Hallo,
ich weiß eigentlich gar nicht so recht, wo ich dieses Thema reinstellen soll, denke aber doch dass das Thema Durchsetzungsvermögen am besten passt. Die Geschichte ist eine längere und ich brauche dringend eine objektive Betrachtung, vielleicht könnt ihr mir hierbei ein wenig helfen.
Vor ca. einem Jahr bin ich mit meinem Freund zusammengezogen. Wir wohnen im selben Haus wie seine Eltern. Ist eine ganz normale abgetrennte Wohnung, mit eigenem Eingang. Natürlich hatte ich am Anfang auch meine Bedenken ob die Kombination gut gehen wird, aber das was hier passiert - damit hab ich wirklich nicht gerechnet.
Die Mutter meines Freundes ist eine äußerst dominante Frau, ich würde sogar sagen sie weißt starke narzistische Züge auf. Schon als wir eingezogen sind, wollte sie die ganze Wohnungseinrichtung bestimmen. Sie ist sogar ins Möbelhaus gefahren und wollte unsere Couch umtauschen, die wir uns zuvor gekauft haben, weil sie ihr nicht gefällt. Schon damals ist mir aufgefallen, dass sich mein Freund über ihr Verhalten nicht wunderte. Sein Kommentar "die ist nunmal so, die kann man nicht mehr ändern." Diese herrschende Art setzt sich in allen Situationen fort, "du musst eine Mütze aufsetzen; du musst eine Jacke anziehen, du musst jeden Tag eine Suppe essen; du musst du musst du musst..." Ich komme mir vor als ob ich mit einem 3-jährigen Kind zusammen wäre. Wenn er dann doch mal was alleine macht, ohne sie zuvor zu fragen, ist das natürlich alles schlecht und er ist blöd und hat nur Fehler gemacht. Ich muss dazu sagen mein Freund ist 33 jahre, Ingenieur und im Beruf auch sehr erfolgreich. Ich habe noch nie gehört dass er gegen sie was gesagt hätte.
Das ganze Dilemma begann natürlich schon in seiner Kindheit. Seine mutter war Hausfrau, sein Vater war beruflich sehr erfolgreich, wobei ich ihn troz allem eher als schwache Persönlichkeit empfinde, der zu Hause mit Kindererziehung etc. nie etwas am Hut hatte. Schon als Kind wurde meinem Freund jegliche eigene Meinung verboten. Aus seinen Erzählungen weiß ich dass er sich oft versuchte durchzusetzen, dies wurde dann aber mit Schlägen bestraft. Mit Hilfe von Gürteln.... Diese Schläge setzten sich bis zu seinem 18. Lebensjahr fort. Als er 18 war, hat er dann das erste mal zurückgeschlagen. Seitdem war mit der körperlichen Gewalt ruhe. Als er mit 18 Jahren seine erste Freundin hatte, wurde sie aus dem Haus geschmissen.
Mit vier Jahren begann er dann mit Masturbation. Diese wurde dann mit der Zeit immer krankhafter und triebhafter.Über jahre hinweg masturbierte er bis zu 8 Std. täglich (zwischen ca. 18 und 24). Auch hat er abnorme sexuelle Fantasien, die er auch früher in der Realität auslebte. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Nur so viel; er erlangt ausschließlich sexuelle Lust bei Frauen
welche einerseits eine absolute Dominanz körperlicher Art über ihn ausüben, wo er sich neben ihnen fühlt wie ein Kind. Andererseits eine erhebliche mütterliche Wärme ausstrahlen und er ihnen im wirklichen Leben durchaus überlegen ist. Nach eigener Aussage könnte er sich niemals in eine solche Frau verlieben, sie ist für ihn nur reines Sexobjekt.
Mit ca. 25 Jahren lernte er dann seine Ex- Freundin kennen. Seine Eltern hassten sie. Sie war ihnen nicht würdig genug, kam aus einer Arbeiterfamilie, war faul u. hässlich und eine absolute Missgeburt. Das waren noch die harmloseren Sachen. Erwähnen sollte ich noch, dass er nie von zu Hause ausgezogen ist. Weder unter seinem Studium, noch für den Bund. Als er dann ca. 2 Jahre mit dieser Frau zusammen war und dann im Berufsleben stand, zog er mit ihr ca. 20 km weit von seinen Eltern weg. Natürlich versuchten seine Eltern insebsondere seine Mutter alles daran dies zu verhindern und die beiden auseinander zu bringen. Mein Freund gab diese Wohnung als Haupwohnsitz an, als Nebenwohnsitz sein Elternhaus.
