auszeit" selbst in den Griff zu bekommen ... daher habe ich mich weder um einen geeigneten Therapeuten gekümmert, noch die Überweisung je "eingelöst". Daher bin ich etwas befangen und schäme ich etwas, nochmals zu meiner Ärztin zu gehen ... auch aus Angst, dann wieder so in Tränen aufgelöst zu erscheinen.

    Es wurde nach der "Auszeit" damals auch etwas besser ... aber ich habe gemerkt, dass ich viele private Sachen und Verpflichtungen im Vereinsvorstand habe schleifen lassen. Dann kam einige familiärer Stress (bzw. zwischen meiner Freundin und meiner Mutter). Wenn ich bis heute nicht gerade im Job, zu meiner Freundin, meiner Mutter oder mit dem Verein unterwegs bin, sitze ich in letzter Zeit nur noch zuhause auf dem Sofa. Mir ist es sogar zuviel, meinen Hobbys nachzugehen – das Joggen oder Musikmachen (sonst ein großer Spaß für mich) ist gerade ein förmliches Zwingen für mich – und dann lass ich es dann doch immer öfter.

    Meine Freundin und meine Mutter sprachen mich auch schon an, dass ich so ungewöhnlich ruhig sein. Aber ich habe gerade das Gefühl, einfach nur meine "Ruhe" haben zu wollen. Ich habe Angst, dass meine Freundin das dann persönlich nimmt (oder sich die Schuld gibt) bzw. meine Familie kein Verständnis dafür haben nach dem Motto "Reiß dich mal zusammen" –*wenn ich davon erzähle. Und auch so: was soll ich in der Firma oder im Verein sagen, wenn ich schon wieder ausfallen würde? Mein Chef hatte mal angedeutet, dass er geradezu "allergisch" auf den Begriff Depression reagiere. Außerdem bin ich in meinem Arbeitsbereich eine "One-man-Show", das mache ich also dort ganz alleine. In der letzten Zeit wurden die Sachen liegengelassen bis ich aus dem Urlaub wiederkomme – statt wie vor Jahren noch eine Urlaubsvertretung zu bemühen (Grund ist offensichtlich die Betriebslage).

    Ich kann es einfach nicht verstehen, weil ich nicht 24 Stunden im Beruf oder sonstwas unterwegs bin oder im übertriebenem Stress (was für viele vielleicht lachhaft wäre) ... ich finds selber übertrieben, warum ich gerade so reagiere. Ich bin mir irgendwie so fremd geworden.

  5. #5
    Neuling
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    Hallo Danny,

    das Gefühl, sich nicht so richtig wiederzuerkennen, erkenne ich wieder (paradox). Ich habe mich in den Symptomen des Burnout ganz gut gespiegelt gesehen- vielleicht sagt dir das eine oder ander auch etwas:

    Hier die Symptome an denen Sie das Burnout Syndrom erkennen können:

    emotionale Burnout Symptome

    Zu den emotionalen Symptomen des Burnout Syndroms gehören:
    verringerte emotionale Belastbarkeit,
    mechanisches „Funktionieren“,
    vermindertes Einfühlungsvermögen,
    Hang zur Nörgelei, Ungeduld, Intoleranz,
    Dünnhäutigkeit, leichte Reizbarkeit
    starker Widerwille, täglich zur Arbeit zu gehen,
    Grundgefühl der Niedergeschlagenheit und Entmutigung,
    Desillusion, Frustration,
    vermehrt depressive Reaktionen und Rückzug,
    Gefühl der Hilflosigkeit, Ohnmacht
    Gefühl der inneren Leere,
    Flucht- und Suizidgedanken,
    etc.
    soziale Burnout Symptome

    Zu den sozialen Symptomen des Burnout Syndroms gehören:
    Überdruss, Unlust, Menschen zu begegnen,
    Unfähigkeit sich auf Mitarbeiter, Kunden, Klienten,
    Schüler, Patienten einzulassen oder ihnen zuzuhören,
    soziale Kontakte werden als Belastung empfunden,
    Verschieben von Kunden- oder Klientenkontakten,
    häufigere Fehlzeiten am Arbeitsplatz (z. B. Krankschreibungen),
    verringerte Konfliktfähigkeit, übersteigerte Reaktionen,
    Rückzug (z. B. Flucht in Computerspiele, Versumpfen vor dem Fernsehgerät, usw.),
    Ehe- und Familienprobleme,
    etc.
    intellektuelle Burnout Symptome

    Zu den intellektuellen Symptomen des Burnout Syndroms gehören:
    Konzentrationsstörungen, Neigung zu Tagträumen,
    Unproduktivität,
    Gedächtnisschwäche,
    Gefühl der Überforderung – vor allem bei komplexen
    Aufgaben oder Veränderungen,
    mangelnde Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen,
    Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und
    durchzusetzen,
    Einbuße an Phantasie und Flexibilität,
    Initiativlosigkeit, Minimalismus, Dienst nach Vorschrift,
    etc.
    körperliche Burn out Symptome

    Zu den körperlichen Symptomen des Burnout Syndroms gehören:
    Schlafstörungen, Alpträume,
    Müdigkeit, Erschöpfung, Energiemangel,
    vermehrtem Griff zu Aufputschmitteln, Hilfs- oder Verdrängungsmitteln (z. B. erhöhter oder gar exzessiver Konsum von Koffein, Nikotin, Alkohol der anderer stimulierender Drogen; erhöhte Einnahme on Medikamenten),
    Verspannungen, v. a. Hals- und Schultermuskulatur, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
    Immunschwäche, häufige Erkältungen,
    Magen-Darm-Beschwerden,
    erhöhte Pulsfrequenz, erhöhter Blutdruck,
    Nervenreizung, nervösen Ticks,
    sexuelle Probleme, mangelnde Lust,

    Übrigens: dein Arzt ist dir nicht Böse, wenn du eine Überweisung nicht einlöst...das kannst du doch gut begründen mit deinem Selbstversuch- der eben immerhin für ein Jahr etwas gebracht hat (das ist eine große Leistung, finde ich)- jetzt ist es vielleicht das Richtige für dich? Dein Arzt ist da sicher nicht kleinlich.

    Alles Gute Euridice

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Ich habe nun für Donnerstag morgen einen Termin gemacht – obwohl sich der ganze Körper irgendwie davor streubt.

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