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Thema: Entwicklungsstörung bei Kindern

  1. #25
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    Hallo Klee,

    daran hab ich auch schon oft gedacht. Es fühlt sich nicht gut an, zu wissen, dass er immer wieder Konflikte, Ablehnungen usw. in seinem Leben erfahren wird, weil er nun mal anders ist.

    Ich gebe den Erziehern im Hort, den Lehrern usw. schon viele Tipps, wie sie mit meinem Sohn umgehen können, ohne das es größere Konflikte gibt. Für diese Leute ist er eine tickende Zeitbombe, so haben sie sich ausgedrückt. Es kann einen Tag super gut laufen, er sammelt Erfolge usw. und den nächsten Tag ist alles vorbei. Dass kann auch von Stunde zu Stunde anders sein. Ohne das ein erkennbarer Grund vorliegt.

  2. #26
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    Zitat Zitat von Dinchen Beitrag anzeigen
    Für diese Leute ist er eine tickende Zeitbombe, so haben sie sich ausgedrückt. Es kann einen Tag super gut laufen, er sammelt Erfolge usw. und den nächsten Tag ist alles vorbei. Dass kann auch von Stunde zu Stunde anders sein. Ohne das ein erkennbarer Grund vorliegt.
    Hallo Dinchen,

    für mich hört sich das so an, als würde Dein Sohn versuchen, sich temporär der Gruppe/ den Erziehern/ den Erwartungen anzupassen. Das geht aber nur eine gewisse Zeit gut, da es ihn viel Mühe und Anstrengung kostet sich so zu verhalten. Vielleicht weil er gegen seine eigenen Bedürfnisse handelt, die er gerne ausleben würde, von denen er aber gelernt hat, dass sie nicht "anerkannt", bzw. akzeptiert werden (weil er dann anders ist, als andere...).

    Irgendwann ist das Fass dann am überlaufen und explodiert - wie eine tickende Zeitbombe.

    Sagt er denn, was er gerne tun würde? Gibt man ihm in der Gruppe/ von den Erzieherinnen genügend Raum "so zu sein, wie er gerne ist", oder "zwingt" man ihn in ein gewisses "angepasstes, d.h. tolerierbares Verhalten"? Wodurch fühlen sich andere gestört?

    Kannst Du bitte näher beschreiben, unter welchen Voraussetzungen er "Erfolge sammelt"?

    LG,
    Q.V.

  3. #27
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    Hallo Que Vadis,

    ja genau so wie du sagst, seh ich das auch. Er sagt auch immer, "Mama, ich geb mir doch Mühe, aber ich kann nicht anders" Er tut mir dann schon leid.

    Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass er Erfolge sammelt, wenn man den richtigen Moment und die richtige Motivation findet. Zum Beispiel jetzt machen wir noch eine Aufgabe und dann gehen wir raus, oder dann kannst du TV schauen. Meistens ist auch alles richtig, wenn er Hilfe brauch bin ich da, er muss nicht "ganz" alleine damit fertig werden und bekommt natürlich hinterher viel viel Lob von mir. Wenn er sagt er hat keine Lust, dann versuch ich ihn zu motvieren. Merke ich, ich komm damit jetzt nicht weiter, dann bestehe ich darauf, dass wir ein Kompromiss schließen, wie z.B. ok, dann machst du erst das zu ende, was du willst und dann.... meistens klappt es dann auch in allen Lebenslagen, nicht nur beim Üben.


    Durch die stationäre Behandlung im Krankenhaus haben auch die Lehrer und Erzieher Tipps bekommen, im KH wurde ja das gleiche beobachtet, um so weniger Druch hinter steckt, um so besser klappt es meistens. Ich denke andere fühlen sich gestört, wenn er sich zurückziehen will, einfach nur weg aus dem Chaos. Was auch verständlich ist, zumindest in der Schule, können sie ihn nicht einfach den Raum verlassen lassen ohne Aufsicht.

