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Thema: Empathie - als Arschloch mehr für andere fühlen

  1. #1
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    Standard Empathie - als Arschloch mehr für andere fühlen

    Hallo liebe Leute.
    Also ich habe noch nie professionelle Hilfe in Anspruch genommen, wollte ich nicht, und kann ich auch nicht. Hätte ich aber oder sollte ich doch besser mal machen. Ich dachte erst, es wären Depressionen. Bin dann aber durch entsprechende lektüre darauf gekommen, dass ich eine Histrionische Persönlichkeitsstörung habe. Das ist mir ganz schon vor den Kopf gestoßen, da wird einem vieles klar. Mein eigenes Verhalten schien mir fast pervers, nachdem ich sehen konnte, dass es einfach nicht echt ist. Später habe ich feestgestellt, dass ich auch sehr narzistische Züge habe. Das wechselt sich alles immer ab. Ich habe aber auch gelegentlich Ängste, Menschenscheue, Paranoia und schizoide oder schizotypisches Verhalten (weiß nicht welches es war).

    Kurzrum: ich komm darauf nicht klar. Eine multiple Persönlichkeitsstörung? Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, dann fühle ich mich *******. Total heruntergezogen. Sehr mies drauf.

    ich versuche zu verstehen, dass ich da Probleme mit meiner Persönlichkeit hab. Das sollte mir bewusst sein, was mir aber wichtiger ist dass ich eine gewisse EMpathie entwickle. Ich bin anfang 20 und interessier mich einfach nicht für andere. Ich glaube nicht, dass das geht.

    Aber

    Ich weiß gar nicht wie mir ist, oder wer ich bin. Alles das wechselt sich immer so schnell ab. Ich habe immer neue Ziele, neue Ängste, Energie oder Depressionen.

    Ich versuchs mit Meditation, aber dafür hab ich momentan einfach keine Nerven mehr. Ich versuch mit Tagesrhytmen, aber auch da hab ich meine probleme. Ich stehe momentan vor allen als Arschloch da, und es ist mir wohler so, dann muss ich mich nicht zwingen irgendwie freundlich zu wirken. Ich kann keine Unterhaltungen führen, ohne entweder gekünstelt aufzutreten, oder einfach um mich in ein besseres Licht zu setzen. Ansonsten, kann ich einfach mittlerweile mit keinem mehr reden.

    Histrioniker, Narzist, Depressionen. Egozentrisch. Das ist einfach ein Teufelskreis in mir, eines zieht das andere runter.

    Ich habe vor 2-3 Jahren gespürt, dass ich mir helfen muss. Da war alles noch nicht ganz so schlimm. ich habe mich immer weiter isoliert, dachte, so könnte ich mich besser auf mich selbst konzentrieren um mir zu helfen. Mittlerweile, naja. Jetzt bleibt mir keine andere Wahl, ich muss mir selber helfen, muss es selbst anpacken, die Einsamkeit und Isolation aushalten, Mitgefühl für andere entwickeln, einsehen, dass meine Existenz trivialer Bedeutung ist. Für einen Psychologen oder Therapeuten ist es jetzt zu spät, dafür habe ich kein Geld, und in meinem Chaos in den letzten jahren hab ich keine Absicherungen mehr oder Versicherungen.
    Ich hab noch diesen Computer hier, Klamotten und lebe in einer Absteige. Ich bin immer weiter fort und fort und dachte, ich könnte mir dann besser helfen.

    Ich habe auch keine Lust mehr, Bücher zu lesen über Meditation. Oder Skills für Glücklichsein. Oder Bücher über inneres Kind und innerer Erwachsener. Ich muss jetzt einfach mir selbst helfen. Ansonsten gebe ich bald wirklich einfach nur noch auf.

    Es ist nur schwer, mir zu helfen. Ich bin sehr kindisch, kann kaum auf mich aufpassen. Meine Absichten, Ziele, mein Dasein ändert sich jeden Tag.

