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Thema: Entzugserscheinungen durch Partnerverlust?

  1. #1
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    Standard Entzugserscheinungen durch Partnerverlust?

    Hallo Leute,

    gleich vorweg: Diese Anfrage ist wirklich ernst gemeint. Ich bin im Augenblick mehr als am Ende und bin erschrocken über das was passiert und wusste mir nicht mehr weiter zu helfen, als einfach mal irgendwo nachzufragen...

    Also: Ist es möglich, durch den Verlust einer Beziehung körperliche und psychische Entzugserscheinungen zu bekommen, vergleichbar sowohl von Symptomen als auch Stärke her mit kaltem Drogenentzug?


    Folgendes: Ich hatte die letzten Wochen mit meiner (Ex)-Beziehung ein (diesmal nicht direkt selbst verschuldetes!) großes auf und nieder, viel Liebesbeweise aber auch viel Lüge. Konnte ich es am Anfang noch halbwegs verarbeiten (es war nicht das erste mal, dass meine Partnerin eine Trennung inzeniert hat), ging es mir mit der Zeit immer schlechter. Nachdem "sie" das letzte Wochenende mit einem anderen Kerl verbrachte (der nicht ursprünglich Grund der Sache war), ging es mit mir total bergab (obwohl das auch nicht das erste Mal war). Sogar nachdem ich erfahren hatte, dass aus der Sache nichts wird, wurde es noch schlimmer.
    Mittlerweile bin ich so weit, dass ich heute kaum noch arbeiten konnte: Zittern, Übelkeit, Durchfall, Frieren, Schweißausbrüche, Krämpfe, tränende Augen, Nervosität, Depressionen, innere Unruhe, Schlafstörungen, aggressives Verhalten / Zorn, Wahrnehmungsstörungen / Desorientierung (kein Witz!). Ich konnte die letzte Woche über vielleicht alle drei Tage eine Kleinigkeit zu mir nehmen, aber mit denkbar schlechten Ergebnissen.

    Schockiert bin ich jetzt deshalb, da ich mich bisher recht viel mit der Wirkung und den Folgen von Drogen auseinandergesetzt habe, deshalb habe ich auch die Symptome wiedererkannt. Ich habe in meinem Leben schon alles mögliche an Drogen konsumiert - allerdings immer nur in kontrollierten Mengen - und habe NIE auch nur ansatzweise so krasse Entzugserscheinungen verspürt. Im Gegenteil sogar nach härteren Sachen mal ein, zwei Tage eine sehr matschige Birne und gerade im Winter leichte Depressionen, aber nichts was sich dermaßen körperlich auswirkt.

    Weiß jemand Rat? Ein Freund meinte, ich sollte mir Moradorm-S aus der Apotheke holen, oder vom Arzt ein stärkeres Beruhigungsmittel verschreiben lassen. Zu was für einem Arzt geht man da überhaupt? Hausarzt? Psychiatrische Klinik? *schultern zuck* Oder haltet ihr es für besser, einen Psychologen zu konsultieren (ich muss irgendwie meinen Job auf die Reihe bekommen...)? Dabei ist auch noch das Problem, dass ich eine unglaubliche Aversion und Misstrauen gegenüber Psychologen habe, u.a. laste ich es auch _ihrem_ Psychologen an, dass er durch unqualifizierte Äusserungen mich betreffend (der Mensch kennt mich nur durch das, was sie ihm von mir erzählt hat wenn sie schlecht drauf war) _sie_ mit beeinflusst hat, es überhaupt zur derzeitigen Situation kommen zu lassen...

    Vielen Dank.

  2. #2
    Verleger Avatar von Waris
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    Standard

    Ja, es ist möglich, dass man durch Partnerverlust eine Art Entzugserscheinungen bekommt. Die Liebe ist wie eine Droge, also auch ähnliche Wirklung bei Verlust. Besonders, wenn man abhängig vom Partner war/ist.
    Zu dem was du über Psychologen denkst, das ist deine Sache. Warst du denn bei den Sitzungen mal dabei oder woher weißt du, was er über dich gesagt hat und in welchem Zusammenhang? Ich würde eher einen Psychiater konsultieren. Ob aber Medikamente in dem Fall angebracht sind...ich weiß ja nicht.
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Einfachich,

    das, was im Volksmund so harmlos Liebeskummer genannt wird, kann sehr wohl solche Ausmasse annehmen wie bei Dir. Liebeskummer kann zu deftigen körperlichen und seelischen Erkrankungen und Symptomen führen. Deswegen ist das nicht mehr gewährleistet, dass man den Job noch machen kann. Also evtl krank schreiben lassen.

    So wie sich das bei Dir anhört, kannst Du Dir erst mal ein Beruhigungsmittel verschreiben lassen (macht auch Hausarzt). Psychologe bringt dann was, wenn Du dem ganzen mehr auf den Grund gehen willst. Könnte in Deinem Fall schon angesagt sein, wenn sie Dich schon öfter verlassen hat und ihr da ein seltsames Beziehungsmuster anscheinend habt. Aber Psychologe ist aufgrund der wenigen Plätze keine Direkthilfe in der Akutsituation. Dazu sind die Wartezeiten zu lange. Dann eher noch psychatrische Ambulanz probieren, falls es so was bei euch gibt.

    Schau, dass Du Dein Umfeld aktivierst, Freunde informierst. Es kann schon ein grosser Schritt zur Besserung sein, wenn man merkt, wie sehr die sich plötzlich für einen einsetzen und da sind. Halte Dir immer irgendwelche Telefonnummern bereit von Freunden oder von Notfalltelefonen usw, falls es zu ner Akutsituation kommt und Du völlig den Kopf und die Orientierung verlierst. Es kann durchaus solche Schübe geben.

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (23.03.2009 um 20:16 Uhr)

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