  4. #28
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    Zitat Zitat von Dinchen Beitrag anzeigen
    um so weniger Druch hinter steckt, um so besser klappt es meistens. Ich denke andere fühlen sich gestört, wenn er sich zurückziehen will, einfach nur weg aus dem Chaos. Was auch verständlich ist, zumindest in der Schule, können sie ihn nicht einfach den Raum verlassen lassen ohne Aufsicht.
    Hallo Dinchen,

    ich mach jetzt mal einen ganz provokanten Vorschlag: Lass los.

    Nimm den Druck raus. Signalisiere ihm, dass Du bereit bist, die Zügel zu lockern, wenn er bereit ist, seine Aufgaben selbständig und in vertretbarem Rahmen zu erledigen. Gib ihm einen gewissen zeitlichen Rahmen, in dem er seine Aufgabe zu erfüllen hat - aber lass ihn selbst bestimmen, wann er was erledigt und wie lange er dazu braucht. Vereinbare nur, wann die Aufgabe erledigt sein soll. Das wird nicht von Anfang an klappen, zumal er bis jetzt, wie es scheint, relativ enge Grenzen hatte.

    Aber es wäre gut, wenn er erfahren würde, dass um so mehr er sich selbst an vereinbarte Regeln hält, um so mehr Freiraum kann er sich erarbeiten. Das hat natürlich ganz viel mit gegenseitigem Vertrauen, aber auch mit Konsequenz und Disziplin zu tun.

    Ich habe damit bei meinen eigenen Kindern die besten Erfahrungen gemacht und sie haben sich zu sehr selbstständigen jungen Teenagern entwickelt, auf die ich mich verlassen kann, ohne ständig kontrollieren zu müssen. Und das sollte doch das oberste Ziel der Erziehung sein: Selbstständigkeit.

    LG,
    Q.V.

    PS. Das der Rückzugsraum während der Schule nicht möglich ist, ist nachvollziehbar. Aber zuhause kann es den Rückzugsraum geben. Vielleicht ist aber auch eine andere Schule mit kleineren Klassen zu überlegen...
    Geändert von Quo Vadis? (03.08.2011 um 16:34 Uhr)

  5. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Quo Vadis? für den sinnvollen Beitrag:

    Klee (03.08.2011),Suppenhuhn (18.08.2011)

  6. #29
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    Hallo Dinchen,

    was mir hilft ist, dass ich fast "konzeptlos" mit der Entwicklung meiner Kleinen mitgehe (so auch mein Mann).
    So wie sie ist, ist sie eben.

    Klar gibt es bei uns gelegentlich schwierige bis schwere Zeiten und klar hänge ich manchmal mit der Zunge am Boden .
    Aber ich habe keine großen Erwartungen an die Zukunft, die kommt sowieso - auch ohne mein Zutun.

    Wichtig ist mir der Moment.
    Wenn meine Kleine "im Moment" super brav ist, freue ich mich, wenn meine Kleine "im Moment" einen Tobsuchtsanfall hat sehe ich zu wie wir beide aus der Situation wieder 'rauskommen.

    Wenn so ein Tobsuchtsanfall vor "Publikum" geschieht, kann ich das "Publikum" völlig ausblenden (mir ist es gleich, was andere dann denken - wichtig ist mir, dass sich sowohl mein Kind als auch ich in dieser Situation orientieren und aus der Situation wieder herausfinden können).

    Wenn sich meine Kleine "im Moment" nicht an eine Regel hält, dann gibt es "im Moment" auch die unmittelbare Konsequenz.

    Wir haben schon Gruselphasen hinter uns, in denen sie nur noch mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen hat und sich selbst verletzt hat und gezündelt hat und Autos mit offenen Armen "auffangen" wollte, als ich sie für einen Sekundenbruchteil nicht im Blick hatte. Wir hatten schon Gruselerlebnisse wie eine mal schnell über den Kopf gezogene Plastiktüte, als ich mal am PC etwas geschrieben habe oder sie hat mal blitzschnell den Kopf in eine brennende Kerze gehalten, als sie neben meinem Mann saß und er sie nicht dauernd angesehen hat, sondern in den TV geguckt hat.
    Ich fühle mich aber nicht als schlechte Mutter, weil ich am PC tippe oder weil mein Mann neben dem Kind fernsieht - es gibt Situationen, in denen wir einfach akzeptieren müssen, dass wir "im Moment" keine Kontrolle haben - was noch lange nicht fahrlässiger Leichtsinn sein muss.


