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Thema: Entwicklungsstörung bei Kindern

  1. #1
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    Standard Entwicklungsstörung bei Kindern

    Hallo Zusammen,

    ich eröffne dieses Thema, weil ich nicht mehr weiter weiß und vielleicht bekomm ich ja den einen oder anderen Gedankenschupser von euch.

    Ich versuche mich kurz zu halten, sonst könnte ich hier ein Buch reinschreiben.

    Es geht um meinen 8 Jahre alten Sohn. Er zeigte schon immer Verhaltensauffälligkeiten. Ich habe mir viel Hilfe gesucht, Familienhilfe, Logopädie, Ergotherapie, in ambulanter psychologischer Therapie war er und von Januar 2011 bis April 2011 auch stationär. Leider war das wie ich finde bisher ohne jeden Erfolg, auch eine Diagnose konnte nicht gestellt werden, nur Verdachtsdiagnosen. Zur Zeit bekommt er Ritalyn und Risperdal.

    So viel vorn weg... jetzt zu den Auffälligkeiten, die er von klein an zeigt und zeigte:

    - Schreikind
    - kodierte mit Absicht ins Bett, obwohl er trocken war ( mit 2,5 Jahren im Griff)
    - Haare essen (mit 3 Jahren, im Griff)
    -mag keine Kleidung am Körper (zieht sich immernoch aus, soblad er zu Hause ist)
    - Fingernägel kauen (mit 3 Jahren, im Griff)
    - panische Angst vor Spritzen, Ärzten...
    - Sprachentwicklung sehr verzögert (5 Ohren OP´s, mittlerweile 2 Jahre zurück)
    - spielt meistens alleine, seine eigenen Rituale, wo er klein war stellte er alles in Reihe, perfekt nebeneinander auf, z.B. ordnete Klammer nach Farbe und Form
    -hat mir 5 Jahren schon seine 1. Selbstmordgedanken gehabt, mit Selbstverletzungen, z.B. durch Gesicht kratzen, sich beißen
    -wollte nie auf Veranstaltungen wo viele Menschen waren, z.B. Zirkus, Kita, Schule
    -als er letztes Jahr eingeschult wurde (spezielle Klasse mit für Verhaltensauffällige Kinder) war er wie ausgewechselt, ging gerne in die Schule, bis er nach 6 Wochen er keine Lust mehr hatte, verweigerte Lernen, vergaß erlerntes oder konnte es nicht mehr anwenden, in Anforderungssituationen, tat er sich selber weh, das ging 2 Monate, dann steckte ich ihn stationär ins Krankenhaus (Kinderpsychiatrie)

    Diagnose, wie oben schon beschrieben konnte nicht gestellt werden, ausser das er total depressiv war. Intelligenztest wurde gemacht, "normal", also keine LH oder LB. Wird jetzt auf ADHS medikamentös behandelt, ist dann fast wie abgeschalten von der aussen Welt. Die Erzieher im Hort kamen vorher kaum mit ihn klar. Die Psycholgin schließ Autismus aus, obwohl sie autistische Züge feststellten, aber die Frage ob er die nun hat oder erlernt hat, so wie bei ADHS usw... konnte nicht herausgefunden werden.

    Vielleicht hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen. Würde mich freuen, wenn ihr evtl. Tipps habt, oder "Erkrankungen" die noch nicht erwähnt wurden. Achso Schizophrenie steht noch im Verdacht, kann wohl aber erst in der Pubertät festgestellt werden

  2. #2
    Schreibkraft
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    Standard

    Hallo Dinchen,

    ich habe ein geistig behindertes Pflegekind, das auch starke Verhaltenauffälligkeiten hat (frühkindlicher Gehirnschaden + Traumatisierung).
    Unser Pflegekind ist jetzt 10 Jahre alt.

    Die Frage, die ich ir gerade mit großen Fragezeichen in den Augen stelle:

    Zur Zeit bekommt er Ritalyn und Risperdal.
    Wer verschreibt denn diese Kombination?

    Diese Medikamente wirken komplett "gegenteilig".
    Unser Pflegekind hat auch lange erst mal Ritalin bekommen, das aber nicht gegen die Überdrehtheit und Aggressionen gewirkt hat.

    Nachdem unser Pflegekind dann immer mehr "ausgetickt" ist, haben wir das Ritalin abgesetzt und durch Risperdal ersetzt.

    Ritalin besteht aus dem Wirkstoff Methylphenidat und der hat wiederum eine stimulierende Wirkung.
    Risperdal besteht aus dem Wirkstoff Risperdion und gehört zu der Gruppe der Neuroleptika und hat damit eine nervendäpmfende Wirkung.