Seine damalige Freundin versuchte natürlich auch sich gegen die Gemeinheiten seiner Eltern zu wehren. Da sie dies nur von ihm alles erfuhr, wetterte sie natürlich auch nur vor ihm gegen seine Eltern. Seine Eltern im Gegenzug versuchten die ganze Zeit über ihrem Sohn beizubringen dass diese Frau nicht die Richtige für ihn ist. Als er nach ca. einem Jahr Zusammenleben auch noch den ersten großen beruflichen Auftrag bekam, brach er zusammen. Er hatte extreme Angstzustände, Zitteranfälle, Magenschmerzen, litt unter Schlaflosigkeit, nahm innerhalb von 2 Wochen 10 Kilo ab. Er konnte keine geschlossenen Räume mehr betreten, wie z.B. Kino und er reagierte geradezu allergisch gegen Alkohol. Er wurde über zwei Jahre von sämtlichen Ärzten durchgecheckt, ohne Befund. Er ging dann zum Psychologen - 2 mal. Seine Eltern haben ihm dies wieder "ausgeredet". Als es dann mit seiner Ex zu Ende war (es lief eine Zeit parallel zwischen ihr u. mir) zog er dann eben 2 Monate später mit mir in diese Wohnung. Seitdem er wieder bei seiner mutter wohnt, ist es mit den Angstzuständen besser geworden. Sie sind aber noch nicht ganz weg. Vor allem wenn er auch nur einen Tag beruflich weiter weg muss, kommen diese Zitteranfälle, Panikattacken... wieder.
Bildlich gesprochen komme ich mir vor als wenn sie die ganze Zeit an seinem Arm hängen wurde, sein ganzes Leben lenkt. Vielleicht hat er sich ein paar mal gegen sie gestemmt, aber er hat seinen Arm nie weggezogen, wirklich einen Schlußstrich gezogen. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass er ihr den Arm immer wieder hinhält, wie ein kleines Kind das nach mütterlicher Wärme, Fürsorge u. Liebe bettelt. Das einzige was er aber zurückbekommt ist Kontrolle, Besitz und Macht!
Ich fühle mich am Ende meiner Kräfte. Ständig kontrolliert sie was ich mache, wann ich fernsehe, wann u. ob ich koche, wann ich wasche.... Ich bin im Moment mitten in meiner Examnsvorbereitung u. ich merke wie diese Frau jeden Tag mehr meine gesamte Energie aussaugt. Dieser Zustand ist für mich unerträglich. Dies wirkt sich natürlich alles auch neg. auf unsere Beziehung aus. Einerseits lieb ich meinen Freund, andererseits merke ich wie ich ihn jeden Tag mehr hasse, dass er mir das angetan hat. Er wusste ja wie seine Eltern sind. Natürlich hab ich auch schon darüber nachgedacht ob wir zusammen ausziehen sollten. Ich glaube aber nicht, dass das die lösung der Probleme ist. Dann wird sie über mich genauso reden wie über seine Ex und er ist so emotional abhängig von ihr dass ich mir fast sicher bin, dass sich dies dann wieder in Angstzuständen usw. äußern wird. Er würde sich ja dann nicht trennen weil er es für richtig hält sondern weil ich das möchte.
Das gleiche würde passieren wenn ich alleine gehe. Dann wäre er ja noch mehr in der Macht seiner Mutter. Und die Beziehung aufgeben? Ich weiss es nicht... Abgesehen von dem ganzen, ist er der liebevollste aufmerksamste Mensch den ich je kennengelernt habe. Ich hab mich noch sie so wohl mit jemanden gefühlt.
Aber gleichzeitig weiß ich natürlich, dass wenn sich nichts ändert ich um meiner selbst willen gehen muss.
Was denkt ihr über das alles?
Ich hoffe ihr könnt mir einige Denkanstöße geben, die Entscheidung muss natürlich letztlich ich selbst treffen...


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Das ist ja schon total zwanghaft. Hast Du denn eine erfüllende Sexualität mit ihm? Nix gegen Rollenspiele, aber so klingt das nicht mehr. Ist für ihn das denn eine befriedigende Sexualität? Wenn nein, warum tut er nix dagegen in Form von Therapie? Du weisst wirklich sehr viel über ihn. Ist er so offen, damit Du Verständnis für ihn hast und er so weiter machen kann?
Schlechte Karten für dich als Nebenbuhlerin. Vielleicht will sie dich einfach nur aus dem Haus vergraulen um ihren Sohn wieder ganz für sich alleine zu haben.


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