Ja. So sehe ich das.
Ich bin sicher, daß Gott jeden Menschen gerecht beurteilen wird, sei er nun in Afghanistan aufgewachsen oder hier. Gott kann differenzieren, wo wir nur nach Schema F entscheiden würden. Also, da mache ich mir keine Sorgen. Und über alle weiteren "Was-ist-dann-mit-..."-Fragen auch nicht. In Römer 2:14-16 wird auf das Thema ja kurz eingegangen.
Anubis, wie schon mal im Chat besprochen, verwendet die Bibel den Begriff "Wiedergeburt" anders als die fernöstlichen Religionen, die an Seelenwanderung glauben. Wiedergeburt in der Terminologie der Bibel bedeutet, daß man sein Leben Jesus übergibt und sich fortan nach Ihm richtet. Das ist eine qualitativ so diametrale Haltung gegenüber dem Leben ohne Gott (oder mit einem selbstgebastelten Gott), daß Jesus es mit einer neuen Geburt vergleicht. Und auch dieser Zustand beruht auf Vergebung und Liebe, dann ggf. auch auf Gegenliebe unsererseits.
Die Idee der Seelenwanderung, die Du meinst, würde dem Prinzip der Liebe und Vergebung ja wiedersprechen. Denn wenn Gott uns vergibt, dann absolut. Dann sind wir zwar de facto noch immer unvollkommen, aber Gott sieht uns de jure so an, als wären wir sündlos, vollkommen und rein. Kein Grund, noch x Mal wieder neu anzufangen und jedesmal ein bißchen weniger zu versagen. Zwar sollen wir natürlich verinnerlichen, was Gott von uns will, aber freiwillig und ohne Leistungsdruck. Es bleibt dabei, daß wir nur aus Gnade von Gott angenommen werden. Die Möglichkeit, doch noch selbst etwas gut zu machen und sich wenigestens zu ein paar Prozent den Himmel zu verdienen, die ist und bleibt ausgeschlossen. Eigene Leistung, die dann auch zu eigenem Schulterklopfen berechtigt, erkennt Gott nicht an, wenn es um den grundsätzlichen Eintritt in den "Himmel" geht. Erst nachdem wir die Gnade vorbehaltlos in Anspruch genommen haben, wird Gott Wege finden, um unterschiedliche Lebensleistungen auch unterschiedlich zu honorieren. Auch da glaube ich an die Gerechtigkeit Gottes.
Gruß Rhett


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