    Seitdem unser Pflegekind Risperdal bekommt, hat sich unglaublich viel verändert.
    Es ist viel mehr "bei sich", kann sich besser konzentrieren und artikulieren und tickt nicht mehr aus.

    Vorher hatten wir ein Kind, das kein bisschen Selbstkontrolle über sich hatte, gerne mal zündelte, versucht hat, auf der Straße Autos mit offenen Armen zu fangen, mit dem Kopf stundenlang gegen die Wand geschlagen hat usw.

    Jetzt haben wir einen fröhlichen Sonnenschein.


    Aber beide Medis zusammen....wie soll denn das wirken?
    Da hebt doch das eine das andere wieder auf?
    Viele Grüße

    "Klee"



  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Klee für den sinnvollen Beitrag:


  4. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo Klee,

    in der Klinik haben die Ärzte ihn erst nur auf Ritylan eingestellt. Er bekommt früh 20 mg, dass ging eine Woche gut und dann wurde er wieder "rückfällig". Darum wurde Risperdal zusätzlich gegeben. Früh 0,5 mg und Abend 0,5 mg. Unter dieser Dosierung fanden die Ärzte in der Klinik meinen Sohn sehr zugänglich. Die Ärztin hat wohl diese Kombination schon öfter angewandt mit Erfolg.

    Das Ritalyn soll dafür sein, dass er sich besser konzentrieren kann und Risperdal, dass er nicht so sprunghaft ist. Aber er konnte sich auch ohne Medikamente immer sehr gut und lange auf eine Sache konzentrieren, wenn er Spass daran hatte.

  5. #4
    Schreibkraft
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    Standard

    Hallo Dinchen,

    danke für die Info.
    Mir ist das völlig neu, aber wenn diese Kombination gut hilft, dann ist das super!
    Viele Grüße

    "Klee"



  6. #5
    mad
    Gast

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    Hallo Dinchen,

    ich habe da mal eine Frage, die wahrscheinlich provokanter klingt als sie gemeint ist:

    Willst Du als Mutter/wollt ihr als Eltern lieber ein "normales", verhaltensunauffälliges, alles übliche machende Kind?
    Ich weiß nicht, aber Dein Beitrag hat irgendwie Unbehagen bei mir ausgelöst und zwar, als ich mich in die Lage des Kindes versetzte: Irgendwie hat das für mich etwas Bedrängendes.
    Zirkus/viele Menschen - (wobei Zirkus ja immer automatisch da herrscht, wo Menschen sind): Ich glaube, sowas ist auch nicht nötig ... sowas muss ein Kind nicht erleben.
    Ich denke da immer an meine Eltern, die nie verstanden, dass für mich Veranstaltungen derart grausam waren/sind, dass ich danach wie verstört war.
    Vielleicht hat Dein Kind Probleme, Reize zu filtern.

    Ich würde gerne noch etwas wissen, denn bis jetzt hast Du ja eher "äußere" Dinge beschrieben, also außenweltliche Aktionen: Schule, Kita, "Zirkus" - wie ist es denn, wenn er bei Dir zu Hause ist, wie verhält er sich da?
    Du schreibst, er sei depressiv. Wie verhält er sich denn? Introvertiertheit wird manchmal als "depressiv" gedeutet - vielleicht lichtest Du meinen Sicht-Schleier?

    LG

  7. #6
    katha
    Gast

    Standard

    Hallo,
    also zu der Erkrankung kann ich nichts sagen, weil ich 1. nicht das wissen habe und 2. übers internet sowieso nichts wirkliches gesagt werden kann...

    als ich deine punkte gelesen habe, habe ich schon auch gedacht, dass da parallenen zu Autismus zu vermuten sein könnten...aber wie gesagt kann ich nicht sagen und ich denke das die ärzte da eh schon 5augen drauf richten...

    Ich glaube, dass ihr euch (macht ihr bestimmt)...mehr darauf konzentrieren solltet herauszufinden was eurer kind mag bzw. nicht mag, wo er sich wohlfühl und wo nicht.
    Das sind dinge die ihr unabhängig von ärzten, und ohne fachwissen machen könnt.
    und dann würde ich versuchen die struktur, den tagesablauf, die umgebung usw. so zu gestalten, dass er sich darin wohl fühlt.

    also z.B hast du viel von taktilen reizen gesprochen...er mag nicht unter vielen menschen sein, keine kleidung am körper, keine spritzen usw.

    vielleicht könnt ihr euch so entlanghangeln und herausfinden, was für berührungen er mag, ob er welche mag, welche er verabscheut usw....

    und dann versuchen ihm entgegenzukommen das er sich wohl fühlen kann.

