Hallo Leute, ich muss euch um einen Gefallen bitten mir noch mal bei einer Sache Rat zu geben, bei der ich einfach nicht weiter weiß. Ist etwas lang geworden:
Ich merke gerade, ich mache viele Fortschritte durch Rückschritte, indem ich in meinem über die Jahre hinweg immer gesteigertem kranken/komischem Verhalten nach und nach stufenweise zurückgehe.
Heute auf der Arbeit ist mir etwas aufgefallen, dass so ziemlich meine erste Erinnerung an eine größere psychische Belastung ist.
Zu erst mal habe ich mich während des "Anfalls" erinnert, wie ich als Kind mit meinen Eltern und anderen irgendwo am Tisch sitze, oder wir zu Besuch sind, und ich das Gefühl habe nicht einbezogen zu werden. Meine Eltern stellen mich nicht vor, führen oft stundenlang mit Bekannten Gespräche während ich wie ein Anhängsel an der Leine nur hinterhertrabe, ignoriert werde, als ob ich gar nicht da wäre. Ich wartete in solchen Momenten glaube ich auf Aufmerksamkeit. So habe ich mich immer gefühlt, wenn wir bei Bekannten zu Besuch waren oder ich besuch hatte. Ich saß nur artig da und wartete auf nichts, habe die Verantwortung für mich und meinen Einbezug bei meinen Eltern gelassen und gewartet. Es fühlte sich an, als wäre ich an einer Hundeleine.
Heute auf Arbeit habe ich es intensiv wieder gespürt. Ich habe die Verantwortung für mich, mein Handeln und meine Integration an Alle abgegeben. Ich habe in allen, also Chefin, Kellnerinnen und Köchen, meine elterliche Autorität gesehen und konnte gar nicht handeln, außer marionettenartig meine Arbeitsprozesse zu durchlaufen. Ich habe die Verantwortung für mein ganzen Sein an alle abgegeben. In solch einem Zustand bin ich völlig abwesend, aparthisch. Meine Wahrnehmung ist sehr vernebelt, ich bin kindlich und fühle mich, als wäre ich nicht in meinem Körper. Zwanghaft achte ich auf alle um mich herum, achte auf ihre Aura und nehme sie intensiv wahr, höre gegen meinen Willen allen Gespräche zu. Es fühlt sich so an, als würde ich mich selbst verlieren. Gleichzeitig bin ich sehr wütend auf Alle und frustriert. Zornig.
Ich hatte das fast ein Jahr lang an meinem ersten Arbeitsplatz, wo ich nach der Arbeit nur noch nach Hause geflüchtet bin und das Alleinesein gesucht hab, wodurch ich dann wieder zu mir kam. Es ist wie ein Komazustand, wie in Trance und ich kann mich nicht dagegen wehren. Ich versuche es, grüble nach Lösungen aber komme einfach nicht durch die tranceartige, dicke, nebelige Barriere. Damals habe ich noch mit meinen Eltern darüber geredet, wusste nicht den Zusammenhang zu Ihnen, habe es auf Eisenmangel geschoben, Ermüdungserscheinungen und mentale Abwesenheit beschrieben.
Heute spüre ich, wie ich dabei an meine Kindheit denke, und ich in Anwesenheit meiner Eltern und Ander "abwesend" bin. Ich verliere die Verantwortung für mich, und kann gar nicht anders.
Kennt ihr Übungen, wie ich durch Entspannung oder Ähnliches nicht die Verantwortung für mich verliere, zwanghaft abgebe?
Vor allem wenn ich an einem lebendigem Arbeitsplatz mal etwa 30 Minuten kein Gespräch fühle, falle ich in diesen Trancezustand und komme nicht mehr heraus.
Wie komme ich dagegen an?
Ich möchte erwachsen sein, mein Handeln und Sein selber steuern. Möchte meine eigenen Werte nach außen hin in die Welt geben, möchte freundlich zu Leuten sein, alchen, aber mich nicht mehr kontrolliert und abhängig fühlen....
Sorry ist etwas lang gewordne, aber ich freu mich darauf mal mit anderne darüber zu reden, vor allem weil dieses "Verantwortung-abgeben" im Zusammenhang mit meinen Eltern in meinem Alltag eine große beeinflussende Rolle spielt.
Edit: Da fällt mir noch eine Kleinigkeit ein. Ich sehe meine Eltern immer als Einheit und habe Schwierigkeiten sie zu trennen. Dabei spielt glaube ich mein Vater eine größere Rolle. Ich habe immer in Erinnerung, wie ich ihn von der Seite sehe, wie er lächelt und sich amüsiert unterhalten. Ich sehe ihn von unten von der Seite, sehe sein freundliches beschäftigtes gesicht und warte eigentlich, das er sich zu mir dreht und mich wahrnimmt. Ich bin ganz automatisch ganz artig und regungslos, versuche so artig zu sein wie möglich, weil ich dachte, dadurch eher seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Achja und gerade in meinem ersten Jahr in der Arbeit, wo ich das fast jeden Tag hatte und förmlich nach Hause gerannt bin, habe ich zu saufen angefangen um wieder runterzukommen. Ich schreie nach Alkohol um mich zu beruhigen und zu normalisieren.


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