    Ich denke es wäre ein Anfang, dort anzufangen, wo es anfing schief zu laufen. Mitgefühl für andere lernen, am Anfang der Kindheit.

    Achja, nebenbei: Momentan ist es sehr komisch, komischer den je. Ich fühle mich durch diese Erkenntnisse krank, als hätte ich etwas wie eine Grippe. Obwohl ich gerne so ein "Schönling vor dem Spiegel Spiel" spiele, kann ich nmich kaum noch anblicken. Ich sehe sehr düster, fast verloren aus. Ich habe Familie und Freunde abgetrennt, und habe nichts mehr. Und die wenigen, die manchmal um mich sind, Leute, die ich gar nicht kenne, vermerken mich gleich als Arschloch. Ich wollte immer da hin, zu diesem Nullpunkt. Dachte oft schon, ich wäre endlich da und könnte von "null" anfangen. Aber es ging doch noch tiefer.
    Doch dieses Grippe Gefühl, ist das normal, das ich mich so stark verletzt, verlassen und verloren fühle?
    Geändert von Mister Knister (24.01.2012 um 15:46 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Mr. Knister,

    das hört sich nach einem Wendepunkt an - und das ist schon mal nicht schlecht. Ob du alle Krankheiten hast, die du dir andichtest ist zweifelhaft. Jeder Mensch hat Tendenzen zu dem ein oder anderen Störungsbild.

    In Deutschland kann man eigentlich nicht unter Hartz 4 sinken und dann ist man auch krankenversichert. Warum du nicht?

    Was ist denn mit deinen Eltern?

    LG Dieter

  3. #3
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    Hallo Dieter, Danke für die Antwort.

    Ich bin nicht mehr in Deutschland. Wie gesagt, ich bin immer weiter weg und hab ständige Wechsel durchzogen. Momentan kann ich auch nicht zurück weil ich nicht die Mittel dafür hab.

    Mit Familie siehts schlecht aus. Momentan fallen mir einige Fehler auf, die ich gemacht hab. Jedenfalls schulde ich meinen Eltern noch Geld und hab den Kontakt vor einigen Monaten abgebrochen. Ich dachte, meine inneren Macken und Probleme kommen hauptsächlich aus meinem Elternhaus, also wollte ich mich auch erstmal davon trennen.

    Ich glaube, ich hab nach und nach das "Menschsein" verdrängt. Wollte einfach nicht mehr einsehen, dass ich ein Mensch wie jeder Andere bin, dass ich "Gefühle" hab und gewissen "menschlichen Regeln" unterliege, die man nun mal nicht ändern kann etc.
    Ich habe immer menschen bemitleidet, die Familien-anhänglich waren, die immer Freunde "brauchten". Ich dachte immer, ich brauch das nicht, da Abhängigkeiten nur ungesund sein können, also musste ich lernen alleine klar zu kommen.

  4. #4
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    Die Idee mit dem "weit weg" war ja eigentlich nicht schlecht. Oft hat man aber zu viel bereits "in sich drin" um davor fliehen zu können.

    Wenn du jetzt die Erkenntnisse betrachtest, die du gewonnen hast, dann ist das ja auch schon mal was.

    Eigentlich hast du viel richtig gemacht. Reise nach innen, Reise nach außen. Erkenntnisse gewonnen.

    Jetzt mußt du es umsetzten, das gibt noch Mal einen Kraftakt aber es wird sich lohnen. Dann hast du den Meisten was Voraus.

  5. #5
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    Hi Mister Knister

    Finde auch wie Dieter, dass es gar nicht mal so schlecht ist, vieles ausprobiert zu haben und ganz unten angekommen zu sein. Es müsste irgendwann wieder aufwärts bzw. in die Welt hinein gehen. Aussteigen, am Rand leben, nur für sich selbst verantwortlich sein ist ja nicht so schlecht und muss sicher auch mal durchlebt werden.

    Ich glaub, der Psychologie nützt dir momentan nicht viel. Wovon lebst du eigentlich? Hast du so eine Art Job?