    Für mich ist unsere Kleine schlichtweg nicht therapierbar. Weder ihre geistige Behinderung, noch ihre Verhaltensstörung. Das ist allerdings für mich kein Grund zur Resignation sondern bedeutet eher Erleichterung.
    Wir sparen uns jede Menge an Gerenne und handeln einfach in der Situation, in der Handlungsbedarf entsteht.
    Viele Grüße

    "Klee"



  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Klee für den sinnvollen Beitrag:

    Kaja (03.08.2011)

  8. #30
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    Hallo Klee,

    Sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde... wir waren im Urlaub und nun läuft seit Montag die Schule bei uns wieder.

    Das was du schreibst klingt gut, so hab ich es auch im Griff. Ich selber habe wie gesagt, kaum Schwierigkeiten. Klar gibt es mal gute und mal schlechte Tage, aber so ist das halt und ich habe mich da reingelebt und weiß mit den Situationen meistens umzugehen.

    Der Urlaub war echt schön, mein Sohn war sehr ausgeglichen. Er hatte ja auch kaum Anforderungssituationen.

    Die ersten 2 Schultage sind auch gut gestartet, gestern klingelte dann Mittags das Telefon, ich solle ihn doch bitte abholen, er lässt sich nicht beruhigen. Grund er wollte keine Hausaufgaben machen, jedenfalls nicht in dem Moment und andere Kinder haben ihm provozierten. Er hatte einen totalen Wutausbruch, war traurig, beschimpfte alle, biss, kniff und schmiss mit Sachen um sich. Selbst die Einzelfallhelferin konnte nicht wirklich was ausrichten. Er holte ihn aber nicht ab, konnte auch Arbeit nicht einfach los und 2 h später klingelte das Telefon wieder. Er hatte sich wieder beruhigt und machte seine Hausaufgaben. Als er nach Hause kam, und ich fragte wie es war, bekam ich die Antwort "Gut". Erst nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich einen Anruf bekommen habe und gehört habe, dass es nicht so gut war, erzählte er was war. Er hat das völlig ausgeblendet.

    Es ist schrecklich jeden Tag auf Arbeit zu gehen, und das Gefühl zu haben, der Hort könnte wieder anrufen, ich soll ihn abholen.

  9. #31
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    Hallo Dinchen, da ich mich in der letzten Zeit etwas mehr mit Asperger-Autismus beschäftigt habe, habe ich auch erfahren, daß es bis heute nicht viele Ärzte / Psychiater gibt, die Asperger diagnostizieren können.

    Ich bin alles andere als Expertin und über Internet Diagnosen stellen geht sowieso nicht, aber vielleicht versuchst du mal, über eine Autismus-Ambulanz eine weitere Abklärung einzuholen. Als besonders fähig und kompetent sind mir die Universitäten Hannover und Köln genannt worden, vielleicht kannst du in dieser Richtung selbst weiter recherchieren.

    Warum ich das anrege: wenn dein Kind ohne besondere Traumatisierungen solche massiven Auffälligkeiten zeigt, muß es dafür Ursachen geben, die entweder in der Wahrnehmung von Außenreizen oder organisch verursacht sind - und das erinnert mich das sehr an bestimmte Dinge, die ich bis jetzt von Asperger-Autisten erfahren habe: Reizüberflutung, Überforderung, bestimmte Berührungsempfindlichkeiten usw.

  10. #32
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    Hallo Suppenhuhn,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Autismus wurde bei ihm wohl eindeutlich ausgeschlossen. Die Diagnose, die wir bekommen haben, ist: das wir abwarten müssen, wie sich alles noch weiterentwickelt... leider.

    Ich bin der Meinung, es wird nicht besser zur Zeit, sondern schlechter. Also natürlich nur, wenn er nicht zu Hause... zu Hause ist alles beim alten.

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