    (ich weiß es gibt auch therapien wo man dann sagt man muss den beeinträchtigten wahrnehmungsbereich "bearbeiten" das es besser wird...also z.B mit gezielten berührungen ... aber ich glaub das müssen ärzte machen (kenn mich nicht so damit aus) bzw. muss die therapie von ärzten begleitet werden....für euch zu Hause würd ich versuchen ihn und sein empfinden besser kennen und verstehen zu lernen )...

    für eltern die ein autistischen kind haben ist ein schritt das sie verstehen, dass das Verhalten ihres kindes ein Problemlösungsversuch ist...d.h das kind ist nicht "dumm/gestört".. sondern es zeigt sein verhalten um mit den gegebenheiten um sich rum klar zu kommen (z.B wenn jem. keine reize filtern kann...kann es passieren das er abschaltet..um sowenig wie möglich wahrzunehmen...wirkt für ausenstehende als wäre er geistig vielleicht "nicht ganz fit"...aber eigentlich ist es sein weg, seine selbsthilfe sich zu schützen usw.)....

    auch wenn euer kind vielleicht kein autismus hat..denke ich ist das ganz gut sich anzuschauen..dann kann man sein kind besser verstehen und ich kann mir vorstellen, dass man ihm dann auch wertschätzender entgegentreten kann...

  8. #7
    Schreibkraft
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    Willst Du als Mutter/wollt ihr als Eltern lieber ein "normales", verhaltensunauffälliges, alles übliche machende Kind?
    Ich weiß nicht, aber Dein Beitrag hat irgendwie Unbehagen bei mir ausgelöst und zwar, als ich mich in die Lage des Kindes versetzte: Irgendwie hat das für mich etwas Bedrängendes.
    Zirkus/viele Menschen - (wobei Zirkus ja immer automatisch da herrscht, wo Menschen sind): Ich glaube, sowas ist auch nicht nötig ... sowas muss ein Kind nicht erleben.
    Ich denke da immer an meine Eltern, die nie verstanden, dass für mich Veranstaltungen derart grausam waren/sind, dass ich danach wie verstört war.
    Vielleicht hat Dein Kind Probleme, Reize zu filtern.

    Hallo Mad,

    ich kann nicht für Dinchen antworten, aber an der Stelle möchte ich mal aus meinem Erleben mit unserem Pflegekind antworten.
    Die Auffälligkeiten unserer Pflegetochter tendieren auch teilweise in Richtung autistisches Verhalten und für uns als Eltern ist es wichtig, dass wir sie ins "normale" Leben (so wie es eben üblicherweise verstanden wird) zu integrieren.

    Wenn ich für mich spreche: ich kann und will nicht in einem lebenslangen "Dauerausnahmezustand" leben.
    Für mich stehen nicht nur (!) die Bedürfnisse meiner Pflegetochter ganz oben (zumal wir noch eine gesunde Adoptivtochter haben, die auch Bedürfnisse hat), sondern -offen gesagt- auch noch meine eigenen und die meines Mannes.

    Wir müssen -klar- auch abwägen, welcher Reizüberflutung wir unsere Pflegetochter aussetzen und uns damit den entsprechenden Konsequenzen.
    Aber wir haben auch in keinster Weise vor, uns zu verbarrikadieren und zu isolieren.

    Ich habe sehr viel mit Menschen zu tun, die verhaltensauffällige Kinder haben (sowohl privat, als auch beruflich) und bin eben auch selbst betroffen.
    Aus dem Grund kann ich nur dafür plädieren, auch Selbstsorge zu betreiben und nicht das ganze Leben von den Auffälligkeiten des Kindes bestimmen zu lassen.

    Gerade durch meine frühere ehrenamtliche Mitarbeit in einer SHG für Eltern von behinderten Kindern scheuen sich viele Eltern, ihr sehr auffälliges Kind medikamentös oder therapeutisch unterstützen und behandeln zu lassen, weil ihnen oft von Aussen (und dann noch von Mitmenschen, die den "tagtäglichen Wahnsinn" noch nie miterlebt haben) impliziert wird, dass sie "schlechte Eltern" sind, wenn sie ein Stück weit das Verhalten ihres Kindes verändern wollen.
    Viele dieser benannten Eltern suchen mehr und mehr den Rückzug, verlieren Freunde (ich kann nur sagen, dass ich meine Freunde brauche, gerade in dieser Situation), isolieren sich immer mehr und verstecken teilweise sogar ihre Kinder, weil sie Angst haben, verurteilt zu werden, weil das Kind so auffällig ist.

    Geht es den Eltern gut, geht es dem Kind auch gut.
    Geändert von Klee (22.07.2011 um 06:52 Uhr)
    Viele Grüße

    "Klee"



  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Klee für den sinnvollen Beitrag:


  10. #8
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    Standard

    was mir spontan eingefallen ist
    vielleicht ist er eines der Indigokinder

    hast Du das mal überprüfen lassen?

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