    Jobs bringen dich wieder unter die Leute, muss nicht gleich was in einem Team sein.

    Wünsch dir gute Erfahrungen auf deiner weiteren Reise
    Liebe Grüsse, Martin

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  6. #6
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    Ich habe einen Job ja, in der Küche. Komme gerade so über die Runden momentan. Ich glaube, jetzt gerade geht es mir besser. Ich muss mich eben auf bestimmte Dinge konzentrieren, merke aber auch, dass es ganz schnell wieder nach unten gehen kann.

    Vor einigen Wochen hatte ich zwei Wochen in einer anderen Absteige verkrochen, bin nur zum Lebensmittel und Wein kaufen raus und habe da ganz schön mit Ängsten zu tun gehabt, ansonsten den ganzen Tag im Zimmer gesteckt. Ich bin verrückt geworden, halte Menschen nicht aus. War aggressiv, oder antriebslos, wollte mich umbringen, hatte Selbstverletzungsdrang.

    Es ist halt momentan, also heute, anders. Die richtige Realität mal vor den Augen haben, die ich zehn jahre fast verdrängt hatte. Und mit meinem wahren Selbst, geringem Selbstwertgefühl, geringem Selbstvertrauen. Es ist authentisch, nicht mehr allzu verrückt, aber eben hart damit real umzugehen ohne mich in Phantasien, isolation oder Verhaltensspinnereien zu flüchten.

    Ich habe halt immer täglich diese Wechsel von mir, meine Ziele, meine neuen Anstrebungen. Ich. Ich versuche dadurch zu flüchten, vor dem, was wirklich ist, wie ich wirklich bin.

  7. #7
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi

    Zitat Zitat von Mister Knister Beitrag anzeigen
    Es ist halt momentan, also heute, anders. Die richtige Realität mal vor den Augen haben, die ich zehn jahre fast verdrängt hatte. Und mit meinem wahren Selbst, geringem Selbstwertgefühl, geringem Selbstvertrauen. Es ist authentisch, nicht mehr allzu verrückt, aber eben hart damit real umzugehen ohne mich in Phantasien, isolation oder Verhaltensspinnereien zu flüchten.

    Ich habe halt immer täglich diese Wechsel von mir, meine Ziele, meine neuen Anstrebungen. Ich. Ich versuche dadurch zu flüchten, vor dem, was wirklich ist, wie ich wirklich bin.
    Das ist doch tip-top, dass du in Kontakt mit deinem lange verdrängten "wahren" Selbst bist.

    Ich würde momentan keine grossen Pläne machen. Arbeit finde ich wichtig, weil das ablenkt und soziale Kontakte schafft. Du musst erst lernen, deine verdrängten Selbstanteile zu akzeptieren und die Spannung auszuhalten, dass die Welt nicht so ist, wie du es dir wohl mal erträumt hast. Es ist die Reise nach Innen, die dir für später eine gute Basis für "echte" Ziele schafft
    Liebe Grüsse, Martin

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  8. #8
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    Es ist ein Kraftakt, ja. Jetzt wo es kein Wegrennen mehr gibt, und ich mich dem Alltag stellen muss, dabei mit der Einsamkeit und scheinbar auswegslosen Lage konfrontiert bin. Da kommen meine großen Schwächen zum Vorschein. Und mit denen das hier wahrhaben zu müssen ist hart. Kann nicht fassen, dass sowas banales und einfaches doch so viel Mut kostet und so ein ungeheurer Kraftaufwand ist, obwohl es doch so simpel und selbstverständlich ist?

    In sonen Momentan merke ich, wie ich heimliich, innerlich nach Hilfe schreie und die Verantwortung abgebe, und damit alle Regler wieder auf Null stelle. Und dann wieder, und wieder aufzustehen kostet Kraft.

    Und dennoch kann es auch schnell wieder bergauf gehen, wenn man den Mut aufgebracht hat, obwohl es doch gerade noch so unwahrscheinlich erschien?

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